Reiter: "Kunstschnee ruiniert Alpen-Klima"
Der Gebrauch von Schneekanonen in heimischen Skigebieten würde die Erwärmung des Klimas in den Alpen deutlich verschärfen. Das kritisiert die grüne Landtagsabgeordnete Heidi Reiter.
Verbrauch von 140 Haushalten pro Kanone
Die Grüne Reiter fordert vom Land Salzburg und von Seilbahnunternehmen den sofortigen Investitionsstopp für Beschneiungsanlagen. Eine Schneekanone verbraucht laut Reiter pro Saison rund 500.000 Kilowattstunden Energie. Das entspreche dem jährlichen Energieverbrauch von 140 Haushalten.
Tausende Schneekanonen seien im Einsatz. Die Erzeugung dieser Energiemengen belaste das Klima über den Alpen und verstärke den so genannten Treibhaus-Effekt, sagt Reiter.
Toll! Politiker sollte man sein, da kann man wirklich jeden Blödsinn öffentlich sagen und unbestraft davonkommen . Schnell nachgerechnet: eine grosse Schneekanone (z. B. Lenko FA5) braucht etwa 30kW, dass heisst laut Frau Reiter muss sie etwa 17000 Stunden pro Jahr in Betrieb sein (= 694 Tage/Jahr). Wenn man die Pumpen dazurechnet, wird der Stromverbrauch etwa doppelt so hoch, hängt in erster Linie davon ab, wo man den Wasserspeicher hat. Dann kommen wir auf 347 Schneitage (zu 24 Stunden!!!) pro Jahr. Super gerechnet, Frau Reiter! *ogottwieichdiegrünenhasse*
Zum Glück sind auch die meisten Leser im ORF anderer Meinung, lest mal die Kommentare unter dem Artikel, z. B.:
... für den täglichen Beweis der grünen Inkontinenz - was anderes als eine überflüssige Absonderung ist diese wissenschaftlich in keiner Weise fundierte Aussage nicht.
oder:
Auffallend:Grüne Landtagsabgeordnetinnen scheinen in Salzburg und Tirol den gleichen touristischen IQ zu haben: Polemik statt Sachkenntnis - Milchmädchenrechnung statt wissenschaftlicher Werte und Tourismushass statt Wirtschaftsverständnis.
und weiter unten:
Frau Reiter, könnten Sie sich vorstellen, Ihr Haus im Winter nicht zu heizen? Das würde sicher auch einen wertvolles Energieeinsparungspotential zur Vermeidung von Klimaerwärmung darstellen -vorbildhaft !!
und als Abschluss:
Im Verbreiten von Unsinn
sind die Grünen Weltmeister.
Hehe
Also manchmal sind die Grünen doch etwas weltfremd, ob jetzt in Tirol, Salzburg oder auch bei uns in D. Das ändert sich aber (zumindest bei einem Teil) sobald sie an der Regierung sind, da wird dann so mancher unverrückbarer Grundsatz aufgegeben, weil sie merken dass es in der Praxis so nicht läuft
"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)
Das Thema ist interessant. Leider sagt die Frau Abgeordnete nicht, wie sie auf ihre Horror-Zahlen kommt. Wie viel Strom verbraucht denn der Durchschnittshaushalt pro Jahr? Also, dass eine Schneekanone soviel wie 140 Haushalte verbraucht, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Die Argumentation ist auch fadenscheinig: Wegen der Kanonen wird so viel Strom verbraucht, der dann durch Öl-/Kohle-Verstromung hergestellt werden muss wodurch dann wiederum CO2 freigesetzt wird... etc.
Dass Schneekanonen insgesamt gesehen mittlerweile schon einen wichtigen Stromverbrauchsfaktor darstellen ist ja unstrittig (oder?), aber die Geräte werden doch auch immer sparsamer im Energieverbrauch (oder?).
Ich denke, dass durch die individuelle Pkw-Anreise der Touristen und vor allem den Alptransit (sinnlose Transportiererei von Milch aus Bayern zur Käseherstellung in Italien etc.) sehr viel mehr CO2 freigesetzt wird. Auch die Haushalte durch ihre Heizungen etc. Wenn man dort bessere Wärmedämmung verwenden würde könnte man sehr viel mehr Energie sparen, als durch das Abschalten von Schneekanonen die ja wie Miki geschrieben hat NIE 365 Tage rund um die Uhr laufen!
