Grundidee: Durch Verwendung von Ökostrom CO2-freie Fortbewegung.
Auch wenn das Ding komplett mit Ökostrom läuft musste es doch produziert werden, auch das "Kraftwerk" stand nicht von alleine da und musste produziert werden.
Die Sache mit dem Ökostrom aus dem Netz ist ja auch noch die, dass man durch Förderung regenerativer Energie zwar den Anteil dessen am Gesamtstroverbrauch steigern kann, ihn aber nicht expilizit auch gezielt zuleiten und abnehmen kann. Nachts bei Windstille gibts aus der Steckdose vielleicht noch etwas Wasserkraft und eventuell noch irgendwas Anderes, aber insgesamt hauptsächlich Kraftwerksstrom aus fossilern Energieträgern, Atom etc..
Sofern man gesichert, CO2 frei damit fahren wollte, müsste man mE den Akku selbst über Photovoltaik oder Vergleichbares aufladen.
Das mit der Produktion etc. stimmt natürlich, aber wenn man das wirklich berücksichtigt, gibt es wahrscheinlich so gut wie nichts CO2-freies mehr.
Zum Design: Das geht aber doch bei gleichem Nutzen dann irgendwann sicher auch etwas gefälliger ;)
Was gibt's denn da zu erklären? Hab doch alles gesagt. Strom ist Strom, ob der jetzt vom AKW oder von ner Solaranlage produziert wird merkt deine Batterie garnicht. Wichtig ist nur, dass die Menge Strom die du über einen Ökostromvertrag bestellst auch regenerativ erzeugt wird. Was letztendlich in deinem Akku landet ist doch egal.
Seilbahnjunkie hat geschrieben:Was gibt's denn da zu erklären? Hab doch alles gesagt. Strom ist Strom, ob der jetzt vom AKW oder von ner Solaranlage produziert wird merkt deine Batterie garnicht. Wichtig ist nur, dass die Menge Strom die du über einen Ökostromvertrag bestellst auch regenerativ erzeugt wird. Was letztendlich in deinem Akku landet ist doch egal.
Ist es nicht, denn:
Auch auch mit Ökostromtarif bist Du von Grundlastträgern abhängig und kannst Deine Energieversorgung aus dem Netz nicht CO2 frei sichern. Das ist Fakt.
3303 hat geschrieben:...
Auch auch mit Ökostromtarif bist Du von Grundlastträgern abhängig und kannst Deine Energieversorgung aus dem Netz nicht CO2 frei sichern. Das ist Fakt.
Ja und nein!
Für ja spricht: Wenn man das europäische Netz doppeln würde in ein Netz, das nur regenerativ erzeugten Strom zu Ökostromkunden leitete und in ein anderes Netz, das andersweitig erzeugten Strom zu den "Normalstrom-Kunden" leitete, dann würde das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren - mangels kompletten Regelungsportfolios. Das erstgenannte (virtuelle) Netz wird durch das zweitgenannte (virtuelle) Netz stabilisiert und wäre nicht ohne weiteres alleine "überlebensfähig". Dies ist wohl die Kernbotschaft deiner Aussage.
Für nein spricht: Auch der in Laufwasserkraftwerken erzeugte Strom wird als Ökostrom vermarktet und bedient die klassische Grundlast. Die Zertifizierung von Ökostrom überwacht, dass der als Ökostrom verkaufte Strom nicht nur in der Jahresbilanz regenerativ erzeugt wird, sondern jederzeit durch entsprechende Erzeugungskapazitäten gedeckt ist. Ob es im Sinne des "Erfinders" ist, wenn Strom aus abgeschriebenen Laufwasserkraftwerken als Ökostrom vermarktet wird, steht auf einem anderen Blatt.
Jetzt noch eine andere Feststellung, die gegen den CO2-Teil deiner Aussage spricht, für die mich aber Ökostrom-Puristen vermutlich steinigen würden: Jeglicher in Kernkraftwerken erzeugte Strom ist als CO2-frei anzusehen. Also: CO2-frei erzeugter Strom steht in Hülle und Fülle zur Verfügung. Definitiv ist aber selbstverständlich: In Kernkraftwerken erzeugter Strom darf nicht als Ökostrom bezeichnet werden.
