Absolute totenstille am Einstieg. Man erwartet, dass jeden Moment ein Rodler um die Ecke biegt, aber es kommt keiner. Alles wirkt fluchtartig verlassen.
Ich setze den Aufstieg fort. Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel.
Normalerweise ist das Feriengelände im Hintergrund zu dieser Jahreszeit von holländischen Skigästen bevölkert. Die wenigen, die trotzdem gekommen sind müssen sich nun mit Minigolf abfinden.
Die Hälfte des Aufstiegs ist absolviert. Es erscheinen die ersten größeren Schneereste. Den Zwischeneinstig beim Schlepplift auf dieser Höhe hat man kürzlich abgebaut. In diesem Jahr hätte man ihn allerdings gut gebrauchen können.
Denn auf der Reststrecke nach oben zeigt sich eine noch überraschend gut geschlossene Schneedecke.
Ein Stück weiter steht ein einsamer und erfolgloser Kämpfer gegen die charakteristische Schneearmut des Winters 2006/07. Wir sind nun bei gut 950 Metern.
Auch die beiden Hauptzubringer, ein ESL von PHB Baujahr 1968 und ein LST – Schlepper mit Seilscheibeneinstieg errichtet Anfang der 90er Jahre wurden schon früh in den Urlaub geschickt.
Das Thermometer an der Bergstation der Geißkopfbahn zeigt, wenn auch in der Sonne, schweißtreibende 20 Grad.
Entlang der Trasse des Nordhangliftes geht es nun wieder zu Tal. Im Sommer hat man großzügig den Wald zwischen Nordhanglift und Geißkopfbahn gerodet um eine weitere, beleuchtete und beschneite Pisten anzulegen. Der Preis allerdings ist hoch. Die Sonne brennt nun gnadenlos auf die riesige freie Fläche und der Schnee taut wesentlich schneller als auf der früheren schmalen und schattigen Piste.
Ein Bild, wie es vor einem Jahr noch nicht möglich gewesen wäre. Früher ging der Wald vom Lift kommend bis zur Hälfte der Abfahrt.
Weiter unten stehen erneut willkürlich platzierte Schneekanonen. Anstelle einen Hang dick zu beschneien, hat man ziellos an verschiedensten Stellen Schnee erzeugt.
Auch blöd schauen hilft nun nicht weiter.
Beim Anblick der Forsthauslifte wirkt es vollkommen absurd, dass ich morgens einige Kilometer entfernt noch Ski fahren war. Wären rechts nicht die Schneeflecken im Bild, könnte die Aufnahme auch an einem schönen Oktobertag entstanden sein.
Kurioses zum Schluss: alte Röhrs-Gehänge werden zum Absperren der Ausstiegstelle benutzt.
Der Winter 2007/08 war zwar etwas besser, aber verglichen mit den Vorjahren auch eher schlecht. Nur oberhalb von 1000 Metern gab es eine durchgehende Schneedecke von Mitte November bis Mai. Aus diesem Grund sind bereits länger angekündigte Neuerungen, wie der schon genehmigte Bau eines zweiten Nordhangliftes oder der Ersatz des Sessellifts durch einen Wieli vorerst vom Tisch. Was der kommende Winter bringt, steht in den Sternen.