Mit solchen unsinnigen Äußerungen diskreditieren manche Leute die gesamte Umweltschutzbewegung.
Es muss doch den Unternehmern überlassen bleiben, ob sie sich für oder gegen Schneekanonen entscheiden. Die Gerlosplatte kommt ja auch ohne aus und fährt dieses Jahr bis zum 27. April! Und wenn ein Unternehmer bereit ist die Strompreise zu zahlen und die nötigen Investitionen zu tätigen, dann soll er das doch tun, oder? In der Industrie wird doch auch niemand kritisiert, bloß weil er eine neue Maschine aufstellt, die vielleicht mehr Strom verbraucht. Außerdem muss Strom nicht gleich Klimaerwärmung gesetzt werden. Gerade in Österreich wird doch ein relativ großer Prozentsatz durch regenerative Energien hergestellt.
Hey, Marius, gerade muss ich mir die Augen reiben: Haben wir es in nur einem halben Jahr geschafft, dich "umzudrehen"?
Nein, war nur Spaß. Ich stimme deiner wohltuend kritischen und differenzierten Sichtweise in den meisten Punkten zu. Allerdings wird der Sinn von Wärmedämmung besonders bei Altbauten mit Recht sehr kontrovers diskutiert.
Die gute Frau Dr. Reiter aber hat etwas durcheinander gebracht: Es ist schon richtig, dass die Größe von 500.000 kWh (freilich ohne Benennung der Quellen) durch einschlägige Veröffentlichungen geistert*. Ökologische Legendenbildung, sozusagen. Nur wird dieser Betrag stets bezüglich einer gesamten Anlage genannt, und zwar als Maximalverbrauch einer großen Anlage. Also für die Beschneiungsanlage eines ganzen Gebiets, nicht einer einzelnen Kanone. Tja, dummer Fehler.
Im übrigen macht es unsere tolle Bundesregierung doch vor: Einfach die Wirtschaftskraft immer weiter drücken und schon gehen auch die ökologischen Belastungen zurück. Ein Karren, der gegen die Wand gefahren wurde, produziert kein Abgas mehr. So einfach geht das.
Wie mir doch grünes Geschwätz auf den Senkel geht.
Bei mir wurde eine große Solaranlage auf dem Gemeindebauhof eröffnet. Dazu hat die Gemeinde ein Fest gemacht und sich mit der Aussage beweihräuchert, die Anlage würde soviel Atomstrom sparen, daß man in einem Atomkraftwerk einige Millionen Bequerel an gefährlicher radioaktiver Strahlung sparen kann.
SO EIN SCHEIß!!
Der das geschreiben hat, hat in diesem Moment seine Unwissenheit groß dargestellt.
Zurück zum Thema:
Tirol hat wie alle anderen Bundesländer auch mit Energieversorgern aus dem Rest von Europe ein Verbundnetz. Wo der Strom herkommt kann man doch gar nicht so genau angeben. Die Tiroler verbraten auch Deutschen "dreckigen" Atomstrom. In Zukunft stellen wir bei jeder Seilbahn ein Windkraftwerk auf, das die Schneekanonen versorgen muß.
Das ist dann zwar total für den Arsch, weil man bei Sturm nicht schneien kann, aber die Grünen geben Ruhe.
soooooooohoooooo mhm:
ich glaube es war eher so gemeint, dass der Strom in AT btw der Verbrauch durch die Wasserkraftwerke und des bissl andere "gedeckt" werden könnte, und zwar relativ natürlich. Klar kauft man lieber billigen Atomstrom, und verkauft Wasserstrom teuer, wenn möglich ins Ausland, aber da gehts halt ums Geld.
Die Grünen sind wirklich teilweise einzigartig, was die für Sprüche bringen ... *koppschüddl*
Tja.. die Windkraftanlagen wären hier in Tirol, v.a. an den Föhn-exponierten Gipfeln wie am Patscherkofel, sowieso sinnvoll - aber wenn die Naturschützer schon bei kleinen Liftstützen meckern, wie werden sie erst dann meckern, wenn so riesige Windkraftanlagen auf den Bergen stehen?
