Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

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Emilius3557
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Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Emilius3557 »

Unser User AF hat es im jüngsten Bormio-Bericht von MartinD bereits angedacht, wir haben es dieses Jahr in der Karwoche, inspiriert von vielen begeisternden Livigno-Berichten hier im Forum, bereits so vorexerziert: eine Woche Skiurlaub im Alta Valtellina mit Quartier in Livigno und Skipass Alta Valtellina, 4 ½ Skitage in Livigno, jeweils einer in Bormio und Cima Piazzi/Oga-San Colombano, der Besuch in Santa Caterina war eingeplant, wurde aber aufgrund der Wetter- und vor allem prekären Straßenverhältnisse auf dem Passo Foscagno gestrichen. Diese auf Dauer (v.a. bei dreimaligem Hin- und Herfahren) nervige und zeitkostende Fahrtstrecke würde ich als wichtigsten, negativen Punkt einer solchen Urlaubsplanung nennen, man braucht doch mind. 45 Minuten von Livigno zu den anderen Talstationen, wenn nicht eine Stunde oder mehr (je nach Verhältnissen). Das nächste Mal, denke ich, werden wir (wieder) eine „ski à pied“-Destination suchen (Frankreich, Dolomiten…). Vielleicht auch noch ein interessantes Destinationswahl-Detail: eigentlich wollte ich mal wieder nach Samnaun, dort haben wir jedoch keine uns zusagende Unterkunft in der gleichen Preisklasse wie in Livigno gefunden.

Unsere Unterkunft war ein für Livigno typisches Drei-Sterne-Hotel (Lanz) im nördlichen Ortsteil mit Skibushaltestelle der „blauen Linie“. Da diese jedoch einen sehr weiten Bogen bis ins Val Federia fährt, haben wir es bis auf einmal immer vorgezogen die 200 Meter (3 bis 5 Minuten) zum SL Cassana zu laufen. Von dort kann man sich mit kurzen Querfahrten zum SL Valandrea und dann zur 8-EUB Tagliede hinüberhangeln, was kurzweilig ist und den Vorteil bietet sich ein wenig warmfahren zu können. Zurück kann man von der Mittelstation der 8-EUB eine schmale, sympathische Waldabfahrt bis zur Bergstation des SL Cassana wählen und so möglichst nahe wieder zur Unterkunft zurückfahren. Bei den Mottolino-Besuchen (die östliche Talseite) sind wir am ersten Tag noch mit dem Auto gefahren, ansonsten mit dem wirklich gut funktionierenden Skibussystem, wobei eine Seilbahnverbindung über den flachen Talboden hinweg natürlich noch bequemer wäre, aber man „kann sich auch a Loch ins Knia nei bohrn und a Marmelad nei schmiern“, wie sich ein legendärer Mathe-Lehrer unserer Schule auszudrücken pflegte (auf die Frage eines Schülers, ob man die Rechnung nicht auch auf eine andere Art und Weise lösen könne – übrigens ein exzellenter Skifahrer, dieses Lehrer, habe ihn einmal zufällig am Sudelfeld getroffen wo wir ein paar fetzige Runs in der „Rossgassn“ und dem „Stockhang“ eingelegt haben, das waren noch Zeiten, die 11. Klasse...).

Das Hotel ist mittelgroß, wir haben 48 Euro für die Halbpension im Doppelzimmer gezahlt, Essen wie nicht anders zu erwarten in Italien, hervorragend, die Zimmer vielleicht etwas klein, aber technisch auf dem neuesten Stand, sympathische Wirtsleute die sehr gut Deutsch sprechen, ein paar Brocken italienisch schaden aber nicht für die Kommunikation mit dem Bedienungspersonal.
Livigno selbst gefällt mir eigentlich sehr gut, habe mich sehr wohl gefühlt. Zwar fehlen tatsächlich die Bürgersteige weitgehend, aber in unserem Bereich war nicht besonders viel Verkehr. Die vielen kleinen und mittelgroßen Häuser sind ein wohltuender Kontrast sowohl zu den Retorten-Kästen der Westalpen als auch zu den Balkon-Bunkern der westösterreichischen Jodel-Architektur. Der romanische Einfluss ist in Livigno eben allgegenwärtig. Sehr schön finde ich den oben „beklagten“ flachen, weiten Talboden, der für ein Hochland-Gefühl sorgt. Man fühlt sich nicht von himmelhohen Bergen eingeschlossen oder bedrängt und genießt viel Sonne, umso mehr natürlich im Frühjahr.

Anfahrt am Samstag, 27. März 2010

Route: 7.00 Uhr Abfahrt, A99 Ausfahrt Sauerlach (da bereits Stau am Überleiter zur A8), dann Wolfratshausen, GAP, Fernpaß (dort ab Abzweig in Biberwier langsamer Kolonnenverkehr, ab Nassereith wieder flüssiger). B171 Inntalbundesstraße, Ortsdurchfahrt Landeck, Oberinntal, Grenzübergang ins Unterengadin (ab hier Neuschnee bis ins Tal), Scoul, Zernez, dann teilweise schneebedeckte Fahrbahn hinauf zum Ofenpaß, Abzweig Munt da Schera-Tunnel nichts los, in Livigno plötzlich blauer Himmel und ideale Winterszenerie mit etlichen Zentimetern Neuschnee, sind im wahrsten Wortsinne geblendet. Ankunft 11.30 Uhr, Hotel Lanz relativ schnell gefunden; Zimmer bereits fertig, Bezug und Entschluss den Nachmittag bereits auf der Piste zu nutzen. Umziehen und Autofahrt zur Talstation Mottolino.

Am Spätnachmittag Einkaufen gegenüber (Getränke, Käse, Salami, Brot), Rekognoszierungsspaziergang durch den Ort vor dem Abendessen ab 19.30 Uhr.


Skipass:

Kauf an der Kasse Talstation 12-EUB Mottolino. Halbtagespass für Samstag wäre ähnlich teuer wie reduzierte Tageskarte Samstag (26-27 EUR), deshalb nehmen wir den Alta Valtellina Pass anstatt für 6 gleich für 7 Tage (223 EUR pro Person, zuzüglich 5 EUR Pfand für die Chip-Karte). Der Preisunterschied zur 6-Tageskarte war nur mehr 17 EUR, ergo günstiger als ein Sonderticket für Samstag.

Wetter- und Programmübersicht:

Samstag, 27. März 2010: Anfahrt, drei Stunden Livigno-Mottolino: strahlender Sonnenschein, Neuschnee in der Nacht davor
Sonntag, 28. März 2010: Livigno-Costaccia/Carosello 3000: Sonnenschein mit leichter Bewölkung am Nachmittag
Montag, 29. März 2010: Livigno-Mottolino, dann Costaccia/Carosello 3000: stark bewölkt, nachmittags Aufklarung.
Dienstag, 30. März 2010: Livigno-Costaccia/Carosello 3000: starker Föhnsturm
Mittwoch, 31. März 2010: Bormio: bis Mittag sehr schön, dann Eintrübung und starke Bewölkung
Donnerstag, 1. April 2010: Cima Piazzi/Oga-San Colombano: Schneefall den ganzen Tag über
Freitag, 2. April 2010: Livigno- Costaccia/Carosello 3000, dann Mottolino: Sonnenschein, vormittags etwas diffus, nachmittags immer mehr aufklarend
Samstag, 3. April 2010: Heimfahrt, schönes Wetter


Skigebietscharakteristik Cima Piazzi/Oga-San Colombano


Link zum Skiplan: http://www.alta-valtellina.it/tools/skiarea_03.cfm

Dieses Skigebiet war schon mehrfach im Forum vertreten, zumeist als Draufsicht von Bormio aus betrachtet, aber mindestens einmal auch wegen der teilweise wohl suboptimalen Zusammenarbeit der beiden Betreibergesellschaft. Nichtsdestotrotz auf jeden Fall einen Besuch wert. Vom Charakter her ein deutlicher Kontrast zum hochalpinen Livigno und Bormio, da es weitgehend unterhalb der hier auf ca. 2200 m Höhe verlaufenden Wald-/Baumgrenze (so genau habe ich nicht beobachtet) liegt, was es als Schlechtwetterziel prädestiniert und genau deshalb sind hier auch am 1. April dorthin gefahren.

Es gibt zwei Zugänge zum gemeinsamen Skigebiet: die 2007 als modernste und einzige Express-Anlage gebaute Leitner 8-EUB von Isolaccia als Ersatz einer DSB mit Conus-Kabinen und extrem weitem Kabinenabstand (Kapazität auf 1200 p/h beschränkt), sowie die 4-SB Le Motte-Dossaccio, die unterhalb des Ortes Oga startet. Der direkte Zugang von Oga wurde ja bekanntlich bereits vor einiger Zeit stillgelegt. Von Bormio aus ist die Lifttrasse jedoch noch gut einsehbar.

Insgesamt gibt es also zwei Liftketten auf den 2360 m hohen Monte Masucco, von dem aus zwei relativ lange 1000-Hm Abfahrten zu den genannten Talstationen starten. Vom Masucco aus hat man dann Zugang zu einer Art weitem, baumfreien Hochplateau, das von drei Schleppliften bedient wird und u.a. den höchsten Punkt, den 2550 m hohen Dosso le Pone enthält. Dieser Bereich war bei unserem Besuch wohl aus witterungstechnischen Gründen außer Betrieb, so dass ich darüber nichts weiter sagen kann – außer, dass der Pistenplan das Gebiet ziemlich fehlerhaft darstellt, was insbesondere bei Ortsunkenntnis und Nebel zu einiger Verwirrung führt und die Beschilderung eher sparsam ausgeprägt ist (so erwartet einen am Ausstieg des SL Masucco erst einmal ein großes „chiuso“-Schild. Aha, ist die Verbindung dann nach Oga überhaupt offen? Die meisten anderen Gäste dachten wohl „nein“, weshalb wir in diesem Bereich dann so gut wie allein war).
Das Liftsystem besteht aus der 8-EUB, der 4-SB, zwei DSBs, die in Folge der 4-SB auf das Plateau führen, zwei Schleppliften, Palancana (mit Bügeln!) und Masucco, die von Isolaccia aus den Kreis schließen. Was an Liftkomfort fehlt wird durch weitgehend flächendeckende Beschneiung wettgemacht. Die langen, leeren Waldschneisen hinunter nach Oga sind mit Schneilanzen bestückt, so dass auch Anfang April die Talabfahrt kein Problem darstellt. Schade ist, dass die einzige Expressanlage zurzeit an der nicht gerade attraktivsten Abfahrt steht, der mit sehr langen Ziehwegpassagen gesegneten Talabfahrt nach Isolaccia. Im oberen Abschnitt gibt es eine sehr steile schwarze Passage direkt unterhalb der Gondel, diese war jedoch aus nicht ersichtlichen Gründen gesperrt und nach allen Berichten über Carabinieri in italienischen Skigebieten habe ich es dann doch nicht gewagt den Zaun zu umfahren.

Sehr ergiebig ist der Bügel-SL Palancana, der drei Waldschneisen bedient, während der SL Masucco deutlich kürzer die Verbindung zum Gipfel herstellt und ein kurzes Steilstück hinaufführt. Die schönste Abfahrt aus meiner Warte ist die lange Talabfahrt vom Masucco hinunter nach Oga, wobei wir nicht alle Schneisenvarianten mitgenommen haben. Die oberste DSB, die unbequeme (Nascivera?) San Colombano (auf den harten Plastiksesseln Marke „Gartenstuhl aus den 1970ern“ steht MEB), quert hauptsächlich den Hang, mangels Sicht kann ich nicht beurteilen, ob die Bahn wirklich attraktive Abfahrten erschließt.

Fazit: wer es gerne auch mal altmodischer erträgt und viel Ruhe und Platz beim Skifahren hat ist hier für einen Tag genau richtig.
Für die Zahlenfetischisten: Stundenkapazität 10.800 p/h, multipliziert mit den Höhenmetern der Lifte: 3,3 Mio. Personenhöhenmeter pro Stunde (PHm/h), also in etwa so groß wie die Christlum oder das Spieljoch in Fügen, wo es sicherlich mehr Pistenfläche im Verhältnis zur Kapazität gibt wie in der Christlum, noch dazu weil die durchschnittliche Kapazität der Anlagen bei nur 1.200 p/h liegt.


6. Skitag, Donnerstag, 1. April 2010, 10.30 Uhr bis 15.30 Uhr: Valdidentro


Abfahrt wieder gegen 9 Uhr, beim Frühstück war die Straße noch trocken, dann rasche Verschlechterung.
Rückfahrt: etwas mehr als eine Stunde. Die heikle Stelle vom Vormittag kein Problem, fahren langsame 35 bis 40 km/h, die drei Haarnadeln sind auch kein Problem, die Sicht wird immer schlechter. Bergab nach dem Pass ist es leerer und in Ordnung, ebenfalls der Rest der Strecke, nur fahren unsere Vorausgänger teilweise nur 15 bis 25 km/h was das Ganze unnötig in die Länge zieht.

Wetter und Schnee: den ganzen Tag über trüb und Schneefall, teilweise sehr stark und Schneesturmartig; mehrere Male die Sonne deutlich gesehen und Aufhellungen erhofft, u.a. in Le Motte bessere Sicht, u.a. auf die wilde Braulio-Schlucht in Richtung Stilfser Joch und auf das Skigebiet von Bormio. Insgesamt sicherlich 20 cm Neuschnee gefallen, fahren den ganzen Tag Tiefschnee auf den kompakt-eisig präparierten Frühjahrsschneepisten der vergangenen Tage. Da extrem wenig Leute unterwegs sind, bilden sich aber nicht zu große Haufen.

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1. 8-EUB Isolaccia-Pian dela Mota (653 Hm): 2007er Leitner mit Conus-Kabinen, sehr steile Trasse, mit 1200 p/h extrem weiter Gondelabstand: Talabfahrt egtl nett, in der Mitte sehr langer Ziehweg. Frischer Neuschnee auf harte, kompakte Unterlage, alles im Wald. Schnee pappt sehr stark, sehr feucht.

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2. 8-EUB Isolaccia-Pian dela Mota (653 Hm): Querung zum
3. SL Palancana (236 Hm): überraschend sogar ein Doppel-Bügler. Bedient mind. 2 ½ Abfahrten, wichtigste Anlage hier oben.

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4. SL Palancana (236 Hm):

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5. SL Massucco (196 Hm): steiler, Leitner-Teller-SL. Oben kaum Sicht und Sturm, keine Bäume mehr, Verbindung nach Oga höchst unklar. Keine Schilder, nur eine „Pista chiusa“-Verbotsschild mit Absperrung. Fahren die kaum befahrene Abfahrt zurück. Pinkelpause im Restaurant. Sich verwählende Anruferin am Handy wg. „Meerschweinchen…“ pfff…

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6. SL Palancana (236 Hm):
7. SL Massucco (196 Hm): Wagen nach den etwas unklaren Antworten des Liftmannes die Verbindung auf eigene Faust. Sicht jetzt etwas besser, sehen, dass die Sesselbahnen sich drehen. Lange Waldabfahrt „Dei Cervi“ mit vielen Kurven, mal Ziehwegen, immer komplette Lanzenbeschneiung, kaum befahren und kaum Leute zu sehen. Mittagspause auf Picknickbank im Grünen, da in Le Motte nur mehr weißes Band im Grünen. Schöne Ausblicke nach Bormio.

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8. 4-SB Le Motte (313 Hm): DM fixer. Pista „Adler“ parallel zum Lift, eher „Schnecke“, da der Schnee stark bremst.

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9. 4-SB Le Motte (313 Hm):

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10. DSB Forte tade (458 Hm): Lange, flott fahrende DSB durch weltabgeschiedene, einsame Winterwälder. Niemand anderes mehr unterwegs. Verbindungsabfahrt zur
11. DSB San Colombano (250 Hm): sehr schrottig, Hersteller MEE (?), Sitze wie alte Gartenmöbel aus den 70ern.

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Im Sturm Querung zum
12. SL Monte Masucco (132 Hm). Die hinteren SL laufen offenbar nicht. Der Pistenplan ist hierbei absolut fehlerhaft, da der SL problemlos von der DSB zu erreichen ist, der Plan suggeriert das Gegenteil. Extremer Sturm, sehr unangenehm! Abfahrt zur Hütte und Heiße Schokolade (2,2 EUR pro Stück) zum Aufwärmen. Talabfahrt geht aber v.a. oben sehr gut

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Hier das gesperrte schwarze Teilstück der Talabfahrt: sieht egtl sehr gut aus...

13. 8-EUB Isolaccia-Pian dela Mota (653 Hm): Letzte Fahrt und nochmals die wirklich lange Talabfahrt.

Insgesamt: 13 Fahrten, 4527 Hm. Skigebiet echt nett für einen Tag, leider Bedingungen miserabel und die Passfahrt nicht wert; das nächste Mal nur Destinationen mit Seilbahnverbindung.

Morgen folgt der Bericht aus Bormio, danach dann Livigno.
Besinnung auf die Kernkompetenzen - altbewährte Dummschwätzerei...

Rüganer
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Rüganer »

Dieses Gebiet habe ich vor einem Jahr nicht geschafft, war zu spät dran. Danke für die Eindrücke.
Danke Schweiz und Bulgarien !
Martin_D
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Martin_D »

Emilius3557 hat geschrieben: Diese auf Dauer (v.a. bei dreimaligem Hin- und Herfahren) nervige und zeitkostende Fahrtstrecke würde ich als wichtigsten, negativen Punkt einer solchen Urlaubsplanung nennen, man braucht doch mind. 45 Minuten von Livigno zu den anderen Talstationen, wenn nicht eine Stunde oder mehr (je nach Verhältnissen).
Ich denke, bei einer solchen Urlaubsplanung um den Skipas Alta Valtellina wäre ein Quartier in Trepalle oder im Valdidrento am günstigsten. Von Trepalle nach Bormio spart man sich auf jeden Fall bereits eine viertel Stunde. Von einem Ort in Valdidrento wie z.B. Isolaccia ist man in 20 Minuten in Trepalle, von wo aus man ins Skigebiet von Livigno einsteigen kann. Die Zeiten gelten natürlich nur bei einigermaßen guten Straßenverhältnissen.

Gespannt bin ich schon auf deinen Bormio-Bericht, ob du das Skigebiet dort ähnlich wie ich oder anders wahrgenommen hast.
2025/2026
Schnalstal, Sulden, Sulden, Zillertalarena, Hintertuxer Gletscher, Corviglia, Diavolezza/Lagalp, Livigno, Meran 2000, Schnalstal, Sulden, Schöneben, Schöneben, Nauders, Nauders, Schöneben, Schöneben

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Emilius3557
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Emilius3557 »

Skigebietscharakteristik Bormio-Cima Bianca

Link zum Skiplan: http://www.alta-valtellina.it/tools/skiarea_02.cfm
Leider gibt es auch gedruckt keinen exakteren Skiplan (z.B. mit nummerierten/benannten Abfahrten), was die Orientierung vor Ort bzw. das systematische Abfahren nicht leichter macht.

MartinD ist mir ja (leider) mit einem exzellent geschriebenen und photographierten Bericht zuvor gekommen – trotzdem will ich mich an eine eigene Einschätzung wagen.
Die Cima Bianca in Bormio ist mit Sicherheit für sich betrachtet ein idealer Skiberg und bietet faktisch zwei fast völlig unabhängige Abfahrten über 1800 Hm in Nordlage von eigentlich durchgehender Steilheit. Dabei werden fast alle Höhenstufen durchquert vom 3000 m hoch gelegenen Gipfelhang, der in seiner Breite und Ebenmäßigkeit fast auf einem Gletscher liegen könnte, den baumfreien Passagen am Cimino, den langen Waldschneisen bis Ciuk und schließlich durch locker bewaldete Bergbauernwiesen bis zur traditionsreichen Ortschaft. Dabei braucht es eigentlich nur zwei Liftanlagen um die komplette Pistenfläche abzudecken: die 2003 gebaute, sehr kapazitätsstarke 8-EUB (Leitner mit Sigma-Kabinen, leider keine Skiköcher, deshalb bereits sehr verkratzte Scheiben) von Bormio nach Bormio 2000 und die daran anschließende, klassische Pendelbahn über 1067 Hm zur 3012 m hoch gelegenen Bergstation. Zusammen führen beide Bahnen sage und schreibe 5,7 km nach oben, also kann man sich ausrechnen, wie lange die Talabfahrt hier ist. Im Zuge der Ski-WM 2005 wurde das Skigebiet in Bormio nicht nur mit einer sehr leistungsfähigen Schneianlage ausgestattet, sondern es wurde das Liftsystem offenbar massiv rationalisiert und auf den aktuellen Stand gebracht (wenn man die vielen ehemaligen Schneisen und das Gewirr im 1985er Skiatlas vergleicht). Drei kuppelbare 4er-Sesselbahnen dienen als 2. Liftkette auf die Cima Bianca bzw. als sehr höhenmeterintensive Beschäftigungsanlagen. Gewaltig zieht v.a. die steile 4-KSB Bormio 2000-Cimino auf 1,86 km Streckenlänge immerhin 687 Hm hinauf, nach oben hin immer steiler werdend, das gibt es nicht oft. Entgegen bisweilen in den Foren geäußerter Kritik an der Gipfel-Sesselbahn empfand ich die bequeme Leitner 4-KSB bis auf 3011 m (eine der höchsten KSBs der Alpen) nicht als störend. Laut Skiatlas 1985 hat diese Anlage ja auch offenbar eine Vorgängerin gehabt. Bis auf einen relativ kurzen Bereich vor der Bergstation Cimino ist die Gipfelabfahrt auch keineswegs so schmal und eng wie ich es mir aufgrund einiger Bericht bis dato vorgestellt hatte. Gerade der Starthang ist extrem breit.

Die Abfahrten hat MartinD ja bereits sehr treffend vorgestellt: der aussichtsreiche und bis auf den ersten Abschnitt nicht zu steile Gipfelhang (mit kurzer, aber pikanter Tiefschneeeinlage unter der 4-KSB), dann die beiden Hauptrouten „Bimbi al Sole“ im Westen sich hinunterschlängelnd und zu einigen Tiefschneeabstechern einladend, im Osten die „San Ambrogio“ mit mehreren Varianten und in der Mitte (unterhalb der 4-KSB Cimino) weitere Steilabfahrten, die jedoch bei unserem Besuch nicht präpariert waren und ich sie mit Rücksicht auf meine Begleitung nicht befahren habe. Vom Gipfel der Cima Bianca gibt es noch eine extrem spannend anzusehende Variantenabfahrt durch den großen Kessel, den die PB überspannt, die dann etwa bei der Hälfte auf die „Bimbi al Sole“ trifft. Es waren an diesem Neuschneetag etliche Spuren zu sehen, jedoch weiß ich nicht, wie lawinengefährdet diese Variante ist. Unterhalb von Bormio 2000 warten dann zwei Talabfahrten: die allseits bekannte WM- und Weltcupabfahrt „Stelvio“ mit zwei derben Steilhängen vor und nach Ciuk: der erste, pures Eis, ein zweiter, nur breiterer Trögl-Hang, der zweite, der berühmte St. Peter-Schuss (mit Schild „solo per esperti“) im butterweichen Firn, dann der flache Auslauf des Schusses und der Riesenslalom/Slalom-Idealhang hinunter ins Tal mit der Coda eines kurzen Ziehwegs zur neuen 8-EUB. Alternativ geht es in mehreren Serpentinen von Bormio 2000 aus flacher nach Ciuk und von dort mit einer blauen Talabfahrt am St. Peter-Steilhang vorbei über die Bergbauernwiesen. Erinnert vom Charakter her an den mittleren Abschnitt der „Dreh“ in Garmisch, unten dann ein Ziehweg bis zum gemeinsamen Schlusshang.

Definitiv insgesamt aber kein Anfänger-Gebiet, aber ideal zum Höhenmeterfressen mit schnellen, gut dimensionierten Anlagen auf durchweg sehr flotten, abwechslungsreichen Abfahrten. Was dazu kommt und von MartinD ebenfalls bereits perfekt dokumentiert: eine grandiose Aussicht auf die zentrale Ortler-Gruppe und weit darüber hinaus und für mich als Neuling dieser Gegend absolut eindrucksvoll. Absolut zu empfehlen.
Insgesamt gibt es also eine 75-PB, eine 8-EUB, drei 4-KSB, eine 4-SB, eine 3-SB und zwei (ernstzunehmende) SLte, was 15.830 p/h bzw. 8,4 Mio. PHm/h ergibt.



5. Skitag, Mittwoch, 31. März 2010, 10.15 Uhr bis 15.30 Uhr: Bormio


Anfahrt:
Abfahrt gegen 9 Uhr, in der Nacht hat es bis ca. 21 Uhr heftig geschneit, ca. 5 cm im Tal. Am Morgen ist das ganze Tal herrlich verschneit, die Straßen aber komplett Schnee bedeckt und eisig. Wagen trotzdem die Fahrt über den 2210 m hohen Passo d´Eira und den 2291 m hohen Passo Foscagno in Richtung Bormio. Brauchen eine gute Stunde, denn mehr als 40 km fahre ich nicht in diesem Geläuf. Bei den ersten Ortsteilen des Valdidentro ist die Straße dann frei, danach folgen aber enge Ortsdurchfahrten, mehr als 50 kann man kaum einmal fahren. In Bormio nicht unbedingt gute Ausschilderung zur Talstation und unübersichtliches Parkhaus (2 EUR für den ganzen Tag aber moderat).

Wetter:
Zunächst wolkenlos, traumhaft, ab 12.30 Uhr Eintrübung und zunehmende Verdüsterung, ab 14.30 Uhr keine Sonne mehr, zurück in Livigno besser und schöne Spätnachmittagssonne beim Lesen.

