Silvretta/09.-15.03.08/Ischgl mal ganz anders/2. Off-Piste

Austria, Autriche, Austria
Forumsregeln
Antworten
Benutzeravatar
cm
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 501
Registriert: 25.04.2005 - 15:28
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Rhein-Neckar-Raum
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal

Silvretta/09.-15.03.08/Ischgl mal ganz anders/2. Off-Piste

Beitrag von cm »

An Ischgl bzw. der Silvretta Arena scheiden sich die Geister. Dazu braucht man sich nur die Kommentare in den diverersen Topics im alpinforum und auf sommerschi ansehen. Die Kommentare reichen von „… hammergeiles Skigebiet …, dem Verbier nicht das Wasser reichen kann…“ bis „Einheitsbrei“.

Grund genug meinen diesjährigen Besuch in der Silvretta diesem Thema zu widmen. Die Fragen, die es für mich zu beantworten galt:

- Bietet die Silvretta Arena ein für ein Spitzenskigebiet ausreichendes Maß an schönen, außergewöhnlichen, fordernden usw. Pisten? Kann man das Skigebiet so durchfahren, dass man den Rummel weitestgehend umgeht?
- Hat das Gebiet genügend Off-Piste-Potential?
- Würde das Gebiet durch die Piz Val Gronda Erweiterung eine Aufwertung erfahren?

Rahmen des Ganzen bot eine Skitourenwoche, die mich auf die Heidelberger Hütte jenseits des Skigebietes führte.

Meinen Bericht werde ich wie folgt gliedern:

1. Skigebiet
2. Off-Piste-Möglichkeiten
3. Piz Val Gronda
4. Skitourenimpressionen

Ich werde die einzelnen Berichtsteile nach und nach einstellen.

Los geht’s mit:

1. Skigebiet

Wie bereits erwähnt, war der Grund meines Aufenthalts eigentlich eine Skitourenwoche. Treffpunkt war erst Sonntagabend, und so bot es sich an, den Tag noch für einen Pistentag zu nutzen. Da für mich schon frühzeitig fest stand, dass ich einen Bericht unter den oben genannten Fragestellungen schreiben wollte, habe ich schon im Vorfeld eine Route durch das Skigebiet geplant, die mich einerseits zu den aus meiner Sicht interessantesten und auch anspruchsvollsten Pisten und andererseits zu einigen Pisten, die ich überhaupt noch nicht kannte, führen sollte. Gleichzeitig sollte das Ganze auch nicht in Stress ausarten. Schließlich musste ich ja schon eine frühmorgendliche Anfahrt verkraften (Aufstehen um 4 Uhr). Außerdem musste ich ja auch erst mal einen Skipass kaufen, so dass ich eh nicht davon ausgehen konnte, vor halb zehn auf der Piste zu stehen. Und an einem Sonntag mitten in der Saison muss man selbst in einem modernen Skigebiet einige Wartezeiten einplanen. Zu den Wartezeiten gleich vorweg: Trotz Schlangen an den Liften gab es nur kurze Wartezeiten. Mehr als 5 Minuten waren es nie, oft konnte man auch direkt durchmarschieren, insbesondere an den weniger zentralen Anlagen. Lediglich an der Talstation der Pardatschgratbahn brauchte ich an Kasse und Einstieg zusammen rund 20 Minuten.

Folgende Route bin ich gefahren:
1. Auffahrt Pardatschgratbahn – Abfahrt rote 7 in Velliltal
2. Auffahrt Vellileckbahn – Abfahrt rote 5 zur Mittelstation der Pardatschgratbahn
3. Auffahrt Pardatschgratbahn – Abfahrt schwarze 4 zur Mittelstation der Pardatschgratbahn
4. Auffahrt Pardatschgratbahn – Abfahrt blaue 6, 8, 2 in den Höllboden
5. Auffahrt Höllkarbahn - ein paar Meter runter zur
6. Auffahrt Palinkopfbahn - Abfahrt schwarze 20 in den Höllboden
7. Auffahrt Sassgalunbahn – Abfahrt rote 31
8. Auffahrt Höllspitzbahn – Abfahrt schwarze 35
9. Auffahrt Höllspitzbahn – Abfahrt rote 38 zur Gampenalp
10. Auffahrt Gampenbahn – Abfahrt rote 40
11. Auffahrt Gampenbahn – Abfahrt schwarze 21 runter bis in den Höllboden
12. Auffahrt Höllbodenbahn, Idjochbahn, - Abfahrt 72, 64
13. Auffahrt Viderjochbahn 2, Greitspitzlift – Abfahrt rote 70
14. Auffahrt Greitspitzbahn – Abfahrt schwarze 14a bis in den Höllboden
15. Auffahrt Höllbodenbahn, Flimjochbahn – Abfahrt blau/rote 63 zur Alp Trida
16. Auffahrt Visnitzbahn – Abfahrt rote 65
17. Auffahrt Viderjochbahn 1 – Abfahrt blaue 71
18. Auffahrt Greitspitzbahn – Talabfahrt über schwarze 13, rote 13, 1, 1a

