Umweltextreme...

... darf auch mal absolut nix mit dem Thema des Forums zu tun haben!
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Wiede
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Umweltextreme...

Beitrag von Wiede »

Bei uns war der Sommer ja auch schon heiß...
Aber was gerade in den USA abgeht, das ist ja wohl auch nicht mehr normal - oder ?

Habt Ihr sowas schon gesehen ? 8O 8O 8O

Ein mini Feuer(!)-Tornado - "die Teufelswinde von LA"...
Bild

Irgendwie schon krass - bei uns schmilzt langsam aber sicher vollends der letzte Gletscher weg und in der USA steht bald kaum mehr ein Baum - es brennt ja alles weg...

Ist das alles noch normal ? :?

Was sagt Ihr dazu ?

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Wiede
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Beitrag von Wiede »

http://www.sat1.de/nachrichten/
28.10.2003, 17:25

15 Menschen sterben durch Feuerwalze in USA

Flammen erreichen Mexiko

Los Angeles. Die unkontrolliert tobenden Flammen haben binnen weniger Tage in Südkalifornien riesige Landstriche verwüstet und voraussichtlich einen Milliardenschaden verursacht. Mindestens 15 Menschen starben bis zum Dienstag durch die Feuerwalze. Eine Fläche von der Größe der drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen wurde zerstört. Die Situation sei weiter kritisch, teilte die Nationale Feuerbekämpfungsbehörde mit.

Wie die nationale Feuerbehörde mitteilte, wurden bis zum Dienstag über 2000 Quadratkilometer verbrannt. Es gebe wenig gute Nachrichten, sagte eine Behördensprecherin der dpa. Zwar seien die Winde leicht abgeflaut, doch tobten die Feuer unvermindert weiter. Einige Brandherde hätten sich sogar noch ausgeweitet.

Der seit dem Wochenende tobende Feuersturm vernichtete bislang mehr als 1500 Häuser. Bis zu 30 000 Häuser sind nach Berichten des örtlichen Radiosenders KCBS akut von den Flammen bedroht. Davis berief die Nationalgarde zur Verstärkung der jetzt 8000 Feuerwehrleute ein.

Mit Bushs Entscheidung, die vier am stärksten betroffenen Regionen zum Katastrophengebiet zu erklären, können die geschädigten Kalifornier nun auf schnelle Finanzhilfen rechnen. Experten gehen davon aus, dass es der teuerste Brand in der Geschichte Kaliforniens wird. Der bisher teuerste 1991 hatte den Staat 1,75 Milliarden Dollar gekostet.

Inzwischen haben zehn große Feuer den Süden des Staates von Los Angeles bis an die mexikanische Grenze in ein Flammenmeer verwandelt. An manchen Orten wurden Dutzende Häuser dem Erdboden gleich gemacht. Gouverneur Davis fühlte sich nach einem Besuch in der Region an seine Vietnamkriegszeit erinnert.

Feuerwehrleute äußerten die Befürchtung, dass sich zwei große Brände zu einer riesigen Flammenwand verbinden könnten. Dies würde einen «nicht aufzuhaltenden Hurrikan aus Feuer» schaffen, zitiert die «Los Angeles Times» einen Helfer. Erst für Mittwoch stellten die Meteorologen etwas kühlere Temperaturen in Aussicht.

Bill Bamattre, Leiter der Feuerwehr von Los Angeles, empfahl den Stadtbewohnern, wichtige Papiere und Medikamente griffbereit zu halten. Die Gesundheitsbehörde riet vor allem Älteren, Kindern und Kranken, die rauchverhangenen Gebiete zu meiden. Der Bürgermeister von San Diego beschrieb die Luftqualität als «schrecklich». Die Anwohner erhielten die Anweisung, sparsam mit Wasser und Strom umzugehen. 80 000 Menschen waren zeitweise ohne Elektrizität, weil Strommasten von den Flammen zerstört wurden.
Thomas K
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Beitrag von Thomas K »

Hallo,

nein, ist sicher nicht normal.

Aber: betrachtet mal die letzten Jahre in Europa:

Flutkatastrophe in Frankfurt an der Oder
Flutkatastrophe in Österreich letztes Jahr
Jahrtausendsommer heuer mit unglaublicher Trockenheit
und und und

Wie wird der Winter 2003/2004 werden?????

