Habe mal eine frage: Vielfach wird hier gerne fast unisono "sieht richtig trostlos aus " geschrieben, wenn bilder über sich zurückziehende gletscher gepostet werden.
Was ist dieses trostlose hierbei? Die neu kahlgelegten geröllflächen? dass der gletscher als ein sich zurückziehender freund, wie ein lebewesen betrachtet wird?
Ich finde gletscher spannend, sie sind quasi immens schwerfällige lebewesen, deren wesen es eben ist sich auszudehen, sich zurückzuziehen, zu fliessen, zu brechen, blau zu schimmern, alte flugzeuge preisgebend, WW2 oder steinzeitkadaver konservierend, flache oder steile abfahrtsvolumen zur verfügung stellend...
Ich finde es ja spannend was mit dem eis passiert, egal ob es sich nun vor- oder zurückzieht. Die tatsache, dass sich mal ausnahmsweise der mensch an die natur anpassen muss, zB. durch repositionierung oder gar schliessung von liften, bringt darüberhinaus stets interessantes an zu tage...
Wie wird das "gletscherleben" so im allgemeinen betrachtet?
Die Berge die im Sommer weiss schneebedeckt sind, haben für mich eine besondere Ästhetische Qualität, wenn sie verschwinden macht mich das traurig.
Weniger kritisch würde ich es vielleicht sehen, wenn der Rückgang nicht menschengemacht wäre. So sehe ich uns als Menschen daran schuld, dass ein besonderes nicht alltägliches Phänomen verschwindet. Als schön betrachten wir auch das ungewöhnliche. Und ein ungewöhnlicher Kontrast ist das weiss zum vollen Grün im Sommer.
Ausserdem macht Skifahren spass. Auch im Sommer!
Teilweise empfinde ich die Gletscherschrumpfung schon als ästhetischen Verlust. Das empfinde ich wie "Schneesucher".
In Zermatt z. B. mit seiner gewaltigen Gletscherwelt fällt der durchaus enorme Schwund optisch (noch) nicht ins Gewicht.
In Saas-Fee ist der Verlust des "Silberkranzes" wirklich schmerzlich, wenn ich mit den 80ern vergleiche, als ich zum ersten Mal dort war.
Oder der kümmerliche Zustand der Pasterze.
Andererseits muß man solche Vorgänge nüchtern betrachten. Ein Menschenleben ist sehr kurz. In meiner Zeit sind die Gletscher 30 Jahre gewachsen (53 - 83) und 30 Jahre geschrumpft.
Außerdem ist die größte Vergletscherung seit 12.000 Jahren Ausgangspunkt. (ca. 1400 - 1864) des Rückgangs. Man könnte es auch als Normalisierung betrachten.
Mich faszinieren Gletscher einfach - weiß auch nicht warum. Vielleicht das "zeitlose", sicher auch das Mächtige!
Kann mich gut erinnern als ich vor zwei Jahren im September einen Arm des größten Gletschers Festland-Europas besucht habe, den Briksdalsbreen. Wir waren relativ spät und trafen auf keine anderen Menschen beim 40minütigen Aufstieg. Dort oben im Tal konnte man gar nicht anders als sich unglaublich klein fühlen. Rundherum steil aufragende Bergflanken, teils recht große Wasserfälle und reißende Bäche und von allen Seiten hängen Gletscherzungen herunter. Die Art und Weise wie das Schmelzwasser die Schmelzwasserseeoberfläche (arges Wort, hehe) bewegt hat und die extrem tiefen, dumpfen und lauten Geräusche von herabfallendem Gestein und/oder Eisspannungen (ich weiß bis jetzt nicht was es genau war aber es trieb einem das Schaudern durch den Körper) wirkten einfach unglaublich mystisch, beeindruckend und auch furchteinflösend auf mich!
Andererseits sehe ich hier im Forum wie es einigen Gletschern geht und das lässt nichts Gutes hoffen. Viele der als Skigebiet genutzten Gletscher sind in den letzten Jahrzehnten sehr stark zurückgegangen (z.B. Vergleichsphotos vom Tuxer, sieht man schön am TFH und an dem mittlerweile riesen Felsen der an der gefrorenen Wand ausgeapert ist) und erwecken fast den Anschein, dass es in 10 oder 20 Jahren damit völlig Schuss ist!
Und das zeugt von Vergänglichkeit. Und mich stimmt das traurig, weil ich finde dass Gletscher faszinierend sind und allgemein das Landschaftsbild stark positiv prägen!
Noch ein Beispiel aus Norwegen: Alle Gletscher dort sind vor ein paar Tausend Jahren entstanden, unter anderem eben der größte Gletscher Festlandeuropas, der teilweise komplette Täler völlig auffüllt. Diese Gletscher waren davor bei nur zwei Grad höheren Durchschnittstemperaturen nicht vorhanden. Zwei Grad sind leider nichts in Anbetracht der für Nordeuropa prognostizierten Werte bis 2100. Ich fürchte also Norwegen wird in nicht allzu langer Zeit gletscherfrei sein, in den Alpen wird's ähnlich aussehen...
cauchy hat geschrieben:Kann mich gut erinnern als ich vor zwei Jahren im September einen Arm des größten Gletschers Festland-Europas besucht habe, den Briksdalsbreen. Wir waren relativ spät und trafen auf keine anderen Menschen beim 40minütigen Aufstieg. Dort oben im Tal konnte man gar nicht anders als sich unglaublich klein fühlen. Rundherum steil aufragende Bergflanken, teils recht große Wasserfälle und reißende Bäche und von allen Seiten hängen Gletscherzungen herunter. Die Art und Weise wie das Schmelzwasser die Schmelzwasserseeoberfläche (arges Wort, hehe) bewegt hat und die extrem tiefen, dumpfen und lauten Geräusche von herabfallendem Gestein und/oder Eisspannungen (ich weiß bis jetzt nicht was es genau war aber es trieb einem das Schaudern durch den Körper) wirkten einfach unglaublich mystisch, beeindruckend und auch furchteinflösend auf mich!
Wie kannst Du nur so etwas ohne einen Funken Anstand oder Scham hier schreiben, wenn Du zugleich dafür keinen Bericht abgeliefert hast??? Und dann auch noch beii der Qualität Deiner tollen Fotos!!! Hast Du nicht n paar über???
Ich glaub ich hab den Gletscher 1997 an zwei Stellen von der Strasse aus gesehen (sind von Oslo aus Richtung Westkap durchs Land gefahren und an einer Stelle geht doch ein ewig langer Strassentunnel m.E. sogar unter dem Gletscher durch). Kann das sein?
Zurück zur eigentlichen Frage. Also wenn ich die Pasterze mit alten Bildern, meinem Eindruck von 2003 und Bildern von heute vergleiche, dann empfinde ich das schon als Verlust, zum einen die Mächtigkeit und der Gletscher ist richtig dreckig geworden. Anderes Beispiel ist der Rhonegletscher (siehe mein Schweizer Sommerbericht von diesem Jahr). Ich nehme jetzt mal drei Stadien Achtzehnhundertschießmichtot ging der Gletscher bis nach ganz unten in Gletsch, in der Mitte des vorigen Jahrhunderts wölbte er sich "gefährlich" aussehend mit einem Gletscherbruch in das Tal hinein, tja und vor zwei Monaten konnte ich aus dem Tal gerade noch ein Stückchen erkennen. Wenn ich aber oben auf dem Gletscher stehe bzw. daneben am Hotel Belvedere (wurde vor über 100 Jahren direkt neben dem Gletscher gebaut, heute muss man einiges laufen), dann ist er ebenso beeindruckend wie vor 100 Jahren. Nur halt aus dem Tal, da hätte ich einen mächtigen Gletscherbruch wie vor 50 Jahren lieber gesehen, als den Zustand heute aber auch den Zustand wie vor 150 Jahren, als er auch noch das Tal unten bedeckte.
Also zuviel Gletscher finde ich auch nicht mehr besonders schön (wie z.B. Grönland, wo man vor lauter Gletscher den Gletscher gar nicht sieht). Und eine mächtige Seitenmoräne sieht auch toll aus.
Mich haben Gletscher schon immer fasziniert. Je größer und mächtiger die Eisfelder desto größer meine Faszination dafür. Dass sie sich jetzt so massiv zurückziehen und viele davon bald ganz verschwunden sein werden, empfinde ich als traurig, weil dadurch etwas verloren geht was ich mag. Sommerskilauf spielt dabei für mich nur eine eher untergeordnete Rolle, obwohl ich das für eine durchaus interessante Variante des Hochgebirgstourismus halte.
"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)
Arlberg-Irrer hat geschrieben:Wie kannst Du nur so etwas ohne einen Funken Anstand oder Scham hier schreiben, wenn Du zugleich dafür keinen Bericht abgeliefert hast??? Und dann auch noch beii der Qualität Deiner tollen Fotos!!! Hast Du nicht n paar über???
hehe, hier gibt's ein paar: http://my.opera.com/sadjina/albums/show.dml?id=198452
Da war der Gletscherarm schon sehr viel kleiner als vor ein paar Jahren noch, mittlerweile fürchte ich hat er sich vermutlich vom See nach oben zurückgezogen.
Arlberg-Irrer hat geschrieben:Ich glaub ich hab den Gletscher 1997 an zwei Stellen von der Strasse aus gesehen (sind von Oslo aus Richtung Westkap durchs Land gefahren und an einer Stelle geht doch ein ewig langer Strassentunnel m.E. sogar unter dem Gletscher durch). Kann das sein?
Arlberg-Irrer hat geschrieben:Wie kannst Du nur so etwas ohne einen Funken Anstand oder Scham hier schreiben, wenn Du zugleich dafür keinen Bericht abgeliefert hast??? Und dann auch noch beii der Qualität Deiner tollen Fotos!!! Hast Du nicht n paar über???
hehe, hier gibt's ein paar: http://my.opera.com/sadjina/albums/show.dml?id=198452
Da war der Gletscherarm schon sehr viel kleiner als vor ein paar Jahren noch, mittlerweile fürchte ich hat er sich vermutlich vom See nach oben zurückgezogen.
Arlberg-Irrer hat geschrieben:Ich glaub ich hab den Gletscher 1997 an zwei Stellen von der Strasse aus gesehen (sind von Oslo aus Richtung Westkap durchs Land gefahren und an einer Stelle geht doch ein ewig langer Strassentunnel m.E. sogar unter dem Gletscher durch). Kann das sein?
Ja genau, das war der Fjaerlandstunnelen! Die Bilder von ThomasZ sind auch genau an der Stelle. Jetzt komme ich auch mit den Namen hinterher, weil ja dieser Jostedalsbreen der größe Innlandsgletscher ist. Das Teil muss echt der Wahnsinn sein und als ich ganz unten an den beiden Tunneln stand, habe ich versucht mir vorzustellen, wie riesig dieses Gletscherviech sein muss! Was mir jetzt echt fehlt, sind irgendwelche Fotos, wie diese Jostedalsbreen oben aussieht. Ist er so ein überhängender Gletscher wie der Vanoise, oder liegt er quasi zwischen den Berggipfeln, ist er glatt oder von Spalten durchzogen wie das Mer du Glace oder wie auch immer.
Arlberg-Irrer hat geschrieben:Ja genau, das war der Fjaerlandstunnelen! Die Bilder von ThomasZ sind auch genau an der Stelle. Jetzt komme ich auch mit den Namen hinterher, weil ja dieser Jostedalsbreen der größe Innlandsgletscher ist. Das Teil muss echt der Wahnsinn sein und als ich ganz unten an den beiden Tunneln stand, habe ich versucht mir vorzustellen, wie riesig dieses Gletscherviech sein muss! Was mir jetzt echt fehlt, sind irgendwelche Fotos, wie diese Jostedalsbreen oben aussieht. Ist er so ein überhängender Gletscher wie der Vanoise, oder liegt er quasi zwischen den Berggipfeln, ist er glatt oder von Spalten durchzogen wie das Mer du Glace oder wie auch immer.
Was ich faszinierend finde ist die Dicke von bis zu 600m. Untersuchungen haben ergeben, dass das Gesteinsrelief unter dem Eis im Prinzip aussieht wie die Umgebung runderhum auch, mit anderen Worten: Er füllt ganze Täler aus!
Aber wie gesagt: Trotz seiner imposanten Mächtigkeit wird es wohl gerade 2°C höhere Durchschnittstemperaturen brauchen und er wird abschmelzen... Was ich in jedem Fall als Verlust ansehe!
Ich finde Gletscher auch einfach schön und natürlich gefällt mir auch die Möglichkeit im Sommer Schi fahren zu können. Aber am meisten stimmt es mich traurig, dass es derzeit für fast alle Gletscher nur eine Richtung giebt, zurück. Und da ordnet sich eben die natur dem Menschen unter, weil wir für die Klimaerwärmung sorgen. Und vielleicht werden zukünftige Generationen die Alpengletscher wirklich nur noch im Geschichtsbuch bewundern können.