Ich könnte mir vorstellen, dass das mit den Windkraftanlagen im alpinen Bereich nicht so einfach ist wie z. B. an der Küste. Im Winter muss man wegen Eisschlaggefahr von allen Windrädern Abstand halten, in den Bergen ist die Gefahr natürlich wesentlich größer. In erschlossenen Bereichen, also im Skigebiet, wird man Windräder deshalb vergessen können. Also müßte man die Windräder dort hinstellen, wo keine Skifahrer hinkommen. Ich denke, auf diese Verschandelung unerschlossener Areale werden wir alle verzichten können.
(...)
Bis 2008 müssen in Tirol 240 Gigawattstunden durch Ökostromanlagen aufgebracht werden. "Da erscheint die Windnutzung als logische und effiziente Alternative", erklärt Prokurist (..) Oblasser (...) der TIWAG.
(...)
So wird zur Zeit intensiv an der Umsetzung eines Windparkes am Sattelberg bei Gries am Brenner gearbeitet. "Wir sind gerade dabei, das Windaufkommen vor Ort genauestens zu analysieren, Angaben der Bundesanstalt für Meteorologie und Geodynamik zufolge ist der Sattelberg eine der wenigen in Frage kommenden Zonen im Landesgebiet", erläutert Oblasser. Auf dem rund sieben Kilometer langen Gebirgszug sollen in der ersten Ausbaustufe neun Windturbinen Strom für ungefähr 8.000 Haushalte erzeugen. Die genauen Messungen am Sattelberg werden bis Ende des Jahres andauern, um die Wirtschaftlichkeit des Standortes nachzuweisen"
(...)
Tippfehler beim Abtippen bitte ich zu entschuldigen :)
Quelle war eine Beilage vom Land Tirol im Stadtblatt Innsbruck
"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)
Ich hab so meine Probleme mit der Windkraft.
Die Grünen wollen immer die Windkraft als alternative Energie einführen (das Wort "einführen" erlaube ich mir, da die Windkraft noch nicht wirklich als Alternative eingeführt ist). Wenn dann allerdings ein Propeller aufgestellt werden soll, dann meckern die wieder wegen der Landschaftsverschandelung.
Sicher - die Sache ist ein zweischneidiges Schwert, das gebe ich ja zu.
Allerdings muß man wissen, daß Windkraftwerke immer Blindleistung aufnehmen, die von anderen Kraftwerken mit Synchrongeneratoren zur Verfügung gestellt werden muß. Oder man baut an jedes Windkraftwerk eine Kompensationsanlage hin, die lastabhängig Kondensatoren zu- und wegschaltet. Auch das wird nie mit 100%-iger Kompensation betrieben, sonst müßte man dauernd schalten, was man nicht will.
Etwas Blindleistung bleibt also.
Das Problem mit der Landschaftsverschandelung ist natürlich nicht von der Hand zu weisen - aber dazu muß ich mich nicht äußern. Das ist Standortabhängig und muß jeder selbst beurteilen.
Bleiben noch die anderen Nebeneffekte wie Eiswurf und die Geräusche. Bei ausreichendem Wind macht so ein WKW ziemlich aufdringliche Strömungsgeräusche mit den Flügeln - auch das muß man beachten.
Diese Geräusche nehmen nämlich u.a. Einfluß auf den Wildbestand - nicht jedes Vieh erträgt das dauernde Wusch - Wusch - Wusch.
.. wenn jedenfalls ein paar solche dinger aufgestellt werden, werden die "grünen" kaum mehr sagen können, daß ein paar liftstützen die umwelt verschandeln, weil gegen ein windrad ist so eine seilbahnstütze unaufällig klein :)
obwohl man mittels farbe auch etliches kaschieren kann...
Da bin ich ganz Deiner Meinung.
Obwohl die "Brobeller" grünen Strom erzeugen und die Bahnen verschandeln die Umwelt, ziehen Massen umweltzerstörender Touries an und sind zu nix nutze!
Naja.
Am Oberjoch bin ich letztes Jahr gegen Ende der Saison jeden Abend im PistenBully gesessen und war beim Kunstschnee verschieben dabei. Da kam tatsächlich so ein Grünling (mit Greenpeace-Jutetasche und Strickpulli ! ) und hat fotographiert wie mein Fahrer mit dem Kunstschnee Flecken ausgebessert und die Liftspur wieder aufgefüttert hat.
