Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Es ist definitiv ein zweischneidiges Schwert. Einerseits hat ein Staat das Recht, ja die Pflicht, Steuersünder zu jagen. Andererseits sollte er sich dabei schon an das geltende Recht halten. Unrecht mit Unrecht zu bekämpfen kommt selten gut.
Ein weiterer Gedanke zum Datendieb. Um an solche heiklen Daten zu kommen, muss man mehr sein als eine einfacher Schalterangestellte. Man kann also davon ausgehen, dass der Dieb aus der Teppichetage einer Bank kommt. Einer jener also, die im Monat mehr Lohn einstreichen als erwähnter Angestellter im ganzen Jahr. Doch einmal mehr zeigen diese Leute, dass sie den Hals einfach nie voll bekommen! Trotz des Spitzensalärs ist er oder sie offensichtlich bereit, für 2,5 Millionen den eigenen Arbeitgeber zu verpfeifen. Spricht nicht gerade für einen guten Charakter, und ausgerechnet so einer wird durch den efolgreichen Handel für sein illegales Tun auch noch belohnt!
Aber wie sieht nun die Stimmung in der Schweizer Bevölkerung aus? Es ist natürlich klar, die Meisten halten das deutsche Verhalten nicht für anständig. Das heisst nun aber noch lange nicht, dass sie sich mit den Banken solidarisieren. Im Gegenteil, es wächst die Wut auf sie! Denn diese Affäre ist bloss ein weitere Episode in einer langen Reihe von arroganten Verhaltensweisen und Fehlern, welche nicht nur sie selber, sondern auch das Land in Verruf bringen. Die bereits erwähnte UBS geriet (durchaus nicht unverschuldet) in den Strudel der Finanzkrise. Auch sie musste von der öffentlichen Hand für viele Milliarden gerettet werden, denn sie gehört leider definitiv zur Kategorie "too big to fail". In der Schweiz laufen beispielsweise circa 30% des inländischen Zahlungsverkehrs über ein UBS-Konto. Ein Kollaps dieser Bank hätte gravierende Folgen für die ohnehin angeschlagene Schweizer Wirtschaft gehabt, der Staat musste also zähneknirschend in die Bresche springen. Doch kaum liegen die Ramschpapiere bei Väterchen Staat, machen die Banken ungeniert weiter wie gehabt! Schon wieder soll es millionenschwere Boni für die Topmanager geben, notabene die gleichen Leute, die den Karren vorher so fatal an die Wand gefahren haben. Die Politik hebt zwar den Mahnfinger, unternimmt aber nicht viel dagegen. Das kommt daher, dass bei unserem Milizparlament viele, vor allem bürgerliche, Politiker auch noch in der Wirtschaft tätig sind und natürlich kein Interesse haben daran was zu ändern. Ein Musterbeispiel ist da Finanzminister Rudolf Merz. Er gehört der freisinnig demokratischen Partei (FDP) an, die schon immer als Wirtschaftspartei galt. Vor seiner politischen Karriere war er ein hohes Tier bei einer Bank. Ratet mal welcher! In der Bevölkerung wächst das Empfinden, die Politik und das Land habe sich in die Geiselhaft der Banken begeben. Da ist sicherlich viel Wahres daran und es ist kein schönes Gefühl! Mir persönlich macht das auch sehr grosse Sorgen, denn es liegt sehr viel sozialer Zündstoff darin. Sollte diese Bombe hochgehen, oh weh, oh weh!
Für mich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Bankgeheimnis endgültig fällt - durchlöchert ist es ja schon. Oben genannte schlechte Stimmung könnte sich aber auch auf positive Art entladen. Die Schweiz ist berühmt für ihre direkte Demokratie, die dem Volk sehr viel Mitbestimmung gibt. Manchmal geht es schief (siehe Minarettiniative, aber das gehört nicht hierher), aber es gibt uns auch die Möglichkeit, "denen da oben" mal den Marsch zu blasen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass in gewissen Kreisen eine entsprechende Volksiniative schon in Vorbereitung ist.
Ich versuche dem Ganzen auch noch etwas Positives abzugewinnen. Vielleicht ist es ja eine Art schmerzhafte Rosskur, aus der wir gesund und gestärkt herausgehen könnten. Aber es braucht eine Veränderung, das ist klar! So wie bisher kann nicht weitergeschäftet werden.
Zum Schluss noch ein Anliegen: Bitte verallgemeinert nicht! Nicht jeder Schweizer ist ein Banker der mit Schwarzgeld und Geldwäscherei dreckige Geschäfte macht, die Meisten sind anständige Leute! Das gilt aber auch für uns Schweizer. ATV, deine letzte Anspielung finde ich ziemlich daneben!
Ein weiterer Gedanke zum Datendieb. Um an solche heiklen Daten zu kommen, muss man mehr sein als eine einfacher Schalterangestellte. Man kann also davon ausgehen, dass der Dieb aus der Teppichetage einer Bank kommt. Einer jener also, die im Monat mehr Lohn einstreichen als erwähnter Angestellter im ganzen Jahr. Doch einmal mehr zeigen diese Leute, dass sie den Hals einfach nie voll bekommen! Trotz des Spitzensalärs ist er oder sie offensichtlich bereit, für 2,5 Millionen den eigenen Arbeitgeber zu verpfeifen. Spricht nicht gerade für einen guten Charakter, und ausgerechnet so einer wird durch den efolgreichen Handel für sein illegales Tun auch noch belohnt!
