Pistenballerman im Ennstal

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Polarbär
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Pistenballerman im Ennstal

Beitrag von Polarbär »

Pisten-Ballermann im Ennstal
28.12.2007 | 18:20 | KLAUS HÖFLER (Die Presse)

In Schladming steht Europas größte Après-Ski-Hütte. Das klingt nach Besäufnis, Schlagermusik und seichtem Schmäh am Pistenrand. Und ist fast so schlimm.

Schladming. Gute Laune kann weh tun. Wenn der österreichische Nationalstolz begeistert über die Untiefen des deutschen Humors lästert. Und dann ausgerechnet ein germanischer Spaßvogel engagiert wird, um inmitten der Alpenrepublik für Stimmung zu sorgen.


Gute Laune tut weh. Wenn sie in Reimen und im Schlagermusik-Rhythmus daher kommt. „Steirerbluat ist ganz einfach spritzig und guat“, tönt es aus den Boxen.



„Party, Palmen, Weiber, Bier“
Tatort Schladming, „Hohenhaustenne“. So nennt sich eine Dependance jenes Après-Ski-Rambazamba-Modells, das in Hintertux seit fünf Jahren einen Hauch von Ballermann ins Tiroler Zillertal bringt. Und seit Ende November auch ins steirische Ennstal.

Es ist der Versuch, alpentypischer Schneebar- und Skihütten-Stimmung einen systemgastronomischen Mantel umzuhängen und das Ergebnis auf X-Large-Format aufzublasen. In Schladming ist daraus laut Eigenbezeichnung „die größte Skihütte Europas“ geworden. Die Betreiber, das Tiroler Brüderpaar Hermann und Sepp Egger sowie der Ennstaler Hotelier Christian Steiner haben dafür eigens Holz von Salzburger, Tiroler und steirischen Bauernhöfen zusammengetragen. Und das in rauen Mengen.

Das Ergebnis: 3000 Quadratmeter Gast- und Seminarräume, fünf Stockwerke, acht Bars, 28 Kilometer Getränkeleitungen, Überwachungskameras, die das Geschehen auf 64 Kanälen in die Securityzentrale übertragen – auf Kanal 58 zum Beispiel die Herrentoiletten. Für die Gäste stehen 35 Plasma-Bildschirme bereit, auf denen sie das Geschehen im gesamten Haus live mitverfolgen können.



Eine Überdosis Lustigkeit
Viel ist an diesem Abend allerdings nicht zu sehen. Auch wenn sich der Einpeitscher mit der pechschwarzen Gel-Irokesenfrisur am Mischpult sichtlich Mühe gibt. Auch wenn (oder weil?) der Star des Abends extra den weiten Weg von Mallorca auf sich genommen hat. „In Kürze live und in Farbe“, warnt der Irokese: „Der Partynator – Peter Wackel.“

Der Lautstärkepegel der Musik wird schlagartig in die Höhe geschraubt. Ein Kerl im knallroten Hemd hüpft auf das behelfsmäßige Bühnenpodium und versprüht umgehend eine Überdosis Lustigkeit. Das Motto, ganz der thematischen Vorgabe des Abends entsprechend: „Party, Palmen, Weiber und ein Bier.“



XL ist zu groß für Schladming
Und das Publikum? Na ja, die Steiermark ist eben nicht Mallorca, Schladming nicht Playa de Palma, die Planai nicht der Ballermann. Dort hat Wackel schon in krachvollen Diskotempeln wie dem „Oberbayern“ den Gute-Laune-Animateur gegeben. In der „Hohenhaustenne“ hingegen ist die Gästekulisse an diesem Abend mit „schütter“ fast schon euphorisch beschrieben.

Es sind gerade einmal die Stehplätze rund um die zwei Bar-Inseln besetzt, der Sitzbereich einen Halbstock höher überhaupt abgesperrt. Das Obergeschoß ist eine Mischung aus Baustelle und VIP-Bereich. 1000 Leute würden insgesamt Platz finden, vielleicht 100 haben ihn an diesem Vorsaison-Abend auch gesucht.

„Das Ganze ist mindestens um ein Drittel zu groß dimensioniert“, glaubt Richard Stefan. Er ist seit 19 Jahren in Schladming gastronomisch tätig, etwa mit der „Hanglbar“. „Aber es kommen dadurch neue Leute in den Ort. So wird jeder sein Geschäft machen“, sagt er optimistisch.



Stroboskop trifft Vollholz-Kulisse
Mallorca-Veteran Wackel lässt sich die Stimmung trotz überschaubarem Andrang nicht vergällen. „Es ist so geil, in Schladming zu sein“, singt er. Bunte Scheinwerferspots kreisen über der leeren Tanzfläche, Stroboskop-Blitze zucken durch die Vollholzkulisse.

Das Publikum tröstet sich unterdessen ganz nach Plan mit Alkohol. Macht sich gefügig für weitgehend intellektfreie Gröhl-Refrains. „Ja, jaa, jaaa, oaaaah, Joana“, rezitiert Wackel.



„Zickezacke“ mit dem Partynator
„Du Luder“, repliziert der kleine Gästechor textsicher. Zur Belohnung gibt es nach 45 Minuten, ein paar inszenierten Schunkel- und Menschenschlangen-Runden und kollektivem „Zickezacke“-Geplärr Autogramme vom „Partynator“. Für Wackel ist erst Halbzeit. Um 23 Uhr gibt er noch eine Show. Live und in Farbe.

IN ZAHLEN
Die „Hohenhaustenne“ hat riesige Dimensionen: 3000 Quadratmeter Gast- und Seminarräume auf fünf Stockwerken, acht Bars. Es wurden 28 Kilometer Getränkeleitungen verlegt, Securities beobachten das Geschehen über zahllose Überwachungskameras. [Gerhard Schiel]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.12.2007)

Polarbär
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Beitrag von Polarbär »

Sorry, dieses Partnersuche-Werbedingsbums ist mir beim rüberkopieren hängen geblieben!

[color=blue]Einfach auf EDIT drücken!!!
mic[/color]
8O WARUM sich dieser Beitrag nicht blau editieren läßt wird wohl ein Geheimnis bleiben!! 8O
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