Das war eine Scheißarbeit. Wir haben uns dann über diese Witzfigur lustig gemacht, die immer versucht hat uns nachzukommen, um zu sehen, von wo wir den Schnee geholt haben und wo er hingekippt wurde.
Solche gibt's auch.
Zuletzt geändert von Claus am 09.06.2003 - 21:29, insgesamt 2-mal geändert.
Am Oberjoch bin ich letztes Jahr gegen Ende der Saison jeden abend im PistenBully gesesen und war beim Kunstschnee verscheiben dabei. Da kam tatsächlich so ein Grünling (mit Greenpeace-Jutetasche und Strickpulli ! ) und hat fotographiert wie mein Fahrer mit dem Kunstschnee Flecken ausgebessert und die Liftspur wieder aufgefüttert hat.
Das war eine Scheißarbeit. Wir haben uns dann über diese Witzfigur lustig gemacht, die immer versucht hat uns nachzukommen, um zu sehen, von wo wir den Schnee geholt haben und wo er hingekippt wurde.
"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)
Am Oberjoch gehen die Pisten bis in den Ort, der mußte also nur hinlaufen. Allerdings fahren die Bullys dummerweise nicht nur am unteren Pistenrand herum, sondern fahren auch mal beraguf.
Dann hat er sich immer geschickt, daß er nachgekommen ist.
Wir (also der Fahrer, der mich mitgenommen hat - ich sage immer "Wir") haben von einem Kanonenhaufen links an der Piste Schnee quer rüber nach rechts verschoben und dort die Schleppertrasse aufgefüllt, die schon sehr ausaperte. Anscheinend wollte dieser "Chlorophyllblinkie" dann eine Diaschau machen, wie es aussieht, wenn die bösen Pistenraupen das Frühlingsgras wieder unter dem erbarmungslosen Schnee verschwinden lassen. Und das unter rußendem Einsatz fossiler Brennstoffe.
Ob er einen FCKW-freien Fotoapparat dabei hatte, habe ich nicht nachgesehen. Vielleicht aber eine aus Reismehl gepresste Fototasche - was weiß ich. Ist mir auch egal.
Wintertourismus wirkt sich auf das Klima aus
Kapfenberger FH-Studie: Treibhausgase sind zu sechs Prozent auf Winterurlaub zurückzuführen.
Der Wintertourismus trägt insgesamt zu rund sechs Prozent zur Treibhausgas-Emission in Österreich bei: Zu diesem Ergebnis kam eine Analyse des Studienganges "Infrastrukturwirtschaft" der FH Joanneum im Kapfenberg. Im Energieverbrauch relevante Faktoren sind in erster Linie die Beheizung und der Wasserverbrauch in den Unterkünften, die Verpflegung sowie der An- und Abreiseverkehr. "Beschneiungs- und Liftanlagen spielen als Verursacher von CO2-Emission eine untergeordnete Rolle", so der Leiter des Studienganges, Michael Bobik.
Emissionen. Hinsichtlich der CO2-Emissionen hat Bobik zwei deutliche Verursacher geortet: "Den wesentlichen Anteil machen Unterkunft und Verpflegung aus. Sie verursachen 58 Prozent der CO2-Emission des Wintertourismus." Der zweite große Faktor ist der An-, Abreise- und Zubringerverkehr in die alpinen Zonen mit 38 Prozent.
Beschneiungsanlagen. "Interessanterweise ergibt sich, dass die viel gescholtenen Beschneiungsanlagen, abgesehen von eventuellen lokalen Schäden, im Hinblick auf den Klimawandel unbedeutend sind", sagt Bobik. Schneekanonen würden nur etwas mehr als ein Hundertstel zur gesamten durch den Wintertourismus verursachten CO2-Emission beitragen. Problematisch sei der Betrieb der Schneemaschinen dennoch: Sie führen zu erhöhtem Energieverbrauch gerade in den kalten Nächten, wo ohnehin schon Spitzenbedarf herrscht.
Energiebedarf. Als "relativ unbedeutend" bezeichnet Bobik auch den Energiebedarf von Seilbahnen und Schleppliften sowie von Pistengeräten im Hinblick auf die CO2-Emission. Zusammen tragen sie rund drei Prozent der erhobenen Kohlendioxidbelastung des Wintertourismus bei.