Aber wie sieht nun die Stimmung in der Schweizer Bevölkerung aus? Es ist natürlich klar, die Meisten halten das deutsche Verhalten nicht für anständig. Das heisst nun aber noch lange nicht, dass sie sich mit den Banken solidarisieren. Im Gegenteil, es wächst die Wut auf sie! Denn diese Affäre ist bloss ein weitere Episode in einer langen Reihe von arroganten Verhaltensweisen und Fehlern, welche nicht nur sie selber, sondern auch das Land in Verruf bringen. Die bereits erwähnte UBS geriet (durchaus nicht unverschuldet) in den Strudel der Finanzkrise. Auch sie musste von der öffentlichen Hand für viele Milliarden gerettet werden, denn sie gehört leider definitiv zur Kategorie "too big to fail". In der Schweiz laufen beispielsweise circa 30% des inländischen Zahlungsverkehrs über ein UBS-Konto. Ein Kollaps dieser Bank hätte gravierende Folgen für die ohnehin angeschlagene Schweizer Wirtschaft gehabt, der Staat musste also zähneknirschend in die Bresche springen. Doch kaum liegen die Ramschpapiere bei Väterchen Staat, machen die Banken ungeniert weiter wie gehabt! Schon wieder soll es millionenschwere Boni für die Topmanager geben, notabene die gleichen Leute, die den Karren vorher so fatal an die Wand gefahren haben. Die Politik hebt zwar den Mahnfinger, unternimmt aber nicht viel dagegen. Das kommt daher, dass bei unserem Milizparlament viele, vor allem bürgerliche, Politiker auch noch in der Wirtschaft tätig sind und natürlich kein Interesse haben daran was zu ändern. Ein Musterbeispiel ist da Finanzminister Rudolf Merz. Er gehört der freisinnig demokratischen Partei (FDP) an, die schon immer als Wirtschaftspartei galt. Vor seiner politischen Karriere war er ein hohes Tier bei einer Bank. Ratet mal welcher! In der Bevölkerung wächst das Empfinden, die Politik und das Land habe sich in die Geiselhaft der Banken begeben. Da ist sicherlich viel Wahres daran und es ist kein schönes Gefühl! Mir persönlich macht das auch sehr grosse Sorgen, denn es liegt sehr viel sozialer Zündstoff darin. Sollte diese Bombe hochgehen, oh weh, oh weh!
Für mich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Bankgeheimnis endgültig fällt - durchlöchert ist es ja schon. Oben genannte schlechte Stimmung könnte sich aber auch auf positive Art entladen. Die Schweiz ist berühmt für ihre direkte Demokratie, die dem Volk sehr viel Mitbestimmung gibt. Manchmal geht es schief (siehe Minarettiniative, aber das gehört nicht hierher), aber es gibt uns auch die Möglichkeit, "denen da oben" mal den Marsch zu blasen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass in gewissen Kreisen eine entsprechende Volksiniative schon in Vorbereitung ist.
Ich versuche dem Ganzen auch noch etwas Positives abzugewinnen. Vielleicht ist es ja eine Art schmerzhafte Rosskur, aus der wir gesund und gestärkt herausgehen könnten. Aber es braucht eine Veränderung, das ist klar! So wie bisher kann nicht weitergeschäftet werden.
Zum Schluss noch ein Anliegen: Bitte verallgemeinert nicht! Nicht jeder Schweizer ist ein Banker der mit Schwarzgeld und Geldwäscherei dreckige Geschäfte macht, die Meisten sind anständige Leute! Das gilt aber auch für uns Schweizer. ATV, deine letzte Anspielung finde ich ziemlich daneben!
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Man muß anmerken, daß in der schweiz unterschieden wird zwischen steuerhinterziehung und steuerbetrug. Hinterziehung bedeutet, daß man "vergisst", einnahmen dem fiskus zu melden. Betrug ist zB. wenn man aktiv handelt, um z.B. durch geschickten im/export vorsteuer o.dgl. zu lukrieren, oder durch fälschen von dokumenten o.dgl. Bei steuerbetrug, fluchtgeld, geldwäsche, terrorismus usw. leistet die schweiz amtshilfe an den anfragenden staat (hüstel, ein dritte welt land schafft das prozedere kaum) wie bei anderen bankfernen straftaten auch. Bei steuerhinterziehung jedoch nicht, denn dies ist in der schweiz kein delikt sondern nur eine übertretung.
Dass diese unterscheidung eine ziemliche heikle haarspalterei ist, leuchtet ein.
Es ist zudem keinesfalls so, daß ein ausländer höhere "hinterziehungsprivilegien" geniessen würde, als ein schweizer bürger: Auch der schweizer darf in seinem land auf das bankgeheimnis zum schutze von hinterzogener steuer zählen!
Dies ist ein sehr wichtiger punkt für das schweizer staatswesen:
Das steuerhinterziehen ist kein strafrechtlich relevantes Delikt. Somit kann der staat zwar eine geldbusse, aber keine geld/haftstrafe verlangen und auch daher nicht entsprechend wirksam ermitteln- und das ist auch der grund, weshalb er nicht in die konten der eigenen bürger blicken darf.
Die konsequenz: Steuern hinterziehen ist in der vermeintlich braven schweiz ein volkssport. Klar ist das steuerwesen derat stringent schlüssig aufgebaut, dass dies nur schwer möglich ist, aber dort wo es geht, wird es gemacht - steuern hinterziehen ist lediglich eine "übertretung", aber keine straftat (vgl. unterschied "falschparken" und "falschgeld drucken").
Wobei dzt. sogar eine amnestie läuft, nach der man lediglichch die hinterzogenen steuern + zinsen nachzahlen muß, jedoch völlig ohne zusätzlicher geldbusse. Davon könnten deutsche steuerhinterzieher im eigenen land nur träumen...
Nun mag man sich fragen warum das so ist, weshalb werden inhaber ausländischer konten nicht "bevorzugt" behandelt, während es dem schweizer staat anfürsich wichtig sein sollte, seine eigenen bürger im falle von hinterziehung -so wie das nahezu weltweit der fall ist- zu bestrafen.
Denn: Es wird vermutet, dass wg. innerschweizer steuerhinterziehung den gemeinden/kantonen/bund etwa ein viertel der steuern der eigenen bürger vorenthalten bleiben!
Nicht der schweizer staat bekommt also das geld was ihm legitimerweise zustehen würde, sondern die banken bekommen es, und zwar süffisant! Das ist krass.
Nun wird jedoch angenommen, dass durch die endbesteuerung von kapitalerträgen (vom inländischen schwarzgeld) dem schweizerischen staat doch wieder zu geld zufliesst, so dass sich der insgesamt hinterzogene betrag verringert.
NB: Anderseits ist geld, das "am konto liegt", dem realen wirtschaftskreislauf entzogen. Was letztendlich nicht gut für die volkswirtschaft insgesamt ist ("konsum").
Das gesamtkalkül hierbei ist aber: Dank dem kühnen konstrukt "steuerbetrug / hinterziehung" soll wesentlich mehr ausländisches kapital in die schweiz (mit welchem banken "arbeiten", gewinn schreiben und somit letztendlich steuern zahlen) fliessen, als der schweizer fiskus durch die steuerhinterziehung der eigenen bürger verliert.