Seilbahnjunkie hat geschrieben:Ich finde Gletscher auch einfach schön und natürlich gefällt mir auch die Möglichkeit im Sommer Schi fahren zu können. Aber am meisten stimmt es mich traurig, dass es derzeit für fast alle Gletscher nur eine Richtung giebt, zurück. Und da ordnet sich eben die natur dem Menschen unter, weil wir für die Klimaerwärmung sorgen. Und vielleicht werden zukünftige Generationen die Alpengletscher wirklich nur noch im Geschichtsbuch bewundern können.
Dinosaurier können wir auch nur noch in Büchern bewundern (was mir aber garnicht so unrecht ist)
Gletscher kommen und gehen so lange es die Erde gibt.
Auszug Wiki: owohl im Früh- als auch Spätglazial gab es mehr oder weniger regelmäßige Zwischenerwärmungen (Interstadiale) und erneute Kälte-Rückfälle (Stadiale).
Nach dem letzten dieser Rückfälle, der "Jüngeren Dryas", endete dieses Glazial mit einem abrupten Temperaturanstieg ca. 9.660 ± 40 v. Chr.[2] Damit begann gleichzeitig unser heutiges Interglazial, das Holozän.
Ich glaube auch nicht, dass die Industriealisierung am Verschwinden der letzten Eiszeit verantwortlich ist
Klar sind Gletscher im Sommer wunderschön, aber zum Skilaufen brauche ICH sie jedenfalls nicht, und jeder der meint im Sommer Wintersport betreiben zu müssen ist mit Schuld an den ganzen Verschandelungen der Gletscher
in den Alpen sieht es noch einigermaßen gut aus, hingegen in den Anden oder in Asien ist die Situation ganz anders.
hab vor 2 Tagen eine interessante Dokumentation über Klimawandel in Bolivien gesehen. Der Gletscher am Chacaltaya (höchstes Schigebiet der Welt) schmilzt enorm weg, einfach bleiben die Niederschläge aus.
Für die Landwirtschaft und die Einheimischen auf Alta Plano (Hochebene, wo sich selbst La Paz befindet) hat die Gletscherschmelzung nahezu katasrophale Folgen.
siri hat geschrieben: und jeder der meint im Sommer Wintersport betreiben zu müssen ist mit Schuld an den ganzen Verschandelungen der Gletscher
aha, und wie ? bitte um eine Erklärung. Die Brettl brauchen keinen Sprit, oder hab ich was verpasst, gibt's schon mittlerweile neue Schimodells, die mit Sprit fahren ? Atomic SL Diesel ?
siri hat geschrieben: und jeder der meint im Sommer Wintersport betreiben zu müssen ist mit Schuld an den ganzen Verschandelungen der Gletscher
aha, und wie ? bitte um eine Erklärung. Die Brettl brauchen keinen Sprit, oder hab ich was verpasst, gibt's schon mittlerweile neue Schimodells, die mit Sprit fahren ? Atomic SL Diesel ?
Ich schrieb "Verschandelung", das hat mit Sprit nix zu tun
Wegen mir braucht man keine Gletscher mit Bahnen und Betonklötzen verbauen, es gibt ja genug Berge zum Skilaufen, und wenn es keinen Schnee hat, kann ich halt nicht laufen, ist dann halt pech
Genausowenig gehe ich ja nicht im Winter in der Ostsee baden, und man macht dafür auch nicht extra warmes Wasser
siri hat geschrieben: und jeder der meint im Sommer Wintersport betreiben zu müssen ist mit Schuld an den ganzen Verschandelungen der Gletscher
aha, und wie ? bitte um eine Erklärung. Die Brettl brauchen keinen Sprit, oder hab ich was verpasst, gibt's schon mittlerweile neue Schimodells, die mit Sprit fahren ? Atomic SL Diesel ?
Ich schrieb "Verschandelung", das hat mit Sprit nix zu tun
Wegen mir braucht man keine Gletscher mit Bahnen und Betonklötzen verbauen, es gibt ja genug Berge zum Skilaufen, und wenn es keinen Schnee hat, kann ich halt nicht laufen, ist dann halt pech
Genausowenig gehe ich ja nicht im Winter in der Ostsee baden, und man macht dafür auch nicht extra warmes Wasser
ja, aber in den Alpen ist das Skifahren möglich, auch während den Sommermonaten. Hingegen baden in der Ostsee ist unmöglich (im Winter), das ist schon eine große Unterschied.
Und dann haben wir das Thema mit den Hallenbädern. Dort kannt du unabhängig von den Jahreszeiten plantschen, genauso in den Thermalseen.
Aus Frankfurt fährt man beispielsweise im Februar nach Garmisch zum Skifahren, uA weil im Spessart meist kein Schnee liegt.
Im Frühjahr fährt man vielleicht aus Garmisch ins Oberengadin, weil man da Anfang Mai noch ins Tal abfahren kann.
Im Juli fährt man vom Engadin zum Stelvio, weil man da noch in's Tal bzw. zur Straße abfahren kann.
Ich sehe da keinen grundsätzlichen Unterschied, außer dass sich die Schneegrenze nach oben verschiebt und man dieser quasi hinterherfährt. Ansonsten dürfte durch das Skifahren auf Gletschern vielerorts wesentlich weniger kaputtgehen, als durch Pistenbau und Lanzenwälder in den Wintergebieten, in denen wesentlich relevantere Lebensräume beeinträchtigt werden.
Um zum Thema zurückzukommen.
Zurückgehende Gletscher empfinde ich in den jungen Rückzugsbereichen mit postglazialem, vegetationslosem, instabilem Gelände schon oft als bedrohlich. Allerdings weniger wegen ihrer Kargheit, sondern mehr wegen der Instabilität und den damit verbundenen teils unkalkulierbaren Risiken für den Wanderer.
Der langzeitig summierte Partikelauftrag lässt zurückgehende Gletscher unabhaängig davon, ob sie touristisch genutzt sind oder nicht, besonders im Spätsommer oft schmutzig wirken.
Umgekehrt fände man wachsende Gletscher, die Gebäude zerstören, Vegetation und Lebensräume vernichten etc. sicher als noch bedrohlicher. Zumindest fand man das zu Kaltzeiten offensichtlich so.
Man muss außerdem auch mal sehen, dass in den Kaltphasen große Teile der Bevölkerung aus den hochalpinen Gegenden abgewandert sind, da sie sonst verhungert wären.
Von den Populationen im sehr warmen, späten Mittelalter sind wir heutzutage vielerorts noch weit entfernt, ebenso von der damals höchstwahrscheinlich existierenden Waldgrenze auf über 2300m.
Insofern betrachte man sich mal die Bereiche, die von den schwindenden Gletschern bereits vor einigen Jahrzehnten freigegeben wurden. Wenn man dort so durch die jungen Wälder streift und die neu gewonnenen Lebensräume betrachtet, sieht man die ganze Sache vielleicht auch etwas differenzierter.
Auch ich finde sich zurückziehende Gletscher als etwas trauriges, ja fast als etwas bedrohliches. Ein Symptom für die Klimaerwärmung, die wiederum den gesamten Skisport bedroht, also damit auch mein liebstes Hobby.
Man spricht ja auch vom Gletschersterben und auch mit dem Wort sterben geht etwas bedrohliches hervor.
Gletscher empfinde ich besonders im Sommer als etwas sehr Prachtvolles und wenn das so dahinschmilzt dann ist das ganze halt einfach nicht schön!
Für mich ist es ein gewisser Schmerz den ich empfinde wenn ich von Jahr zu Jahr die schrumpfenden Gletscher sehe. Aber irgendwie kommt auch leider auf eine etwas negative Art Leben in die Sache, da ich natürlich mal lieber einen Gletscher wachsen sehen würde!
Für mich ist der Gletscherschwund echt schlimm .... Ich kann mich gut erinnern als die Gletscher in den 80er Jahren noch wuchsen. Zum Beispiel in Grindelwald wo der obere Gletscher weit über den Felsklotz ragte wo man heute rauf kann. Dasselbe traurige Bild beim Rohnegletscher, Steingletscher und allen anderen Alpengletschern ......
Als jemand, der sich im Sommer gerne auf dem Gletscher zum Bergsteigen bzw. Hochtouren gehen rumtreibt, finde Ich es auch immer wieder schade, wie deutlich man die Veränderungen vor Augen geführt bekommt.
So kann man bei sehr vielen Alpenvereinshütten feststellen, wie weit der Gletscher, welcher ursprünglich bis an die Hütte reichte, mittlerweile entfernt ist. Oder auch an den alten Moränen, in älteren Karten und Führern oder anhand der Erzählungen älterer Bergkameraden merkt man doch heftige Unterschiede.
Gletscher haben für mich was faszinierendes an sich, was natürlich mit zunehmender Größe steigt und deshalb ein verkleinern schmerzhaft macht.
Andererseits bekommt man die Machtlosigkeit, die man gegen diesen Prozess hat, klar gezeigt und dies bewirkt Angst. Angst, bald keine Gletscher mehr zu haben (oder bedeutend kleinere) und auch auf den Wintersport verzichten zu müssen angesichts Klimaänderungen.