Ein Busterminal und ein grosses Parkhaus bei der Silleren-Talstation im Fuhrenweidli, dazu eine neue Brücke über die Engstligen und eine Umfahrung des Dorfkerns: Adelboden plant seine Verkehrszukunft.
Dorfstrasse von Adelboden: Dass hier oft zu viel Strassenverkehr herrscht, ist eine Tatsache. Eine Entlastung - und eine Verbesserung für Fussgänger - ist aber nicht einfach zu realisieren. Bild: Hans Rudolf Schneider
Der Ferienort Adelboden hat nicht nur an absoluten Spitzentagen während der Saison ein Verkehrsproblem. Das ist keine neue Tatsache. Am 8. Adelbodner Tourismustag wurde aufgezeigt, aus welchen Einzelteilen eine Lösung erstellt werden könnte. Zwei neuralgische Punkte müssen entschärft werden: Die Verzweigung bei der Schützenbrücke von der Kantonsstrasse Richtung Sillerenparkplatz/Engstligen, wo es regelmässig Rückstaus gibt sowie der Engpass Dorfstrasse.
Die Gemeinderäte Silvia Schranz und Jürg Blum zeigten auf, wie viele – zum Teil abenteuerliche – Entlastungsvarianten für die Dorfstrasse schon studiert worden sind. Dazu gehört auch die vieldiskutierte und verhandelte Zelgstrasse oder ein Kehrtunnel. Eine definitive Lösung ist jedoch noch nicht definiert. Blum: «Auch bei der Schützenbrücke wird wohl weder der heutige provisorische Kreisel noch die vom Kanton vorgeschlagene Mehrzweckspur alle Probleme lösen – vor allem nicht an Spitzentagen.»
Kombinierter öV
Ein wichtiges Teil des Konzeptes ist der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Dabei steht im Zentrum ein Busterminal im Fuhrenweidli bei der Talstation Sillerenbahn. Hier soll der Schnittpunkt zwischen Fern- und Dorfverkehr entstehen. Mit einer leistungsfähigeren Dorfbahn sowie dem Ortsbus oder Shuttle-Bussen könnte im Dorf eine Entlastung erreicht werden. Das bedingt jedoch auch eine neue Zufahrt vom Friedhof über die Engstligen ins Fuhrenweidli, da sonst wieder die Verzweigung Schützenbrücke belastet wird.
«Im Fuhrenweidli ist angedacht, ein Parkhaus zu bauen. In einer ersten Etappe mit 550, im Endausbau mit 1100 Parkplätzen», so Jürg Blum. So könnte auch der Individual- und vor allem der Suchverkehr ausserhalb des Dorfs gehalten werden, zwingend ist dazu aber ein Parkleitsystem.
«Kein Gratisbus»
«Es muss zudem möglich sein, zum Beispiel mit den Skipässen, Tages-, Gäste- oder Einheimischenkarten dieses ausgebaute öV-Angebot zu nutzen. Wichtig dabei, so Silvis Schranz, «es gibt keinen Gratisbus, ansonsten verlieren wir die Subventionen.» Eine Partnerschaft zwischen Gemeinde, Bergbahnen, Adelboden Tourismus, dem Busunternehmen AFA und dem Alpenbad drängt sich auf. Allein die Bergbahnen haben 1,8 Millionen Franken für die Anbindung an den öffentlichen Verkehr vorgesehen. Diese Lösung mit neuer Brücke und Busterminal ist auf 5,8 Millionen Franken geschätzt, ohne Parkhaus. Schranz: «Die Realisierung des Konzeptes muss etappiert werden, das ist klar.» Über einen Zeitplan äussert sie sich zurückhaltend, realistisch für den Endausbau ist laut Blum wohl eine Spanne von 15 Jahren, denn «noch ist gar nichts entschieden».
Dass die Umsetzung des ausgedachten Konzeptes Not tut, ist einerseits durch die kommenden Staus der Wintersaison gegeben, andererseits aber auch durch die laufende Ortsplanungsrevision. Mit der geplanten Eröffnung des Alpenbades Ende 2012 steigt der Zeitdruck für erste Verbesserungen. Der Kanton hat zudem klar signalisiert, dass ohne ein Verkehrskonzept die Planungsrevision keine Chance auf eine Genehmigung hat. «Allerdings hat der Kanton auch schon zu Verstehen gegeben, dass wir auf dem richtigen Weg sind», betont Silvia Schranz.
(Berner Zeitung)