Scheint zu funktionieren, denn für den schweizer staat gilt offensichltich:
steuereinnahmen(dem ausländ. fiskus entzogenes geld) >> hinterzogene inländische steuern
Wieder zur frage von vorher: Warum lässt der schweizer staat steuerhinterziehung der eigenen bürger ungestraft? Dies erscheint wie oben geschildert ungeschickt naiv, denn er könnte ja einfach nur ausländisches "hinterzogenes" geld willkommen heissen (was der fall ist), aber jenes der eigenen bürger (wie nahezu weltweit üblich ausser in der CH) effizient durch strafen gestützt ("drohkulisse") einziehen.
Wäre anfürsich logisch.
Hier würde sich jedoch ein ganz wesentliches problem auf dem internationalen parkett ergeben: Wenn eine handlung im eigenen land strafbar ist, so muss der staat -dank internationalem mechanismus von action und reactio- dem ausländischen staat die strafbarkeit des gleichen deliktes im ausland auch zugestehen. Und in konsequenz den ausländischen staat entsprechend unterstützen, wenn der ausländische bürger die straftat im inland verübt.
Einfaches beispiel: Ist der bankraub in der schweiz illegal, so muss der schweizer staat dem ausländischen staat auch zugestehen, dass in seinem land der bankraub auch illegal sein kann. Und dem ausländischen staat helfen, wenn der bankraub der ausländischen bank zB. über internet im eigenen land von statten geht.
Ist hingegen der bankraub im inland legal, so wird er denjenigen, der vom inland eine ausländische bank ausraubt, fröhlich ungestört arbeiten lassen.
(Übung: Ersetze "bank" durch "staat", und "ausrauben" durch "steuern hinterziehen"
).
Somit kann die schweiz ausländer nicht straffrei steuern hinterziehen lassen, aber ihre eigenen bürger bei der gleichen "tätigkeit" durch strafen sanktionieren (bzw. erst mal ausforschen dank aufhebung des bankkeheimnisses im falle von straftaten).
Lachen kann in diesem system somit:
- Der schweizer bürger, der die möglichkeit zur steuerhinterziehung nutzt (also nicht der angestellte...),
- der ausländische steuerhinterziehende,
- ganz besonders die schweizer banken,
- und letztendlich auch der schweizer staat.
--> Das ist eine geniale win-win-win-win situation.
Dumm sind alle anderen.
Insgesamt ist das ein fantastisches konstrukt wie ich meine, das erst mal verstanden sein will.
Mit dem wissen mag man sich dann überlegen, was mit der berühmten CD geschehen soll..
(Wesentliche infos stammen aus "echo der zeit" auf DRS4 von heute übrigens).
Dass diese unterscheidung eine ziemliche heikle haarspalterei ist, leuchtet ein.
Es ist zudem keinesfalls so, daß ein ausländer höhere "hinterziehungsprivilegien" geniessen würde, als ein schweizer bürger: Auch der schweizer darf in seinem land auf das bankgeheimnis zum schutze von hinterzogener steuer zählen!
Dies ist ein sehr wichtiger punkt für das schweizer staatswesen:
Das steuerhinterziehen ist kein strafrechtlich relevantes Delikt. Somit kann der staat zwar eine geldbusse, aber keine geld/haftstrafe verlangen und auch daher nicht entsprechend wirksam ermitteln- und das ist auch der grund, weshalb er nicht in die konten der eigenen bürger blicken darf.
Die konsequenz: Steuern hinterziehen ist in der vermeintlich braven schweiz ein volkssport. Klar ist das steuerwesen derat stringent schlüssig aufgebaut, dass dies nur schwer möglich ist, aber dort wo es geht, wird es gemacht - steuern hinterziehen ist lediglich eine "übertretung", aber keine straftat (vgl. unterschied "falschparken" und "falschgeld drucken").
Wobei dzt. sogar eine amnestie läuft, nach der man lediglichch die hinterzogenen steuern + zinsen nachzahlen muß, jedoch völlig ohne zusätzlicher geldbusse. Davon könnten deutsche steuerhinterzieher im eigenen land nur träumen...
Nun mag man sich fragen warum das so ist, weshalb werden inhaber ausländischer konten nicht "bevorzugt" behandelt, während es dem schweizer staat anfürsich wichtig sein sollte, seine eigenen bürger im falle von hinterziehung -so wie das nahezu weltweit der fall ist- zu bestrafen.
Denn: Es wird vermutet, dass wg. innerschweizer steuerhinterziehung den gemeinden/kantonen/bund etwa ein viertel der steuern der eigenen bürger vorenthalten bleiben!
Nicht der schweizer staat bekommt also das geld was ihm legitimerweise zustehen würde, sondern die banken bekommen es, und zwar süffisant! Das ist krass.
Nun wird jedoch angenommen, dass durch die endbesteuerung von kapitalerträgen (vom inländischen schwarzgeld) dem schweizerischen staat doch wieder zu geld zufliesst, so dass sich der insgesamt hinterzogene betrag verringert.
NB: Anderseits ist geld, das "am konto liegt", dem realen wirtschaftskreislauf entzogen. Was letztendlich nicht gut für die volkswirtschaft insgesamt ist ("konsum").
Das gesamtkalkül hierbei ist aber: Dank dem kühnen konstrukt "steuerbetrug / hinterziehung" soll wesentlich mehr ausländisches kapital in die schweiz (mit welchem banken "arbeiten", gewinn schreiben und somit letztendlich steuern zahlen) fliessen, als der schweizer fiskus durch die steuerhinterziehung der eigenen bürger verliert.
Scheint zu funktionieren, denn für den schweizer staat gilt offensichltich:
steuereinnahmen(dem ausländ. fiskus entzogenes geld) >> hinterzogene inländische steuern
Wieder zur frage von vorher: Warum lässt der schweizer staat steuerhinterziehung der eigenen bürger ungestraft? Dies erscheint wie oben geschildert ungeschickt naiv, denn er könnte ja einfach nur ausländisches "hinterzogenes" geld willkommen heissen (was der fall ist), aber jenes der eigenen bürger (wie nahezu weltweit üblich ausser in der CH) effizient durch strafen gestützt ("drohkulisse") einziehen.
Wäre anfürsich logisch.
