Grund genug meinen diesjährigen Besuch in der Silvretta diesem Thema zu widmen. Die Fragen, die es für mich zu beantworten galt:
- Bietet die Silvretta Arena ein für ein Spitzenskigebiet ausreichendes Maß an schönen, außergewöhnlichen, fordernden usw. Pisten? Kann man das Skigebiet so durchfahren, dass man den Rummel weitestgehend umgeht?
- Hat das Gebiet genügend Off-Piste-Potential?
- Würde das Gebiet durch die Piz Val Gronda Erweiterung eine Aufwertung erfahren?
Rahmen des Ganzen bot eine Skitourenwoche, die mich auf die Heidelberger Hütte jenseits des Skigebietes führte.
Meinen Bericht werde ich wie folgt gliedern:
1. Skigebiet
2. Off-Piste-Möglichkeiten
3. Piz Val Gronda
4. Skitourenimpressionen
Ich werde die einzelnen Berichtsteile nach und nach einstellen.
Los geht’s mit:
1. Skigebiet
Wie bereits erwähnt, war der Grund meines Aufenthalts eigentlich eine Skitourenwoche. Treffpunkt war erst Sonntagabend, und so bot es sich an, den Tag noch für einen Pistentag zu nutzen. Da für mich schon frühzeitig fest stand, dass ich einen Bericht unter den oben genannten Fragestellungen schreiben wollte, habe ich schon im Vorfeld eine Route durch das Skigebiet geplant, die mich einerseits zu den aus meiner Sicht interessantesten und auch anspruchsvollsten Pisten und andererseits zu einigen Pisten, die ich überhaupt noch nicht kannte, führen sollte. Gleichzeitig sollte das Ganze auch nicht in Stress ausarten. Schließlich musste ich ja schon eine frühmorgendliche Anfahrt verkraften (Aufstehen um 4 Uhr). Außerdem musste ich ja auch erst mal einen Skipass kaufen, so dass ich eh nicht davon ausgehen konnte, vor halb zehn auf der Piste zu stehen. Und an einem Sonntag mitten in der Saison muss man selbst in einem modernen Skigebiet einige Wartezeiten einplanen. Zu den Wartezeiten gleich vorweg: Trotz Schlangen an den Liften gab es nur kurze Wartezeiten. Mehr als 5 Minuten waren es nie, oft konnte man auch direkt durchmarschieren, insbesondere an den weniger zentralen Anlagen. Lediglich an der Talstation der Pardatschgratbahn brauchte ich an Kasse und Einstieg zusammen rund 20 Minuten.
Folgende Route bin ich gefahren:
1. Auffahrt Pardatschgratbahn – Abfahrt rote 7 in Velliltal
2. Auffahrt Vellileckbahn – Abfahrt rote 5 zur Mittelstation der Pardatschgratbahn
3. Auffahrt Pardatschgratbahn – Abfahrt schwarze 4 zur Mittelstation der Pardatschgratbahn
4. Auffahrt Pardatschgratbahn – Abfahrt blaue 6, 8, 2 in den Höllboden
5. Auffahrt Höllkarbahn - ein paar Meter runter zur
6. Auffahrt Palinkopfbahn - Abfahrt schwarze 20 in den Höllboden
7. Auffahrt Sassgalunbahn – Abfahrt rote 31
8. Auffahrt Höllspitzbahn – Abfahrt schwarze 35
9. Auffahrt Höllspitzbahn – Abfahrt rote 38 zur Gampenalp
10. Auffahrt Gampenbahn – Abfahrt rote 40
11. Auffahrt Gampenbahn – Abfahrt schwarze 21 runter bis in den Höllboden
12. Auffahrt Höllbodenbahn, Idjochbahn, - Abfahrt 72, 64
13. Auffahrt Viderjochbahn 2, Greitspitzlift – Abfahrt rote 70
14. Auffahrt Greitspitzbahn – Abfahrt schwarze 14a bis in den Höllboden
15. Auffahrt Höllbodenbahn, Flimjochbahn – Abfahrt blau/rote 63 zur Alp Trida
16. Auffahrt Visnitzbahn – Abfahrt rote 65
17. Auffahrt Viderjochbahn 1 – Abfahrt blaue 71
18. Auffahrt Greitspitzbahn – Talabfahrt über schwarze 13, rote 13, 1, 1a
