beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

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tigerfishli
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beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von tigerfishli »

Hallo,

mel wieder ein paar dumme Fragen. :mrgreen:

a) Sind die Reib-/mitnahmeplatten an den FAhrbetriebsmitteln länger als der Abstand zwischen zwei Reifen? Wenn nicht, besteht ja (meiner Ansicht nach) die Gefahr, dass das FBM zwischen zwei Reifen verhungert. Wenn die Platten länger sind, wie ist es mit den Drehzahlunterschied zwischen 2 Reifen? sind in den Antrieben jeweils Freiläufe eingebaut, so dass der schnellere Reifen das FBM in den langsameren (hier wirkt dann der Freilauf) hineinschiebt bzw zieht. Oder ist der Drehzahlunterschied in der kurzen Zeit egal und so gering (und kostet halt etwas Gummi) ?

b) i.d.Regel werden die Beschleuniger-/Verzögerungsstrecken ja in irgendeiner Form von der Umlaufscheibe angetrieben.
Jetzt meine Idee, mann kann alle Rollen ja 1:1 verbinden un mit einen Drehzahlgeregelen Antrieb ausrüsten, der bei Einfahren (und richtigen Abstand) auf die Seilgeschwindigkeit beschleunigt. O.K. eine etwas umständliche Methode, wieder ein Teile mehr die ausfallen können - so hielt ich dies für etwas theoretisch, bis:

ich die Faschingstage am Hintertuxer Gletscher verbrachte - und siehe da:

c) beim Gletscherbus 2+3 (ab BJ 2000) wird dies so gmacht, jede Gondelausfahrt ist mit einem aufheulen der Reifen verbunden und beschleunigen das Funitel bis auf 6 m/s. Da ich den Gletscher bis Faschingsdienstag nicht mehr verlies8 Übernachtung auf dem Spannaglhaus), dachte ich mir da nicht viel weiter, bis: ich unser Gepäck von der Sommerbergalm ins Tal fuhr: kein geheule, dafür : mehrere dicke Riemen von der Antriebsscheibe zu den Rollenstrecken...
War die technik hier schon wieder weiter (Gletscherbus 1 ist Baujahr 2008) ?

Tja, wieder ein paar Fragen mehr...


übrigens: wir sind nicht nur Gletscherbus gefahren, sondern auch bei Andrang mit den netten Kuschelgondeln der Girakanlage, während die Masse das Gedränge und die Wartezeiten am Gletscherbus 2 in Kauf nahmen.

viele Grüsse

uli

(Leider hab ich dies WE meinen Foto verloren... :oops: :cry: :evil: - deshalb Bericht mit Fotos - sieht schlecht aus)
ich bin über 40 - bitte helfen Sie mir auf's Snowboard!

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Ram-Brand
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Re: beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von Ram-Brand »

Zu a)
Hier ein Foto was deine Frage beantwortet.
Bild

Zu c)
Bei einem Funitel hat man größere Kabinenabstände.
Damals hat man die Beschleuniger mit Frequenzumrichter gespeißte Drehstrommotoren betrieben.

Bei alleren neueren Funitels ist Doppelmayr wieder dazu übergegangen die Reifenförderer nicht mit einem extra Antrieb auszustatten sondern über Riemen anzutreiben.


Der Vorteil ist halt das man nicht noch extra Antriebe braucht um die Förderer anzutreiben. Außerdem braucht man sich nicht um eine aufwändige Steuerung zu kümmern.
Das wird heute so bei eigentlich allen Liften gemacht.
Bild Bild
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Dachstein
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Re: beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von Dachstein »

tigerfishli hat geschrieben:
ich die Faschingstage am Hintertuxer Gletscher verbrachte - und siehe da:

c) beim Gletscherbus 2+3 (ab BJ 2000) wird dies so gmacht, jede Gondelausfahrt ist mit einem aufheulen der Reifen verbunden und beschleunigen das Funitel bis auf 6 m/s. Da ich den Gletscher bis Faschingsdienstag nicht mehr verlies8 Übernachtung auf dem Spannaglhaus), dachte ich mir da nicht viel weiter, bis: ich unser Gepäck von der Sommerbergalm ins Tal fuhr: kein geheule, dafür : mehrere dicke Riemen von der Antriebsscheibe zu den Rollenstrecken...
War die technik hier schon wieder weiter (Gletscherbus 1 ist Baujahr 2008) ?
Jups, zwischen GB 1 und GB 2 ist ein gewisser Entwicklungssprung zu erkennen; GB2 stellt die quasi Prototypanlage dar, wärend es sich beim GB1 um das letzte Baumuster handelt. Dementsprechend ja, die Technik war da schon wieder ein paar Schritte weiter. ;) Die Reifenförderer werden übrigens nicht über Antriebsscheiben angetrieben, sondern über die Seilscheiben, die das Förderseil in Richtung Antrieb bzw. Abspannung ablenken.

