Der Wetterbericht gestern versprach für heute sonniges Bergwetter, ideal also um einen der letzten Ferientage zum Skifahren zu nützen. In der Früh dann ein anderes Bild, Wolken und Nebel, trotzdem halte ich nach kurzem Überlegen an meinem Entschluss, mal wieder ins Ennstal zu fahren, fest und lasse mich auch von strömendem Regen im Bereich Pass Lueg nicht aufhalten. Bei Eben kommt kurz die Sonne heraus, dort zu bleiben ist aber keine Option und so verlasse ich das Sonnenfenster und komme am Parkplatz in Gleiming bei intensivem Schneefall an. Leicht skeptisch steige ich in die Gondel ein und hoffe, dass der Niederschlag die Pisten nicht zu sehr in Mitleidenschaft zieht. Bei der ersten Abfahrt auf der Gasselhöhe-Piste zieht’s mir jedoch trotz Nebels ganz oben einen breiten Grinser auf, da geht’s wirklich äußerst gut!
Vier Mal düse ich diese Abfahrt weitgehend allein hinunter, erst nach 10 Uhr werden die Leute langsam mehr – kein Wunder bei diesem Wetter, da hat sich so mancher Urlauber in der Früh sicher noch einmal öfter im Bett umgedreht
Anschließend begebe ich mich zum ersten Mal in dieser Saison auf die Talabfahrt Finale Grande – bei meinen bisherigen Besuchen in der Vorsaison wäre diese nur mit Grasski machbar gewesen. Der Schnee ist zwar etwas stumpf, trotzdem lässt sich’s dank der guten Präparierung gut hinunter carven und so mache ich mich diesmal via Verbindungstellerlift auf zum Seppn Jet um über die Holzerabfahrt erneut die Talabfahrt anzutreten und festzustellen, dass der Schnee in der kurzen Zeit viel stumpfer geworden ist – den restlichen Tag werde ich also ausschließlich im oberen Bereich verbringen, genau genommen großteils beim Holzerlift. Ein bisschen abseits gelegen erschließt dieser Schlepper bekanntlich eine tolle Carvingpiste, die nur selten überfüllt ist… Bis Mittag bleibt es trüb, zeitweise schneit es dabei auch mehr oder weniger intensiv und somit bleibt die Kamera für längere Zeit im Rucksack, das Skivergnügen leidet darunter aber nicht, da die Bodensicht stets sehr gut bleibt. Zu Mittag reißt es dann doch auf und der gerade erst gefallene Neuschnee (1-2 cm) wird stumpf und somit ist’s für mich Zeit für eine gemütliche Mittagspause beim Preunegg-Stüberl mit Aussicht auf die Holzerpiste:
Wie man sieht, ist der Himmel immer noch nicht ganz wolkenlos und so kommt’s, dass es wieder ein bisschen anzieht und der Schnee für meinen Geschmack wieder besser wird und somit heißt es erneut „Holzer aufi, Holzer owi“ – immer und immer wieder
Dass in Holland gerade Ferien sind und die Parkplätze im Tal einen hohen Füllungsgrad aufweisen, merkt man hier nur sehr bedingt. Falls sich irgendwer gefragt hat, warum ich heute die Reiteralm als Ziel gewählt hatte, sei das unter anderem damit erklärt – so lange es dieses ruhige Eck noch gibt, muss es genützt werden - ich fürchte, dem Holzerlift werde ich wirklich mal nachweinen müssen …
Auch um 15 Uhr liegt die Holzerabfahrt im oberen Teil noch in der Sonne und angesichts der Witterungsverhältnisse hätte ich nicht unbedingt damit gerechnet um diese Zeit noch so gute Verhältnisse vorzufinden:
Ich verabschiede mich dann aber doch für heute von dieser Piste um mir noch Reiteralm- und die Muldenliftabfahrt anzuschauen, die ich bis dahin sträflich vernachlässigt habe. Erstere schaut im oberen Teil ja noch ganz ok aus…
… dann wird’s jedoch buckelig – waren offensichtlich doch einige Leute unterwegs heute
Schnell rüber also zur schwarzen Gasselhöhe-Abfahrt, die in die Muldenlift-Abfahrt mündet:
Der schwarze Teil präsentiert sich ziemlich glatt, dann wird’s aber griffig und auch um diese Uhrzeit noch erstaunlich teppichartig und so steige ich kurz vor Betriebsschluss um 16 Uhr noch in den Muldenschlepper ein um hier eine letzte Abfahrt zu genießen:
Schnell noch ein Zoom zur Bischofsmütze…
… bevor es dann wieder über die Finale Grande talwärts geht – auch hier hat’s mittlerweile angezogen und somit hat man immerhin nicht das Gefühl festzukleben, aber der größte Genuss sind zerfahrene, wieder angezogene Kunstschneepisten halt auch nicht. Nichtsdestotrotz steige ich bei frühlingshaften Temperaturen im Tal zufrieden aus den Skischuhen – angesichts der Verhältnisse in der Früh hat sich der Tag noch äußerst positiv entwickelt und wenn ich mir die Menschentrauben in diversen Berichten aus anderen Gebieten von dieser Woche so anschaue, dann war ich auch diesbezüglich heute richtig gut dran und habe trotz ausgedehnter Mittagspause einen halbwegs intensiven Skitag in den Beinen: