Ich gucke so aus dem fenster und erfreue mich über 70cm Naturschnee im Sauerland, und da kommen mir Gedanken zum Sommerurlaub:
Wir wollen eine Woche nach Serfaus zum Wandern. Als Termine stehen leider nur Ende Juni oder Anfang September zur Wahl. Welches wäre der bessere Zeitraum, hinsichtlich Temparaturen, Niederschlägen, und Beständigkeit des Wetters? Unglaublicher Andrang wird ja weder noch sein
Anfang september, wenn der sommer almaehlich in den herbst übergeht, ist eine der schoensten schneelosen zeiten im gebirge (lärchenwälder, wiesen...). Zudem ist das wetter recht stabil mit flacher druckverteilung und generell trockener luft. Was längere schönwetterphasen wahrscheinlicher macht, als im juni. Der sommeranfang zeichnet sich hingegen meist durch feucht-labile luftmassen aus, womit häufige wärmegewitter selbstverständlich sind.
Allerdings kann es anfang september auch schon mal ein wenig schneien...was das dekor nur schöner macht. Und natürlich kann es ganz anders kommen als man es gerne hätte
Als Wanderer kann ich da nur zustimmen.
Über die Jahre verteilt nivelliert sind September und Oktober, also Spätsommer und Frühherbst die mit großem Abstand schönsten Wandermonate.
Über die letzten 25 Jahre kann ich sagen, dass die Früsommerurlaube zum großen Teil von sehr starker Gewitterneigung gekennzeichnet waren.
Die Chancen auf ruhiges Wetter ohne Gewitter, dafür aber mit Fernsicht sind später im Jahr sehr viel höher als im Früsommer Juni-Juli. Im Frühsommer ist die Sonne auch sehr agressiv. Die milde Spätsommer- oder Herbstsonne ist da wesentlich angenehmer bei körperlichen Anstrengungen.
Ich persönlich bevorzuge sogar den Oktober, wenn die großen Touristenströme bereits wieder weg sind und das Licht noch schöner. Ab der 2.-3. Oktoberwoche gibt es dann ab Alpenhauptkamm südwärts auch das Lichtspektakel mit golden leuchtenden Lärchenwäldern.
Auf die Nordseite würde ich tendenziell wegen des schwindenden Lichtes aber vorzugsweise etwas früher fahren.
Also ganz klar: September.
Im Juni-Juli fahre ich wenn, nur zum Sommerskifahren in die Berge, da der dann noch reichlich vorhandene Schnee im September zum großen Teil verschmolzen ist.
So schaut's aus.
Anfang September sind allerdings noch Ferien in einigen Bundesländern, dazu kommt dass es traditionelle Bergsteigerzeit ist. Die Mehrheit davon wird sich aber eher nicht in Serfaus finden lassen - eher Familien.
Stimme 3303 u. Kris komplett zu. Einzige Einschränkung: Im Oktober haben schon viele Hütten geschlossen und wenn man Pech hat, wird man richtig eingeschneit. ein Südstau und die show ist vorbei.
Frage: Warum SFL mit seiner eher eintönigen Szenerie? Ein paar Km. weiter dan Oberengadin mit seiner *****Szenerie. Zum Wandern unvergleichlich viel besser. Alternativ Dolomiten o. Wallis.
Fab hat geschrieben:Frage: Warum SFL mit seiner eher eintönigen Szenerie? Ein paar Km. weiter dan Oberengadin mit seiner *****Szenerie. Zum Wandern unvergleichlich viel besser. Alternativ Dolomiten o. Wallis.
Weil ich das Skigebiet, in das ich 15 Jahre im Winter gefahren bin, auch mal im Sommer sehen möchte. Außerdem laufen sieben Bergbahnen
Und ich glaube die Höhe des Wallis o.ä. ist für den ersten Alpen-Wanderurlaub etwas zu hoch.
Aber insgesamt: Vielen Dank für die recht eindeutige Meinungsbildung. Es wird dann wohl September werden
Glaub mir, zum Wandern braucht's nicht zig stillstehende Bahnen, die die Landschaft verschandeln.
Eigentlich braucht ein ordentlicher Wanderer keine einzige Bergbahn...