Fazit: Ich hatte einen äußerst abwechslungsreichen Pistentag. Gute 10.000 Höhenmeter ohne Hatz. Dabei habe ich keine Piste doppelt befahren, außer im Nahbereich der Lifte, wo sich die Pisten begegnen. Einige interessante Ecken musste ich sogar auslassen: Die panoramamässig wunderschöne Talabfahrt 80 nach Samnaun und nahezu das ganze Visnitz- und Grivaleagebiet. Die schwarzen Pisten sind anspruchsvoll und tragen ihre Qualifikation durchaus zu Recht, die roten sind durchweg rassig. Außer einigen Verbindungspisten gab es keine Langweiler. Es bieten sich wunderbare, wechselnde Ausblicke und vor allem die Pisten die durch die Felsen laufen, bieten einen besonderen Reiz. Dabei bleibt einem der Blick auf die obligatorischen Menschenmassen um Idalp und Alp Trida weitestgehend erspart. Ganz drum herum kommt man allerdings nicht, da die einzelnen Teile des Skigebiets über diese Schaltzentralen verbunden sind. Wie man an den Bildern sehen kann, lässt sich das mit ein wenig Planung aber doch weitestgehend umgehen. Für Pistenfahrer ist die Silvretta Arena meines Erachtens ein Muss. In Österreich dürfte es sonst kaum ein Skigebiet mit solch einer Pistenvielfalt geben. Ein Wort noch zur Pistenpräpäration: Die war allenfalls Durchschnitt. Morgens gab es vor allem im Bereich Velilltal/Pardatschgrat viele Kanten und Rillen in den harten Pisten, so dass ich mich kaum getraut habe, mit Tempo zu carven.
Meine persönlichen Pistenhighlights: schwarze 14a und 13, rote 7 und 40.
Hier die Bilder:
Erste Abfahrt Rote 7, herrlich einsam
Blick zurück aus der Vellileckbahn
Schön steil, schön einsam: Schwarze 4
Bevor irgendjemand glaubt ich wäre ein russischer Ölmilliardär, der mal kurz das ganze Skigebiet für sich gemietet hat, hier das obgligatorische Idalpfoto mit den Menschenmassen. Hier ging es noch, mittags wurde es voller.
Aber weiter - ich war ja auf der Suche nach dem Gegenteil. Und gefunden: Schwarze 20. Ist für mich die schönste von den steilen Pisten am Palinkopf. Läuft etwas abgeschieden, an Pistenkreuzungen immer links halten, dann bleibt man bis ganz unten im Höllboden relativ allein.
Rote 31: Für mich eigentlich nur Verbindungspiste, war aber trotdem nett
Nette schwarze 35 menschenleer
Weiter gings auf der schönen 38
Blick aus der Gampenbahn auf die Pisten im Vesiltal. Hier merkt man nicht viel vom typischen Ischgler Trubel
Beginn der roten 40. Für mich eines der Highlights des Gebiets. Hinten in den Wolken versteckt sich das Fluchthorn.
Weiterer Verlauf
Blick von der Gampenalp ins Fimbatal
Blick vom Start der linken Variante (von oben gesehen) der schwarzen 21. Nach meinem Dafürhalten die steilste Piste im Gebiet.
Rote 72 - nett zum Carven
Die schwarze 14a - sicherlich auch einer der Höhepunkte des Skigebiets. Lang und steil. Leider immer etwas steinig.
Weiter auf der 21 mit Blick zum Palinkopf
Ständig wechselnde Ausblicke
Noch einmal ein Blick auf die klassische Vorstellung von Ischgl. Piste 10. Genau das macht Ischgl aber so interessant. 1/3 der Gäste fährt im Bereich Idalp und Alp Trida Pflugbögen, 1/3 sitzt auf den Hütten, bleibt für das restliche Drittel ein riesiges, nicht überfülltes Skigebiet.
Ecke Visnitz/Grivalea meist recht leer und tolle Pisten zum carven. Leider hatte ich nicht mehr genug Zeit diesen Bereich ausführlich abzufahren. Hier Piste 65.
Tolle schwarze 13. Vom Stil her ähnlich wie die 14a, nicht ganz so steil und mit Blick in die andere Richtung.
Die Piste lässt sich in die Talabfahrt überführen, bringt fast 1500 Höhenmeter. Davon hab ich keine Bilder mehr gemacht. War aber so wie man es sich klassisch vorstellt - verbuckelt und überfüllt, ein Riesenvergnügen
So das war Teil 1. Die aus meiner Sicht interessanteren Teile folgen. Mal schauen wie ich über Ostern dazu komme.