Hat ja doch etwas gedauert, bis auch Südtirol gemerkt hat, dass es in Osteuropa Skifahrer gibt. Frage mich nur, ob sie den Sprung auf diesen Zug nicht bereits verpaßt haben? - Es sollten dann doch nicht nur Charterflüge von Berlin, Dortmund und Hamburg nach Bozen angeboten werden, sondern auch von osteuropäischen Flughäfen, wenn Ihnen z.B. so viel an den 2,5 Mio. polnischen Skifahrern liegt, deren "Einkommen jedes Jahr wächst".Südtirol macht Tirol die deutschen Skifahrer abspenstig
Die Gäste aus Deutschland und die Anzahl der Wintersportler stagnieren. Südtirol setzt im Verdrängungswettbewerb auf Charterflüge.
"Der deutsche Markt ist ausgereizt. Es geht jetzt nur noch um Verdrängungswettbewerb. Neue Skifahrer sind nicht mehr zu finden, wir können nur noch Urlauber, die bisher nach Tirol fuhren, nach Südtirol bringen", bestätigt Christoph Engl von der Südtirol Marketing Gesellschaft (SMG). Im kommenden Winter werden deshalb Charterflüge von Berlin, Hannover und Dortmund nach Bozen eingesetzt.
Um Auslastung und Wertschöpfung zu sichern, setzt Südtirol im Winter deshalb auch verstärkt auf neue Märkte. Die SMG (Jahres-Budget: 11,5 Mio. ?) bewirbt außerhalb der Hauptmärkte Deutschland und Italien (84 %) jetzt auch Großbritannien, Niederlande, Belgien, Tschechien und erstmals Polen. "Wer eine weite Anfahrt zu seinem Urlaubsziel in Kauf nimmt, bleibt in der Regel länger und das verbessert die Auslastung", ist sich Engl sicher. Allein in Polen gebe es 2,5 Millionen Skifahrer, deren Einkommen jedes Jahr wächst.
Für Tourismus-LR Thomas Widmann ist die Erreichbarkeit gerade für die neuen Märkte sehr wichtig. "Eine Studie in Salzburg hat ergeben, dass ein Flugtourist um 20 bis 30 Prozent mehr ausgibt, als ein normaler Urlauber", erklärt Widmann. Er will deshalb die Linien- und Charterflüge am Bozner Flughafen stärken, um neue, zahlungskräftige Gäste ins Land zu holen.
Auch die Gastwirte selbst haben inzwischen erkannt, dass nur ein internationales Gästepotential die Auslastung der über 200.000 Gästebetten in Südtirol sichern kann. Der Hotelier- und Gastwirteverband bietet verstärkt Kurse zur Verbesserung der Sprachkenntnisse des Personals an. Zudem leistet man bei den Hoteliers Überzeugungsarbeit, dass neue Märkte nur über eine verstärkte Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern erschlossen werden können. Ende Oktober startet auch ein neues Internet-Portal, in dem sich vor allem die vielen Kleinbetriebe bis zu 30 Betten kostengünstig präsentieren können.
Quelle: http://portal.tirol.com/wirtschaft/sued ... 4/index.do
Aber die Experten vor Ort werden schon wissen was sie tun. Oder doch nicht