pic by Lanschi
Tja, da war es also gekommen. Mein erstes Mal. Lange musste ich darauf warten, aber am Freitag Abend habe ich das Angebot von Lanschi bekommen, am Sonntag mit nach Sportgastein zu fahren. Wir haben zwar schon lange darüber gesprochen, dass wir das mal zusammen angehen wollten - aber bisher hat es nie gepasst. Entweder weil einer von uns keine Zeit hatte (meistens ich) oder weil die Verhältnisse nicht gepasst haben.
Ich hatte zwar eigentlich was anderes geplant, aber da der Wetterbericht eine ziemlich eindeutige Sprache gesprochen hat (Samstag ein Wetter ala Waschküche, Sonntag strahlender Sonnenschein), musste ich nicht lange überlegen, ob ich mitkomme oder nicht.
Die Goldbergbahn war seit 3 Wochen zu. In diesen 3 Wochen gab es viel Neuschnee in den Hängen rund um den Kreuzkogel, die alle darauf warteten, entjungfert zu werden. Bis Sonntag früh war auch noch nicht sicher, ob wir unseren Plan nach Sportgastein zu fahren überhaupt in die Tat umsetzen konnten.
Ich war zugegebenermaßen etwas nervös. Eigentlich Samstags schon, hatte auch mehr schlecht als recht geschlafen. Uns erwarteten zwar perfekte Hänge, aber auch Lawinenwarnstufe 3 - was unser Vorhaben nicht ganz ungefährlich machte.
Nach einer kurzen Nacht saß ich also dann um 5:40 im Auto auf dem Weg nach Bischofshofen, wo ich mich mit Lanschi zur gemeinsamen Weiterfahrt treffen wollte. Um 7:30 kam dann auch der erlösende Anruf von lanschi: "Die Goldbergbahn ist ab 9 Uhr in Betrieb!" Jetzt gabs kein zurück mehr. Ich war zwar noch etwas nervös, aber gleichzeitig begann sich auch so eine gewisse Vorfreude auf den bevorstehenden Tag zu entwickeln - die nicht enttäuscht werden sollte. Um kurz nach 8 war ich dann auch am vereinbarten Treffpunkt in Bischofshofen und wartete auf Lanschi, der auch bald kam. Umladen und los gings auf die letzte Etappe nach Sportgastein. Irgendwo in Bad Hofgastein tauchte dann hinter uns auch ein Auto mit Lienzer Kennzeichen auf - moglrat und sein Bruder, die auch die Ehre hatten lanschi an seinem Geburtstag in Sportgastein zu begleiten.
An der Goldbergbahn angekommen, erwartete uns ein fast noch leerer Parkplatz und perfektes Wetter - strahlender Sonnenschein, tief verschneite Hänge rings rum - ein Traum. Schnell umziehen, den Angstbiesler loswerden und ab in die Gondel. Was ab hier folgt, kann ich mit Worten nicht mehr ganz beschreiben. Klar könnte ich jetzt schreiben, welche Routen wir gefahren sind und wie der Schnee da jeweils war - aber das überlasse ich doch mal lieber unserem Guide Lanschi, der kennt sich da sowieso besser aus
Ich möchte an dieser Stelle lieber noch versuchen ein paar persönliche Eindrücke loszuwerden, bevor ich an lanschi übergebe (liest das überhaupt jemand hier?): Wie der Titel schon sagt, ich war superstoked (mir fällt grad kein deutsches Wort ein, dass des so ganz in einem Wort erfasst). Das war so ein Tag, der die Faszination Freeride erlebbar gemacht hat. Letztes Jahr hatte ich 2 solche Tage in Keystone, heuer dann quasi vor der Haustür. Dieses Gefühl der Verbundenheit mit der Natur, die Einsamkeit in der Bergwelt und diese traumhaften Hänge überall ist einfach unbeschreiblich. Die Eindrücke, die man an so einem Tag sammelt, lassen sich auch nur schwer in Fotos festhalten oder in Erzählungen rüberbringen - man muss es einfach erlebt haben. Aber trotz all der Faszination, die so ein Tag mit sich bringt, man darf nie vergessen wo man ist und was man macht. Die Ausrüstung (Helm, LVS und Zubehör) muss ebenso stimmen wie auch der Gedanke, seine Grenzen zu kennen und diese zu respektieren. Sonst kann so ein Tag schnell vom Traum zum Alptraum werden.
So, genug gelabert. Zum Abschluss noch ein kleiner Gruß an die Polizei in Bischofshofen: Jungs, ihr seid spitze - danke nochmal! (für alle die, die meinen das ist Ironie: nein, ist es nicht, das ist so wie's da steht ernst gemeint!). Und jetz gehts weiter mit Lanschi