Quelle: SpiegelOnlineDavos: Skifahren wie die Könige
Prinz Charles und Wirtschaftspolitiker wissen Davos zu schätzen - und all die begeisterten Skifans, die sich in fünf Skigebieten mit rund 300 Kilometer Pisten austoben. Der Schweizer Wintersportort muss allerdings um die nötige Unterlage kämpfen - um Schnee.
Davos/Klosters - Die Skipisten in Davos und Klosters genügen auch hoheitlichen Ansprüchen: Der englische Thronfolger Prinz Charles zum Beispiel ist hier in der Schweiz schon häufiger zu Gast gewesen. Dass Davos nur ein "Schickimicki-Urlaubsort" sei und sich hier nur die Reichen und Schönen tummelten, weisen die Einheimischen allerdings weit von sich: "Davos ist sportlich" - davon ist nicht nur Britta Schnewlin von den Davos Klosters Bergbahnen fest überzeugt.
Wintersport hat in Davos Tradition. 1897 wagten sich die ersten drei Pioniere ins Parsenngebiet. Mühsam stiegen sie nach oben, Lifte gab es ja noch nicht. Erst eine Woche vor Weihnachten 1931 wurde der erste Abschnitt der Parsennbahn in Betrieb genommen, rund 300 Personen pro Stunde konnten befördert werden. Die Fahrt bis zum 1889 Meter hohen Höhenweg, wo heute die Mittelstation der Bahn liegt, dauerte damals zehn Minuten. Inzwischen schafft die Standseilbahn die mehr als 300 Höhenmeter in vier Minuten, bis zu 2200 Personen können jede Stunde mitfahren. Unter fünf Skigebieten mit gut 300 Kilometer Piste von einfach bis wirklich anspruchsvoll kann der Wintersportler auswählen. Und wem das nicht genug ist, der findet in Davos auch ein Loipennetz von mehr als 140 Kilometern Länge.
David, 10 Jahre, Rennfahrer
Das Parsenngebiet ist das größte der fünf Davoser Skigebiete, es bietet 19 Lifte und 34 Abfahrten. Hier gibt es auch eine Geschwindigkeits-Messstrecke, die nicht zuletzt Kinder begeistert: Im Starthäuschen klemmt sich zum Beispiel der zehnjährige David wie die echten Rennfahrer die Skistöcke unter die Arme, und los geht's. Ganz so schnell wie die Weltcupläufer sind der Junge und seine achtjährige Schwester Ester zwar nicht, aber immerhin bringen die beiden Kinder Geschwindigkeiten zwischen 75 und 85 km/h auf die Skier. David und Ester finden das "richtig cool". Zwei Lichtschranken, im Abstand von wenigen Metern, ermitteln das Tempo.
Der höchste per Lift erreichbare Punkt des Parsenngebietes ist der 2844 Meter hohe Weißfluhgipfel. Eine zwölf Kilometer lange Abfahrt führt von dort bis nach Küblis - und das, ohne einen weiteren Lift zu benutzen. Bei der Talabfahrt, die nur bei ausreichender natürlicher Schneelage möglich ist, werden rund 2000 Höhenmeter überwunden.
In Küblis angekommen, geht es mit den roten Waggons der Rhätischen Bahn zum Bahnhof Klosters-Dorf und von dort mit der Gotschnabahn zurück ins Parsenngebiet. Oder es führt den Gast in eines der vier anderen Skigebiete der Region Klosters-Davos: Madrisa, Jakobshorn, Rinerhorn und Pischa. Der Regional-Skipass ist zugleich die Fahrkarte für die Rhätische Bahn. Vor allem die Madrisa in Klosters und das Rinerhorn sind bei Familien sehr beliebt, sagt Schnewlin. Dort gibt es nicht nur Skipisten, sondern auch kilometerlange Schlittenhänge.
Davos ist kein günstiges Vergnügen
Die Kommune in Graubünden zählt knapp 12.500 Einwohner, ist aber flächenmäßig der zweitgrößte Ort der Schweiz und zum Beispiel größer als Zürich oder Basel. 24.000 Gästebetten sorgen dafür, dass der Ort zumindest in der Hochsaison den Betrieb einer mittelgroßen Stadt aufweist. Einmal im Jahr rückt Davos gar in den Mittelpunkt des Weltinteresses. Dann treffen sich Staats- und Regierungschefs zum Weltwirtschaftsforum, das nächste Mal vom 23. bis 27. Januar 2008.
Urlaub in Davos ist allerdings nicht das günstigste Vergnügen. Der Regional-Skipass für sechs Tage kostet für Erwachsene 285 Schweizer Franken (rund 165 Euro). Für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren gewähren die Bergbahnen 33 Prozent Rabatt, für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren sogar 66 Prozent. Jungen und Mädchen, die jünger als 6 Jahren sind, fahren kostenlos.
Davos ist mit seiner Lage in 1560 Metern über dem Meeresspiegel die höchstgelegene Stadt Europas. Trotzdem hatten die Liftbetreiber im Winter 2006/07 mit der schlechten Laune von Frau Holle zu kämpfen.
Deswegen haben die Davos Klosters Bergbahnen rund 6,6 Millionen Franken (rund 3,8 Millionen Euro) in die künstliche Beschneiung investiert. Doch dieses Jahr scheint das Wetter den Wintersportlern gnädiger gestimmt: Zwei Wochen vor Weihnachten lagen im Ort bereits 60 Zentimeter der weißen Pracht, im Skigebiet sogar bis zu 1,30 Meter. Die Wintersportsaison dauert diesmal bis zum 30. März 2008.
Von Christoph Gahlau, dpa
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Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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