Schlussfolgerung. Die Schlussfolgerung ist klar, sagt Bobik: "Wer im Wintertourismus Klimagasemissionen vermindern will, muss vor allem dafür sorgen, dass in den Hotels nicht mit Heizung und übermäßigem Warmwasserverbrauch Energie verschwendet wird, und dass die Skigebiete leichter und bequemer mit der Bahn zu erreichen sind, um den Individualverkehr zu reduzieren."
Die ach-so-schlimmen Schneekanonen verursachen gerade einen Hundertstel der gesamten durch den Wintertourismus verursachten CO2-Emission! Das sollte die Frau Reiter (siehe meinen ersten Beitrag vom 30. 4.) einmal gut durchlesen!!!
Den Artikel werde ich mir speichern und 100x ausdrucken und wenn mir der erste Grünidiot mit dem Energieverbrauch der Schneekanonen kommt werde ich im das Paper irgendwohin kleben ... oder irgendwohin hineinstopfen ... whatever, Hauptsache es tut weh und er merkt es sich !
Es mag sein, dass ich nach diesem Post hier zur Person non-grata erklärt werde, aber sei es drum. Ich bin nicht ganz so ein (positiv) "Verrückter", der immer neuere und größere oder schneller Bahnen will, insofern bin ich sowieso nicht der typische Poster hier.
Wir sind uns hoffentlich alle im klaren darüber, dass die Energievorräte an Kohle, Gas und Öl begrenzt sind. Wenn diese aufgebraucht sind, sind sie weg und niemand kann sie zurück bringen. Unter diesem Aspekt der Verantwortlichkeit für alle und die Zukunft ist es vollkommen egal, ob Schneekanonen immer weniger Energie verbrauchen, wenn sie das Privatvergnügen von einigen wenigen tausend Wohlhabenden (und nur Wohlhabende können sich Skiurlaube leisten) fördern. Und bitte legt mir nicht in den Mund, wieviel "Wohlhabende" verdienen müssen, wir sind alle Wohlhabende! (Und auch bitte nicht das Tot-schlag-Argument der Arbeitsplätze.)
Zum Thema Atomkraftwerk: Wenn man von der Hypothese ausgeht, dass die Anlagen sicher sind in dem Sinne, dass es niemals zu einem Störfall kommt, der zu einer Verseuchung einer wie groß auch immer gearteten Umgebung kommt, ist und bleibt die Frage der Entsorgung vollkommen ungelöst. Ein "Endlager" für den Abfall muss eine Sicherheit über mehrere Hundert Jahre aufweisen, wenn man die momentan vorhandenen Mengen an Abfall und momentan in Anlagen verbauten Material bedenkt inclusive deren Halbwertszeiten. Wo auf der Welt ist dies gegeben mit der "kleinen" Randbedingung, dass nichts in die Umwelt austreten darf? Niergends. Also ist ein Ausstieg dringend notwendig, ein Weiterbetrieb ist geradezu unvernünftig. (Es sei denn, wir entscheiden, dass die Region X von Menschen geleert wird und aller Atommüll dorthin gebracht wird -> nach mir die Sintflut.)
Was bleibt? Sonne, Wasser und Wind, sehen wir mal von Erdwärme und anderen Sparten ab. Solarenergie haben inzwischen sehr viele, die am Anfang noch laut darüber lachten, funktioniert aber nur tagsüber und nicht bei sehr schlechtem Wetter. "Windenergie" hat eine sehr ähnliche Entwicklung in letzter Zeit durchgemacht - ähnlich der Solarenergie vor ein paar Jahren, nur ist der Wind nicht wirklich vorhersehbar. Dann kommt noch das Wasser. Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass Strom immer zu dem Zeitpunkt erzeugt werden muss, zu dem er verbraucht wird (Physikunterricht ca. 8 Klasse), so brauchen wir also Durchlaufkraftwerke (wie z.B. Iffetzheim) für die Grundlast und Stauseen und andere Energiespeicher nutzen wir für die Spitzenlasten. Dazu muss aber Wasser in der Nacht, wenn die Grundlastkraftwerde mehr Strom produzieren als Verbrauch da ist, nach oben gepumpt werden.