Fazit: Ich hatte einen äußerst abwechslungsreichen Pistentag. Gute 10.000 Höhenmeter ohne Hatz. Dabei habe ich keine Piste doppelt befahren, außer im Nahbereich der Lifte, wo sich die Pisten begegnen. Einige interessante Ecken musste ich sogar auslassen: Die panoramamässig wunderschöne Talabfahrt 80 nach Samnaun und nahezu das ganze Visnitz- und Grivaleagebiet. Die schwarzen Pisten sind anspruchsvoll und tragen ihre Qualifikation durchaus zu Recht, die roten sind durchweg rassig. Außer einigen Verbindungspisten gab es keine Langweiler. Es bieten sich wunderbare, wechselnde Ausblicke und vor allem die Pisten die durch die Felsen laufen, bieten einen besonderen Reiz. Dabei bleibt einem der Blick auf die obligatorischen Menschenmassen um Idalp und Alp Trida weitestgehend erspart. Ganz drum herum kommt man allerdings nicht, da die einzelnen Teile des Skigebiets über diese Schaltzentralen verbunden sind. Wie man an den Bildern sehen kann, lässt sich das mit ein wenig Planung aber doch weitestgehend umgehen. Für Pistenfahrer ist die Silvretta Arena meines Erachtens ein Muss. In Österreich dürfte es sonst kaum ein Skigebiet mit solch einer Pistenvielfalt geben. Ein Wort noch zur Pistenpräpäration: Die war allenfalls Durchschnitt. Morgens gab es vor allem im Bereich Velilltal/Pardatschgrat viele Kanten und Rillen in den harten Pisten, so dass ich mich kaum getraut habe, mit Tempo zu carven.

Meine persönlichen Pistenhighlights: schwarze 14a und 13, rote 7 und 40.

Hier die Bilder:

Erste Abfahrt Rote 7, herrlich einsam
Bild
Bild

Blick zurück aus der Vellileckbahn
Bild

Schön steil, schön einsam: Schwarze 4
Bild

Bevor irgendjemand glaubt ich wäre ein russischer Ölmilliardär, der mal kurz das ganze Skigebiet für sich gemietet hat, hier das obgligatorische Idalpfoto mit den Menschenmassen. Hier ging es noch, mittags wurde es voller.
Bild

Aber weiter - ich war ja auf der Suche nach dem Gegenteil. Und gefunden: Schwarze 20. Ist für mich die schönste von den steilen Pisten am Palinkopf. Läuft etwas abgeschieden, an Pistenkreuzungen immer links halten, dann bleibt man bis ganz unten im Höllboden relativ allein.
Bild

Rote 31: Für mich eigentlich nur Verbindungspiste, war aber trotdem nett
Bild

Nette schwarze 35 menschenleer
Bild

Weiter gings auf der schönen 38
Bild

Blick aus der Gampenbahn auf die Pisten im Vesiltal. Hier merkt man nicht viel vom typischen Ischgler Trubel
Bild

Beginn der roten 40. Für mich eines der Highlights des Gebiets. Hinten in den Wolken versteckt sich das Fluchthorn.
Bild

Weiterer Verlauf
Bild

Blick von der Gampenalp ins Fimbatal
Bild

Blick vom Start der linken Variante (von oben gesehen) der schwarzen 21. Nach meinem Dafürhalten die steilste Piste im Gebiet.
Bild

Rote 72 - nett zum Carven
Bild

Die schwarze 14a - sicherlich auch einer der Höhepunkte des Skigebiets. Lang und steil. Leider immer etwas steinig.
Bild
Weiter auf der 21 mit Blick zum Palinkopf
Bild
Ständig wechselnde Ausblicke
Bild
Bild

