Weiter geht die Erkundungstour im Osten Österreichs - nach dem Besuch am Semmering im Jänner 2010 stand nun die zweite Station meiner Erkundungsreise in Niederösterreich am Programm. Als Ziel sollte es dieses Mal ins Land der Ötscherbären gehen - mehrmals wurde mir das Skigebiet von Lackenhof schon von Kollegen als "klein, aber oho" ans Herz gelegt. Die Tatsache, dass dort mit Andreas Holzinger ein Ebenseer Geschäftsführer die Geschicke der Ötscher Bergbahnen leitet, machte das Ganze natürlich gleich noch ein wenig interessanter, und so machte ich mich am gestrigen Tag endlich auf die Reise ins tiefste Niederösterreich.
Der Ötscher stand ja schon länger auf einer Liste, aber ich hab mir vorgenommen, das Skigebiet wochentags zu erkunden, um so das wahre Potential auskundschaften zu können - und deshalb sollte es nun bis in den März hinein dauern, bis es endlich mal gepasst hat.
Etwas verspätet steige ich um kurz vor halb 10 in die neue 4er-Sesselbahn auf den Eibenkogl ein. Schon beim Einstieg ist klar: Hier hat man - zumindest wochentags - mit Massenbetrieb nichts am Hut. Das Auto parkt 20 Meter vom Lift entfernt, und auch sonst macht das tiefwinterlich und romantisch verschneite Lackenhof einen äußerst gemütlichen und freundlichen Eindruck auf mich. Antonia & Co. sucht man hier glücklicherweise vergebens - es dominiert der gemütliche und sportliche Aspekt.
Die Kulisse hier im Ötscherland ist imposant - ich wusste zwar, dass die Region doch vergleichsweise alpin ist. Aber dass man dort solch imposante Berge vorfindet, das hat selbst mich überrascht.
Bei gut -10 Grad geht´s mit der Eibenkogelbahn gemächlich, aber doch bergwärts, und kurz vor der Bergstation wird der Blick auf den Paradehang des Skigebiets an der modernen 4er-Sesselbahn am Kleinen Ötscher frei:
Das Wetter ist leider nicht ganz perfekt, zum Ski fahren taugt´s aber mehr als nur gut - es geht echt genial! Die Präparation ist mit jener in meinen eigentlichen Haus-Skigebieten absolut vergleichbar - eine perfekt gewalzte Abfahrt am Kleinen Ötscher wartet auf mich:
Die Direktabfahrt am Kleinen Ötscher katapultiert sich sofort unter meine Lieblingsabfahrten aus der Kategorie "schwarz" - ein absoluter Traumhang, und an einem Tag wie diesem einfach nur genial zum Fahren. Und sowas von leer!
Aber auch die Distelpiste, die ebenfalls vom Kleinen Ötscher runter in Richtung Fuchswaldlifte führt, steht der Kleinen-Ötscher-Piste um nichts nach:
Wir haben Mitte März - trotzdem präsentiert sich die Gegend tiefverschneit - so, wie wir´s eigentlich zu Weihnachten gerne gehabt hätten:
Geschätzte 300 Gleichgesinnte sausen mit mir gemeinsam heute mehr oder weniger flott runter - ich hab jedenfalls nie Platzprobleme und kann immer mein (durchaus flottes) Tempo fahren - so mag ich das!
Bevor die heranziehende Schlechtwetterfront kommt, sause ich noch schnell auf den Großen Ötscher, um auch dort die Pisten auszutesten:
Schade, dass es hier nicht mehr weiter raufgeht - dieser Bereich bleibt leider den Tourengehern vorbehalten:
Nach einer Bergfahrt über knapp 600 Höhenmeter in einer eisig-kalten Doppelsesselbahn stürze ich mich schleunigst in die Abfahrt vom Großen Ötscher - saukalt ist mir inzwischen! Trotzdem - diese tolle und genial trassierte Abfahrt entschädigt für das Bibbern am Lift:
Schnelle und moderne Lifte nach "Salzburg-Standard" sucht man hier in Lackenhof (leider, oder zum Glück - das ist hier die Frage) vergebens. Wer also auf Sitzheizungen, orange Bubbles usw. steht, der sollte besser in Flachau & Co. bleiben. Dafür aber kriegt man hier in Lackenhof ein kleines, aber feines Skigebiet mit 3 richtig langen und genialen Abfahrten (Kleiner Ötscher, Distelpiste, Großer Ötscher) geboten, die man vor allem wochentags weitestgehend für sich alleine haben dürfte. Obwohl der höchste Punkt im Skigebiet nicht einmal 1500 Meter erreicht, kann man getrost von einem richtig alpinen Skigebiet sprechen, dessen landschaftliche Reize bei Schönwetter sicherlich einem typischen Salzburger Gebiet um nichts nachstehen. Die restlichen Abfahrten sind ideal für Anfänger geeignet und runden das Pistenangebot am Ötscher ab.
Nochmals ein Blick auf die Distelpiste:
Ein motiviertes und freundliches Team kümmert sich hier um die an Tagen wie diesen eher spärlichen Gäste - beim Einstieg wird geholfen, und wenn´s mal ein wenig schneit, dann werden auch die Sesselpolster schnell noch einmal abgekehrt - SUPER SERVICE!!!
Für mich stellt das Skigebiet jedenfalls eine tolle Abwechslung zum Massenbetrieb in meinen sonstigen Heimat-Gebieten dar, und ich war ganz sicherlich nicht das letzte Mal dort! Wie schon erwähnt bin ich von der Charakteristik der 3 genannten Abfahrten richtig angetan, und in Anbetracht der (vergleichsweisen) Nähe zu Wien kann´s durchaus sein, dass ich mich vielleicht noch in diesem Winter dort noch einmal blicken lassen werde!
An das Team aus Lackenhof kann ich jedenfalls nur die besten Grüße richten - ich wünsche euch, dass ihr euer Skigebiet in den nächsten Jahren noch besser weiterentwickeln könnt - das Potential ist in jedem Fall vorhanden! Und bis dahin bleibt´s in jedem Fall ein netter (Geheim-)Tipp!
PS: Lanschi hat ab sofort eine neue Cam - die Nikon D5000. Was das Ding so kann, wird sich an de nächsten Skitagen zeigen.