Schnee:
In Bormio selbst kein Neuschnee in der Nacht, erst ab einer gewissen Höhe (1400 oder 1500 m?) weiße Spuren in Feldern und Bäumen. Wegen des relativ späten Starts aber der weiche Neuschnee schon weitgehend zerfahren. Teilweise einfach auch schlampig präpariert, besonders auffällig auf der „Bambi al Sole“ im Waldabschnitt und im ersten Abschnitt der Abfahrt von Bormio 2000 nach Ciuk. Riesige Absätze und Furchen. Da wird in Livigno deutlich besser gewalzt in gleichen Höhen… Ansonsten einige nette Tiefschneeabstecher möglich und samtig weicher Naturschnee. Unterhalb von Bormio 2000 kompackte Kunstschneepisten, die „Stelvio“ hat einen sehr eisigen Steilhang vor Ciuk, der St. Peter-Schuß firnt schön auf, ebenso die beiden Talabfahrtsvarianten (Idealfirn!). Also an einem Tag so gut wie alle Schneebedingungen an einem Skiberg erlebt!

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1. 8-EUB Bormio-Bormio 2000 (741 Hm): Leitner, Baujahr 2003, Hochleistungsanlage mit sehr schnellem Gondelumlauf, große Sigma-Kabinen, leider muss man die Skier mit hineinnehmen, was zu sehr verkratzten Scheiben führt; die Schienen sind viel zu hoch montiert für die heutigen sehr kurzen Skier.

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Trasse der 8-EUB im Zoom. Schnell, bequem, kapazitätsstark.

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Bergstation in Bormio 2000 auf 1952 m. Die Kabinen sind im Umlauf sehr flott, da muss man zügig aussteigen.

2. 4-KSB Bormio 2000-Cimino (688 Hm): gewaltige Agamatic/DM-Anlage mit Komfortpolsterung und Bubbles. Zieht den riesigen Hang direkt und immer steiler hinauf. Kurze Zwischenabfahrt zur

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Blick von Bormio 2000 auf die Cima Bianca-Seilbahn (rechts) und die 4-KSB Cimino (links), daneben die 3-SB Pian dei Larici (beide DM)

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Trasse der 4-KSB Cimino im Zoom.

3. 4-KSB Valbella-Bormio 3000 (485 Hm): eine der höchsten KSB der Alpen mit Bergstation auf 3011 m. Leitner, Baujahr 2004. Auch hier Komfortpolsterung und Bubbles. Kein Komfortunterschied zur DM-Anlage.

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Talstation der 4-KSB Valbella-Bormio 3000

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Bergstation Cima Bianca auf 3012 m mit 4-KSB und PB

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1800 Hm Tiefblick nach Bormio von der Cima Bianca mit PB und 4-KSB

Traumhaftes Panorama: Zentrale Ortler-Gruppe mit dem Suldener Dreigestirn von Süden, dem Cevedale, Ausläufern des Forno-Gletschers, den haltlosen Steilwänden hinter denen sich die sanften Sommerski-Gletscher des Stilfser Jochs verbergen.

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Ortler, Zebru und Königsspitze von der Cima Bianca

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Breiter Gipfelhang der Cima Bianca mit der 4-KSB Valbella-Bormio 3000

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Gletscherähnlicher Gipfelhang der Cima Bianca von unten. Hier noch ein kurzer Beschäftigungs-SL und fertig ist der Frühjahrsbetrieb bis in den Juni hinein...

Abfahrt den breiten Rücken hinab, dann kurzes, schmales Stück (wunderbarer Pulver, leider bereits recht zerfahren) und diverse Verzweigungen. Bleiben talwärts gesehen ganz rechts und fahren die „San Ambrosio“ entlang des SL Rocca Est und landen schließlich nach gut 1200 Hm bei der

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Abfahrt "San Ambrogio". Blick bergwärts.

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Abfahrt "San Ambrogio". Blick talwärts.

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Pista "Stelvio" mit Ciuk (Mitte) und Bormio

4. 4-KSB Fontana Longa-Valbella (659 Hm), der zweiten Haupt-KSB des Skigebietes, ebenfalls zur Ski-WM im Jahr 2004 von Leitner errichtet.

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4-KSB Fontana Longa-Valbella Talstation. Überwindet auf 1895 m Strecke 659 Hm.

5. 4-KSB Valbella-Bormio 3000 (485 Hm): diesmal fahre ich den steilen Tiefschneehang zwischen den beiden präparierten Ästen und wir biegen in die „Bimbi al Sole“ ein, die sich mit grandiosen Ausblicken auf das riesige Nordkar des Mt Vallecetta und die dortigen Varianten von Bormio 3000 aus den Westhang hinunter schlängelt und dabei immer wieder Tiefschneeabstecher ermöglicht. Unten dann abwechslungsreiche Waldabfahrt, leider alles andere als gut präpariert und deshalb sehr anspruchsvoll zu fahren. Kurze Pause. Mama wartet hier. Berni und ich fahren die Talabfahrt: erst einige schlampig präparierte Hänge und Kurven noch sehr hart nach Ciuk, dort dann die blaue, äußere Abfahrt die sich im Idealfirn präsentiert und mit dem Kunstschneeambiente irgendwie an Garmisch gemahnt. Mündet nach Ziehweg in dien Schlusshang der „Stelvio“ und dann Ziehweg zur 8-EUB. Das waren dann 1800 Hm!

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Schwarzer Starthang an der Cima Bianca

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Variantenhänge unterhalb der PB Bormio 2000-Cima Bianca

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Herrliches Freeridegelände an der Cima Bianca im Ausblick von der Abfahrt "Bimbi al Sole". Wie lawinengefährdet ist dieser Bereich?

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Orange-gelbe Stütze der 75-PB zur Cima Bianca photographiert von einem Tiefschneeabstecher neben der "Bimbi al Sole".

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Waldschneisenbeeich der Abfahrt "Bimbi al Sole". Sehr wenig los, Verhältnisse nicht ganz ideal.

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Trasse der 75-PB Cima Bianca und Schlussabschnitt der Bimbi al Sole. Hier starten auch die beiden SLte Nevada.

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Zentraler Bereich Bormio 2000 mit Blick zum Cimino

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Steilhang der Pista "Stelvio" vor Ciuk und 4-SB Laghetti. Sieht hier sehr gut aus, war aber komplett vereist leider und ist auch so gut wie nicht aufgefirnt den Tag über. Liegt das an dieser Weltcup-Grundpräparation?
Hier teilen sich dann die beiden Talabfahrten. Links die "Blaue" und eher rechts die "Stelvio" mit dem St. Peter-Schuß.

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Blaue Talabfahrt nach Bormio mit Bergblick in Richtung Ciuk. Rechts außerhalb des Bildes wäre der St. Peter-Schuß.

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Blaue Talabfahrt nach Bormio mit Talblick. Hat ein wenig etwas vom flacheren, unteren Abschnitt der "Dreh" in Garmisch. Mit Idealfirn wunderbar zu fahren und so gut wie leer.

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Von der Ziehwegquerung zum WM-Schlusshang bietet sich dieser schöne Ausblick auf Bormio.

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Schlusshang der Pista "Stelvio" mit Beleuchtungsmasten. Etwa auf dieser Höhe erreicht der Ziehweg von der blauen Talabfahrt die Wettkampfstrecke.

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So sieht der Zielbereich in Bormio Ende März 2010 aus.

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Finale Traverse zur 8-EUB Bormio-Bormio 2000. Ist echt nicht weit, sieht auf dem Plan entfernter aus als es ist. Oben Oga und Cima Piazzi Skigebiet mit einer der aufgegebenen Liftschneisen.

6. 8-EUB Bormio-Bormio 2000 (741 Hm): Mittagspause, die erste Wolke schiebt sich vor die Sonne.

7. 75-PB Bormio 2000 – Cima Bianca (1067 Hm): verpassen eine Bahn geradeso und warten einige Zeit, v.a. bis die nächste Kabine wieder fährt; mit den 4-KSBs wäre es definitiv schneller gewesen; gewaltige Anlage, 3,2 km lang, drei mittelhohe, gelb-orange Stützen. Tatsächlich sehr viel Ambiente und langes Spannfeld oben.

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Kabine der 75-PB Bormio 2000-Cima Bianca

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3,2 km lange Trasse der PB im Zoom.

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Spannfeld zur zweiten Stütze.

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Zweite Stütze und großes Nordkar der Cima Bianca

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Beim großen Spannfeld ist erst die Hälfte der Strecke erreicht

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Hochalpines Ambiente in Bormio 3000. Fast schon verwunderlich, dass dieses Kar keine offizielle Abfahrt trägt. Gab es dort früher so etwas?

Fahren wieder ganz rechts außen (talwärts), nehmen die obere „solo per esperti“ Abzweigung und an der „San Ambrosio“ die weitest mögliche Variante um dann nach der Talstation der 4-KSB Fontane Longa in den sehr eisigen und steilen „Killer“-Hang der Weltcup- und WM-Strecke „Stelvio“ zu geraten. Dann gerade aus die „Stelvio“ weiter in den noch steileren St. Peter-Schuß, dessen 2. Hälfte ich im Schuß nehme – die Beschleunigung ist gewaltig. Danach WM-RTL und Slalom-Hang (Wasi gewann hier 1985 ohne Mütze und Brille vor Zurbriggen, Benni Raich 2005 zweimal Gold!): kaum befahren und Idealfirn! Sicht leider jetzt schlechter, dicke Wolkenschichten drängen aus Süden vor.

8. 8-EUB Bormio-Bormio 2000 (741 Hm):

9. 3-SB Pian dei Larici (300 Hm): von DM. Abfahrt direkt daneben ok, aber von Sicht und Qualität nicht berauschend, unten etliche Eisplatten (ein Livigno fast unbekanntes Phänomen…).

10. 4-KSB Bormio 2000-Cimino (688 Hm): Sicht auf 2630 m nun nicht mehr gut. Berni schwingt inzwischen sehr routiniert kurz. Fällt mir aber wohl v.a. deshalb auf, weil ich im Gegensatz zu den Tagen zuvor seit ihrer Sturzaktion auf dem Ziehweg fast nur noch hinterher fahre. Nehmen diesmal die mittlere Variante D (die Abfahrten haben Buchstaben in Bormio), queren hinüber zur „Stelvio“ fahren sie durchweg bis Ciuk. Im Waldbereich Sicht akzeptabel, oberer Abschnitt bis zum „Killer“-Hang sogar ehr gut.

11. 4-SB Laghetti (321 Hm): von DM, von Ciuk hinauf nach Bormio 2000. Essen ein Duplo und fahren die jetzt deutlich schönere weil weichere Abfahrt zurück nach Ciuk, dann nochmals die „Stelvio“ mit St. Peter-Schuß und Slalom-Hängen. Ende des Skitags um 15.30 Uhr. Sind in 1 ½ Stunden fast 2000 Hm gefahren!

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4-SB Laghetti Talstation. Startet in Ciuk nahe der Bergstation der abgebauten Agudio-EUB

Rückfahrt in gut 55 min, Straße jetzt auch oben an den Pässen komplett trocken.

Insgesamt: nur 11 Liftfahrten, damit aber 6903 Hm in gut 5 ¼ Stunden geschafft! Die Dimensionen dieses Skiberges sind gewaltig, die Anlagen modern und bequem, die Abfahrten spannend und fordernd, das Panorama hochalpin, die Szenerie zwischen Firnfest und Tiefschneeabenteuer schwankend. Es gibt praktisch zwei komplett unterschiedliche 1800 Hm-Abfahrten, wo sonst noch? Schade, dass das Wetter nicht gehalten hat. Sind aber froh, dass wir es trotz der prekären Straßenverhältnisse am Morgen probiert haben, es war es wert. Die Ausblicke in die Ortler-Alpen machen Lust auf mehr Besuche dort, auf Stilfser Joch Sommerski, Wanderungen und Hochtouren.
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von starli2 »

Emilius3557 hat geschrieben:Es gibt zwei Zugänge zum gemeinsamen Skigebiet: die 2007 als modernste und einzige Express-Anlage gebaute Leitner 8-EUB von Isolaccia als Ersatz einer DSB mit Conus-Kabinen
Nenenenene... das sind Ruby-Kabinen. Bisher kenn ich leider keine andere 8EUB, wo diese Kabinen verbaut worden wären. Ist quasi die runde Version der Sigma Diamond. M.E. die schönste Kabine, die derzeit produziert wird.

Dass Sigma auch unschöne Kabinen entwickeln kann, beweist leider die neue Saphir. Autsch.

Ähm, ich les gerade auf der Sigma-Homepage, dass Sigma 1964 die "Eier"kabine auf den Markt gebracht haben. D.h. die Kabinen der "Poma-Œufs" sind von Sigma? Cool. Da schließt sich der Kreis.

Die Pisten in Oga-Isolaccia sind leider ziemlich modelliert, aber das hab ich bereits auf den Bildern der Homepage gesehen. Das interessante da oben dürfte der Gipfel-SL sein, schade dass du uns davon keine Bilder & Fahrberichte liefern konntest. Dürfte heuer beinahe die komplette Saison in Betrieb gewesen sein, was ich sporadisch auf der Liftstatus-Seite nachgeschaut hab.
DSB San Colombano (250 Hm): sehr schrottig, Hersteller MEE (?), Sitze wie alte Gartenmöbel aus den 70ern.
Eine MEB, schau an. Dachte bisher immer, da müsste irgendwo eine Nascivera rumstehen, aber die Sitze sind ja eindeutig (und nur von MEB und Sacif verwendet worden).

Bormio: Die "Abfahrt" rechts der PB schaut wirklich genial aus. Schade dass das hier nicht als Skiroute vermarktet wird. V.a. im Anblick der PB und des Hanges daneben kann ich 3303's "bewusste Ausblendung" der restlichen Lifte sehr gut verstehen. Schade, dass Bormio die PB oben nicht bis in den Mai offen hat.
Es gibt praktisch zwei komplett unterschiedliche 1800 Hm-Abfahrten, wo sonst noch?
Evtl. Hochzillertal? Schafft man bei der Skiroute nach Aschau 1800hm? Nach Kaltenbach sollte es so sein...
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Martin_D »

@Starli
Die Bahnen auf der Hochzillertaler Seite enden alle unter 2200 Metern. Da darf man sich nicht vom Pistenplan täuschen lassen. In kaum einen aneren Skigebiet wird bei den Höhenangaben so dreist geschummelt. Deshalb schaffen die Talabfahrten des Hochzillertaler Skigebiets keine 1800 Hm, sondern "nur" 1600 Hm. Immer noch ein beeindruckender Wert. Trotzdem nicht mit Bormio vergleichbar, da nicht nur 200 Meter Höhendiffernz fehlen, sondern nicht so unterschiedliche alpine Bereiche dabei sind. Ein echter Hochgebirgsbereich wie in Bormio fehlt da

@Emilius3557
Ich finde, dass sich unsere Berichte gut ergänzen. Bei den Bildern lag bei mir mehr der Schwerpunkt auf den Bergpanorama, du hast die Anlagen besser dokumentiert.
Ich habe den Eindruck, dass wir das Gebiet sehr ähnlich bewerten. Eigentlich braucht man mit einer EUB und 3 KSB (oder auch nur 2 KSB, wenn man immer bis ins Tal fahren will) nur 4 (oder gar nur 3) unterschiedliche Bahnen nutzen und hat solch lange Pisten mit vielen Varianten, dass es einem garantiert nicht so schnell langweilig wird.
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von kaldini »

Emilius3557 hat geschrieben:
Es gibt zwei Zugänge zum gemeinsamen Skigebiet: die 2007 als modernste und einzige Express-Anlage gebaute Leitner 8-EUB von Isolaccia als Ersatz einer DSB mit Conus-Kabinen
Nenenenene... das sind Ruby-Kabinen. Bisher kenn ich leider keine andere 8EUB, wo diese Kabinen verbaut worden wären. Ist quasi die runde Version der Sigma Diamond. M.E. die schönste Kabine, die derzeit produziert wird.

Dass Sigma auch unschöne Kabinen entwickeln kann, beweist leider die neue Saphir. Autsch.
interessant, so unterschiedlich sind Geschmäcker! Ich finde die Ruby potthässlich, dafür die Saphir gelungen. Aber jeder wie ers will :-)

Bormio rückt in meiner Liste immer weiter nach oben... und immer wenn ich Bilder des Orts sehe, erinnere ich mich gerne an meinen Zwischenstop im Sommer da.
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Chris
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Chris »

Schöne Bilder. Offensichtlich war der Schneefall bei euch schon früher am 01.04.
Ich war zu der Zeit am Kronplatz, da hats erst mittags angefangen.
Ich finde die Ruby einen nicht unbedingt gelungenen Versuch die Conus von CWA nachzubauen.
Die Conus ist und bleibt mein Favorit.
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Alter, gibts denn hier keinen Lift?
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Emilius3557 »

Danke für die bisherigen Rückmeldungen. Livigno-Bericht und Bilder sind egtl fertig, muss nur Zeit finden, alles hochzuladen. Kann Mitte nächster Woche werden.