Anfang Oktober schon Schnee - wird noch welcher kommen oder nicht?
Wird der Winter trocken oder türmen sich die Schneemassen?

Das Klima ist im Wandel und dass ca. 150 Jahr überhöhter CO2 Ausstoss und Verschmutzung der Erde ungesühnt bleiben - sicher nicht. Wir werden eine Welt haben, wie wir sie uns (absichtlich oder unabsichtlich) richten.

Thomas K.
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McMaf
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Beitrag von McMaf »

Ach, es gab doch schon die Jahre davor ausergewönliche Wettersituationen. Das wird doch alles ein bisschen zu hoch gespielt von den Medien. Damit Spiegel TV wieder was hat, um panik zu machen.
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Stefan
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Beitrag von Stefan »

das stimmt schon, aber die häufung der wetterextreme in den letzten 10, 15 jahren ist doch beachtlich. wenn ich nur mal 99/00 nehme:
februar 99 dauerschneefall (bei mir daheim im schwarzwald bis zu zwei meter, was mich zwar gefreut, was es aber die ganzen 90er über nie gegeben hat);
orkan lothar am 26.12. 99, der mich fast umgebracht hat (sturm war nicht in den dwd-wetterberichten angekündigt, ich musste am 26. arbeiten und hab einen baum aufs auto bekommen);
dazu noch die ereignisse aus den posts weiter oben;
viele experten meinen ja auch abseits jedweder panikmache, dass die extreme weiter zunehmen werden, allein, weil durch die höheren meerestemperaturen mehr wasser verdunstet.
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McMaf
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Beitrag von McMaf »

Ok, natürlich Ich da was dran, aber Ich glaube mit mehr Schneefall kann hier jeder im Forum zufrieden sein :D
tvetter
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Re: Umweltextreme...

Beitrag von tvetter »

Hi!
Wiede hat geschrieben:Aber was gerade in den USA abgeht, das ist ja wohl auch nicht mehr normal - oder ?
Naja, Busch- und Waldbrände gab es im Westen der USA schon immer. Sie sind sogar ein Teil des natürlichen Gleichgewichtes im Wald, das dafür sorgt, dass der Wald "entrümpelt" wird. Das da inzwischen Häuser im Wald stehen ist halt aus heutiger Sicht das Problem. Ob das diesjährige Feuer so extremer ist als vorherige, weiss ich nicht.
Wiede hat geschrieben:Habt Ihr sowas schon gesehen ? Ein mini Feuer(!)-Tornado - "die Teufelswinde von LA"...
Es sieht absolut spektakulär aus! Auf der anderen Seite ist ein solches Phänomen auf Grund der physikalischen Gesetze unter Waldbrandbedingungen absolut vorhersehbar (nicht Zeit und Stelle, nur *das* es dazu kommt!).
Wiede hat geschrieben:in der USA steht bald kaum mehr ein Baum - es brennt ja alles weg...
*hüstel* Du hast Dir mal eine Karte mit den Wäldern der USA angeschaut und die momentan verbrannte Fläche in Bezug dazu gesetzt?

Viele Grüße,
Tobias
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Migi
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Beitrag von Migi »

Hm, so wie ich das sehe, wird das ein ziemlich kalter und schneereicher Winter. Schnee im Oktober und die Temparaturen im Moment sind ein Zeichen dafür.

Und meine Jahresprognose die ich im letzten Herbst gestellt habe sagt das auch, also *g*.

Das mit den Bränden ist schlimm. Aber sollen die halt ihre Häuser net in die Wälder reinbauen, dann hätten sie nun net so arg Probleme.
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McMaf
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Beitrag von McMaf »

He, he :D

Deine Jahresprognose? Was ist das denn? Führst du Wetteraufzeichnungen auf und stellst dann wie bei donnerwetter.de unrealistische Langzeitprognosen auf?

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Wiede
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Re: Umweltextreme...