Hier würde sich jedoch ein ganz wesentliches problem auf dem internationalen parkett ergeben: Wenn eine handlung im eigenen land strafbar ist, so muss der staat -dank internationalem mechanismus von action und reactio- dem ausländischen staat die strafbarkeit des gleichen deliktes im ausland auch zugestehen. Und in konsequenz den ausländischen staat entsprechend unterstützen, wenn der ausländische bürger die straftat im inland verübt.
Einfaches beispiel: Ist der bankraub in der schweiz illegal, so muss der schweizer staat dem ausländischen staat auch zugestehen, dass in seinem land der bankraub auch illegal sein kann. Und dem ausländischen staat helfen, wenn der bankraub der ausländischen bank zB. über internet im eigenen land von statten geht.
Ist hingegen der bankraub im inland legal, so wird er denjenigen, der vom inland eine ausländische bank ausraubt, fröhlich ungestört arbeiten lassen.
(Übung: Ersetze "bank" durch "staat", und "ausrauben" durch "steuern hinterziehen"
Somit kann die schweiz ausländer nicht straffrei steuern hinterziehen lassen, aber ihre eigenen bürger bei der gleichen "tätigkeit" durch strafen sanktionieren (bzw. erst mal ausforschen dank aufhebung des bankkeheimnisses im falle von straftaten).
Lachen kann in diesem system somit:
- Der schweizer bürger, der die möglichkeit zur steuerhinterziehung nutzt (also nicht der angestellte...),
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- und letztendlich auch der schweizer staat.
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Insgesamt ist das ein fantastisches konstrukt wie ich meine, das erst mal verstanden sein will.
Mit dem wissen mag man sich dann überlegen, was mit der berühmten CD geschehen soll..
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Zuletzt geändert von Kris am 05.02.2010 - 02:36, insgesamt 1-mal geändert.
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Das versteht sich doch von selbst. Ich zieh mir auch nicht die Schuhe irgendeines deutschen Wirtschaftskriminellen an. Die Verquickung von Politik und Wirtschaft ist keine singuläre Eigenschaft der Schweiz.GMD hat geschrieben:Zum Schluss noch ein Anliegen: Bitte verallgemeinert nicht! Nicht jeder Schweizer ist ein Banker der mit Schwarzgeld und Geldwäscherei dreckige Geschäfte macht, die Meisten sind anständige Leute!
Hab anfangs gezögert in die Diskussion einzusteigen, weil ich schon befürchtete, daß sich die deutschen und schweizer Diskussionsteilnehmer hoffnungslos entzweien. Aber den Radikalinskis das Feld zu überlassen wäre auch nicht gut.
Erfreulicherweise hat noch keiner die Schweizer pauschal beschimpft. Daß umgekehrt die Nazikeule geschwungen werden wird und von wem, hab ich auch so erwartet. Wenn man gar keine Argumente auf seiner Seite hat, dann bleibt nur noch die (versuchte) Beleidigung übrig. Getreu dem Motto "Lerne plappern ohne zu denken"
Natürlich ist der Kauf dieser gesetzwidrig entwendeten Daten anrüchig. Aber die Schweizer sollten den Vorgang auch mal mit ausländischen Augen betrachten. Es ist auch Notwehr.
Einer der Schweizer Bankiers hat gestern erklärt er schätze, daß von den ca. 3 1/2 Billionen! Schweizer Franken die von Schweizer Banken verwaltet würden ca. die Hälfte Schwarzgeld sei.
Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Da wird ja von interessierter Seite beidseits der Grenze sehr feinsinnig über Rechtsstaat philosophiert. Die Heuchelei kennt keine Grenzen.
Selbst die Schweizer Bundesrätin Madame Calmy-Rey hat gesagt "als Finanzminister hätt ich sie auch gekauft". Ja klar doch.
@BigE
Da möcht ich doch widersprechen. Natürlich hat die Schweiz dank des vielen Fremdkapitals einen sogenannten "Zinsvorteil", der auf lange Sicht für die Wirtschaft ein enormer Vorteil ist. Aber um nicht mißverstanden zu werden. Ottonormalschweizer ist das nicht bewußt, denn von Volkswirtschaft versteht er auch nix.so geht unser bankgeheimnis nun endgültig bachab, nachdem es jahrzehntelang der realwirtschaft geschadet hat
Deutschland hat durch den Verlust der DM auch seinen Zinsvorteil verloren. Ihr seht, das Leben geht weiter
@Kris
Wie die Schweiz ihre eigenen Steuersünder/-betrüger behandelt ist ihre souveräne Angelegenheit. Aber seit Jahrzehnten betreiben die "Gnomen von Zürich", so titelte einst die "Times", Steuerhehlerei in großem Stil mit Unterstützung der Regierung. Jede ausl. Regierung hat man in Bern auflaufen lassen. Erst die noch rücksichtloseren USA haben diesem Treiben ein Ende gesetzt.
Der 3. Welt wurde ebenfalls unermesslicher Schaden zugefügt. Man muß es klar aussprechen. Diese langjährigen kriminellen Strukturen haben auch dazu geführt, daß neben dem Finanzplatz die Schweiz auch den Spitzenplatz beim Verschieben von gestohlenen Kunstwerken u. Antiquitäten, speziell aus Raubgrabungen (Irak etc.) inne hat.
Aber ich bin optimistisch. Die Schweiz ist eine funktionierende, lebendige Demokratie. Nach der Phase der Bedrängung und des Zorns werden die Schweizer Bürger sich von diesen Machenschaften einer amoralischen "Elite" befreien.
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Das ist ansichtssache, ich finde Arlberg-Irrer's Aussage daneben. Blickt man in der Geschichte zurück, dass sieht man, dass genau solche Ansichten in Wirtschaflich schlechten Zeiten zu einem Flächenbrand geführt haben. Daher finde ich sie überhaupt nicht lustig, vor allem nicht wenn sie von Arlberg-Irrer stammen.GMD hat geschrieben:ATV, Deine letzte Anspielung finde ich ziemlich daneben!
Du hast genau gar nichts verstanden. Meine Aussage hat mit der ganzen Steueraffäre gar nicht zu tun. Die ist mir eigendlich Wurscht, ich bezahle meine Steuern und verdiene mein Geld ehrlich und habe weder Aktien noch ein Konto bei der UBS punkt. Der Rest geht mich nichts an. Ich störe mich einzig und alleine an dieser Aussage:Fab hat geschrieben:Daß umgekehrt die Nazikeule geschwungen werden wird und von wem, hab ich auch so erwartet. Wenn man gar keine Argumente auf seiner Seite hat, dann bleibt nur noch die (versuchte) Beleidigung übrig. Getreu dem Motto "Lerne plappern ohne zu denken"
Sowas macht mich sauer!Arlberg-Irrer hat geschrieben:Wie wäre es mit Zwangseingliederung
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Da scheine ich ja bei jemandem einen ganz besonderen Stand zu habenATV hat geschrieben:Daher finde ich sie überhaupt nicht lustig, vor allem nicht wenn sie von Arlberg-Irrer stammen.
weil ich deutsch bin oder weil ich "irres" Zeug rede??? Habt Ihr in der Schweiz tatsächlich so viel Angst, dass die böse EU irgendwann in Zürich einmarschiert und es sich herausstellt, dass die ganzen Kanonen im Furkapass und Andermatt verrostet sind??? Das ist wirklich nur ein Witz gewesen und sollte erst recht keinen historischen Bezug haben! Würde es dabei um Tschetschenien oder Taiwan gehen, hätte ich sowas garantiert nicht geschrieben.
Und schade, dass man die 55 Mio. Toten nicht ruhen lassen kann, wo sich doch heute alle lieb und verbrüdert haben! Wir Deutschen sind uns unserer historischen Schuld schon bewusst und es gibt genügend Kinder in Deutschland, die sich beim Schulbesuch eines KZ übergeben müssen. Wir sind auch quasi das einzigste Land ohne eine Art nationalen Stolz und trauen uns nur, unsere Flagge zu schwenken, wenn eine WM bei uns stattfindet, da man sonst gleich als Nazi angesehen wird.
Fab hat geschrieben:Ich zieh mir auch nicht die Schuhe irgendeines deutschen Wirtschaftskriminellen an.
Also ich denke schon, dass grundsätzlich JEDER, der es sich leisten kann, nach Zermatt zu fahren, nur BEILÄUFIG zum Skifahren hinfährt
The Dark Side of Photography
https://www.facebook.com/mowidusktilldawn
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Der Schwerpunkt ist schon das Skifahren. Noch vor dem Zählen der Coupons.
@ATV
Ich verstehe besser als du es Dir vorstellen kannst.
Ich werf Dir diesen "Dummen-Buben-Spruch" gar nicht weiter vor. Aber ein wenig mehr Haltung und Selbstkontrolle möcht schon sein. Denn so richtig als Teenager gehst ja nicht mehr durch.
Wäre ich noch ein junges Forumsmitglied würd ich zu Deiner Reaktion auf Arlbg.-Irrers Spruch sagen "krass uncool"
@ATV
Ich verstehe besser als du es Dir vorstellen kannst.
Ich werf Dir diesen "Dummen-Buben-Spruch" gar nicht weiter vor. Aber ein wenig mehr Haltung und Selbstkontrolle möcht schon sein. Denn so richtig als Teenager gehst ja nicht mehr durch.
Wäre ich noch ein junges Forumsmitglied würd ich zu Deiner Reaktion auf Arlbg.-Irrers Spruch sagen "krass uncool"
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Ums kurz zu machen, ich bin bitter enttäuscht von Deutschland
(ohne jegliche Ironie)
Nicht weil der Staat versucht, ihm zustehende Steuern einzutreiben, sondern wie er es versucht. Ich hätte eine solche Vorgehensweise eher von den SPD-Pappnasen und Konsorten erwartet...
Absolutes NoGo für mich!
Ausserdem ist es mir als grenznaher Deutscher peinlich wie auf die Schweiz eingedroschen wird. Vielleicht sollte Deutschland einfach mal kapieren, dass die Schweiz ein souveräner und eigenständiger Staat ist.
Roger Köppel brachte es IMHO mit einem Satz auf den Punkt: " Vielleicht sollten die Herren Politiker in Deutschland einfach mal Rahmenbedingungen schaffen, dass nicht soviel Geld in die Schweiz abfliesst"
Und ja, auch ich finde Steuerhinterziehung das Allerletzte (bevor noch jemand auf andere Gedanken kommt).
Nicht weil der Staat versucht, ihm zustehende Steuern einzutreiben, sondern wie er es versucht. Ich hätte eine solche Vorgehensweise eher von den SPD-Pappnasen und Konsorten erwartet...
Absolutes NoGo für mich!
Ausserdem ist es mir als grenznaher Deutscher peinlich wie auf die Schweiz eingedroschen wird. Vielleicht sollte Deutschland einfach mal kapieren, dass die Schweiz ein souveräner und eigenständiger Staat ist.
Roger Köppel brachte es IMHO mit einem Satz auf den Punkt: " Vielleicht sollten die Herren Politiker in Deutschland einfach mal Rahmenbedingungen schaffen, dass nicht soviel Geld in die Schweiz abfliesst"
Und ja, auch ich finde Steuerhinterziehung das Allerletzte (bevor noch jemand auf andere Gedanken kommt).
Es grüsst der Oli
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Auch die Österreicher wollen das Deutschland die CD kauft
http://derstandard.at/1263706628637/Dat ... en-nervoes
http://derstandard.at/1263706628637/Dat ... en-nervoes
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Einerseits denke ich mir, mehr als 60 Jahre nach dem Ende des 2.Weltkrieges, einer Integration in die weltweite Staatengemeinschaft, fast schon einen Zusammenschluss mit mehreren Ländern (darunter 2 "Erzfeinde - Frankreich und Polen), dass man immer noch bei der kleinsten, doch eh nur scherzhaft gemeinten Aussage einer Person aus der BRD schon gleich wieder dieses Schreckgespenst hervorholt finde ich schon sehr übertrieben. Andererseits das dann auch noch von jemandem, dessen Berichte über eine eigentlich vergnügliche Freizeitbeschäftigung mit einer Prise Seilbahntechnik dann auch noch lauter martialische und weltkriegsreminiszente Überschriften haben, das relativiert für mich dann solche Aussagen dann wieder.GMD hat geschrieben:
ATV, Deine letzte Anspielung finde ich ziemlich daneben!