Beim Thema Ökostrom kommt es letztendlich auch nur auf die Zielstellung an: Durch die wachsende Nachfrage an diesem Strom soll die produktion desselben angekurbelt werden. Dies ist Intention der Politik und auch des Stromlieferanten der diesen E-Scooter-Test initiiert hat, und der die Zukunft von Stromvertrieb und Erzeugung vor allem im Ökostrom sieht.
Das Thema E-Mobilität wird derzeit in der Politik extrem hoch bewertet, eventuell auch überbewertet. Sowohl Brüssel als auch Berlin stellen derzeit viele Millionen für Pilotprojekte zur Verfügung. Bei uns bietet jetzt das erste Kaufhaus den Kunden an, ihr Elektrofahrzeug während des Einkaufs kostenlos im Kaufhaus-Parkhaus zu laden.
Chasseral hat geschrieben:...
Für nein spricht: Auch der in Laufwasserkraftwerken erzeugte Strom wird als Ökostrom vermarktet und bedient die klassische Grundlast. Die Zertifizierung von Ökostrom überwacht, dass der als Ökostrom verkaufte Strom nicht nur in der Jahresbilanz regenerativ erzeugt wird, sondern jederzeit durch entsprechende Erzeugungskapazitäten gedeckt ist. Ob es im Sinne des "Erfinders" ist, wenn Strom aus abgeschriebenen Laufwasserkraftwerken als Ökostrom vermarktet wird, steht auf einem anderen Blatt.
Ah OK, dass die Wasserkraft diese Grundlast auch in Deutschland leistet, war mir in der Tat nicht bekannt. ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass das wenn überhaupt nur in Ländern wie der Schweiz möglich wäre.
In dem Zusammenhang habe ich noch eine Frage:
In einer Besprechung mit dem Leiter einer Versorgungsgesellschaft wurde einmal folgende Vorgehensweise erläutert:
Deutsche Versorger verkaufen Strom in die Schweiz um von dort Strom aus Wasserkraft zurückzukaufen, der dann wiederrum in D als Ökostrom vermarktet wird.
Ist das tatsächlich die Praxis (gewesen)?
Das Thema Atom ist natürlich ein ganz anderes. Zwar CO2 frei, aber wohl kaum als Ökostrom zu bezeichnen.
3303 hat geschrieben:
Ist das tatsächlich die Praxis (gewesen)?
Siehe das Topic 2015. http://www.sommerschi.com/forum/viewtop ... f=8&t=2003 Pumpspeicherwerke sind dazu da Billigen Bandstrom in der Nacht zu kaufen um damit Wasser in einen See zu Pumpen. Wenn Spitzenstrom gebraucht wird, lässt man das Wasser wieder durch die Turbinenn. Nonsens daran ist die Tatsache, das so ein Kraftwerk mehr Strom braucht als es produzieren kann.
3303 hat geschrieben:
Das Thema Atom ist natürlich ein ganz anderes. Zwar CO2 frei, aber wohl kaum als Ökostrom zu bezeichnen.
Nicht ganz. Uranabbau ist eine extrem schmutzige Sache.
3303 hat geschrieben:...
Deutsche Versorger verkaufen Strom in die Schweiz um von dort Strom aus Wasserkraft zurückzukaufen, der dann wiederrum in D als Ökostrom vermarktet wird.
Ist das tatsächlich die Praxis (gewesen)?
...
Auch hier wieder ein klares Jain!