Würde auch zu einem etwas weniger übererschlossenen Gebiet raten, ins Engadin oder Vinschgau ist's nicht viel weiter aber ungleich lohnender.
thun hat geschrieben:Glaub mir, zum Wandern braucht's nicht zig stillstehende Bahnen, die die Landschaft verschandeln.
Eigentlich braucht ein ordentlicher Wanderer keine einzige Bergbahn...
Würde auch zu einem etwas weniger übererschlossenen Gebiet raten, ins Engadin oder Vinschgau ist's nicht viel weiter aber ungleich lohnender.
Reklame: Ende-septemberspaziergang im Bergell bzw. Engadin. Spontan, weil nur auf der durchreise. War dann der einzige gast in der Albignahütte, supernettes hüttenpersonal, und hypergutes multigangmenu mit den leuten dort. Seilbahnfahren kann man ja auch, selbstverständlich die ganzen PB kabine exklusiv ohne weitere störende touristen: Albignastausee, Albignahütte, Monte Forno, Fornogletscher, Fornohütte
Zuletzt geändert von Kris am 17.04.2010 - 20:32, insgesamt 1-mal geändert.
Huch, die neue Brücke auf dem Hüttenweg Forno hat es ja ziemlich erwischt.
Da scheint zur Schneeschmelze ja einiges los zu sein. 2007 war die nagelneu!
Und ja, Albigna incl. PB, See und Hütte, das hat was.
Auch die Verbindung Albigna-Forno ist sehr schön, allerdings steinschlaggefährdet und in der steilen Fornomoräne bekam ich dann, nachdem wir in den abgerutschten Hangpartien die Eisunterfütterung und die weggerutscheten Markierungen sahen, schon etwas Schiss. Da hab ich gemerkt, dass T4 für mich reicht.
Und wem die Albignaseite immer noch zu frequentiert ist: Auf der anderen Talseite gibt es keine Hütten. Demzuflge ist dort nochmal deutlich weniger los.
Ich denke, dass beide genannten Zeiträume ihren Reiz haben.
Wer auf möglichst hohe Gipfel wandern will, sollte im September gehen. Für den Furgler ist der Junitermin deutlich zu früh.
Aber der Juni hat seinen eigenen Reiz. Während man auf Südhängen schon weit hinauf kommt, liegt auf den Nordhängen noch viel Schnee. Mir gefällt das Landschaftsbild mit den tollen grünen Blumenwiesen unten und noch Schnee oben eigentlich besser als das Landschaftsbild im September, wo die Gletscher am stärksten ausgeapert sind und einen das schmutzig-graue Gletschereis jeden Tag an die Klimaerwärmung erinnert. Richtig ist aber das Argument mit den stabileren Wetterverhältnissen im September.
Noch etwas zur Wahl des Wandergebiets:
Es ist schon richtig, dass der hier Vinschgau (und sicher auch das Engadin, das ich aber nicht so gut kenne) ein tolles Gebiet für Bergwanderer ist. Man sollte aber auch die Region um Serfaus-Fiss-Ladis nicht unterschätzen. Auf dem Sonnenplateau selbst kann man durchaus einiges machen. Und es ist nicht weit ins Kaunertal, dass auf seiner ganzen Länge ein sehr attraktives Tal für Wanderungen ist. Auch Nauders ist innerhalb einer halben Stunde erreichbar.
Ingesamt steht diese Region dem Vinschgau als Wandergebiet nicht so viel nach. Und das sage ich als jemand, der mehr oder weniger regelmäßig in den Vinschgau für einen Wanderurlaub fährt.
Martin_D hat geschrieben:
Noch etwas zur Wahl des Wandergebiets:
Es ist schon richtig, dass der hier Vinschgau (und sicher auch das Engadin, das ich aber nicht so gut kenne) ein tolles Gebiet für Bergwanderer ist. Man sollte aber auch die Region um Serfaus-Fiss-Ladis nicht unterschätzen. Auf dem Sonnenplateau selbst kann man durchaus einiges machen. Und es ist nicht weit ins Kaunertal, dass auf seiner ganzen Länge ein sehr attraktives Tal für Wanderungen ist. Auch Nauders ist innerhalb einer halben Stunde erreichbar.
Ingesamt steht diese Region dem Vinschgau als Wandergebiet nicht so viel nach. Und das sage ich als jemand, der mehr oder weniger regelmäßig in den Vinschgau für einen Wanderurlaub fährt.
