Aus der Pfalz über Straßburg - Basel - Zürich - Chur, ~6h.
Unsere Unterkunft war in Alvaneu Dorf, deswegen mussten wir jeden Tag etwa 13km ins Skigebiet fahren, was uns beim Einstieg ins Gebiet aber flexibel machte.
Wetter:
Von Schneefall über klarer Himmel bis starker Föhn alles dabei.
Temperatur:
Anfangs sehr kalt, auf 1500m -10°C. Danach einsetzender Föhn, 5°C auf 1500m.
Schneehöhe:
Offiziell 30-100cm, in Wirklichkeit aber nur an extrem windgeschützten Stellen. Auf den Pisten reine Illusion.
Schneezustand
Von brutalen Eisplatten und Geröllhalden bis herrlicher Pulverschnee neben und auch auf den Pisten alles dabei.
Anlagen:
Die ersten 4 Tage eigentlich alles offen, danach meistens geschlossen:
Weisshorn Speed, Schwarzhorn, PB zum Rothorn Gipfel, Stätzerhorn Express, Cumascheals, ab und an auch Lavoz und Gertrud.
Wartezeiten:
0-15min
Gefallen:
- schöne Anlagen
- wegen der Größe sehr abwechslungsreich
- oft geringe Wartezeiten
- hoher Studentenrabatt
- traumhafte Neuschnee-Runs abseits der Piste am 30.12.
- mit den neuen Ski sehr zufrieden
- sehr lehrreiche Privatstunden bei der Skilehrerin
- Schlittenfahren
Nicht gefallen:
- Wetter, insbesondere Föhn
- besch...eidene Pistenpräparation bzw. Pisten"management" (siehe Bericht)
- die besten (noch brauchbaren) Pisten für Skiclubs gesperrt
- Pisten ab 13 Uhr unbrauchbar
- Talseiten nur in eine Richtung verbunden
- Skibus nur bis Valbella
- Ski geschreddert, Stück Belag an der Kante rausgebrochen, ein dicker Kratzer direkt an der Kante
Bericht:
Gezwungen durch das laufende Semester und die anstehenden Klausuren, mussten wir diesmal unseren Alpenaufenthalt in die Ferien verlegen. Da dies monatelang im Voraus bereits geplant werden musste, stand also schon seit Längerem die Lenzerheide als Ziel fest.
Entscheidungskriterium waren in erster Linie der >30%ige Studentenrabatt auf den Skipass und die vielversprechenden Berichte, wie auch die Größe des Gebietes.
Für den ersten Tag war Schneefall vorhergesagt, der dann morgens auch auftrat. Gegen 13 Uhr riss die Wolkendecke dann auf und auf, wie auch neben der Piste konnte man herrlichst durch den Neuschnee pflügen, der insgesamt wohl 20-30cm hoch war. Ein wirklich schöner Auftakt.
Am zweiten Tag war das Wetter schlecht, aber ohne Schneefall. Die Sichtweite betrug teilweise, vor allem am Rothorn, unter 10m. Man konnte sich, so weit man sie überhaupt gesehen hat, nur an den Pistenmarkierungen orientieren. Wenn man das Skigebiet nicht kennt, wirklich unlustig. Auf der Westseite war nachmittags recht gute Sicht. Jedoch waren dann die Pisten schon völlig zerfahren, mit aperen Stellen und Steinen.
Die nächsten beiden Tage recht schönes Wetter, Pisten wieder nachmittags total im Eimer, eine Zumutung. Da konnte man gar nicht anders, als sich irgendwo abseits der Pisten zu bewegen.
Dann kam der Föhn, und der Spaß (auf Ski) war vorbei. Donnerstag waren wir erst auf der Westseite, um dort festzustellen, dass mit Stätzerhorn, Lavoz und Cumascheals so ziemlich die wichtigsten Lifte standen. Also rüber zum Rothorn, wo aus der Ferne alles zu laufen schien. Dort angekommen, war Schwarzhorn schon zu. Danach wurde auch noch Weisshorn Speed geschlossen. Über 2000m waren die Pisten auf beiden Seiten nicht befahrbar, ohne sich sein Material völlig zu schrotten. Da wir keine Lust hatten, die ganze Zeit überfüllte Talabfahrten zu fahren, haben wir uns Schlitten gemietet. Das war aber auf jeden Fall eine gute Entschädigung, war genial.
