Innovationen bei EUB Stationen

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-tom-
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Innovationen bei EUB Stationen

Beitrag von -tom- »

Hallo zusammen,

ich bin ja nun auch schon einige Jahre auf den Skiern und habe so einige EUB-Stationen geseghen. Selbstverständlich gab es hier auch immer wieder technische Innovationen.

Mich würde interessieren, warum sich das eine oder andere durchgesetzt hat und manches nicht. Es gibt sicher Gründe hierzu, diese würden mich interessieren.

Folgende Techniken sind mir bekannt.

- Vollständig manuelle Bewegung in der Station durch Personal.
Hier ist klar, warum das abgeschafft wude.

- alte Spieljochbahn Fügen
Die Gondeln liefen in der Station oben auf Schienen und wurden von unten durch Förderbänder durch die Station bewegt. Ich glaube (nicht sicher), dass in den Lücken der Förderbänder kurze Kettenförderer den Weitertransport übernommen haben. Lustig fand ich hierbei als Kind, dass sich der Gondelboden auf den Förderbändern gewellt hat. Die Türen wurden übrigens hier noch manuell vom Personal geöffnet und geschlossen. Gebremst und beschleunigt wurde IMHO über eine schiefe Ebene, hier bin ich aber nicht sicher.

- alte Gigijochbahn Sölden
Soweit ich mich erinnere, hatte diese Bahn in den Stationen einen komplett umlaufenden Kettenförderer. Wie allerdings Abbremsen und beschleunigen funktionierte ist mir nicht klar. Die Türen wurden hier schon automatisch betätigt. Die alte Schönjochbahn in Fiss war IMHO baugleich.

- moderne Bahnen
Bei modernen Bahnen werden durchweg Reifenförderer eingesetzt, daher scheinen diese wohl das Momentane Optimum darzustellen. Worin liegt denn der Vorteil gegenüber einem Kettenförderer?

Was kommt als nächstes? Was liegt eventuell schon in den Schubladen oder war schon auf den Messen? Ich bin sicher, in den nächsten Jahren wird sich die Technik abermals verändern. Vielleicht übernehmen ja Linearmotoren den Stationstrabsport. Diese würden auf jeden Fall verschleißfrei arbeiten und das FBM müsste nur einen entsprechenden Permanentmagneten haben.

Ich bin gespannt auf eine anregende Diskussion.

Gruß, Tom

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falk90
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alte Giggijochbahn Sölden

Beitrag von falk90 »

Die alte Giggijochbahn von sölden ist jetzt die Ochsengartenbahn in Hoch Oetz. Eine echt tolle EUB 8) . Die Kabinen werden in der Station mit einem Kettenförderer bewegt, die Beschleinigungs -und Verzögerungsstrecke ist als schiefe Ebene mit Reifenförderern Ausgerüstet.

Hier einige Bilder

http://www.lift-world.info/lift-fotos/A ... -15078.jpg
http://www.lift-world.info/lift-fotos/A ... 15079s.jpg

Da gab es letztes Jahr einen Bericht von Dachstein:
http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... light=oetz
Flachlandtiroler
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Beitrag von Flachlandtiroler »

Hm, Linearmotoren? Da musst du aber bei jedem FBM das Gewicht messen und die Stromstärke genau drauf anpassen, ich glaub, das wär zu aufwändig und zu teuer, auch im Betrieb (Stromverbrauch!), und Linearmotoren brauchen viel Kupfer, und Kupfer ist auch teuer.
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Ram-Brand
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Re: alte Giggijochbahn Sölden

Beitrag von Ram-Brand »

jack90 hat geschrieben:Die alte Giggijochbahn von sölden ist jetzt die Ochsengartenbahn in Hoch Oetz. Eine echt tolle EUB 8) . Die Kabinen werden in der Station mit einem Kettenförderer bewegt, die Beschleinigungs -und Verzögerungsstrecke ist als schiefe Ebene mit Reifenförderern Ausgerüstet.
Schiefe Ebene?

Für mich sah die Beschleunigungs und Verzögerungsstrecke er gerade aus.
Aber wie Du schon sagtest mit Reifenförderer.


------

Zum Linearmotor:
Zwar schön und gut. Aber was ist wenn es zu einem Stromausfall kommt?
Dann rollern die FBM ungebremst durch die Station.
Bild Bild
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Beitrag von Flachlandtiroler »

Man könnte die Bremsstrecke als Induktionsbremse ausführen. Also dafür sorgen, dass ein Permanentmagnet am FBM einen Wirbelstrom in einer Schiene induziert (oder andersherum), wodurch es dann proportional (falls ich das richtig verstehe) zur Geschwindigkeit abgebremst wird. Das geht dann auch ohne Stromversorgung, weil jede Gondel ihren Bremsstrom selbst erzeugt. Magnetfeldstärke sollte dann möglichst auf eine durchschnittliche Gondelmasse mit Passagieren abgestimmt sein, sonst werden die Bremskräfte zu groß. Vorteil: Je schneller die Kabine, desto stärker die Bremskraft. Problem: Die Bremskräfte wirken bei "Magnetisierung" der Klemme in der restlichen Station (deren Schienen aus leitfähigem Metall sind) auch weiterhin und erhöhen den Energiebedarf z.B. eines Kettenförderers. Daher wäre es besser, die Bremsstrecke mit ein paar Permanentmagneten auszustatten und ein Alublech o.Ä. an der Klemme zu befestigen. Stationsumlauf muss dann mit Kettenförderer gemacht werden, der schon in der Bremsstrecke beginnt und über den die Klemmen in Fahrtrichtung rüberlaufen können, weil man je nach Beladung dann nicht genau sagen kann, wo die Gondel ohne äußere Einwirkung zum Stehen käme.

TL,DR: Alles ein bisschen arg umständlich.
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Beitrag von Ram-Brand »

Einfacher wäre es wenn man einen "James Bond" Reifenförderer hätte.

Der sich selbst aufpumpt, das wäre doch schon ein Fortschritt. :-)
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Beitrag von GMD »

Für Förder müssten doch Vollgummireifen genügen oder? Dann erledigt sich das mit dem geplatzten Reifen.
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Huppi
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Beitrag von Huppi »

Ihr meint eine Induktionsbremse wie bei den Strata-Coastern?
Ich denke diese Technik scheidet schon alleine wegen den hohen Baukosten aus. Allerdings falls es mal kuppelbare EUB's geben sollte, die schneller als 6m/s fahrern (ich denke da an PB Geschwindigkeit) wäre diese Technik sicher bestens geeignet.
Man weiß ja nie was sich noch alles in der Zukunft so ergeben wird. Es wird ja nicht aufgehört ständig weiter zu forschen.
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Beitrag von Ram-Brand »

Girak hat Vollgummireifen eingesetzt. Aber diese Reifen haben sicherlich einen Nachteil sodass die anderen Hersteller nur Luftreifen einsetzen.

Vielleicht auch wegen dem Abrieb, oder Komfort?!
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Beitrag von Seilbahnjunkie »

Oder aber sie können nicht so große Kraft auf die Gondeln ausüben. Das dürfte bei den heutigen Fahrgeschwindigkeiten und Gondelgrößen schon eine Rolle spielen.
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