@Hochzillertal: von 2192 m (Bergstation 6-KSB Gedrechter vulgo Sonnenje) bis 561 m Talhöhe sind es exakt 1631 Hm. Auch noch sehr ordentlich, keine Frage!
Nenenenene... das sind Ruby-Kabinen
Ah, okay, ich habe ehrlich gesagt nicht geschaut, von welchem Hersteller die Teile sind, sondern angenommen: Runde Gondel mit Sitzplätzen = Conus. Mir wären Kabinen mit Skiköchern deutlich lieber. Die sehr kurzen Skier heutzutage verkratzen fast alle Scheiben von innen.
Die Pisten in Oga-Isolaccia sind leider ziemlich modelliert
Das mag stimmen und parallel zum Beschneiungsausbau passiert sein. Bei dem tollen Neuschnee und der eingeschränkten Sicht sowie dem wenigen Betrieb ist es jetzt zunächst nicht weiter negativ aufgefallen.
Eigentlich braucht man mit einer EUB und 3 KSB (oder auch nur 2 KSB, wenn man immer bis ins Tal fahren will) nur 4 (oder gar nur 3) unterschiedliche Bahnen nutzen und hat solch lange Pisten mit vielen Varianten, dass es einem garantiert nicht so schnell langweilig wird.
Ja, das sehe ich genauso und finde das auch super. Man hat echt das Gefühl viel und lang Skizufahren und nicht die ganze Zeit Lifte.
Bormio rückt in meiner Liste immer weiter nach oben...
Ich denke, kaldini, dass es Dir dort gefallen müsste, ja.
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Emilius3557
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Emilius3557 »

Skigebietscharakteristik Livigno

Link zum Skiplan: http://www.alta-valtellina.it/tools/skiarea_04.cfm

Das Skigebiet von Livigno teilt sich auf die Ost- und Westseite des in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Tales auf. Im Osten der Mt. Mottolino und der einem Skifahrer bereits phonetisch das Wasser im Munde zusammen laufen lassende Monte della Neve mit knapp 2700 m, im Westen der Kamm des Carosello 3000, der Vetta Blesaccia (mit knapp 2800 m höchster Punkt) und der Costaccia 2370 m, bedient seit diesem Jahr von der neuen 2. Sektion der 8-EUB aus Tagliede. Beide Talseiten werden auch von unabhängigen Liftgesellschaften betrieben, die sich laut Mottolino-Magazine offenbar wegen des Abrechnungsschlüssels der einzelnen Anlagen in die Haare bekommen, sofern ich das Italienisch verstehe. (http://www.mottolino.com; http://www.carosello3000.it/). Ob die beiden großen Gesellschaften auch die diversen Tallifte bedienen entzieht sich meiner Kenntnis.

Die Struktur der Westseite (mit v.a. ostexponierten Hängen, an der Costaccia Nord, am Federia-Lift West) ist sehr einfach erklärt: zwei Zubringerbahnen, jeweils vom Nord- bzw. Südende von Livigno. Im Norden die 8-EUB Tagliede-Costaccia von DM (Baujahr 1. Sektion 2007, 2. Sektion 2009) – das ist die Bahn mit der monströsen, unterirdischen Talstation, die sich offenbar immer noch im Rohbau befindet (?) und der ebenfalls teil-unterirdischen Mittelstation, die aus meiner Sicht insgesamt mehr Sinn ergibt. Mit 1800 p/h ist die Bahn bei weitem nicht an der Leistungsgrenze, aber bisweilen an der Kapazitätsgrenze. Für die 2. Sektion hat dies den Vorteil einer an die Pistenfläche angepassten Kapazität. Dank der neuen 2. Sektion ist man nun sehr schnell auf der Costaccia, ich will nicht wissen, wie lange man früher an der alten DSB gestanden ist. Die Abfahrt der 1. Sektion ist für einen Dorf- und Skischulhang ganz schön steil, nicht gerade klassisches Anfängerterrain. Auf der zweiten Sektion gibt es eine grandiose schwarze Abfahrt mit zwei immer perfekt gewalzten Steilhängen und eine rote Abfahrt mit einem genialen Starthang und einer oft sulzigen und zu schmalen Querung, hier bisweilen „crowding“.

Weiter nach oben führt die Agamatic 4-KSB Valandrea-Vetta, für uns „der Gletscher“: ein perfekter, breiter Easy-Going-Hang. Zusammen mit dem Kammabfahrt am Monte della Neve die leichteste Abfahrt im Gelände und die einzige wirklich leichte Abfahrt oben am Berg auf der Westseite und dementsprechend von Skikursen und weniger geübten Fahrern stark frequentiert.

Per Querfahrt wird dann schnell der ideale Carving-Hang erreicht, Fontane-Vetta, bedient von einer markanten DM Agamatic Skydancer-Anlage, wie Valandrea-Vetta wohl aus Windgründen sehr sehr niedrig trassiert – so niedrig, dass die Piste teilweise darunter gesperrt werden muss. Der Hang hier ist sicherlich 200 m breit und mittelsteil geneigt, Skigelände wie aus dem Bilderbuch. So ähnlich geht es weiter südlich am höchsten Gipfel, der unscheinbaren Vetta Blessaccia, 2796 m, weiter, erschlossen von einer Poma Omega 4-KSB mit den charakteristisch bequemen Sitzpolstern. Hier ist alles nur eine gute Portion steiler. Südlich der KSB verläuft laut Plan noch eine zweite Abfahrt, allerdings ist hier nichts gewalzt und somit sehr viel Platz für Tiefschneeabenteuer. Die Blesaccia-Bahn ermittelt auch den Übergang vom Carosello zur Costaccia mit dem Beginn der treffend so benannten Abfahrt „Belvedere“, die als Schussfahrt hinüber ins Valandrea führt. Ein weiterer Ziehweg in Richtung Süden diesmal und auf der Westseite trassiert ermöglicht einen direkten Zugang zur Federia-Bahn.

Wieder ein Stück südlicher verläuft dann bereits die 2. Sektion der Carosello-Bahn, unterstützt von der 3-SB Blesaccia I, einer Poma Alpha (?) fixgeklemmten Bahn, die einen an La Plagne denken lässt, denn dort gibt es diesen Typ im rauen Dutzend. Die Pista „Centrale“ und die „Pista Femminile“ die von der 3-SB bedient werden sind von der Neigung in etwa wie Fontane-Vetta, der Skydancer Hang. Auf alle Fälle flacher als die Blesaccia due.

Im Süden startet die 6-EUB Carosello 3000, eine Agudio-Konstruktion aus dem Jahr 1985, eine ältere Vorgänger-„Mülltonnengondelbahn“ ersetzend. Bei aller Liebe zur alten Technik, aber sehr vertrauenerweckend quietscht die Bahn nicht gerade, da sind die CWA LWI-Gondeln der neuen 8-EUB Lichtjahre entfernt an Komfort und Kommnach. An der Talstation mussten wir niemals warten, an der Mittelstation wollen aber immer etliche Leute zusteigen, was an der nicht gerade idealen Positionierung von Talabfahrten und Talstation liegen mag. Immerhin gegen bei diesem Exemplar nicht ständig die Türen während der Fahrt auf wie im Vallon d´Iséran in Frankreich.

Die zweite große Abfahrt der Carosello-Sektion II verläuft auf dem nächsten Bergrücken weiter südlich und ist durch eine Ziehwegquerung mit der Mittelstation verbunden. Bezeichnenderweise heißt sie „Pista Polvere“. Nomen est omen bietet sich ebenfalls viel Platz für Tiefschneeabstecher (flacher als Blesaccia II) und einen sehr großen Funpark. Von der Bergstation Carosello kann man dann auch ins Val Federia abfahren zur 2003 gebauten DM 6-KSB, die auf 1800 p/h beschränkt ist, trotz mind. vier bis fünf Pistenvarianten die allerdings im letzten Drittel alle auf zwei zusammengehen. Hier, am südlichsten Ende des Gebietes fühlt man sich vollständig „in Frankreich“: weiße Wüste, keine weitere Infrastruktur, man könnte in Val Tho sein, bei Fond 3 oder so, was für eine wichtige Portion Abwechslung führt. Schade, dass hier hinten nicht noch 1-2 weitere Anlagen stehen, Platz und Hänge hätte es wohl.

Die Talabfahrten am Carosello sind eine Sache für sich: direkt unterhalb der 6-EUB Sektion I folgen bald enge und steile Ziehwege und der „Mörder“-Hang: der Schlusshang der Pista „Zuelli“, der „Herren-Abfahrt“. Beginnt harmlos, eine Hütte, dann geht es „senkrecht“ bis zur Talstation. Muss für Anfänger der Horror sein, mir gefällt er aber gut. Die „Zuelli“ startet oben an der Blesaccia II, v.a. ihr Mittelteil, von der Talstation der 4-KSB Blesaccia II bis zum Startpunkt der Schlusshangs scheint sie recht wenig befahren. Logischerweise müsste eine durchgehende EUB eigentlich auf der Trasse Talstation Carosello-Blesaccia II Talstation-Blesaccia II Berg verlaufen und die Carosello II-Bahn als 6-KSB mit Talstation beim Beginn der Ziehwege mit guten 600 Hm (anstatt 517). Den „Mörder“-Hang kann man aber leicht umfahren durch einen Ziehweg zur Pista „Femminile“ (startend an der Bergstation 3-SB Blesaccia I, von dort bis zur Talstation der 4-KSB Blesaccia II meist sehr viel befahren und abgefahren), aber der Talstation der „due“ dann aber meistens leer und sehr guter Zustand. Kurz vor den flachen Übungswiesen von San Rocco aber eine viel zu enge und steile Ziehwegquerung. Hier bitte dreimal mit dem Bulldozer durchfahren, so wie es sich momentan darstellt, ist es zu gefährlich, große Eingriffe werden bei dem Gelände wohl nicht nötig sein. Danach geht es dann oberhalb der San Rocco-Spielwiese (viel geeigneter für Anfänger als drüben an der 8-EUB) flach zur Talstation der 6-EUB.