Beitrag von Wiede »

tvetter hat geschrieben:Hi!
Wiede hat geschrieben:Aber was gerade in den USA abgeht, das ist ja wohl auch nicht mehr normal - oder ?
Naja, Busch- und Waldbrände gab es im Westen der USA schon immer. Sie sind sogar ein Teil des natürlichen Gleichgewichtes im Wald, das dafür sorgt, dass der Wald "entrümpelt" wird. Das da inzwischen Häuser im Wald stehen ist halt aus heutiger Sicht das Problem. Ob das diesjährige Feuer so extremer ist als vorherige, weiss ich nicht.
Naja - da die Medien von den schlimmsten Feuern seit über 10Jahren sprechen, wird`s wohl so sein. Ob das übertrieben ist kann ich aber auch nicht prüfen. Fakt ist halt, daß es dieses Jahr weltweit schon wahnsinnig viel gebrannt hat...
-> Spanien/Portugal
-> Kanada
-> USA

Und in Australien beginnt der Sommer ja erst noch...
Wiede hat geschrieben:Habt Ihr sowas schon gesehen ? Ein mini Feuer(!)-Tornado - "die Teufelswinde von LA"...
Es sieht absolut spektakulär aus! Auf der anderen Seite ist ein solches Phänomen auf Grund der physikalischen Gesetze unter Waldbrandbedingungen absolut vorhersehbar (nicht Zeit und Stelle, nur *das* es dazu kommt!).
Wiede hat geschrieben:in der USA steht bald kaum mehr ein Baum - es brennt ja alles weg...
*hüstel* Du hast Dir mal eine Karte mit den Wäldern der USA angeschaut und die momentan verbrannte Fläche in Bezug dazu gesetzt?

Viele Grüße,
Tobias
War ja auch absichtlich übertrieben gesagt, so wie man das halt umgangssprachlich sagt :wink:

Allerdings war ich vor 3 Jahren 1Monat lang in den USA und habe mir u.a. auch die Nationalparks angschaut. Brennen tut`s da in der Regel fast jedes Jahr.
Muß ja auch teilweise so sein - die Mammutbäume zum Beispiel brauchen sogar von Zeit zu Zeit Feuer, um Ihr Früchte abwerfen zu können.
KEIN Witz !

Aber eben nicht so.
Es sind immer mehr Feuer, da es eben nicht mehr nur natürliche Feuer (durch Blitzschlag etc.) sind sondern mittlerweile sehr viele, die durch Brandstifter ausgelöst werden :?

Wald ist sicher noch genügend da - nur kann man den gar nicht soooo schnell aufforsten, wie er abbrennt - also vom Volumen her. Ein alter Baum wandelt ja viel mehr Schadstoffe um wie ein junger.
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miki
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Beitrag von miki »

Das Klima ist im Wandel und dass ca. 150 Jahr überhöhter CO2 Ausstoss und Verschmutzung der Erde ungesühnt bleiben - sicher nicht.
You, und Hexen verursachen durch ihre Zaubersprüche die Pest :lol: ! Auch an diesen Satz glaubte die Menschheit ganze Jahrhunderte lang, und die am meisten gelehrten Köpfe des Mittelalters sammelten 'handfeste Beweise' für solche Behauptungen... Aber ich will nicht über die Klimaveränderungen diskutieren, es gibt kluge Köpfe die behaupten der Klimawandel ist vom Menschen verursacht und genauso kluge Köpfe die gerade das Gegenteil behaupten, ich glaube das hatten wir vor nicht allzulanger Zeit hier im Forum, siehe http://www.ski-world.net/forum/viewtopic.php?t=2960.