Noch einmal ein Blick auf die klassische Vorstellung von Ischgl. Piste 10. Genau das macht Ischgl aber so interessant. 1/3 der Gäste fährt im Bereich Idalp und Alp Trida Pflugbögen, 1/3 sitzt auf den Hütten, bleibt für das restliche Drittel ein riesiges, nicht überfülltes Skigebiet.
Bild
Ecke Visnitz/Grivalea meist recht leer und tolle Pisten zum carven. Leider hatte ich nicht mehr genug Zeit diesen Bereich ausführlich abzufahren. Hier Piste 65.
Bild
Tolle schwarze 13. Vom Stil her ähnlich wie die 14a, nicht ganz so steil und mit Blick in die andere Richtung.
Bild
Die Piste lässt sich in die Talabfahrt überführen, bringt fast 1500 Höhenmeter. Davon hab ich keine Bilder mehr gemacht. War aber so wie man es sich klassisch vorstellt - verbuckelt und überfüllt, ein Riesenvergnügen :evil:

So das war Teil 1. Die aus meiner Sicht interessanteren Teile folgen. Mal schauen wie ich über Ostern dazu komme.
Zuletzt geändert von cm am 21.03.2008 - 21:41, insgesamt 1-mal geändert.

molotov
Chimborazo (6310m)
Beiträge: 6520
Registriert: 08.12.2005 - 20:42
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: ja
Ort: Wangen
Hat sich bedankt: 1359 Mal
Danksagung erhalten: 780 Mal

Beitrag von molotov »

juhuu ein skitourenbericht, ich freu mich schon drauf!
deine eindrücke kann ich bestätigen, aber in der hochsaison um fasching sieht es leider auch in den einsameren ecken nicht so leer aus, aber piste 13 und 14a sind auch meine absoluten lieblinge!
Touren >> Piste
Benutzeravatar
Vadret
Gaislachkogl (3058m)
Beiträge: 3062
Registriert: 08.10.2006 - 17:01
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 36 Mal

Beitrag von Vadret »

Super Bericht aus dem schönsten und besten Skigebiet der Welt :D
Vielen Dank dafür!

Samnaun ich kommmmmme :D :D
SEIT 150 JAHREN DAS EIN UND ALLES...
Skitage Saison: 2007/2008: 97 • 2008/2009: 80 • 2009/2010:76 • 2010/2011:81 • 2011/2012: 78 • 2012/2013:69 • 2013/2014:87 • 2014/2015: 78 • 2015/2016: 86 • 2016/2017: 90 • 2017/2018: 17
Benutzeravatar
cm
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 501
Registriert: 25.04.2005 - 15:28
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Rhein-Neckar-Raum
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal

Beitrag von cm »

@ molotov:Fasching kann ich für Ischgl nicht beurteilen. Aber nach meinen Erfahrungen aus anderen Skigebieten wirds wohl wirklich noch ein bißchen ärger sein. Aber wie gesagt, es war Sonntag, tolles Wetter und teilweise waren auch schon Ferien (Hamburg weiß ich sicher). Es war also schon gut Betrieb. Beim Andrang an der Talstation hatte ich richtig Sorge. Hat sich aber gut verteilt. Und ich glaube, meine Wegplanung war ganz gut. Z. B. bin ich am Anfang ja erst mal ins Velilltal gefahren. Macht sonst keine Sau, weil man da zur Mittelstation muss. Da haben alle Angst, dass sie nicht in die vollen Gondeln kommen. Als Einzelfahrer kriegst Du da aber immer recht zügig einen Platz und die Pisten hast Du erst mal komplett für Dich allein.
Benutzeravatar
Jojo
Eiger (3970m)
Beiträge: 4083
Registriert: 18.09.2002 - 17:47
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Rödermark
Hat sich bedankt: 183 Mal
Danksagung erhalten: 862 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Jojo »

Erstmal: Top Fotos aus der Silvretta Arena. Danke!
cm hat geschrieben:Die schwarze 14a - sicherlich auch einer der Höhepunkte des Skigebiets. Lang und steil. Leider immer etwas steinig.
Das ist doch schon seit Jahren so mit den Steinen. Ich frage mich, wieso es die Silvretta Bergbahnen nicht schaffen diese Piste komplett zu beschneien?! Die hätte es meiner Meinung nach nötiger als so manch beschneite Piste im Gebiet.

