San Bernardino, ein kleines Dörfchen am Anfang des Misox, ist hauptsächlich durch seinen 6Km langen Tunnel bekannt, der eine wichtige Funktion zur Verbindung ins Tessin und nach Italien hat. San Bernardino bietet aber mehr: ein Skigebiet, Langlaufloipen und mehr. Also ein Erholungsgebiet, ein kleines Touristendorf. Das Dorf gehört zur Gemeinde Mesocco. Mesocco befindet sich weiter unten im wilden Misox, das sich als eindrückliches und wildes Tal mit sehr eindrücklichen Bergen und Felsen beschreiben lässt. Auch die Autofahrt nach Bellinzona durchs Misox hat einige interessante Strassenstücke. Ich fahre immer gerne durchs Misox.
Nun zum Skigebiet. Am Rande des Dorfes, unmittelbar in der Nähe der Autostrasse, befindet sich die Talstation der 1993 erbauten 6er-Gondelbahn von Garaventa, welche eine Müllergondelbahn ersetzte. Laut den Angaben von www.sanbernardino.ch : Alle Anlagen offen! Alle Pisten ebenfalls! Also rein ins Vergügen! Die relativ kurze Strecke ist schnell bewältigt und schon gleich ist man am Confin Bass angekommen. Hier startet der Skilift Tre Omen, weiter links startet die Sesselbahn Pan de Zucher.
^^Pistenplan
^^Skilift Tre Omen von Müller, langsame, aber ruhige Fahrt.
Wir nahmen den Skilift Tre Omen. Er ist über 2000m lang und überwindet knapp 600Hm. Echte Müllersche Qualität. Die Fahrt ist sehr abwechslungsreich, das Skilifttrassee wechselt sich von sehr flach bis sehr steil dauernd ab. Allerdings lief er heute sehr langsam, man wurde aber von einem extrem ruhigen Lauf (Überfahrt der Rollen geräuschlos) entschädigt. Von der Bergstation, auf 2525 m.ü.M., hat man einen wunderschönen Blick auf die wilden Misoxer Berge. Wir schauten uns eine Weile um und fuhren danach zum nächsten Lift, dem Skilift Lares von Müller. Hier herrscht wesentlich grösserer Betrieb, eine kleine Warteschlange bildet sich. Kein Wunder, der Skilift erschliesst ja die breitesten und leichtesten Pisten des Skigebiets und ist relativ kurz.
Nach der fahrt mit dem Skilift (auch er fuhr sehr langsam!) gings zum Skilift Rotond von Habegger. Er liegt ganz aussen und erschliesst zwei wunderbar abgelegene und abwechslungsreiche Pisten. Bei den Niederhaltern waren die Rollen teilweise schlecht ausgerichtet, sodass der Bügel in eine extreme Schräglage geriet, wenn er diese Stützen passierte.
^^Im Skilift Rotond
Nach der Fahrt (enebfalls recht langsam, da wir uns aber auf die Geschwindigkeit gewöhnt haben, störte es nicht mehr) fuhren wir wieder auf den Confin Bass hinunter, um mit der Sesselbahn Pan de Zucher zu fahren. Und so eine geile Sesselbahn bin ich wahrlich noch nie gefahren.
^^In der Sesselbahn, hier oben hat es kräftig gewindet. Waren die Lifte deshalb etwas langsamer? Die Gondelbahn fuhr nämlich auf recht langsam.
So fuhren wir bis um ca. 13:00 Uhr, dann gings ins "Restaurant". Um von der Piste wieder auf den Confin Bass zu gelangen, muss man in der Nähe der Sesselbahn einen Seillift benützen, der die lästige Hinauflauferei entlastet. Der Ponylift von Städeli dürfte einer der am stärksten frequentierten Ponylifte sein, die ich gesehen habe. Hier gab es teilweise richtige Wartezeiten. Vielleicht sollten sie sich mal mit einem Plan für einen ultraleichten Verbindungsschlepplift auseinandersetzen.
^^Antriebsstation Ponylift.
Kommen wir zum Restaurant. Es bietet eine erschreckend kleine Auswahl an Gerichten. Die Pommes Frites waren recht fettig. Was mich am meisten erschreckte war, dass die einfach einen Haufen Bratwürste grillten, und diese dann achtlos in einen kleinen Behälter werfen. Ich bekam so eine fast kalte Bratwurst. Noch nicht mal Zwiebelsauce gabs.
Am Nachmittag, um ca. 15:15, fuhren wir noch zum Pian Cales am anderen Dorfrand von San Bernardino. Hier stand früher ein Skilift von Constam, der durch einen von Brändle ersetzt wurde, welcher wiederum 1992 einem Skilift von BMF wich. Diesen konnte ich mit der Tageskarte fahren. Er erschliesst drei verschiedene Pisten, von welcher eine recht steil ist. Das Gelände gefiel mir hier. Der Skilift fuhr ein wenig schneller als die am Confin, aber hier war es auch wesentlich windgeschützter. Die Präparierung des Pian Cales erfolgt durch eine ältere Bombardier. Bombardier kommt nicht gerade häufig vor, kommt ja aus Amerika. Dementsprechende Pisten...
^^Skilift Pian Cales.
Fazit:
Gefallen:
+Sehr abwechslungsreiche Pisten
++ Sesselbahn Pan de Zucher von Müller
+Trotz vielen Leuten war keine einzige Pisten überfüllt
+Aussicht
+Vermittelt einen guten Gesamteindruck und ist übersichtlich
+ Interessante/Schöne Anlagen
Nicht gefallen:
-Restaurant Confin (Bitte baut ein zweites Restaurant hin!!!)
- Am Skilift Rotond teilweise schlechte Rollenausrichtung
Gesamt:
5 von 6
Naja, das Restaurant ist ein arger Abzug, wird aber durch das interessante Skigebiet fast wettgemacht.
Hierhin komme ich sehr gerne wieder. Obwohl hier schweres Gelände weniger vorkommt, sind die Posten trotzdem extrem abwechslungsreich und weitläufig (obwohl alles ein wenig im Kessel ist). Die Praparierung der Pisten bekommt ein grosses Lob von mir, sie waren den ganzen Tag über sehr gut zu fahren.
Nochmals ein paar Bilder. Wer Lust auf ganz viele Bilder des Skigebiets hat: http://www.mircotscharner.ch/galerie/th ... p?album=40 , hier findet man satte 80 Bilder des Skigebiets.
^^Skilift Tre Omen bei der ersten Fahrt
^^Bergstation der Sesselbahn Pan de Zucher von Müller.
^^Blick vom Skilift Rotond hinuber zur Talstation Lares, Bergstation Pan de Zucher, und ganz hinten Tre Omen
^^Skilift Rotond und Misoxer Bergwelt
^^Zoom Steilstück Tre Omen
^^Schneeverwehungen ergaben dieses Muster...
^^Gondelbahn.
^^Skilift Pian Cales
^^Steilste Piste.
^^Ausstiegsstützen Pian Cales.
Mehr Bilder auf http://www.mircotscharner.ch/galerie/th ... p?album=40