Am nächsten Tag das gleiche, diesmal aber mit den Schlitten über die geschlossene Talabfahrt Nr. 2. Das war schnell
Heute gleiches Szenario. Auf der Ostseite hochgefahren, Schwarzhorn schon geschlossen. Weisshorn noch offen, Pisten oben nur teilweise fahrbar. Als wir nochmal einsteigen wollte hat der dann auch geschlossen, wie auch die PB. Mit Adleraugen auf die Westseite geschielt, gleiches Bild wie die 2 Tage zuvor. Gefrustet 4 Mal die Talabfahrt, weil man nichtmal mehr den Heimberg erreichen konnte, da dort kein Bus hinfuhr und wir keine Lust hatten alles ins Auto zu packen. Dann hatten wir die Schnauze voll und sind abgereist.
Abschließend:
Vielleicht weiß man als Einheimischer, welche Pisten bei diesen Windverhältnissen noch fahrbar sind, als dummer Tourist tut man das aber nicht. Warum also schaffen es die Bergbahnen nicht, wenigstens Schilder oben hinzustellen, wenn nicht sogar die ohnehin zerstörten Pisten ganz zu sperren?
Man munkelt, es gäbe Skigebiete, die wenigstens die am stärksten frequentierten Pisten mittags nochmal walzen...Fehlanzeige. Die Liftspuren der Anker wurden glaube ich nur ein Mal in der Woche gewalzt, zumindest machte es diesen Anschein. Seltsam, dass in den letzten 3 Tagen fast nur noch Touris unterwegs waren... Klar können die Bergbahnen nichts für den starken Wind, der den Schnee massenweise weggetragen hat. Aber wenn schon die Hälfte der gesamten Pisten zu ist, wieso konzentriert man sich dann nicht wenigstens auf die tiefer gelegenen und investiert dort die Arbeit hinein?
Ich hab ja eigentlich nichts dagegen, wenn mal einen halben Tag eine Piste für irgendwelche Skiclubs, oder sogar das schweizer Damennationalteam wie in einem Fall an der Weltcuppiste gesperrt wird. Wenn das Angebot aber ohnehin schon stark begrenzt ist, fällt das allerdings erheblich ins Gewicht und ist nochmal ärgerlich.
Sicher muss man in der Hauptsaison mit großem Andrang rechnen. Wenn man diese Massen dann doch wieder sieht, weiß man die Nebensaison erst richtig zu schätzen. Das bezieht sich jetzt nicht nur auf die Pisten, sondern auch auf die Supermärkte, den Verkehr und das allgemeine Preisniveau. Ich glaub das gab es noch nie, dass ich schon um 13-14 Uhr einfach keine Lust mehr hatte, Ski zu fahren. So schnell wird mich niemand mehr in der Hauptsaison in ein Skigebiet bekommen.
Um die Woche jetzt aber nicht ganz totzureden: Die Lenzerheide ist an sich ein wirklich schöner Fleck. Vielleicht fehlt es etwas an den durchgehenden Pisten über 1000HM und mehr, aber dafür sind die Anlagen kapazitätsstark, die meisten Sessel haben Bubbles, die Pisten bieten jeden Schwierigkeitsgrad en masse und man sieht eigentlich keine Bettenburgen. Auch dadurch, dass man an vielen Stellen einsteigen kann, verläuft sich die Masse schnell.
Außerdem kann man eigentlich nicht viel mehr Pech mit dem Wetter haben. Schicksal...
Vielleicht verschlägts mich in der Nebensaison irgendwann nochmal dahin, aber jetzt muss das Val d'Anniviers Ende Januar erstmal einiges an Pistenkilometern wettmachen
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