Sehr gerne werden als 'Beweis' für den vom Menschen verursachten Klimawandel ausergewöhnliche Wettersituationen zitiert. Ich habe wieder mal meine alte Kompass - Wanderkarte Nr. 43 (Ötztaler Alpen) in die Hand genommen und die Ortsbeschreibungen an der Rückseite gelesen. Hier einige interessante Zitate:
Huben (...) Schon in alter Zeit stand 'auf der Huben' eine Kapelle. Diese wurde bei dem Ausbruch des Rofener Eissees am 17. Juli 1678 von den Felsen fortgerissen. Die nach einem Jahr neuerbaute Kirche stand bis 1805, dann wurde sie abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen. Der Turm stürzte bei der grossen Überschwemmung 1868 ein (...)
Ja was ist denn das? Gut, 1868 war schon Beginn der Industrie-Ära, aber 1678? Wer war damals schuld? Zuviele Kühe die zu viel Mist produziert haben?
Längenfeld (...) Nach einer (...) Chronik soll noch im 10. Jh. der Talboden von Längenfeld von einem grossen See bedeckt gewesen sein. Zwischen Huben und dem heutigen Wirtshaus Aschbach soll sich ein zweiter See ausgedehnt haben. Durch den Ausbruch des Gurgler Gletschers ist dann plötzlich der untere (...) und der obere See durchgebrochen und allmählich abgeflossen
Wow, ein ganzer See ist da abhangen gekommen. Wen würde man heutzutage bei einem solchen Naturereigniss zu Rechenschaft ziehen? Treibhausefekt, Transitverkehr, AKW's, hat noch jemand 'ne Idee ???
Sölden (...) Die Kirche liegt im Ortsteil Rettenbach, an der Ausmündung des vom Ptztaler Jöchl herunterkommenden Rettenbaches, der wegen seiner Ausbrüche in früherer Zeit gefürchtet war
Stellt euch mal vor es würde heutzutage wieder zu einem solchen Ausbruch kommen! Sofort würden sich alle Klugscheisser zu Wort melden und der schuldige wäre sofort erkannt: Skitechnische Erschliessung, Pisten, Gletscherstrasse, Parkplatz am Gletscher. Ich sehe schon die Zeitungsartikel: 'die Natur schlägt zurück', 'Rache des Gletschers für 30 Jahre Missbrauch', 'Sölden zahlt den Preis für Geldgier' usw. Nur nicht zugeben das es ein Naturereigniss ist.
Umhausen (...) hatte oftmals schwer unter den Überschwemmungen der Ache sowie unter verheerenden Murbrüchen (...) zu leiden. Im Ortsteil Rosslach soll ein grosses Schloss (...) durch Murbruch gänzlich zerstört worden sein. (...) Im Jahre 1762 zerstörte ein Murbruch viele Häuser Umhausens (...)
Interessant 8O , da gab es wirklich schon in den vergangenen Jahrhunderten Naturkatastrophen? Kaum zu glauben!
Vent (...) 1702 wurde eine neue Kapelle gebaut, die jedoch 1802 einer Lawine zum Opfer fiel. Die heutige Kirche wurde 1862 erbaut, erlitt jedoch durch niedergehende Lawinen 1882 schwere Beschädigungen(...)
Das erste Ereigniss war bestimmt Folge der Rodungen für die Skipisten :evil: , und 1882 haben sich bestimmt schon die ersten Folgen des Treibhauseffektes gezeigt :wall: !

Schlimme Naturereignisse gab es immer schon, das eizige was stimmt ist das die Menschen durch ihre Anwesenheit die Ereignisse zur Katastrophe machten. Vor 30000 Jahren waren vielleicht einige Neandertaler - Familien davon betroffen, vor 300 Jahren maximal hundert Höfe, wenn es heute zu einem 'Gletscherausbruch' kommen würde wären zehntausende (Einheimische + Touristen) bertoffen und der Schaden würde in die Milliarden gehen. Und zweitens wurden Katastrophen vor einigen Jahrhunderten ausserhalb des Tales kaum bemerkt, vielleicht hat es ein Pfarrer in die Chronik geschrieben, heute sind sofort Kamerateams und Journalisten vorort und in 2 Stunden weiss die halbe Welt das irgendwo in den Alpen eine Mure runtergegangen ist und zwei Keller überschwemmt wurden.

@McMaf:
Das wird doch alles ein bisschen zu hoch gespielt von den Medien. Damit Spiegel TV wieder was hat, um panik zu machen.
Ganz meine Meinung :gut:
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McMaf
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Beitrag von McMaf »

Ich seh das genauso wie du Miki. Naturkatastrophen gab es schon immer und es wird immer welche geben. Der einzige Grund für die verstärkte Wahrnehmung solcher, ist die zunehmende Bebauung durch den Menschen. Heutzutage sind halt viel mehr Menschen von Katastrophen betrofen, weil ja auch an den unmöglichsten Stellen gebaut wird. Desshalb sind ja auch so oft Katastrophen in Asien. Ja mein Gott, was soll man erwarten wenn man direkt unter einer 1000m hohen verschlammten Steilwand siedelt? Also bitte! Nicht so viel Aufregung um das Klima! :wink:
Emilius3557
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Beitrag von Emilius3557 »