Aber ich denke man kann sich den Aufschlag für SFL sparen, wenn man wirlich wandern will, dann man muss immer erst das Gebiet hintersichlassen, bis es wirklich schön wird
Du kannst die Sommerpreise in SFL nicht mit den Winterpreisen vergleichen. Ich habe rund 10 Tage im August 2007 in Fiss Quartier gemacht. Preis für die Übernachtung mit Frühstück in einem 4 - Sterne - Hotel: 25 Euro pro Nacht plus Kurtuxe. Im Preis inbegriffen war die Benutzung der Bergbahnen in SFL. Vom Preis-Leistungsverhältnis war das sensationell !
ok das hätte ich nicht erwartet, hätte gedacht die kirmes da oben ist auch im sommer für halbwegs volle betten zuständig, scheinbar eher doch nicht
trotzdem ich würde etwas anderes vorziehen
25€ pro nacht mit frühstück (abendessen?) inklusive Bergbahnen? Das ist in der tat ein sehr attraktives angebot. Anscheinend ist auch dort das motto "billige betten sind besser als leere betten" zur umsetzung gelangt. Ein heiss diskutiertes thema in der tourismuswirtschaft dzt...
Es kann natürlich sein, dass es inzwischen etwas teurer wurde.
Vielleicht haben die Hotelbesitzer in den ersten Jahren des Freizeitparks da oben den Sommertourismus subventioniert, als Anschubfinanzierung sozusagen. Es war aber schon was los. Am Fisser Flitzer war die Wartezeit deutlich länger als an den Bergbahnen im Winter.
Damit aber kein falscher Eindruck entsteht: Nach 20 Minuten Gehzeit kann man den Kirmes-Betrieb von der Möseralm hinter sich lassen und schon die Bergwelt genießen, wenn auch mit den üblichen Einschränkungen in einem Gebiet mit viel Wintersportinfrastruktur.
So könnte man eine schöne Wanderwoche mit Quartier in SFL im Hoch- oder Spätsommer gestalten:
1. Tag: Auffahrt zur Möseralm. Wanderung zum Sattelkopf und über den Grat zur Bergstation der Schönjochbahn
2. Tag: vorderes Kaunertal: Wanderungen am Kaunerberg, eventuell auf die die Hohe Aifner Spitze (knapp 2800 Meter)
3. Tag: Auffahrt mit der Schönjochbahn. Wanderung in Gebiet der Urgalpe, eventuell auf den Rotpleiskopf (knapp 2900 Meter)
4. Tag: Nauders: Auffahrt mit der Bergkastellbahn. Wanderung zum Mataunkopf (2900 Meter). Von dort entweder zurück zur Bahn oder aber weiter auf dem Grat zum Großen Schafkopf (3000 Meter und von dort ins Tal. (lange Rundwanderung)
5. Tag: Auffahrt mit der Lazidbahn. Rundtour über den Furgler (3000 Meter)
6. Tag: Hinteres Kaunertal:
Mögliche Touren:
Ölgrubenjoch vom Gepatschhaus aus (über 3000 Meter)
namenloser Dreitausender knapp nordwestlich des Weißseejochs von der Gletscherstraße aus.
Ich kann es gut nachvollziehen, wenn sich jemand den Wintersportort auch mal im Sommer anschauen möchte. Und als ersten Alpen-Wanderurlaub einen Ort auszusuchen, den man kennt, der ein paar Aufstiegshilfen bietet (vor allem, wenn die wie in Serfaus mit der Gästekarte kostenlos zu nutzen sind) und der auch eine angenehme Höhenlage hat ist ja nun auch nicht verkehrt. Außerdem muss man sich ja auch in diesen Gebieten nicht da bewegen, wo alle sind. Wir waren im letzten Sommerurlaub in Lech und haben festgestellt, dass sich viele Gäste ungefähr im Umkreis von vielleicht 500m um die Bergstation bewegen. Wenn man die Bahn nur als Aufstiegshilfe nutzt und dann weiterwandert hat man oft relativ schnell wieder seine Ruhe.
Im Juni ist meistens noch Vorsaison, da haben viele Hotels und Bergbahnen noch geschlossen. Wenn man letztere nutzen möchte sollte man sich vor der Buchung auf jeden Fall erkundigen, wann die Sommersaison beginnt (bzw. endet).