Die Ostseite am Mottolino und dem Monte della Neve ist noch einfacher zu erklären. Es gibt zwei Zubringer. Im Norden die 12-EUB Mottolino (bis auf die klassische DSB Monte della Neve aus dem Jahr 1974, Quelle HP der Betreibergesellschaft gibt es nur Leitner-Anlagen), weiter im Süden im Ortsteil Teola (an der Passstraße zum Foscagno) die 4-KSB Teola-Pianoni Bassa. Während am Mottolino bereits 1958 Lifte ihre Runden drehen, hat man die neue Zubringer 4-KSB erst 2002 errichtet und ihre schwarze Talabfahrt, benannt nach dem lokalen Slalom-Ass „Giorgio Rocca“ durch den dichten Steilwald gefräst, mit zwei Passstraßenquerungen. An der 12-EUB gibt es zwei Talabfahrten: eine rote, direkte mit sehr breitem Schlusshang – alles mittelsteil, Westhang - , zusätzlich vom neu gebauten SL Pemont bedient und eine blaue, „Degli Amanti“ (Abfahrt der Liebenden/Verliebten?), die dem flachen Kamm nach Norden folgt bis zum Passo d´Eira und dort nach Westen dreht und mit einer recht engen Waldserpentine und breiterem Ziehweg etwa auf der Hälfte des breiten und nicht unsteilen Schlusshanges in die rote Abfahrt mündet. Die im Skiplan verzeichnet Abfahrt südlich unterhalb der 12-EUB gibt es höchstens als Variante, jedoch nicht als Schneise oder gar präpariert.

Von der Bergstation der 12-EUB startet die klassische, 2 km lange DSB Monte della Neve it großem Kultfaktor, geringem Fahrkomfort und herrlicher Aussicht auf die Bernina-Gruppe und das gesamte Skigebiet von Livigno. Sie trödelt den ganzen breiten, flachen Kamm hinauf bis auf 2689 m und bedient eigentlich nur eine hochalpine Bummerl-Abfahrt, die sehr breit und genussvoll am Monte Sponda vorbei wieder zur Mottolino-Station führt. Ersetzt werden soll die DSB anscheinend durch eine 6-KSB, die aus dem östlich gelegenen Vallaccia hinauf zum Monte della Neve führen soll und mit 640 Hm auf 1,7 km ordentlich steil sein soll. Die heutigen Varianten/Tiefschneehänge sehen sehr verlockend aus und diese Bahn samt Abfahrten wäre sicherlich eine gute Bereicherung für den Mottolino.

Vom Mottolino aus ist auch der riesige Funpark in Richtung 4-KSB Trepalle erreichbar. Trepalle gehört mit 2100 m zu den höchstgelegenen Dauersiedlungen der Alpen, zumal sie wie Vent/Rofenhöfe, St. Véran im Queyras und Juf im Bündner Averstal bereits in agrarischer Zeit Bestand hatte. Die Hänge hier sind ziemlich steil und bei allen Befahrungen nicht optimal gewalzt gewesen, während dem Funpark sehr viel Aufmerksamkeit zukommt… Das „Stade de Slalom“-Phänomen?

Die Hauptbeschäftigungsanlage am Mottolino ist die 1,6 km lange, 460 Hm ergiebige 4-KSB Monte Sponda, die je nach Rechnung drei-fünf Abfahrtsvarianten erschließt, zum Schluss aber in zwei deshalb abgefahrene Waldschneisen zusammenlaufend und oben teilweise etwas hängend. Die (noch) idealeren Skihänge, finde ich, gibt es drüben am Carosello, wir hatten hier aber immer auch die ungünstigeren Verhältnisse.

Das skifahrerische Highlight am Mottolino sind sicherlich die Nordwesthänge des Monte della Neve, erst seit 2000 mit der 6-KSB Valfin-Monte della Neve als höchst ergiebiger Beschäftigungsanlage erschlossen. Hier ist das Pendant zur Blesaccia II: ein fast 500 Hm hoher Idealhang mit zwei schwarzen Abfahrten von 100 bis 200 m Breite, wobei die äußere nach Neuschneefällen immer den Freunden des Unpräparierten einen Tag lang vorbehalten wird. Da es wirklich steil ist bieten sich hier bei Buckelverhältnissen echte Herausforderungen. Platz hat es hier wirklich ohne Ende, Crowding-Situationen treten eigentlich keine auf. Die „Giorgio Rocca“-Talabfahrt ist ebenso sportlich, jedoch etwas schmal geraten und als „normale“ Talabfahrt einfach zu steil. Für Anfänger eignet sich der Mottolino aus meiner Sicht deshalb nur bedingt.


Gesamtübersicht:

Eine 12-EUB, zwei 8-EUB, zwei 6-EUB, zwei 6-KSB, sechs 4-KSB, eine 4-SB, zwei 3-SB, zwei DSB, ca. dreizehn Tal-SLte. Insgesamt 46.000 p/h bzw. 13,83 Mio. PHm/h Kapazität (zum Vergleich Ischgl/Samnaun ca. 30 Mio. PHm/h).

Anteil beschneite Pistenfläche:
zwischen 70 und 80%, teilweise bis auf 2800 m Höhe komplett mit Lanzen beschneit.

Ein für seine Größe perfekt ausgebautes Skigebiet in fast idealem Skigelände mit wenig sichtbaren Geländeeingriffen, viel freiem Skiraum neben den durchweg breit bis sehr breiten Abfahrten häufig ideale Carving-Neigung, wenig richtig flache Abfahrten, wenige Ziehwege und Engstellen, einige Waldpassagen für Schlechtwettertage, effizientes und gut abgestimmtes Liftsystem, das der Pistenfläche sehr gut angepasst ist und es eher an Liften als auf Pisten stauen lässt, wenn überhaupt. Uneingeschränkt empfehlenswert.


1. Skitag, Samstag, 27. März 2010, 13 Uhr bis 16 Uhr


Wetter: strahlend blauer Himmel, frischer Neuschnee (20-25 cm), idealer geht es nicht, leider Photoapparat nicht mitgenommen.

Bild

4-KSB Monte Sponda und Pistenflächen am Mottolino vom Hotelparkplatz aus betrachtet

1. 12-EUB Mottolino (566 Hm): 12-EUB von Leitner mit Sitzmöglichkeiten am Rand, Scheiben recht zerkratzt. Wetter sehr gut, strahlender Sonnenschein, alles frisch verschneit. Abfahrt „degli amanti“, blau, zum Passo d´Eira, Straßenquerung, dann relativ enge Waldschneisen und steiler Schlusshang des Pemont-Schleppers
2. 12-EUB Mottolino (566 Hm), wieder kein Andrang.
3. DSB Monte della Neve (289 Hm), der legendäre Doppelsessel aus dem Jahr 1970 der den gesamten Bergrücken hinaufzieht, Panorama ohne gleichen und viel Sonne auf relativ unbequemen Metalllattensesseln. Blaue Abfahrt über den weiten Rücken zurück zur Station und dann ziemlich steil hinunter nach Trepalle. Hier unruhiger Untergrund. Zwar toller frischer Schnee, aber viele kleine Huggel und Schläge, man muss sehr konzentriert und mit Kraftaufwand fahren. Bergwärts gesehen links des Lifts ist nichts gewalzt, aber „geschlossen“. Schade, Tiefschnee sieht sehr verlockend aus.
4. 4-KSB Trepalle (330 Hm). Wieder relativ abgefahrene und buckelige und nicht unsteile Abfahrt zur
5. 4-KSB Monte Sponda (460 Hm), fährt volle Kanne, Bubbles wollen immer von selbst zufallen. Lange rote und schwarze Abfahrt („Giorgio Rocca“) nach Teola. Unten firnig, teilweise wirklich satt steil, durchweg anspruchsvolle Verhältnisse
6. 4-KSB Teola-Pianoni Bassa (445 Hm). Kurze, steile Querung zur
7. 6-KSB Valfin-Monte della Neve (479 Hm). Der gewaltige Steilhang, bergwärts gesehen rechts der Bahn ist gar nicht gewalzt worden. Fahren die linke schwarze Abfahrt, ich meistens im anspruchsvoll zu fahrenden Tiefschnee unter dem Lift (puh, bin das gar nicht mehr gewohnt)
8. 6-KSB Valfin-Monte della Neve (479 Hm). Blaue Abfahrt zum Restaurant (viel leichter und wieder in der Sonne), dann rote Mottolino-Abfahrt ins Tal. Ebenfalls eine schmale Straßenunterführung aber schöne Abfahrt. Unten sehr diffuse Sicht und recht weich. Will gar nicht wissen, wie das vor wenigen Tagen mit den hohen Temperaturen gewesen ist.
9. SL Pemont (228 Hm), sehr neuer DM Tellerlift. Fahre allein, bei Sonne den weichen Firnhang richtig flott herunterstechend.

