Bislang war es immer wie folgt gehandhabt: Callisto fährt in ein Skigebiet und verbringt dort eine Woche. Dazu muss sowohl das Skigebiet als auch der Schnee natürlich passen: mit zu hartem Schnee kann ich mit meiner Technik nichts anfangen, entweder Pulver oder Sulz, Hauptsache weich und perfekt zum Carven. Um einer erneuten relativen Enttäuschung wie der von Engelberg der letzten Saison zu entgehen, beschloss ich, mir ein Vorbild an einigen Forumsmitgliedern zu nehmen und wählte Sion zu meinem Stützpunkt, um die herrlichen umliegenden Skigebiete an den Flanken des Rhonetals kennen zu lernen. Die Idee dafür bekam ich ebenfalls von einigen Forumsmitgliedern, die sich durchweg lobend über die meisten der nahen Skigebiete geäußert haben. Somit im Voraus ein B&B im Zentrum von Sion gebucht und am 20. in der Frühe losgefahren...
20 Km hinter Basel dann der Schock: Reifenschaden links hinten!! Gerade noch in eine Ausfahrt gerettet und den Wagen auf dem Parkplatz einer Turnhalle geparkt. Glücklicherweise fand dort ein Sportfest mit Übernachtung statt, sodass mir zwei freundliche Teilnehmer (sah so aus, als machten sie das beruflich) beim Reifenwechsel halfen. Eine halbe Stunde später wieder zurück auf der Autobahn, dem ersten Skigebiet ei Sonnenschein entgegen...
1. Tag: Ovronnaz
Das erste von Martigny aus gesehene Skigebiet an den Südhängen des Rhonetals ist das auf 1300m gelegene Ovronnaz. Nach tollen Berichten vieler Alpinforumler waren meine Erwartungen an das Skigebiet immens. Sie wurden jedoch leider nicht ganz erfüllt. Tsantonnaire ist ein wahres Highlight des Gebietes, der Rest meiner Meinung nach nur Durchschnitt. Die meisten Pisten waren zudem hart und schnell ausgefahren. Im Nachhinein fiel demnach der Zeitverlust durch die Panne nicht all zu sehr ins Gewicht, da ich bei der Talfahrt um halb vier das Gebiet grünlich abgegrast hatte...
Anreise & Retour:
Basel-Bern-Lausanne-Martigy-Ovronnaz in 3 ½ Stunden, Reifenpanne in Arisdorf
Ovronnaz-Sion in 30min, jeweils durch das Reserverad gehandycaped
Wetter:
Den ganzen Tag sonnig mit einigen tieffliegenden Wolken bei -10°C
Schneezustand:
Pulver/hart, am Tsantonnaire herrlichster Pulver
Schneehöhe:
1,6m laut Homepage, auf Naturschneepisten ein paar Feinde
Wartezeiten:
Am frequentiertesten Lift Tsantonnaire bis 10min, sonst nur 0 bis max. 2 min
Offene Anlagen und Pisten
Alle Anlagen und Pisten in Betrieb
+ Skilaufen
+ Tsantonnaire und Col Xpress
+ Wetter
+ Landschaft im Skigebiet
+ Panorama
+ Natürlich trassierte Pisten
+ Wenig Beschneiung im Gebiet, daher Naturschnee
- Schneezustand (mit meiner Technik nicht vereinbar, überhaupt keinen Druck gespürt)
- Pisten schnell ausgeapert
- Essen auf der Hütte
Bewertung:
Schon im Skigebiet: Blick auf Ovronnaz und das Rhonetal
Dreh und Angelpunkt Jorasse auf 2100m, links 4KSB Col Xpress, rechts 4SB Bougnonne
Landschaft am SL Petit Pré; leider war die Piste sehr hart und schnell ausgefahren, daher nur einmal gefahren
Landschaft an der Bergstation des 4SB Bougnonne, unten in der Schlucht das Highlight von Ovronnaz...
Herrlicher Verlauf des KSSL Tsantonnaire mit phantastisch pulvrigen Pisten
Panorama aus 2500m Höhe an der Bergstation Tsantonnaire
Rote Tsantonnaire-Pisten, die linke stark frequentiert, daher bei dem genialen Pulver schnell ausgefahren, die rechte weniger, darum besser zu fahren
Felsformationen an der Verbindungspiste zum Petit Pré
Noch ein Blick ins Rhonetal, vorne extrem eisige Piste am steilen SL Châtillon
Links der SL, rechts die schwarze zugehörige Piste
Talblick aus identischer Position
2. Tag: Anzère
Auch der zweite Tag sollte ein wetterbedingtes Highlight werden. Somit entschloss ich mich nach Anzère zu fahren, das ebenfalls wie Ovronnaz an den Südhängen des Rhonetals liegt. Im Vergleich zu Ovronnaz wird Anzère im Forum nicht so gut bewertet, oft nur als Durchschnitt bezeichnet. Meiner Meinung nach ist genau das Gegenteil der Fall, Anzère hat mich begeistert. Der Schnee war deutlich besser als Tags zuvor, viel pulvriger, teils auch griffiger. Die Pisten sind teils herrlich trassiert, das Skigebiet zwar auch eher klein, aber sehr weitläufig. Zudem trug auch das Essen in les Rousses, das deutlich besser als gestern war, zu einem rundum gelungenem Skitag bei...
Anreise & Retour:
Sion-Anzère und Retour in 30min
Wetter:
Kaiserwetter, auch milder als gestern bei -3°C
Schneezustand:
Pulver bis griffig, Talabfahrt und les Rousses unten hart
Schneehöhe:
1,8m laut Homepage, unter 1700m ein paar Steine, ließen sich aber gut umfahren
Wartezeiten:
Meist 0-5min, nur am les Rousses mehr (bis 10min), durch Singleeingang aber vermeidbar
Offene Anlagen und Pisten
Alle Anlagen und Pisten in Betrieb
+ Skilaufen
+ herrliches Skigebiet
+ Wetter
+ Schneezustand
+ Panorama
+ herrliche Pisten
+ überwiegend Naturschneepisten
+ Essen auf der Hütte
- Talabfahrt, aber an so einem Tag wie heute zu verschmerzen
Bewertung:
Blick ins Skigebiet: im Vordergrund SL Combe mit herrlicher Piste rechts, im Hintergrund sind noch SL Tsalan und die EUB aus Anzère zu erkennen
Geniale Schwarze Piste unter der EUB, perfektioniert durch den Panoramablick in Richtung Verbier
Zoom nach Crans-Montana, links die Flanken des Bella Lui erkennbar
SSL Turin mit herrlichem Carvinghang, den ich heute entjungfern durfte
Panorama ins Rhonetal mit den Orten Crans und Montana. Am SL Luys fand ich heute die besten Pisten des Tages vor
Ein Beispiel an der zugehörigen blauen Piste
Piste am SL Grilasse, leider etwas eisiger, bildete damit jedoch die Ausnahme heute
Interessant gelegene Piste in der Schlucht an der DSB Duez Le Bâté
Blick von dieser auf die andere Rhonetalseite
Einstieg in die lange Abfahrt nach les Rousses durch eine großartige Landschaft
Selbige Piste, diesmal von der 3KSB aus
Weiterer Verlauf der Piste, im unteren Teil leider auch etwas eisig
Talstation der sehr alten, aber verdammt flotten 3KSB Les Rousses, hergestellt im Hause vonRoll
3. Tag: Thyon - Veysonnaz
Beim morgendlichen Blick aus dem Fenster zeigte sich der Himmel über Sion grau und bedrohlich, sodass ich mir erst einmal Zeit zum ausgiebigen Frühstück nahm. Währenddessen schmiedete ich einen Notplan, Thyon - Veysonnaz schien eine günstige Option zu sein, da viele Pisten durch bewaldete Gebiete führen, die einen besseren Kontrast zur Piste ermöglichen. Daraufhin mit durchschnittlich hohen Erwartungen losgefahren, in Veysonnaz mit der EUB ins Gebiet und stand auf einmal im Sonnenschein der 4-Vallées. 20cm Neuschnee auf den Pisten ließen sich am Morgengigantisch genial fahren, jedoch verbuckelten die stark frequentierten Pisten bereits am Vormittag, doch bei dieser Auswahl an Pisten fanden sich auch noch am Nachmittag einige unverbuckelte Runs. Den Tag verbrachte ich hauptsächlich auf den Pisten von Veysonnaz und Thyon, die Gebietsgrenze stellte für mich heute Siviez dar, weiter konnte und wollte ich heute auch nicht kommen. Auf jeden Fall war es ein weiterer großartiger Skitag...