Das ist ansichtssache, ich finde Arlberg-Irrer's Aussage daneben. Blickt man in der Geschichte zurück, dass sieht man, dass genau solche Ansichten in Wirtschaflich schlechten Zeiten zu einem Flächenbrand geführt haben. Daher finde ich sie überhaupt nicht lustig, vor allem nicht wenn sie von Arlberg-Irrer stammen.
Fab hat geschrieben:
Daß umgekehrt die Nazikeule geschwungen werden wird und von wem, hab ich auch so erwartet. Wenn man gar keine Argumente auf seiner Seite hat, dann bleibt nur noch die (versuchte) Beleidigung übrig. Getreu dem Motto "Lerne plappern ohne zu denken"
Du hast genau gar nichts verstanden. Meine Aussage hat mit der ganzen Steueraffäre gar nicht zu tun. Die ist mir eigendlich Wurscht, ich bezahle meine Steuern und verdiene mein Geld ehrlich und habe weder Aktien noch ein Konto bei der UBS punkt. Der Rest geht mich nichts an. Ich störe mich einzig und alleine an dieser Aussage:
Arlberg-Irrer hat geschrieben:
Wie wäre es mit Zwangseingliederung
Sowas macht mich sauer!
Zum Thema: wer Hehlerware kauft oder damit handelt macht sich strafbar.
Und warum nicht mal den Grund für die Kapitalflucht bekämpfen?
- Frankenski
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Jetzt ist noch eine 2. CD aufgetaucht
http://www.welt.de/wirtschaft/article62 ... en-CD.html
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Ich habe auch ein paar Musik-CDs.
Vielleicht sollte ich auch zum Verkauf anbieten.
Wieviel Geld die wohl bringen?
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Hallo
Gelten auch schallplaten und Kassetten? Und was ist mit DVD's und Blue-rays?
Für jede CD 2,5 Millionen wäre nicht schlecht
Gruß Andreas
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Wenn es jetzt schon ne Doppel-CD gibt, wann kommt die DVD-Metall-Box mit Bonus-Material und Making of???
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Nein, Deutschland sollte diese CD nicht kaufen.
Vorneweg: Ich finde ich es mehr als ärgerlich, wie einfach es den Steuerhinterziehern an den Near- und Offshore-Finanzplätzen gemacht wird, sich der steuerlichen Solidargemeinschaft bzw. des zu Grunde liegenden Leistungsprinzips zu entziehen.
Zum Leistungsprinzip: dahinter steckt ja nicht zuletzt die Hypothese, dass die von der Allgemeinheit zur Verfügung gestellten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine wesentliche Voraussetzung für den individuellen Erfolg des Einzelnen bilden. (Nur am Rande sei bemerkt, dass z.B. im Schweizer Gesundheitssystem viel stärkere Ausprägungen dieses Prinzips bekannt sind als in Deutschland.) Die derzeitige Diskussion, die auch in Deutschland recht kontrovers geführt wird, spiegelt natürlich den verständlichen und berechtigten Wunsch wider, das hinterzogene Geld an die Allgemeinheit zurückzuführen. Mit anderen Worten: Das Geld, das das auf den Schweizer Banken ruht, gehört "uns".
Warum sollte man die CD trotzdem nicht kaufen?
Der Schutz intimer Daten ist ein hohes Gut, das gilt insbesondere für Bankdaten (auch in Deutschland). Im Speziellen wiegt das Interesse der Allgemeinheit an Aufklärung und Rückführung zwar höher als das Schutzrecht der betroffenen Kunden. (Würde die CD z.B. im Rahmen einer staatsanwaltlichen Ermittlung beschlagnahmt, gäbe es selbstverständlich keinen Zweifel daran, dass die Daten zu verwerten sind). Jedoch wäre es meines Ermessens eine fatale Entscheidung, unrechtmäßig beschaffte Daten zu erwerben und somit gewissermaßen einen Aufruf zum Datendiebstahl an alle frustrierten Bankmitarbeiter dieser Welt zu senden. Die Schwelle, im geeigneten Moment zuzugreifen, wird sicher niedriger sein, wenn man in der Presse liest, was so eine kleine CD am internationalen Markt wert ist...
Schon heute ist es in manchen Banken kaum mehr möglich, ein einigermaßen effizientes IT-Projekt durchzuführen.
Warum? Schutz vor Datenklau! Hier steht nicht der Schutz von potentiellen Tätern im Vordergrund, sondern der Schutz aller Kunden.
Die beste Lösung für derartige Probleme:
- den Dieb für sein Vergehen in den Kerker stecken (lange!)
- die Daten beschlagnahmen und die Täter bestrafen
Wenn das nicht geht: "Hands Off".
Mittel dazu gibt es aber durchaus: Wenn man ein Offshore-Land zu Ermittlungen zwingen möchte, helfen dabei die internationalen Abkommen zur Bekämpfung von Geldwäsche. In diesem Fall müsste wohl die Bundesrepublik Deutschland als Geschädigte bei der Credit Suisse anzeigen, dass die Bank mutmaßlich zur Geldwäsche missbraucht wurde. Wenn das so konstruierbar ist, dürfte es bei der Bank und bei den Finanzermittlern ziemlich hektisch werden ...
... aber so viel diplomatische Verwerfungen möchte man dann wohl doch nicht provozieren
Vorneweg: Ich finde ich es mehr als ärgerlich, wie einfach es den Steuerhinterziehern an den Near- und Offshore-Finanzplätzen gemacht wird, sich der steuerlichen Solidargemeinschaft bzw. des zu Grunde liegenden Leistungsprinzips zu entziehen.
Zum Leistungsprinzip: dahinter steckt ja nicht zuletzt die Hypothese, dass die von der Allgemeinheit zur Verfügung gestellten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine wesentliche Voraussetzung für den individuellen Erfolg des Einzelnen bilden. (Nur am Rande sei bemerkt, dass z.B. im Schweizer Gesundheitssystem viel stärkere Ausprägungen dieses Prinzips bekannt sind als in Deutschland.) Die derzeitige Diskussion, die auch in Deutschland recht kontrovers geführt wird, spiegelt natürlich den verständlichen und berechtigten Wunsch wider, das hinterzogene Geld an die Allgemeinheit zurückzuführen. Mit anderen Worten: Das Geld, das das auf den Schweizer Banken ruht, gehört "uns".
Warum sollte man die CD trotzdem nicht kaufen?