Die ganzen von Miki aufgezählten Ereignisse sind sog. "geophysikalische Extremereignisse". Zu "natural hazards" bzw. "Naturkatastrophen" werden sie dann, wenn der Mensch davon betroffen ist. Ansonsten ist das ja relativ egal. Ein Vulkan auf Kamtschatka kann ausbrechen so viel er will, wenn seine Lava über völlig unbesiedeltes und nicht genutztes Gebiet läuft, stört das niemanden.
Dass aber seit ca. 1800 die CO²-Konzentration in der Atmosphäre extrem angestiegen ist, ist eindeutig anthropogen bedingt. Da ich zu diesem Thema zufälligerweise Material vor Ort habe und scannen muss, werde ich euch in den nächsten Tagen mal ein paar Daten zukommen lassen.

Meiner Meinung nach ist Fakt:
- seit 1850 steigt die globale Temperatur an
- seit 1980 steigt sie nach einer ca. 35 Jahre langen, recht konstanten Phase extrem stark an
- der CO²-Anstieg ist anthropogen bedingt
- CO²-Anstieg und Treibhauseffekt haben etwas miteinader zu tun
- 1850 war aber auch der Höhepunkt einer sogenannten "Kleinen Eiszeit"
- es gab Zeiten (Mittelalter), in denen war es in etwa so war wie heute
- es gab Zeiten (Atlantikum, ca. 3000 v. Chr. (?)), da war es deutlich wärmer als heute (nacheiszeitliches Klimaoptimum)
- es könnte als gut sein, dass der menschliche Einfluss die globale Erwärmung verstärkt und sie deshalb relativ stark ausfällt
- es ist sehr unwahrscheinlich, dass die massenhafte Freisetzung von CO² und anderen Spurengasen (Methan etc.) folgenlos für unser Klima bleibt


Bei dem Beispiel mit dem Rettenbachferner gebe ich dir vollkommen recht, Miki, das ist heutige Medienhysterie und Schlagzeilengeilheit (vgl. den Typ, der eine Woche auf der Zugspitze festsaß und fast erforeren ist => Schlagzeile: "Das OPFER der Zugspitze"! Dabei hatte er keine Steigeisen dabei, nur einen Schokoriegel zum Essen und eine Trainingshose an, und das Ende Oktober auf 3000 Meter)
tvetter
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Beitrag von tvetter »

Hi!

Wer heute bestreitet, dass es eine Klimaerwärmung gibt, steht in der Meteorologie eher alleine da. Die einzigen, die es auf der Seite noch gibt, kann man nicht wirklich ernst nehmen - und das hat weder mit Hexen- noch Alienglauben zu tun. (Abgesehen davon, dass man den Spiess auch herum drehen könnte und sagen, dass die Erde sehr lange eine Scheibe war, obwohl es genug Forscher gab, die anderes behaupteten ... )

Das man singuläre Ereignisse nicht mit "dem Klima" erklären kann, liegt in der Definition von "Klima" (jenachdem rund 100 Jahre, mindestens aber 30 Jahre nach WMO). Für "das Klima" ist es völlig fast unerheblich, ob es einen Sommer in Europa gibt wie den letzten oder nicht. Entscheidend ist die Frage, ob es ein statistisch belegbarer Trend ist. Und wenn sich sog. extreme Ereignisse oder "Katastrophen" (wie auch immer diese definiert werden) in signifikanter Zahl häufen, dann sollte das einem zu denken geben. Nicht umsonst beschäftigt z.B. die Münchner Rück diverse Meteorologen ...

Anyway, bei der ganzen Aufzählung sollte man nicht vergessen, dass Wasserdampf ein entscheidendes (wenn nicht das entscheidende) Treibhausgas ist. Und die absolute Menge Wasser, die Luft speichern kann, steigt mit der Temperatur an. Aber sicher ist gar nichts. Man kann z.B. die Rolle von Aerosolpartikeln bis heute nur sehr vage abschätzen, insbesondere die indirekten Einflüsse (z.B. eventuell vermehrte oder verlängerte Wolkenbildung) sind Bereiche aktueller Forschung ...