Seit wann hat die Piste 4 eigentlich diesen dichten Lanzenwald?!
Der Bundesgesundheitsminister warnt:
Der vorangegangene Beitrag kann Spuren von Ironie, Zynismus und Sarkasmus enthalten. Sollten sie mit einer dieser Substanzen
in Konflikt geraten oder einfach nicht in der Lage sein, diese zu erkennen, so konsultieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
↓ Mehr anzeigen... ↓
Benutzeravatar
cm
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 501
Registriert: 25.04.2005 - 15:28
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Rhein-Neckar-Raum
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal

Beitrag von cm »

Die Lanzen gibt es - wenn ich mich nicht ganz täusche - seit letztem Jahr.

Kann es sein, dass die Steine von oben kommen? Ist ja ziemlich bröselig-felsiges Gelände.
Benutzeravatar
Fab
Disteghil Sar (7885m)
Beiträge: 7947
Registriert: 28.07.2007 - 13:11
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Tauperlitz (Bayern)
Hat sich bedankt: 34 Mal
Danksagung erhalten: 687 Mal

Beitrag von Fab »

Danke für den erstklassigen Bericht mit vielen wunderschönen Bildern.
Da möcht man gleich wieder die Ski anschnallen.
Kann es sein, dass die Steine von oben kommen? Ist ja ziemlich bröselig-felsiges Gelände.
War gerade zwei wochen skifahren in Zermatt. Auf irgeneiner Piste, hab vergessen wo, war das eindeutig so. Steine lagen an der Oberfläche und sind nicht von unten durchgekommen.
molotov
Chimborazo (6310m)
Beiträge: 6520
Registriert: 08.12.2005 - 20:42
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: ja
Ort: Wangen
Hat sich bedankt: 1359 Mal
Danksagung erhalten: 780 Mal

Beitrag von molotov »

ist da das gleiche, auf einem foto sieht man ja schön die felswand im hintergrund, die liegt auch noch schön in der sonne, also ideale vorraussetzung für die "frostabsprengung" von steinen
Touren >> Piste
Benutzeravatar
cm
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 501
Registriert: 25.04.2005 - 15:28
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Rhein-Neckar-Raum
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal

Beitrag von cm »

2. Off-Piste-Möglichkeiten

So, der zweite Teil meines Berichtes soll die Möglichkeiten neben den Pisten im Bereich der Silvretta Arena behandeln, immer vor der eingangs erwähnten Diskussion „Superskigebiet“ oder „Einheitsbrei“. Meine Skitourenwoche brachte mir auch einen Tag Tiefschnee fahren im Skigebiet ein, einen zweiten Tag musste ich wegen Knieproblemen mehr oder weniger ausfallen lassen.

Da es mir mehr um eine Beschreibung des Gebiets als um einen aktuellen Bericht meines Besuches geht, werde ich auch Bilder von früheren Besuchen einbauen.

Zum Thema seien auch zwei ältere Berichte, die einiges an Möglichkeiten aufzeigen, erwähnt:
http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... schgl++res
http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... tiefschnee

Ein Spitzenskigebiet muss sich natürlich mit Spitzenskigebieten messen lassen. Und natürlich fallen einem beim Thema Off-Piste und Freeride Orte wie St. Anton und Verbier ein. Eins ist klar, so klangvolle oder gar berühmte Routen wie in diesen beiden Orten finden sich in der Silvretta Arena nicht. Im Gegenteil: Ischgl wird eigentlich fast nur als Pistenskigebiet wahrgenommen.

Dennoch lohnt sich die Silvretta Arena sicher für einen Tiefschneeausflug. Warum? Gerade, weil Ischgl nicht als Tiefschneerevier wahrgenommen wird. Hierher kommen kaum Tiefschneejunkies, und Leute, die sogar noch ein Stück den Berg hoch kraxeln, um eine schöne Abfahrt zu erobern, sind richtige Exoten. Wie sagte unser Bergführer (wohlgemerkt kein Einheimischer): „Ich geh zum Tiefschneefahren lieber nach Ischgl als an den Arlberg. Am Arlberg musst Du, wenn es geschneit hat, schon früh morgens um eine unberührte Line kämpfen. Ischgl ist ein Geheimtip. Da findest Du selbst am Nachmittag noch unverspurtes Gelände in Pistennähe.“ Er sollte Recht behalten.