Anreise & Retour:
Sion-Veysonnaz und Retour in 20min
Wetter:
Morgens ein paar tieffliegende Wolken, Nachmittags Sonne pur, warm, so um die 0°C
Schneezustand:
20cm Pulverauflage, auf den frequentierten Pisten kam schnell die harte Unterlage zum Vorschein, Siviez eine einzige Eisfläche
Schneehöhe:
1,6m, leider viele Steine, vor allen Dingen in Richtung Siviez
Wartezeiten:
Meist 0-5min, Nachmittags an den Verbindungsliften (Drus und Greppon Blanc) 10-15min
Offene Anlagen und Pisten
Alle Anlagen bis auf SLs Combaye, Piccolo, und les Crêtes (LSAP?) und alle Pisten in Betrieb
+ Skilaufen
+ riesiges weitläufiges Skigebiet
+ Wetter
+ Neuschnee
+ super Panorama
+ viele Schlepper (beugt sich überschätzenden Anfängern vor)
- Schnelle Buckelpistenbildung
- Steine und Eisplatten Richtung Siviez (fiel nicht schwer ins Gewicht, viele Pisten top)
Bewertung:
Blick auf die EUB Veysonnaz, der Zubringer ins Skigebiet
Hinein in die Bärenpiste, hier hätten die olympischen Alpinwettbewerbe 2018 ausgetragen werden sollen - Sion scheiterte jedoch bereits in der Vorauswahl
Unterer Teil der Bärenpiste - Unten im Tal Sion
SL Cheminée als wichtigste Beschäftigungsanlage im Skigebiet, wie viele andere Lifte sind die Gehänge ausgestattet von Röhrs
Anlagen-Kuddel-Muddel im Bereich Thyon, erinnert an Frankreich, ebenso die Vorzeige-Retorte Thyon 2000 oben rechts
Herrlicher leicht abgelegener Hang im Bereich Thyon, erschlossen durch eine Garaventa- 4KSB
Und Blick nach unten
Herrliches Panorama Richtung Staumauer, links geht’s weiter ins Val d’Hérens
Blick hinunter ins Tal mit dem Verbindungslift Tsa in Richtung Siviez
Der Hang am Greppon Blanc 3, unten links am Hang der Ort Nendaz
Blick Richtung Verbier und Ausgang des Rhonetals
Im Tellerlift Meina, ebenfalls mit Röhrsgehängen
Panorama ins Talende unten Siviez, das heutige Etappenziel
Ziel erreicht, leider war der Hang eine grauenhafte Eispiste
Und Zoom auf den Gegenhang, unten der Grund für die vergletscherte Piste
Bereits auf dem Rückweg, leider war der Hang am Greppon-Blanc 1&2 auch von Steinen übersät
Letzter Blick auf Sion, Thyon 2000 mit dem LSAP(?)-Lift Les Crêtes
Die Berichte der restlichen Tage folgen...