Viele Grüße,
Yours Tobias
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Beitrag von Wiede »

tvetter hat geschrieben:Hi!

...Nicht umsonst beschäftigt z.B. die Münchner Rück diverse Meteorologen ...
Wohl wahr !
Und was die vorhersagen gefällt mir gar nicht.
Die Zahl der Klimaschäden und somit Unwetter/Katastrophen wird in den nächsten Jahren vermehrt zunehmen :?

Ich muß noch eines klarstellen:
das momentane Feuer in den USA als Aufhänger für dieses Thema zu nehmen ist nicht ganz richtig gewesen, da der Großteil des Feuers ja wohl durch Brandstifter ausgelöst wurde und nicht "natürlich" entstanden ist.

Was sicherlich auch richtig ist, ist die Tatsache dass die Medien viel hochpuschen und das man nicht jammern darf, wenn einem die Elbe zwischen Schlafzimmer und Küche durchläuft, wenn man -überspitzt gesagt- fast schon im Flußbett sein Haus gebaut hat :wink:

Dennoch bin ich mir sehr sicher, dass diese Phänomene zunehmen werden.
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Stefan
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Beitrag von Stefan »

Da bin ich bei Dir, Wiede. Bei den Herrschaften in Kalifornien sollte man aber auch noch eine Kleinigkeit berücksichtigen: Wo heute gebaut wird, war früher nur Buschland, und zum Großteil haben die einfach ihre Häuser mitten ins Gestrüpp gebaut. Dass das brennen kann - ein Wunder! :wall: Prinzipiell ist es so ähnlich wie in den Alpen: Wer in der roten Zone baut, läuft einfach Gefahr, dass es nicht gut geht.
Dass das Klima wärmer wird, ist wohl eindeutig (auch wenn's mir nicht gefällt); nur, wie es sich mittelfristig auswirken wird (stirbt der Golfstrom ab --> in Europa wirds kälter, tauen die Gletscher weltweit einfach ab --> es wird immer wärmer), das kann mit Sicherheit schlichtweg keiner sagen... :nixweiss:
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starli
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Beitrag von starli »

Irgendwann in letzter Zeit wars ja in USA und Kanada ziemlich kalt, minus 25 bis minus 50 Grad.. nur mal so zur Ergänzung in diesem Topic.

Und:

http://science.orf.at/science/news/102917
Heimisches Klima: Immer heißer, immer extremer
Das Klima erwärmt sich global, in Österreich noch schneller als im Rest der Welt. Nach einer aktuellen Studie werden in Zukunft auch extreme Wetterereignisse - wie das "Jahrhunderthochwasser" von 2002 - zunehmen.

Um solche Unwetter besser vorherzusagen und auch ihre wirtschaftlichen Folgen besser zu verstehen, haben Klimaforscher 2002 das Projekt "Startclim" ins Leben gerufen. Am Mittwoch wurden die Ergebnisse präsentiert.

Alpen um 1,8 Grad wärmer in 150 Jahren


Für viele war die Flut ein deutlicher Hinweis auf den Klimawandel. Klimaprognosen für das nächste halbe Jahrhundert gehen von einer globalen Erwärmung zwischen 1,4 bis 5,8 Grad aus. Aber "global" heißt nicht, dass auch Österreich im selben Ausmaß betroffen ist.

Nicht einmal die globale Erwärmung lässt sich eins zu eins auf Österreich übertragen, so Startclim-Leiterin Helga Kromp-Kolb vom Institut für Meteorologie und Physik an der Universität für Bodenkultur: Stieg die Temperatur des Globus in den letzten 150 Jahren um 0,6 Grad, erhitzten sich die Alpen in dieser Zeit um 1,8 Grad.

Mehr zum Thema ("Startprojekt Klimaschutz") hören Sie am Mittwochabend (28.1.04) um 19.05 Uhr in den Ö1-Dimensionen.


Immer mehr Tropentage im Sommer


Nach Aufbereitung alter Daten steht der grobe Klimatrend aber auch für Österreich bereits fest: So genannte Tropentage mit Temperaturen von über 30 Grad werden in den nächsten 30 Jahren von derzeit 10 Prozent auf über 25 Prozent zunehmen.