Der Schutz intimer Daten ist ein hohes Gut, das gilt insbesondere für Bankdaten (auch in Deutschland). Im Speziellen wiegt das Interesse der Allgemeinheit an Aufklärung und Rückführung zwar höher als das Schutzrecht der betroffenen Kunden. (Würde die CD z.B. im Rahmen einer staatsanwaltlichen Ermittlung beschlagnahmt, gäbe es selbstverständlich keinen Zweifel daran, dass die Daten zu verwerten sind). Jedoch wäre es meines Ermessens eine fatale Entscheidung, unrechtmäßig beschaffte Daten zu erwerben und somit gewissermaßen einen Aufruf zum Datendiebstahl an alle frustrierten Bankmitarbeiter dieser Welt zu senden. Die Schwelle, im geeigneten Moment zuzugreifen, wird sicher niedriger sein, wenn man in der Presse liest, was so eine kleine CD am internationalen Markt wert ist...
Schon heute ist es in manchen Banken kaum mehr möglich, ein einigermaßen effizientes IT-Projekt durchzuführen.
Warum? Schutz vor Datenklau! Hier steht nicht der Schutz von potentiellen Tätern im Vordergrund, sondern der Schutz aller Kunden.
Die beste Lösung für derartige Probleme:
- den Dieb für sein Vergehen in den Kerker stecken (lange!)
- die Daten beschlagnahmen und die Täter bestrafen
Wenn das nicht geht: "Hands Off".
Mittel dazu gibt es aber durchaus: Wenn man ein Offshore-Land zu Ermittlungen zwingen möchte, helfen dabei die internationalen Abkommen zur Bekämpfung von Geldwäsche. In diesem Fall müsste wohl die Bundesrepublik Deutschland als Geschädigte bei der Credit Suisse anzeigen, dass die Bank mutmaßlich zur Geldwäsche missbraucht wurde. Wenn das so konstruierbar ist, dürfte es bei der Bank und bei den Finanzermittlern ziemlich hektisch werden ...
... aber so viel diplomatische Verwerfungen möchte man dann wohl doch nicht provozieren
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Alle Guten Dinge sind 3, auch Bayern (
) hat eine zum Kauf angeboten bekommen, wenn das so weiter geht bekommt noch jedes Bundesland eine
http://www.br-online.de/aktuell/steuerh ... 301828.xml
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
"Banker hört die Signale, habt ihr den deutschen Staat,
der für eure geklauten Daten gut bezahlt!"
Spass beiseite, es passiert nun genau das, was zu befürchten war. Es zeigte sich, dass Datendiebstahl sehr lukrativ ist. Würde mich nicht wundern, wenn nun die Angriffe gegen Bankcomputer steigen würden weil auch Hacker sich ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen.
der für eure geklauten Daten gut bezahlt!"
Spass beiseite, es passiert nun genau das, was zu befürchten war. Es zeigte sich, dass Datendiebstahl sehr lukrativ ist. Würde mich nicht wundern, wenn nun die Angriffe gegen Bankcomputer steigen würden weil auch Hacker sich ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen.
Probably waking up
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Winterhugo
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Was wäre eigentlich, wenn es keine CD gibt, der Staat dies aber nur publiziert hat, um mal zu schauen, wer da alles aus den Löchern kriecht (Selbstanzeige)?
Schon komisch, das innert kurzer Zeit 3 CD's auftauchen, die Jahre zuvor aber nix.
Schon komisch, das innert kurzer Zeit 3 CD's auftauchen, die Jahre zuvor aber nix.
There's nothing like the first one
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Zuvor hat ja auch die Union und SPD regiert, aber jetzt ist ja die Reichen Partei dabeiWinterhugo hat geschrieben:
Schon komisch, das innert kurzer Zeit 3 CD's auftauchen, die Jahre zuvor aber nix.
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Was hat die Tatsache, dass solche Daten engeboten werden, denn jetzt mit der FDP Regierungsbeteiligung zu tun?Frankenski hat geschrieben:Zuvor hat ja auch die Union und SPD regiert, aber jetzt ist ja die Reichen Partei dabei :D :D es läuft ja ganz schlecht für die Guido..lein Partei ;D ;D das haben sie jetzt davon, hätten die Reichen sie nur nicht gewählt :twisted:Winterhugo hat geschrieben:
Schon komisch, das innert kurzer Zeit 3 CD's auftauchen, die Jahre zuvor aber nix.
Wollte ich Daten anbieten, wäre mir eine SPD/SED äh SPD/Linke Koalition am liebsten. Die nehmen jeden Datensatz mit Kusshand ;-)
Übrigens haben die Grünen die Wählerklientel mit dem höchsten Durchschnittseinkommen.
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
weil der eine oder andere IT-ler (der irgendwo in der Schweiz seinen Job hat) VIELLEICHT noch die eine oder andere CD zuhause liegen hat, die er bei nem Server-Backup mal hat mitgehen lassen. Ich stell mir da mal ein Beispiel vor, wie ein IT-ler irgendwo ein System durchvalidiert hat und dabei natürlich auch die Bandlaufwerke getestet hat, ob die Daten auch ordnungsgemäß wiederhergestellt werden können. Und wenn man sich vom Band einfach die Kundendaten holt... tja und die schnell auf CD gebrannt hat er zuhause und hat jetzt Lunte gerochen. Reine Vermutung, daher kommt bei mir auch die Vorstellung, dass das kein hohes Tier sein muss, der da die Daten hat.Winterhugo hat geschrieben:Was wäre eigentlich, wenn es keine CD gibt, der Staat dies aber nur publiziert hat, um mal zu schauen, wer da alles aus den Löchern kriecht (Selbstanzeige)?
Schon komisch, das innert kurzer Zeit 3 CD's auftauchen, die Jahre zuvor aber nix.
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
@arlberg: Nein, so einfach ist es auch für den ITler nicht, an die daten zu gelangen. Da das absolute geheimnisprinzip zentrale säule des geschäftsmodells der gegenständlichen banken zu sein scheint (...), wird auch beim softwareentwurf auf diese besonderheit höchsten wert gelegt. So ist es nicht einfach möglich, "listen" von kundendaten zu erhalten- egal in welchem bankinternen system. Mit einem "SELECT * FROM kunden WHERE kontoart='schwarzgeld' AND wohnort='deutschland' " ist es nicht getan. Vielmehr kommt auch der eigentliche entwickler an die kundendaten nur über viele umwege heran...
m.A. wird sich die schweiz mittelfristig sowieso anpassen müssen. Verfolgt man die schweizer medien, so erkennt man schnell dass das schimpfen über die fiskalischen aktionen von deutschland / frankreich / italien / Usa dem schweizer bürger selbst nicht mehr ganz behagt, wie es noch vor einigen jahren völlig selbstverständlich gewesen wäre. Alle soeben genannten länder haben vor kurzem damit begonnen, ziemlich wirkungsvolle mechanismen gegen die steuerflucht ihrer bürger in die schweiz in gang zu setzen.
Das hat einen Denkprozess in der schweiz ausgelöst. Man reflektiert zB. darüber nach, wieso denn das bankgeheimnis unbedingt zu den "grundfesten des schweizer selbstverständnisses" gehören muss. Man denkt nach, wieso es diese trennung zwischen steuerflucht (straffrei, nur gesetzesübertretung) und steuerbetrug (unter strafe) überhaupt als sonderfall in der schweiz gibt (vgl. mein beitrag weiter oben).
Man denkt nach, wie stark die verstrickungen des bankenwesens mit dem staatswesen geworden sind, und wie genau diese verstrickungen zu den jetzigen problemen (ubs...) geführt haben können.
Die schweiz wird den trend zu steuertransparenz nicht aufhalten können. Letzendlich denke ich, dass diese jahre eine chance darstellen, dem staat wieder zu mehr souveränität gegenüber seiner finanzlandschaft zu verhefen.
Die tatsache, dass quasi alle staaten weltweit hoch verschuldet sind, ihre innerstaatlichen aufgaben kaum mehr wahrnehmen können, während die macht der finanzindustrie völlig aus dem ruder gelaufen zu sein scheint, ist umsomehr signal, die balance zwischen staat und wirtschaft verstärkt zu reflektieren. Und dies nicht als gefahr, sondern als chance zu sehen.
Das bankgeheimnis ist (nebst vielem anderen, z.B. galoppierendem "investment" banking) eine der wesentlichen faktoren, die letzendlich allen bürgern wohlstand raubt und den mittelstand zu MacJob angestellten degradiert...
(man denke nur an heute für den mittelstand generell absurd hohe immobilienpreise...da haben die banken ihren netten anteil dran).
Keiner zahlt gerne steuern, ich auch nicht, aber ich muss. Wer genügend verdient, findet sowieso genügend mechanismen -egal in welchem land- um die eigene steuerlast kreativ herunterzusetzen dank wohlstandssteigernden abschreibungsmöglichikeiten und förderungen... Hierbei wird das geld zwar dem staat vorenthalten, aber wenigstens nicht dem wirtschaftskreislauf im eigenen land.... Auch das ist ein grosses kapitel...
Die Daten CD ist nur ein kleines staubkorn letztendlich...
m.A. wird sich die schweiz mittelfristig sowieso anpassen müssen. Verfolgt man die schweizer medien, so erkennt man schnell dass das schimpfen über die fiskalischen aktionen von deutschland / frankreich / italien / Usa dem schweizer bürger selbst nicht mehr ganz behagt, wie es noch vor einigen jahren völlig selbstverständlich gewesen wäre. Alle soeben genannten länder haben vor kurzem damit begonnen, ziemlich wirkungsvolle mechanismen gegen die steuerflucht ihrer bürger in die schweiz in gang zu setzen.
Das hat einen Denkprozess in der schweiz ausgelöst. Man reflektiert zB. darüber nach, wieso denn das bankgeheimnis unbedingt zu den "grundfesten des schweizer selbstverständnisses" gehören muss. Man denkt nach, wieso es diese trennung zwischen steuerflucht (straffrei, nur gesetzesübertretung) und steuerbetrug (unter strafe) überhaupt als sonderfall in der schweiz gibt (vgl. mein beitrag weiter oben).
Man denkt nach, wie stark die verstrickungen des bankenwesens mit dem staatswesen geworden sind, und wie genau diese verstrickungen zu den jetzigen problemen (ubs...) geführt haben können.
Die schweiz wird den trend zu steuertransparenz nicht aufhalten können. Letzendlich denke ich, dass diese jahre eine chance darstellen, dem staat wieder zu mehr souveränität gegenüber seiner finanzlandschaft zu verhefen.
Die tatsache, dass quasi alle staaten weltweit hoch verschuldet sind, ihre innerstaatlichen aufgaben kaum mehr wahrnehmen können, während die macht der finanzindustrie völlig aus dem ruder gelaufen zu sein scheint, ist umsomehr signal, die balance zwischen staat und wirtschaft verstärkt zu reflektieren. Und dies nicht als gefahr, sondern als chance zu sehen.
Das bankgeheimnis ist (nebst vielem anderen, z.B. galoppierendem "investment" banking) eine der wesentlichen faktoren, die letzendlich allen bürgern wohlstand raubt und den mittelstand zu MacJob angestellten degradiert...
(man denke nur an heute für den mittelstand generell absurd hohe immobilienpreise...da haben die banken ihren netten anteil dran).
Keiner zahlt gerne steuern, ich auch nicht, aber ich muss. Wer genügend verdient, findet sowieso genügend mechanismen -egal in welchem land- um die eigene steuerlast kreativ herunterzusetzen dank wohlstandssteigernden abschreibungsmöglichikeiten und förderungen... Hierbei wird das geld zwar dem staat vorenthalten, aber wenigstens nicht dem wirtschaftskreislauf im eigenen land.... Auch das ist ein grosses kapitel...
Die Daten CD ist nur ein kleines staubkorn letztendlich...
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Die Bild oder sonstige Boulevardzeitungen könnten die CD ja kaufen. Dann ist der Staat raus und weiß trotzdem Bescheid.
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
Mal umgekehrt: wenn der Staat sich unmoralisch verhält und ganz offiziell mit Gesetzesbrechen gemeinsame Sache macht, ist es denn dann nicht gerade meine Pflicht diesem Treiben entgegenzuwirken, indem ich so viele Steuern wie möglich hinterziehe?
Nennt man so etwas nicht zivilen Ungehorsam gegenüber einem Unrechtsstaat?!
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Re: Umfrage: Soll Deutschland die Steuersünder-CD kaufen???
pssssst!
Sonst kommen noch beide auf die Liste der Schurkenstaaten.
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