- Todesfall am Kasberg

- Eröffnung Krippensteinbahn
- Schneespektakel in Gosau
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Statt Tempo 30 fordern Liftbetreiber Helmpflicht und Ski-Polizei
OBERÖSTERREICH. Dem Vorbild des Schweizer Skiortes Gstaad, der Tempo 30 auf den Pisten eingeführt hat, kann bei uns niemand etwas abgewinnen. Aber die Helmpflicht wäre wünschenswert, heißt es.
"Wir erfüllen bei den Sicherheitsvorkehrungen nicht nur die Vorschriften, sondern stellen zusätzlich Info-Tafeln auf, um Skifahrer vor Gefahren zu warnen. Trotzdem sind wir auf den guten Willen der Gäste angewiesen. Tatsache ist, dass viele Pistensportler ihr Können überschätzen", sagt Alfred Bruckschlögl, Geschäftsführer der Dachstein Tourismus AG (Gosau, Krippenstein). Er findet, dass man "über die Helmpflicht reden soll. Und irgendwann wird es eine Pistenpolizei geben müssen, denn manche verhalten sich wirklich kriminell."
Die besten Sicherheitseinrichtungen nützen nichts, wenn die Menschen unvorsichtig fahren, sagt Kasberg-Geschäftsführer Peter Grögler. "Bei Tempolimits bin ich sehr skeptisch. Für den einen sind 30 km/h zu schnell, für den anderen ist das kein Problem. In Wahrheit muss sich jeder selbst einschätzen." Am Kasberg gebe es bereits einen Pistensicherheitsdienst, "der Skifahrer ermahnt, wenn sie sich unverantwortlich verhalten, aber auch hilft, wenn es Probleme gibt." Viel zu wenig wird nach Gröglers Ansicht über eine Helmpflicht auf der Piste geredet. "Und zwar auch für Erwachsene. Die haben ebenso ein Hirn zu schützen."
Wolfgang Neuhuber, Leiter der Skischule am Feuerkogel und Obmann des OÖ. Skilehrerverbandes: "Manchmal denke ich, strengere Bestimmungen wären nötig. Aber das Problem ist: Beim Skifahren kommt es auf das Können an, und da kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Das ändert jedoch nichts daran, dass es Rowdys gibt, die rücksichtslos fahren und andere gefährden. Irgendwann wird deshalb eine Art Polizei auf der Piste nötig."
Richard Brillinger, Geschäftsführer der Hochficht-Bergbahnen: "Die Sicherheitsvorkehrungen am Hochficht sind enorm und werden laufend verbessert. Wir hatten zwar schon Todesfälle, aber da war immer Selbstüberschätzung im Spiel. Jeden Baum entlang der Strecke können wir nicht einpacken."
Für Andreas Forster von der Forster-Alm in Gaflenz und Waidhofen beginnt mehr Sicherheit im Kopf, "den jeder am besten mit einem Helm schützen sollte." (ebra, feh, fell)
www.nachrichten.at vom 15.01.2008
Gut präparierte Pisten als Unfallverursacher
TIROL. Um Unfälle auf Pisten zu vermeiden, wäre es am besten, wenn die "Skiautobahnen" nicht mehr so perfekt präpariert würden, sagt Walter Zörer, Sachverständiger für Skiunfälle in Tirol.
Experten erwarten, dass sich heuer 60.000 Personen bei Ski- und Snowboardunfällen in Österreich verletzten. "Die effektivste Methode um Unfallzahlen drastisch zu reduzieren ist es, Skiautobahnen nicht mehr so perfekt zu präparieren", sagt Zörer. Er wird seit zehn Jahren als Sachverständiger nach Pistenunfällen zu Rate gezogen.
Gut präparierte Pisten seien für Könner zwar sehr angenehm zu befahren. Doch die wenigsten Skifahrer fragen sich zuvor, ob sie die Pisten überhaupt befahren können, und ob sie genügend Platz für Ausweichschwünge haben. "Wenn die Pisten nicht so attraktiv wären, gebe es automatisch weniger Kollisionsunfälle. Schlechtere Skifahrer passen viel besser auf, wenn Pisten nicht perfekt sind", ist Zörer überzeugt. Ob es dadurch auch zu weniger Eigenverletzungen kommen würde, könne er aber nicht sagen.
Rund zehn Prozent der Skiunfälle sind auf Kollisionen auf der Piste zurückzuführen. 90 Prozent sind laut Kuratorium für Alpine Sicherheit selbst verschuldete Unfälle.
Von einer Tempo-30-Beschränkung hält Zörer wenig: "Das wäre so, als würden Autofahrer in der Stadt mit fünf km/h fahren." Auch für eine Helmpflicht kann er sich nicht erwärmen. Ein Helm sei zwar auch für Erwachsene ein Muss, aber auf freiwilliger Basis. "Studien belegen die Wichtigkeit eines Helms. Und auch zur Vorbildfunktion für Kinder sollte er aufgesetzt werden." (kran)
www.nachrichten.at vom 15.01.2008
Meiner Meinung nach sollte man den Skifahrern nicht alles bis ins kleinste Detail vorschreiben, den so vermiest man vielen den Spaß am Skifahren. Sollten diese Vorhaben umgesetzt werden, und gleichzeitig auch die Liftkartenpreise weiter steigen, muss man sich nicht wundern, wenn immer mehr die Freiheit abseits der Pisten und Skigebiete suchen.3 Fragen an ... Michael Höllwarth
Der Vorstand der Uni-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz und Präsident von "Große schützen Kleine", Michael Höllwarth, ist gegen eine gesetzliche Helmpflicht für Skifahrer.
OÖN: Jeder ruft nach einer gesetzlichen Skihelmpflicht. Sie als Mediziner sind dagegen, warum?
Höllwarth: Jeder, der einen Helm tragen will, soll ihn natürlich tragen, wenn er sich damit sicherer fühlt. Für eine Helmpflicht gibt es allerdings keine Veranlassung. Bei zehn Millionen Skifahrern verletzt sich nur eine verschwindende Minderheit am Kopf und da meist nur leicht.
OÖN: Wie sieht das typische Verletzungsmuster von Skiunfällen aus?
Höllwarth: Die Verletzungen verteilen sich zu 86 Prozent auf die unteren und oberen Extremitäten. Der Kopf ist selbst bei Kindern höchstens zu sechs Prozent betroffen.
OÖN: Bei welchen Sportarten wären Sie für eine Helmpflicht?
Höllwarth: Ich fordere eine Radhelmpflicht. Beim Radfahren liegt das Risiko einer Kopfverletzung bei 32 Prozent, das Todesrisiko gar bei 60 Prozent. Selbst beim Reiten, Eislaufen und Rodeln ist das Kopfverletzungs- und Todesrisiko deutlich höher als beim Skifahren. (ro)
www.nachrichten.at vom 15.01.2008