"Kühlere" Sommertage zwischen 25 und 30 Grad Celsius machen bisher etwa 46 Prozent des Sommers aus, in Zukunft hingegen 69 Prozent.

Die Gletscher schmelzen

Umgekehrt sinkt zum Beispiel auf der Schmittenhöhe die Zahl der sommerlichen Eistage (Tagestemperatur unter null Grad) um rund ein Drittel - was die Gletscher schwinden lässt. Der sehr heiße Sommer 2003 könnte bereits ein Vorgeschmack auf derlei extreme Temperaturen gewesen sein.
Online-Tagebuch des Gletscherforschers Heinz Slupetzky von 2003

Weniger, aber intensiverer Niederschlag

Etwas schwerer fällt den Klimaforschern die Niederschlagsprognose für die nächsten Jahre.

Aber auch hier zeichnet sich ab, dass im Süden und im Nordosten Österreichs die trockenen Perioden länger werden; wenn es aber einmal zu Niederschlägen kommt, fallen sie sehr intensiv aus.

Selbst ohne Extremereignisse werden sich viele für größere Temperatur- und Niederschlagsschwankungen rüsten müssen - die Stromerzeuger ebenso wie die Landwirtschaft.

Gut für Wein, schlecht für Rüben und Mais

Gerhard und Anna-Maria Soja vom ARC Seibersdorf haben deshalb untersucht, wie sich die Erträge von Winterweizen, Sommergerste, Kartoffeln oder Wein im Zeitraum zwischen 1869 und 2002 je nach Wetter entwickelt haben: Milde Winter, wie sie immer wahrscheinlicher werden, nutzen zum Beispiel dem Wintergetreide und dem Wein.

Trockene, heiße Sommer hingegen schaden vor allem der Zuckerrübe und dem Mais, in geringerem Ausmaß auch der Kartoffel.

Nach Hochwasser 2002 neue Extremereignis-Datenbank
Der österreichweite Schaden beim Hochwasser 2002 lag bei zwei bis drei Milliarden Euro, genaue Zahlen gibt es allerdings noch keine. Deshalb soll in Zukunft die Schadenserfassung verbessert werden, unter anderem mit einer am "Zentrum für Naturgefahren" (BOKU) erstellten Extremereignis-Datenbank, die von jeder Gemeinde aus via Internet mit Schadensmeldungen gefüttert werden kann.

Sie liegt zur Zeit als Prototyp vor und soll in Zukunft sowohl bei der Steuerung von Hilfsmaßnahmen helfen, als auch bei der Berechnung von Schäden.
"Zentrum für Naturgefahren" (Boku)

WIFO: Bessere Kostenrechnung von Klimaschäden

Auch die Ökonomin Angela Köppl vom WIFO plädiert für eine bessere Schadenserfassung bei Extremereignissen - denn während Gebäudeschäden 2002 sehr gut dokumentiert wurden, gibt es bis jetzt kaum Zahlen über Produktionsausfälle und damit wirtschaftliche Einbußen.

Ebenso wenig ist die gesamtwirtschaftliche Kostenrechnung dafür gerüstet, den Wohlfahrtsverlust - etwa den Verlust von Wohnraum und Lebensqualität - zu erfassen.

Hochwasser-Opfer handeln nicht klimabewusster

Die Klimaerwärmung wird zu einem guten Teil Treibhausgasen wie dem Kohlendioxid aus Auto- und Industrieabgasen und dem Hausbrand zugeschrieben.

Die Erwartung, dass das Hochwasser zumindest die Hochwasser-Opfer zu klimabewussterem Handeln anregt - sprich, dass sie nach der Überschwemmung etwa umweltfreundlichere Heizanlagen bauen - hat sich für Willi Haas vom Institut für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung IFF nicht bestätigt.

Er hat die Reaktion von Hochwasser-Geschädigten in einer 700-Einwohner-Gemeinde im Kamptal untersucht. Haas leitet daraus eine politische Konsequenz ab: Das Geld für den Wiederaufbau müsste an Umweltauflagen gebunden werden.

Franz Zeller, Ö1-Dimensionen
science.ORF.at

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