Mit der Langwiedbahn geht’s anschließend hinauf zum Alpincenter, wo wir unsere Ski anschnallen und zur Gratbahn skaten. Aus der Gratbahn mach ich die obligatorischen Fotos vom Gletscherplateau, die heute ein wenig anders ausschauen als die in meinen letzten Berichten, der Neidfaktor beim Betrachten dürfte eher gering sein.
Im Keeslift schau ich zuerst lieber nach hinten – Richtung Tal sieht man einfach mehr:
Man muss aber auch der Realität ins Auge blicken:
Weiter oben sieht man noch weniger, daher packe ich die Kamera vorerst wieder weg und stürze mich ins Skivergnügen. Der Himmel war wohl nicht nur um sechs in der Früh frei, sondern auch über Nacht, denn der Schnee ist durchgefroren und die Pisten sind etwas ruppig, ein Nachwuchsrennfahrer aus einem anderen Bundesland kommentiert es mit „Des Präparieren homs ned erfunden, die sch*** Soizburger.“ So drastisch würde ich es nicht ausdrücken, was will man sich nach den Schneefällen der letzten Tage schon erwarten?
Da ich im Gegensatz zum trainierenden Nachwuchs, für den am Vormittag die Piste rechts vom Keeslift als Trainingsgelände gesperrt ist, nicht unbedingt ganz oben fahren muss, beschließe ich gleich mal die Abfahrten zum Alpincenter zu inspizieren und stelle fest, dass vor allem die obere Gratabfahrt (von der Gratbahn rechts raus) in perfektem Zustand ist. Wenn diese Abfahrt nur ein kleines bisschen mehr Gefälle hätte, wäre es richtig genial.
Ein Blick runter zur „Ziehweg-Abfahrt“:
Und rüber zur Riesenstütze und zum 6er Sonnenkar, wo Revisionsarbeiten im Gange sind:
Um kurz nach zehn tut sich ein kleines Loch zwischen den Wolken auf, es wird doch wohl nicht aufreißen?
Nein, keine Sorge, es macht gleich wieder zu. Trotzdem sind es Phasen wie diese, in denen ich das Skifahren doch richtig genieße, weil ich auch bei den Schleppern oben genug sehe um die Ski richtig laufen zu lassen – dass ich die Pisten gut kenne, ist dafür Voraussetzung, auf unbekanntem Gelände wäre mir die Bodensicht dafür zu schlecht gewesen.
Es ist kurz vor zwölf, als die Sichtverhältnisse wieder mal richtig schlecht werden – Sichtweite oben 2-3 Schleppliftbügeln, Bodensicht 2-3 Skilängen:
Das Alpincenter schaut zwar recht verlassen aus, ist aber geöffnet und auf der Terrasse sieht man noch die Reste der letzten Schneefälle:
Eine Stunde später wird’s mal wieder heller, ziemlich hell sogar für heute
Die Trainingsgruppen haben ihr Training mittlerweile beendet und somit kann ich bei diesen Verhältnissen meine Lieblingspiste rechts vom Keeslift richtig genießen. Im Bereich direkt neben dem Lift, in dem im Winter immer der WISBI-Kurs gesetzt wird, geht’s genial, da die Trainingsgruppen ihre Kurse nur im anderen Teil der Piste ausgesteckt hatten – den Teil meide ich um nicht diverse Wandeln blöd zu erwischen.
Ein paar Fahrten sind nun richtig zum Genießen, der Schnee ist mittlerweile so weich, dass die etwas unruhige Präparierung keine Rolle mehr spielt, aber überhaupt nicht pappig und sehr schnell. Kaum habe ich mich mit diesen Verhältnissen angefreundet, schaut’s aber schon wieder so aus:
Manch einer fragt sich jetzt vielleicht, warum es die Irre bei der Sicht nicht einfach bleiben lässt, aber mir macht es immer noch Spaß. Abgesehen von der Sicht passt nämlich alles, der Schnee ist gut, die paar weiteren Wahnsinnigen, die sich noch herumtreiben, kann man wohl an zwei Händen abzählen und davon abgesehen war ich schon 28 Tage lang auf Skientzug
Hartnäckigkeit wird belohnt, es reißt wieder ganz zaghaft auf (mittlerweile ist es 3 Uhr) und ich bekomme sogar die Magnetköpfellifte und den Gletscher-Shuttle zu Gesicht:
Um halbwegs einen visuellen Eindruck von den Schneeverhältnissen vermitteln zu können, habe ich beim folgenden Foto den Kontrast unnatürlich hoch hinaufgeschraubt:
In der Realität hat’s schon eher so ausgeschaut:
So viel hat man sonst ganz oben nie gesehen:
Und auf geht’s, die beste Abfahrt des Tages steht bevor:
Blauer Himmel
Auch dieses helle Intermezzo sollte nur von kurzer Dauer sein und so ist bei der letzten Fahrt um halb vier wieder grau in grau und es schneit sogar ganz leicht:
Das kleine Loch in der Wolkendecke befindet sich nun über den Maurergletscherliften, die sich schon im Sommerschlaf befinden:
Runter geht’s zum Alpincenter, auf der Piste ist richtig was los – ein paar weitere Wahnsinnige haben auch noch bis zum Schluss durchgehalten:
Mit der Langwiedbahn geht’s runter zum Langwiedboden, die Abfahrt wäre zwar sicher noch machbar gewesen (in der Früh habe ich einige frische Spuren von gestern wahrgenommen), aber so richtig gereizt hat mich das dann doch nicht mehr.
Blick ins sonnige Tal:
Schlusshang der Langwiedabfahrt:
In der Panoramabahn überrede ich meine Mutter ohne größere Schwierigkeiten dazu, diesem etwas wahnsinnigen Tagesprogramm noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen und vom Schnee in den See zu wechseln. Im Auto kommen mir zwar wieder mal leichte Zweifel (Außentemperatur 15.5°C), aber ein Abstecher nach Thumersbach stellt keinen großen Umweg da, also was soll’s
Vom Strandbad der Gemeinde Maishofen, gleich gegenüber vom Zeller Krankenhaus, hat man einen wunderschönen Blick aufs Kitzsteinhorn. Was soll ich sagen, ich lag mit meiner Vermutung, dass es wohl genau dann richtig aufreißen würde, wenn der Skitag zu Ende ist, goldrichtig
Für meinen Plan schwimmen zu gehen kommen mir die Sonnenstrahlen aber auch nicht ungelegen. Bei einer Wassertemperatur von ca. 15°C kostet es mich zugegebenermaßen ein wenig Überwindung ins Wasser zu gehen, doch die Aussicht beim Schwimmen Richtung Kitzsteinhorn entschädigt mich dafür mehr als genug.
Am Heimweg kommen wir noch am Thumsee nahe Bad Reichenhall vorbei, doch nicht mal meine sehr schwimmbegeisterte Mutter hat heute noch Lust auf weitere Wahnsinnstaten und so begeben wir uns auf direktem Weg nach Hause.
Es war zweifelsohne das außergewöhnlichste Programm, das ich bisher an einem 1.6. absolviert habe und trotz der teils suboptimalen Sichtverhältnisse wird mir dieser Tag sicherlich noch lange in guter Erinnerung bleiben.
Der Vollständigkeit halber gibt’s zum Schluss noch den Überblick über die geöffneten Anlagen und Pisten:
Gefahren bin ich, so ich mich nicht verzählt habe, 13 Mal mit der Gratbahn, 14x Keeslift und 5x Kitzlift.