Der gegenseitige länderübergreifende Austausch von Strom ist gängige Praxis. Dieser dient einerseits Regelungszwecken und andererseits Handelszwecken. Aufgrund der unterschiedlichen Erzeugungsstrukturen und des unterschiedlichen Strombedarfs wird dabei Strom aus unterschiedlichen Handels- / Erzeugungsportfolios je Richtung geschoben (in der Handelswelt sind das sind rein bilanzielle Betrachtungen und keine physikalischen !!). Dabei wird Wasserkraftstrom aus der Schweiz nach Deutschland bilanziert. Unser Konzern hat in der Tat Strom aus Graubünden (Rätia-Energie) gekauft und als Ökostrom vermarktet. Ich war in diesem Zusammenhang selbst schon vor Ort beim Kraftwerk (Alp Grüm nahe Bernina-Pass). Inwieweit unser Konzern auch Strom in die Schweiz verkauft hat, ist mir nicht bekannt. Ich bin schon lange nicht mehr im Stromvertrieb tätig und war noch nie im Stromhandel tätig. Ich weiß auch nicht, ob man derzeit immer noch Strom von der Rätia-Energie bezieht. Was ich an der gewählten Formulierung eher bezweifle ist der beschriebene kausale Zusammenhang: Dass Strom verkauft wird, um Strom zurückzukaufen und diesen als Ökostrom zu vermarkten, halte ich für nicht zutreffend. Dies wäre ein "bilanzielle Stromwäsche" und latent anrüchig. Diesen Sachverhalt sähe ich dann als gegeben an, wenn die bilanziellen Lastverläufe der in gegenseitige Richtung verkauften Energiebänder identisch wären, insbesondere wenn die Handelspartner identisch wären. Nach meiner Kenntnis, die sich auf zufällige Gespräche mit Kollegen aus dem Handel sowie das regelmässige Studium der schweizer Fachzeitschriften stützt, kann ich diesen Sachverhalt nicht erkennen.
Zwischen Bodensee und Basel bildet der Rhein die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. Dort stehen mehrere Laufkraftwerke, die wegen der Bauweise im Fluss die beiden Länder verbinden. Dementsprechend wird der produzierte Strom auch zwischen den Ländern aufgeteilt. Das ist übrigens keine neue Idee, die ersten dieser Kraftwerke entstanden in den 20ern!
Der Sinn von Pumpspeichern ist es eine schnelle Reaktionsmöglichkeit auf Netzschwankungen zu haben. Keine andere große Kraftwerksart kann so schnell reagieren wie Wasserkraftwerke. Bei den heutigen hochsensiblen Geräten die an dem Netz hängen müssen die Frequenzabweichungen die durch unterschiede zwisch Stromproduktion und -verbrauch entstehen auf ein Minimum begrenzt werden.
Übrigens tragen auch die AKWs ihren Teil dazubei mehr solche Ausgleichsmaßnamen treffen zu müssen. Die Dinger lasen sich nämlich nur sehr langsam regulieren.
Die Schluchseewerk AG hat eine interessante Webseite zum neuen Projekt: http://www.schluchseewerk.de/174.0.html Die Dimensionen dessen, was da ober- und vor allem unterirdisch an Baumassnahmen geplant ist, finde ich beeindruckend.
GMD hat geschrieben:Zwischen Bodensee und Basel bildet der Rhein die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. Dort stehen mehrere Laufkraftwerke, die wegen der Bauweise im Fluss die beiden Länder verbinden. Dementsprechend wird der produzierte Strom auch zwischen den Ländern aufgeteilt. Das ist übrigens keine neue Idee, die ersten dieser Kraftwerke entstanden in den 20ern!
Mööööp:
In Betriebname der Kraftwerke:
Rheinfelden: 1898
Augst/Wyhlen: 1912
Ryburg-Schwörstadt: 1931
Birsfelden: 1951
Bad Säckingen: 1966
Laufenburg: 1914
Albbruck-Dogern: 1933
Reckingen: 1941
Eglisau: 1920
Rheinau: 1957
Schaffhausen: 1963
Rheinfelden neu 2014
In dern 20er Gebaut wurde daher nur das grösste Schwörstadt.
Das die Kraftwerke auf 2 verschiedene Länder verteilt sind führte auch zu Problemen. Gegen Ende 1945 verhinderten Vorstösse Schweizer Truppen in letzter Sekunde die Sprengung der Kraftwerke.