Leben und Arbeiten als Deutscher in Bern

... darf auch mal absolut nix mit dem Thema des Forums zu tun haben!
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sportsfreund
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Leben und Arbeiten als Deutscher in Bern

Beitrag von sportsfreund »

Hallo Forum,
liebe Schweizer und solche die es werden wollen,

habe ein Job-Angebot aus Bern und bin unsicher, ob ich es annehmen soll. Laut GEO-Special Ausgabe Mai 2008 sind die Lebenshaltungskosten in der Schweiz 38% 8O höher als im deutschen Durchschnitt. Ist das nur ein Klischee oder ist es auch die Wahrheit? Wo liegt Bern in der Preisskala, wahrscheinlich hinter Zürich oder Genf, aber immernoch überdurchschnittlich?

Bin ich also auf der sicheren Seite, wenn ich bei der Gehaltsverhandlung mein deutsches Bruttogehalt einfach um 38 % aufstocke, oder gibt es noch Anderes zu beachten, Stichwort Krankenversicherung (Zahnarzt zahlt man glaube ich immer selber), Rente, Versteuerung, war da nicht was mit der Quellensteuer?

Hat jemand von Euch diesen Schritt schonmal gewagt, welche Fettnäpfchen muss man beachten, wie wird man als Deutscher angenommen?
Bestimmt gibt es da auch schlaue Internetseiten drüber, vielleicht kann mir da jemand einen Tipp geben. :D

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TPD
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Re: Leben und Arbeiten als Deutscher in Bern

Beitrag von TPD »

Bin da zufälligerweise über eine Website gestolpert:
http://www.hallo-schweiz.ch
Vielleicht hilft die ein bisschen weiter ?
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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Mad Banana
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Re: Leben und Arbeiten als Deutscher in Bern

Beitrag von Mad Banana »

Natürlich sind die Lebenshaltungskosten in der Schweiz teurer - allerdings ist auch das Lohnniveau einiges höher. Ein Schweizer Unternehmen wird Dir mit grosser Wahrscheinlichkeit den entsprechend angepassten Lohn für Deine Arbeit bezahlen. Der dürfte also schon ohne Verhandlung einiges höher sein als für einen vergleichbaren Job in Deutschland.

Bevor ich mich häuslich in der Schweiz niederlassen würde, wäre mal die Steuerlast grob zu berechnen. Teilweise gibt es zwischen den Gemeinden im gleichen Kanton sehr grosse Unterschiede. Grössere Gemeinden bieten mittlerweile oftmals einen Steuerrechner an, mit welchem sich die Steuerlast schon ziemlich gut berechnen lässt. Insgesamt dürfte aber die Steuerersparnis doch gross sein im Gegensatz zum grossen Kanton.
Wie sich die Krankenkassenprämien im Vergleich zu Deutschland verhalten weiss ich nicht. Für Krankenkassen und Versicherungen dürfte man leicht mehr bezahlen wie in Deutschland.
Auf der Seite des Bundesamtes für Statistik gibt es zum Preisniveau einiges an Zahlenmaterial: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/i ... 05/02.html

Zu den Fettnäpfchen... Versuche als Deutscher nicht, Schweizerdeutsch zu sprechen - das kommt nicht gut an. Aber ich rate Dir, jeden Schweizer Dialekt zu verstehen. :mrgreen:
Das Leben ist eine sexuell übertragbare Krankheit mit hundertprozentiger Mortalität.
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sportsfreund
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Re: Leben und Arbeiten als Deutscher in Bern

Beitrag von sportsfreund »

Beides sehr hilfreiche Links. Vielen Dank!
rower2000
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Re: Leben und Arbeiten als Deutscher in Bern

Beitrag von rower2000 »

Bin Österreicher und jetzt seit 6 Jahren in der Schweiz, davon 4.5 als erwerbsloser Student und 1.5 als verdienender Doktorand.

Die ersten 5 Jahre in der Schweiz bekommst du eine Aufenthaltsbewilligung vom Typ B. Das heisst, du unterliegst nicht der "normalen" CH-Besteuerung, sondern der sogenannten Quellensteuer. Diese wird vom Arbeitgeber direkt einbehalten und ans Steueramt weitergegeben. Ist meist etwas niedriger als die Standardbesteuerung, allerdings hast du auch keine Absetzmöglichkeiten. Der Berechnungssatz ist kantonal geregelt (Wohnsitzkanton). Für Bern gibt's ne Tabelle unter http://www.fin.be.ch/site/quellensteuer_08.pdf, für andere Kantone einfach nach den jeweiligen Steuerämtern googeln.

Die Krankenversicherung ist nicht staatlich geregelt, das heisst, du musst dich selber versichern. Ich persönlich hab' ne Luxusversicherung mit Spital-Einzelzimmer, Arztwahl, etc. Kostet bei 1000 Fr. Franchise und Kollektivvertrag bei meinem Versicherungsberater etwas über 3000 Fr. im Jahr. Ohne Zusatzversicherungen kannst du noch ein paar hundert Franken sparen.

Pensionsversicherung: da hat die Schweiz ein 3-Säulen-Modell. 1. Säule ist staatlich, wird von deinem Lohn abgeführt (AHV). 2. Säule: Pensionskassen, in die der Arbeitgeber und du gemeinsam einzahlen werden, von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. 3. Säule: private Zusatzpensionsversicherung. Wärmstens zu empfehlen, da ohne 3. Säule an deinem Pensionierungstag eine unangenehme Überraschung finanzieller Natur auf dich warten würde :-).

Zu den Lebenserhaltungskosten: habe alleine eine 2-Zimmer-Wohnung in Zürich Stadt, lebe jetzt nicht auf grösstem Fusse, aber gönn' mir auch was (Urlaube, mal essen gehen, etc.). Damit komm ich alles zusammen auf ca. 2800 Fr. im Monat inkl. KV und 3. Säule. Geht sich bei mir bei nem Doktorandengehalt gut aus, i.e., das ist besser als in A oder D :-).

Hoffe ich konnte damit etwas helfen :-).
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