Zusammenfassend haben wir also für die Grundlast oder den Grundverbrauch Kohle, Öl und Gas sowie Atomkraftwerke neben den Wasserdurchlaufkraftwerken. Schalten wir AKW's ab, dann bleiben drei endliche Energieträger, da wir nicht genug Wasserdurchlaufkraftwerke bauen können. Windenergie ist sicher eine tolle Sache, nur ist die Menge (noch) nicht berauschend und sie ist nicht immer da, also brauchen wir ohne Off-Shore-Parks einen Backup und ist somit hier zu vernachlässigen. Wenn wir also aus den AKW's raus wollen und Kohle, Öl und Co nicht sehr schnell verbrauchen möchten, muss einziges Fazit sein, dass wir alle Energie sparen. Das fängt zweifellos bei der Standby-Schaltung unserer Fernseher an und endet in meinen Augen nicht. Es sind also eindeutig auch Schneekanonen in Frage zu stellen: objektiv und mit allen Vor- und Nachteilen.
Dass Ihr wegen der Aussage einer Grünen-Abgeordneten so an die Decke geht und alle Grünen in den Dummschwätzer-Bereich steckt, zeigt in meinen Augen, dass Ihr unsere Verantwortung für die Umwelt nicht erkannt habt. Aber wehe, es gibt warme Winter, in dem ihr dann nicht Skifahren könnt oder warme Sommer, so dass in x Jahren die Gletscher weg sind ...
Kopfschüttelnd,
Tobias
PS: Ja, ich wähle die Grünen. Und ja, ich bin entäuscht darüber, dass sie relativ wenig durchsetzen konnten. Und auch ja, ich fahre gerne Ski - nur betrachte ich es als Privilleg und nicht als Grundbedürfnis.
das Energieproblem ist da, aber hausgemacht! Doch selbst diejenigen die die Abschaffung der Akws beschlossen haben bringen keine plausiblen Ersatzleistungen. Wenn man konkret fragt:
"wie wollt ihr die Grundlaststrom bringenden Kraftwerke ersetzen?"
"durch alternative energien"
"und welche?"
"öhm.... die muss man noch entwickeln, z.B. thermische Quellen oder Windkraft ausbauen" => Das soll dann knapp 20 AKWs ersetzen die permanent 20000MW Strom erzeugen können. Ich bezweifel langsam die Rechenkünste derer die das beschlossen haben.
Fakt ist: es gibt 3 Arten verlässlich Grundlaststrom zu bekommen:
1. AKWs
2. Fossile Brennstoffe
3. Kaufen
Deutschland wird wenn es keine AKWs mehr hat auf 3. umschwenken müssen um dann von den Franzosen den Strom zu beziehen. Alternativ muss 2. ausgebaut werden, was noch auch Paradox ist.
Alle anderen Arten Strom zu erzeugen sind definitiv NICHT!!!! Grundlastfähig.
=> Was machen wir in einem Sommer wie heuer wo selbst an der Ostseee nicht viel mit Wind war? Bauen wir dann Kohlekraftwerke, oder kaufen wir ein??
Mein Tipp an die Grünen: Erst mal denken und überlegen was zu tun ist (soweit sind sie noch auf dem richtigen Weg), dann Ersatzlösungen suchen UND DANN handeln. Nicht die beiden letzten Sachen vertauschen, weil man vielleicht wenn man zu handeln kommt nicht mehr an der Macht ist.
Das gleiche erleben wir doch grad beim Dosenpfand und bei der Maut: Eingeführt bevor die Sache ausgegoren war und nun muss das Dosenpfand noch die EU fürchten. Wer glaubt dann noch den Grünen??
Das Dosenpfandproblem liegt aber nicht allein an DEN Grünen, sondern AUCH am Handel und den Gewerbetreibenden, die sich nicht auf ein gemeinsames Rücknahmesystem einigen können.
Die alte Pfandverordnung die von Trittin zunächst nur umgesetzt wurde stammt übrigens aus der Zeit von Umweltministerin A. Merkel. Dass die Novelle nicht überragend ist, stimme ich zu.
Immerhin ist der Dosenanteil massiv abgesunken. Die Verpackungs- und Getränkeindustrie wusste seit Anfang der 90er Jahre, dass ihnen ein Zwangspfand droht, unternommen haben sie nichts.