Anfahrt: Kaprun - Gleiming, etwa 1 Stunde.
Wetter: ja, das Wetter, das war eine Geschichte. In der Früh regnete es noch, von Kaprun bis kurz vor der Reiteralm. Wir haben uns schon ernsthaft überlegt, nicht skifahren zu gehen, sondern geradeaus nach Hause zu fahren. Aber etwa bei Radstadt wurde es heller, der Regen hörte auf und die Wolken begannen aufzureisen. Also doch skifahren
In Betrieb: 8EUB als Zubringer, 6KSB, 4KSB und ... ja wirklich, was noch? Auf der Panoramatafel bei der Talstation der EUB stand noch der Reiteralm III Schlepper als offen, was sich aber als falsch herausstellen sollte, der Lift war nicht in Betrieb (da hat wohl jemand die Anzeige vom WE nicht erneuert). Auf der Panoramatafel bei der Bergstation der 8EUB stand hingegen der Holzerlift als offen (!) und - welch eine Überraschung - der war wirklich in Betrieb. Allerdings nur für Trainingsgruppen, also nicht für Miki und Mausi
Schneelage: hmm ... interessant. Definitiv schlechter zu fahren als es auf den Fotos aussieht. Details dann bei den Bildern.
Auffahrt mit der EUB und die grosse Frage: ja was machen wir denn hier? Kann man da wirklich skifahren? Und das Wetter ist auch nicht so toll ...
Nebel, ein paar dahinschmelzende Kunstschneeflecken - das kann es doch nicht sein?
Das sieht aber schon besser aus: die Niederschläge der vergangenen Nacht fielen fast bis zu den Talstationen der beiden Sesselbahnen als Schnee! Nur das Wetter ist immer nicht so toll ...:
... oder doch? Bei diesem Anblick von der Bergstation der 6KSB waren alle Zweifel beseitigt: die Entscheidung war richtig!!!
Im oberen Bereich geniale Schneeverhältnisse, geschätzte 3 - 5 cm Powder auf gewalzter Unterlage
Leider war es nur ganz oben im flachen Bereich so toll, schon im ersten Steilhang war es ganz anders. Ich weiss nicht genau was da passierte, aber offensichtlich hat es zuerst geregnet, dann ein wenig geschneit und gefroren, und auf dem nassen Schnee bildete sich eine dünne eistige Kruste, die aber nicht hielt und unter jedem Skifahren brach. Auf 100 m gab es, je nach Sonneneinstrahlung, alles: Eisplatten, ein wenig Neuschnee am Pistenrand, Frühjahrssulz, Knollen. Aber in diesem Fall trifft IMO die Liftbetreiber wirklich keine Schuld, gegen die Wetterkapriolen (zuerst mehrere Tage Tauweter, Regen in der Nacht, dann Abkühlung mit zu wenig Neuschnee) sind sie machtlos. Die Schneimeister haben aber volle Arbeit geleistet: die Piste ist in voller Breite beschneit und ohne jeden braunen Fleck, von Steinen ganz zu schweigen:
Sehen wir mal ob es am Seppn jet besser ist ... also der Blick ist genial, bei diesen Fotos könnte ich ruhig schreiben dass es der beste Skitag ever war und alle würden es mir glauben
Generell war die Piste wirklich etwas besser zu fahren als die an der 6KSB, wahrscheinlich nur weil sie flacher ist. Bis zur Kreuzung auch hier alles weiss, unten dann ganz vereinzelt ein paar braune Flecken, ganz wenig Grass und Dreck am Rand, aber ebenfalls keine Steine:
Obwohl der Schnee alles andere als gut war, war der Tag keine Fehlentscheidung: tolles Wetter, leere Lifte und Pisten. Ausser ein paar Trainingsgruppen waren noch maximal 50 'Normalskifahrer' am Berg, verteilt auf zwei leistungsfähige KSBs. Bitte nicht nach Wartezeiten Fragen
Bei der Bergfahrt gab es sogar ein wenig Winterfeeling:
Highlight des Tages war aber die Muldenabfahrt - ja, die war offiziell geöffnet und bis zur Bergstation der Doppelschlepper in voller Breite offen, weiter unten hingegen immer schmaler, aber der Schneestreifen war steinfrei, gut zu fahren und in der Sonne sogar eine Spur firnig - obwohl es vielleicht nicht besonders einladend aussieht, war es die beste Piste des Tages:
Schon beeindruckend, wie die Piste hier verbreitert und sofort rekultiviert wurde (wenn ich das z. B. mit der Pisker - Abfahrt am Pohorje vergleiche, die noch 1 Jahr nach dem Bau abschnittsweise wie ein Geröllfeld aussieht
Und weil es so schön ist, noch zwei Panoramafotos vom Gipfel - zur Dachsteingruppe ... :
... und ins untere Ennstal:
Fazit: obwohl gerade an diesem Tag der Schnee wirklich suboptimal war, ziehe ich vor den Liftbetreibern trotzdem den Hut: die können zaubern, die Ennstaler. So wie auf der Reiteralm (oder am Hauser Kaibling) muss eine Beschneiungsanlage im Mittelgebirge aussehen