Das Zentrum des Skigebiets besteht im Grunde ja aus 3 Kesseln um Alp Trida, Idalp und Höllboden. Das hat den Vorteil, dass man direkt von den Pisten oder mit ein paar Schritten ins Gelände abbiegen kann. In Sackgassen kommt man eigentlich nie, man landet immer wieder auf den Pisten im Kesselgrund. Das kann man z. B. von diesem Foto aus dem 1. Teil des Berichts, aufgenommen von der Piste 14a, ganz gut sehen. Von Greitspitze und Palinkopf laufen zwei Ziehwege aufeinander zu. Von jedem Punkt dieser Pisten kann man sich, je nach dem wie steil man es mag, in den Kessel stürzen. Man kommt immer unten raus. Bringt je nachdem bis zu 700 Höhenmeter ein.
Bild

Das funktioniert auch bei Alp Trida, allerdings sind dort die Höhenunterschiede geringer. Ich habe Euch auf dem folgenden Bild mal ein paar Routen eingezeichnet.
Bild

Für die rote Route fährt man mit der Viderjochbahn I auf, dreht sich nach dem Liftausstieg um 180 Grad, schiebt unter dem Greitspitzlift durch und läuft oder schiebt gute 5 Minuten leicht bergauf. Die Abfahrt ist im oberen Teil recht steil aber breit. Ich bin sie letztes Jahr im Firn gefahren, da war es traumhaft.

Hier der Blick vom Start der Abfahrt
Bild

Die blau eingezeichnete Route ist der ideale Tiefschneeübungshang. Man steigt aus dem Alp Trida Ecklift nach rechts aus, fährt an der Piste vorbei und dann direkt bevor der Berg ansteigt ins Gelände und wieder runter zur Talstation. Das sind zwar nur 130 Höhenmeter, aber das Gelände ist ziemlich flach (gut zum Üben) und wir haben dort an unserem Skigebietstag noch um 14 Uhr 30 völlig unberührten Pulver im direkten Pistennahbereich vorgefunden!!!! Laut Bergführer ist das hier immer so, weil sich aufgrund der etwas isolierten Lage und der Tatsache, dass in Ischgl kein Mensch freiwillig Schlepplift fährt, hier kaum einer hin verirrt.

Für die rosa Route umrundet man die Bergstation der Alp Trida Sattelbahn und steigt nach Belieben und Schneelage den Piz Munschuns hoch. Runter geht’s wieder zur Alp Trida.

Der Aufnahmepunkt des Fotos ist selbst der Ausgangspunkt für eine Route von der Visnitzseite. Man quert von der Bergstation der Visnitzbahn links raus, soweit wie möglich ins Gelände, meist geht das bis zu den Kegeln der Lawinensprengungen. Von da dann nach unten. Das ist sehr schön weil man in eine eigene Geländekammer kommt, in der man vom Trubel nichts mehr mit bekommt. Der Weg findet sich von allein da es durch einige Mulden geht.

Hier ein Bild von mir. Hinten sieht man die Lawinensprengungen.
Bild

Wenn man von der Bergstation noch 100 Höhenmeter über den Bergrat aufsteigt, kann man von dort übrigens bis nach Kappl runterfahren. Kenn ich aber nicht selbst.

Interessanter als die Kessel sind meines Erachtens die Abfahrten ins Vesil- und Fimbatal. Im Bereich der Höllspitz- und der Gampenbahn gibt es unendliche Möglichkeiten. Das Gelände ist hier unübersichtlicher. Dadurch bekommt man hier vom Pisten- und Lifttrubel weniger mit. Beispielsweise wenn man von der Piste 35 oben nach rechts die Piste verlässt, kann man das ganze Stück zunächst steil, dann flacher, am Schluss durch den Wald bis zur Talstation runter fahren.
Bild
Bild
Bild
In den tieferen Bereichen gibts Tree skiing
Bild
Bild

Höhepunkt des Tages war die letzte Abfahrt von der Piste 41 ins Vesiltal. Insbesondere weil es dort völlig einsam war und der Himmel endlich aufriss und es ein tolles Licht gab. Die Piste selbst war im oberen Bereich auch nicht präpäeriert.
Bild

Von dort gehts runter
Bild

Anfangs zum Teil recht steil
Bild

Selbst um 15 Uhr 30 konnte man noch seine eigene Linie finden. Und suuuuper Pulver
Bild

Bild

Bild

Unten raus wirds flach
Bild

Und zwischendurch muss man auch schieben
Bild

So das wars aus dem Skigebiet. Für den weiteren Bericht verlassen wir die doch hinlänlich bekannte Skiwelt von Ischgl. Ich denke, dann gibts auch für die meisten Ischglkenner ein paar neue Eindrücke. Wird aber wahrscheinlich nach Ostern bis ich damit so weit bin. Hier schon mal ein Blick auf mein Domizil: Die Heidelberger Hütte, tief im Fimbatal.
Bild [/b]

Antworten

Zurück zu „Österreich“