Alle Jahre wieder:
Vergangene Woche (6. bis 13.3.2010) habe ich meinen Traditionalisten-Urlaub in Obersaxen verbracht und genossen. Kurzum: es war so wie immer in den letzten 27 Jahren, nämlich grandios. Das Gebiet ist und bleibt authentisch, gemütlich - und extrem vielseitig. Etwas vom Besten an diesem Gebiet ist m.E. der fact, dass man den lieben langen Tag lang seine Skier oder Snowboards festgezurrt haben kann, ohne dass man je einmal abschnallen muss. Denn: es gibt ausschliesslich Schlepper oder Sessellifte. Das ist doch auch was, oder?!
Schnee lag dieses Jahr jedenfalls genuegend - so zwischen 40 cm im Talstationen-Bereich und 90 cm Pulver auf dem Berg. Es flöckelte immer wieder, allerdings total nicht mehr als 10 cm. Und: es war für Anfang März saukalt, wie wohl fast ueberall in den Alpen in diesem Jahr.
Was mir hingegen eindeutig N I C H T gefallen hat, ist die neue Beschneiungsanlage vom Hitzeggen (dort oben voellig unnötig; da hats noch immer genuegend Schnee gehabt) runter bis ins Val Lumnezia. Obwohl mir sehr wohl bewusst ist, dass gerade die Südseite auf künstliche Beschneiung angewiesen ist, so sind diese Schneilanzen einfach nur hässlich. Und zudem stehen sie zum Teil massiert mitten (!!!) auf der Piste (und nicht etwa am Pistenrand). Die wunderschöne Landschaft des Lugnez mit seinen sanften Alphügeln wird so massiv verunstaltet. Einziger Vorteil: so können sich die Obersaxer resp. Lugnezer die fehlende Pistenmarkierung sparen:-)
Und nächstes Jahr soll ja in Sachen artifizielle Beschneiung auch der Nordhang (Obersaxer Seite) drankommen. Schade drum, but "so isch dr Läbe", würde der Elsässer sagen!
Zur drohenden Schliessung von Sasolas konnte ich lediglich in Erfahrung bringen, dass im Juni dieses Jahres ein definitiver Entscheid gefällt wird. Das wurde mir mehrfach bestätigt. Laut Aussagen diverser angefragter Personen ist dabei im Moment zumindest alles offen. Ich kann mich nur wiederholen: Hoffentlich sind die Bergbahnen Obersaxen so klug und weise, und lassen die beiden Lifte Cuolm Sura Plitsches sowie Sasolas-Plitsches weiterhin laufen. Ein Wegfall dieser beiden Anlagen wäre ein grosser Imageverlust und eine Abwertung des Skigebiets sondergleichen.
Der Sasolas-Lift lief in dieser Saison nur bis letzten Sonntag - seither ist Betriebsschluss. Und dies, obwohl die Verhältnisse dort derzeit hervorragend sind...sanftes Druckmittel der Bergbahnen?
Erstaunlich, wenn auch nicht sonderlich ueberraschend, war die Wortkargheit der von mir angefragten Personen betreffend Sasolas-Gebiet, seien es Liftangestellte, Wirte oder sonstige Einheimische. Allesamt waren diese wie der Obersaxer Olympiasieger Carlo Janka, nämlich extrem wortkarg. Sämtliche Fragen in Bezug auf die Zukunft von Sasolas wurden in bester Janka-Manier einsilbig beantwortet: "Ja, es wäre zwar schade, wenn Sasolas aufgegeben würde, aber da kann man nichts machen", "Keine Ahnung, was in dieser Beziehung läuft", "Ich weiss nichts Genaueres", "Dazu möchte ich mich nicht äussern" etc. etc. - Alle diese Voten lassen leider nicht viel Positives erhoffen, auch wenn diese Personen natürlich keine Entscheidungsträger und deren Aussagen nur bedingt repräsentativ sind...
Wahrscheinlich wird Sasolas als Bauernopfer für die Ausbaupläne der BB Obersaxen (neuer Sessellift Misanenga-Untermatt-Stein sowie Ausbau der Beschneiung auf Obersaxer Seite) herhalten müssen. Noch ist es allerdings nicht zu spät.
Nachfolgend der Fotobericht zum diesjährigen Obersaxen-Trip; wird wie ueblich laufend ergänzt...
Panorama:
Vierbeiner auf dem Piz Pundaun, wintertauglich:
Im Gebiet Sasolas, das permanent der Schliessung ausgesetzt ist:
Sasolas im Bereich der Talstation: Unzählige Freeride-Varianten:
Sasolas: die linksseitigen, leichten (blauen) Abfahrten:
Sasolas-Lift:
Unzählige anspruchsvolle Varianten, zumeist nur mit geringer Lawinengefahr; hinten der Piz Mundaun:
Sasolas-Bergstation mit Blick auf Ilanz, Castrisch und die Rheinschlucht:
Der Piz Mundaun mit der Hauptstadt Graubündens, Chur, im Hintergrund. Sieht man auch nicht alle Tage, dass Chur im März unter einer Schneedecke liegt:
Hitzeggen-Bergstation; hinten Piz Gren:
Der massige und elend lange Skilift Gischniga-Stein. Soll in absehbarer Zeit durch einen Sessellift ersetzt werden, was ich persoenlich sehr schade finde.
Unikum: Portalstütze, weiter oben hats nochmals eine an der Bergstation:
Imposanter Abstand zwischen Piste und Sessellift: Kartitscha-Stein...
Ueberaus schlichte Bergstation des Sessellifts Kartitscha-Stein:
Das Pistenangebot ist gross, die Off-Pisten-Varianten ebenfalls:
Abfahrt vom Stein; im Hintergrund das Val Lumnezia und seine Berge: