Kleine Zeitung 26.03.2008
Lust auf Winter vorbei: Viele Lifte Betrieb eingestellt
So winterlich zeigten sich die Schigebiete heuer selten. Doch die Schifahrer haben genug vom Winter. Viele Lifte haben Betrieb eingestellt.
Alfred Pajancic, Geschäftsführer der Petzen-Lifte, versteht das Wetter nicht mehr: "Diese Schneemengen hätten wir im Dezember gebraucht." Tatsächlich gab es heuer nie einen so tiefen Winter auf der Petzen wie jetzt. Zu spät - trotz 70 Zentimeter Neuschnee wurden die Lifte eingemottet. Wie die Petzen, haben auch viele andere Schigebiete dichtgemacht. Begründung: Nach Ostern ist der Schibetrieb ein Verlustgeschäft.
30 pro Tag sind zu wenig. "Wir hätten 300 Schifahrer pro Tag gebraucht, um einen kostendeckenden Betrieb zu ermöglichen", rechnet Pajancic vor, "30 Besucher pro Tag sind einfach zu wenig", begründet er den vorverlegten Winterschluss, begünstigt durch den frühen Oster-Termin.
Ähnlich argumentiert Wolfgang Löscher, Chef des Dreiländerecks und Fachgruppenobmann der Kärntner Seilbahnen: "Kärntner waren heuer auf den Pisten nicht sehr stark vertreten", registrierte er eine allgemeine Zurückhaltung der Tagesgäste. Wenn es im Tal grün ist, fehlt eben die Lust aufs Schifahren. Da kann es auf den Bergen noch so winterlich sein.
Wenig Freude mit dem frühen Winterschluss haben die Besitzer des Kärntner Schipasses, der bis Anfang Mai gültig ist. Heuer gab es einen Rekordverkauf von 27.000 Schipässen.
Retter der Seilbahnwirtschaft waren die Urlauber. "Schigebiete mit ausreichend Betten sind die Gewinner dieser Saison", untermauert Löscher seinen Ruf nach mehr Betten in manchen Schigebieten. Ein Beispiel ist die Petzen, wo es einen Rückgang der Urlaubsgäste um 38 Prozent gab, weil das einzige Hotel dichtmachte. Ausgezeichnete Geschäfte machte der Katschberg, das Nassfeld, die Turrach und Bad Kleinkirchheim. Durch viel Naturschnee konnten auch die Schigebiete im Osten Kärntens punkten. Was aber den Erfolg der Schisaison trübt sind die hohen Energiekosten, die steigenden Dieselpreise und die enormen Kosten durch die Kunstschnee-Erzeugung.