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Petz
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Re: beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von Petz »

tigerfishli hat geschrieben:Oder ist der Drehzahlunterschied in der kurzen Zeit egal und so gering (und kostet halt etwas Gummi) ?
Freiläufe etc. gibt es keine und der Drehzahlunterschied wird mit erhöhter Abnützung an Reifen und Keilriemen erkauft; deshalb quietscht´s auch manchmal so grausam als hätte sich ein Schwein seinen Ringelschwanz in den Keilriemen gequetscht...:wink:
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Re: beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von Dachstein »

Petz hat geschrieben:
tigerfishli hat geschrieben:Oder ist der Drehzahlunterschied in der kurzen Zeit egal und so gering (und kostet halt etwas Gummi) ?
Freiläufe etc. gibt es keine und der Drehzahlunterschied wird mit erhöhter Abnützung an Reifen und Keilriemen erkauft; deshalb quietscht´s auch manchmal so grausam als hätte sich ein Schwein seinen Ringelschwanz in den Keilriemen gequetscht...:wink:
Gute Umschreibung des Geräusches! ;) Wobei ich anmerken muss, dass ich durchaus Bahnen kenne, wo dieses Geräusch ziemlich ausgeprägt ist, die Hössbahn in Hinterstoder ist so ein Kandidat - mit einer ziemlich beeindruckenden und für den Seilbahnfan durchaus interessanten Geräuschkulisse. ;)

MFG Dachstein
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Re: beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von Petz »

Dürfte davon abhängig sein welche Materialpaarung bei Reifen und Förderleiste vorherrscht, ob es trocken oder naß ist und wie groß der Umfangsgeschwindigkeitsunterschied zwischen den "Patschen" ist; letzterer wird natürlich auch umso deutlicher je schneller die Bahn gerade fährt.
Bei manchen könnte man meinen man befände sich in nem Schlachthof und nicht in ner Seilbahnstation...:rofl:
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Re: beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von ATV »

Petz hat geschrieben:
tigerfishli hat geschrieben:Oder ist der Drehzahlunterschied in der kurzen Zeit egal und so gering (und kostet halt etwas Gummi) ?
Freiläufe etc. gibt es keine und der Drehzahlunterschied wird mit erhöhter Abnützung an Reifen und Keilriemen erkauft; deshalb quietscht´s auch manchmal so grausam als hätte sich ein Schwein seinen Ringelschwanz in den Keilriemen gequetscht...:wink:
Sehr wohl gibt es Freilaufnaben. DM hat welche, wie lange schon weis ich nicht. 400er Von Roll hatte das immer schon.
Ram-Brand hat geschrieben:Bei einem Funitel hat man größere Kabinenabstände.
Damals hat man die Beschleuniger mit Frequenzumrichter gespeißte Drehstrommotoren betrieben.
Eher ein PAD nicht?
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Re: beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von seilbahner »

Natürlich gibt es Freilaufnaben. Auch ich habe an meiner Girak in den Fangstrecken Freiläufe.
Und das Quietschen zeugt von einer schlechten Syncronisierung der einzelnen Förderreifen.
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Re: beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von Ram-Brand »

Was den jetzt schon wieder ein PAD?

Immer diese Abkürzungen. :roll:



Quietschen kann es auch wenn die Geschwindigkeit sehr gering ist.
z.B. im Sommerbetrieb.
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Re: beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von Theo »

Rutschkupplungen wurden von DM un Garaventa im Übergang zwischen den Pneuförderern und der Förderkette im Stationsumluf gebaut. Solange alles normal läuft kein Problem. Leider fürs Rückwärtsfahren teilweise unbrauchbar da die FBM in diesem bereich stehen bleiben und nachher kein Abstand mehr stimmt.

Meist treibt man ja die Synchronisation direkt an. Keine Regel ohne Ausnahme. Beim 3S in Bozen wird die Synchronisation von separaten Motoren angetrieben. Dies weil da nur alle 5min ein FBM vornei kommt und durch diesen separaten Antrieb nicht die ganze Synchronisation sich den ganzen Tag für fast nichts dreht und dadurch der Verschleiss wesentlich geringer ist.
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Re: beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von ATV »

Ram-Brand hat geschrieben:Was den jetzt schon wieder ein PAD?
Immer diese Abkürzungen. :roll:
PAD = Stromrichter der Firma ABB. :wink: Die Funtitels die ich bis jetzt gesehen habe arbeiten mit Gleichtrommotoren.
@Theo: Die 12er Gondelbahn in Laax besitzt auch Stromrichter und Antriebsmotoren für die Beschleuniger und verzögerer, bzw. tw. neu mit Drehstrommotoren und FU. Alle die alten Habegger Gondelbahnen mit Bandbeschleuniger laufen auch unter diesem Kapitel.
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Ram-Brand
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Re: beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von Ram-Brand »

Dachte immer das wären in Hintertux Drehstrommotoren mit Frequenzunrichtern für die Reifenförderer.
Wieder was gelernt.
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Re: beschleuniger-/Verzögerungsstrecken bei kuppelbaren Bahnen

Beitrag von ATV »

KA was Hintertuxer drinn hat, die anderen mit diesem System (Verbier, Montana, Squaw) haben alle PAD.
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