Gesamt 8 bzw. 9 Lifte, 3847 Hm . Uns beeindruckend die sehr große Pistenfläche, schade für die schwierigen Pistenverhältnisse. Die mögliche Erweiterung südlich des Mt della Neve ins Vallacia sieht sehr verlockend aus.
Zuletzt geändert von Emilius3557 am 01.05.2010 - 01:29, insgesamt 1-mal geändert.
Besinnung auf die Kernkompetenzen - altbewährte Dummschwätzerei...
Emilius3557
Shisha Pangma (8013m)
Beiträge: 8160
Registriert: 20.09.2002 - 11:26
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Nürnberg
Hat sich bedankt: 142 Mal
Danksagung erhalten: 348 Mal

Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Emilius3557 »

2. Skitag, Sonntag, 28. März 2010, 9.15 Uhr bis 16.10 Uhr

Wetter:
Fast den ganzen Tag Sonne obwohl ab dem späten Vormittag relativ viele Wolken durchziehen. Egtl nur während der Mittagspause am Carosello 3000 schlecht mit kurzzeitigem Schneefall. Bei der letzten Talabfahrt dann diffuses Sonnenlicht, ansonsten immer sehr gute Sichtverhältnisse.

Schnee:
Perfekt präpariert! Keine Rillen, keine Absätze, so geht das! Unterhalb von 2200 m am Nachmittag Firn bzw. je nach Exposition schwerer Sulz. An der unteren Tagliede-Sektion bereits am späten Vormittag idealer Firn. Einige Partien vom recht starken Wind regelrecht eingeweht und total glatt, 2-3 Abfahrten am Federia-Lift.

Kurzer Fußmarsch 3-5 min vom Hotel zum SL Cassana.

1. SL Cassana (69 Hm). Kurz einfahren, noch hart, aber griffig

Bild

SL Cassana Talstation und Strecke. Wichtiger Einstieg für die nordwestlichen Ortsteile. Ging Ende der Karwoche kaputt, Teller und Seil wurden abmontiert. Ersatz durch neuen SL?

2. SL Cassana (69 Hm). Querung zum

Bild

SL Valandrea, relativ neuer DM-Schlepplift, der als wichtiger Zubringer zur 8-EUB nach Tagliede sowie als Übungs-Lift fungiert

3. SL Valandrea (89 Hm), neuer DM-SL mit langen Bügeln. Kurze Querfahrt und noch harte Talabfahrt zur
4. 8-EUB Tagliede I (199 Hm)
5. 8-EUB Talgliede II (345 Hm). Beeindruckende Konstruktion, v.a. die gigantische, immer noch nicht fertige Talstation. Die Pistenquerung an der Mittelstation dafür gut gelöst. Hoher Beförderungskomfort, die Level-Walk-In-Gondeln der CWA sind einfach die besten.
6. 4-KSB Valandrea (257 Hm). Ein gletscherähnlicher Idealhang, 1,5 km lang. Piste heißt sinnigerweise „Bellavista“. Gleich nochmal!

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4-KSB Valandrea-Vetta. Dank leichtester Abfahrt der Höhenregion immer gut frequentiert, Abfahrt aber trotz großen Andrangs immer gut zu Fahren. Lanzenbeschneiung von Techno Alpin

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Blick nach Süden von der Bergstation der 4-KSB Valandrea-Vetta. Vorne die 4-KSB Fontane-Vetta (Skydancer), dahinter die Bergstation Blesaccia II, mit 2796 m höchster Punkt im Skigebiet von Livigno


7. 4-KSB Valandrea (257 Hm). Untertags etwas überlastete Agamatic-Anlage. Ist die einzige, wirklich leichte Abfahrt in Livigno in der Höhenregion, den Monte della Neve mal ausgenommen. Rote Abfahrt zur Mittelstation. Oben ideal, dann eine etwas schmale Querung, dann der noch etwas zu harte Schlusshang nach Livigno.

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Hervorragende Pistenqualität auf der Pista "Belvedere" unterhalb der sehr niedrig trassierten 4-KSB Valandrea-Vetta (aus Windgründen?).

8. 8-EUB Tagliede I (199 Hm)

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Seit 2007 im Bau befindliche Talstation der 8-EUB Livigno-Tagliede-Costaccia, das berühmte, gigantomanische, unterirdische Seilbahnhofsprojekt, das sich innen immer noch weitgehend im Rohbau befindet.

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Inzwischen kann jedoch ein Großteil der Dachfläche genutzt werden, wie hier bspw. für einen Jump-Event mit einer sehr großen Schanze.

9. 8-EUB Talgliede II (345 Hm).

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Neue Mittelstation der 8-EUB Livigno-Tagliede-Costaccia. Im Mittelgrund der Einstiegsbereich, ganz links außen hinter dem blauen Zaun verläuft die rote Abfahrt auf der Dachkonstruktion der Talstation. Gelungenes Konzept.

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Ausfahrt aus der Mittelstation der 8-EUB Livigno-Tagliede-Costaccia in der 2009 neu gebauten 2. Sektion. Man erkennt die Trassierung der roten Abfahrt auf dem Dach der Station. Von rechts kommt außerhalb des Bildes die schwarze Abfahrt von der Costaccia herein.

10. 4-KSB Valandrea (257 Hm). Wieder das Ganze von oben, 800 Hm am Stück. Diesmal die Schwarze Abfahrt zur Mittelstation, geniale Steilhänge, perfekt griffig, man kann sich richtig der Schwerkraft hingeben! Die letzte Sektion jetzt schon toll firnig, man kann es laufen lassen wie Felix Neureuther am Gudiberg!

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Steilhang der schwarzen Abfahrt von der Costaccia nach Tagliede. Weniger frequentiert als die rote Abfahrt und egtl immer perfekt gewalzt, dazu wegen der Exposition weniger sulzig als die Querfahrt der roten Piste. Dank neuer 8-EUB sind hier nun häufiger Wiederholungsabfahrten möglich.

11. 8-EUB Tagliede I (199 Hm)
12. 8-EUB Talgliede II (345 Hm). Die gleiche Kombination gleich nochmals, weil es so gut geht!
13. 8-EUB Tagliede I (199 Hm)
14. 8-EUB Talgliede II (345 Hm).
15. 4-KSB Valandrea (257 Hm). Querfahrt zum nächsten Ideal-Carving-Hang, Fontane-Vetta.
16. 4-KSB Fontane-Vetta (344 Hm), interessante Skydancer- Konstruktion, teilweise so niedrig trassiert (wie Valandrea), dass man die Piste darunter absperren muss. Sehr rasanter Durchgang ganz rechts (talwärts gesehen).

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Talstation 4-KSB Fontane-Vetta und Pistenflächen. An den Pistenrändern Möglichkeiten für gefahrlose Tiefschneeabstecher

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Trasse der 4-KSB Fontane-Vetta mit den markanten Skydancer-Sesseln und unglaublich großflächige, perfekt geneigte Carving-Hänge dieses nordostexponierten Bereichs

17. 4-KSB Fontane-Vetta (344 Hm). Sehr lange Talabfahrt entlang Blessacia due, dann „Pista Femminile“, trotzdem gut steil, kaum befahren, sehr gute Verhältnisse, unten einige unsinnige Ziehwege und flach quer zur Carosello-Talstation.
18. 6-EUB Carosello I (348 Hm)
19. 6-EUB Carosello II (517 Hm). Sehr klapprige, typische Agudio-EUB, die sehr wenig vertrauenserweckend quietscht. Leider wegen der niedrigen Höhe auch wenig Aussicht. Mittagspause untermalt von Rockmusik eines Alleinunterhalters im besten Sinn (guter Guitarrist). Relativ kurze Abfahrt ins Val Federia.
20. 6-KSB Federia (294 Hm): Sehr komfortable DM-Anlage mit Förderband und Komfortpolsterung. Mit 1800 p/h auch vollkommen ausreichend, dank der riesigen Pistenauswahl auch sehr leer. Zuerst ganz rechts außen (bergwärts gesehen). Ganz allein durch die Schneewüste, Querungen, Kurven, dann ein fulminanter Schlusssteilhang.

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Talstation 6-KSB Federia. Die DM Uni-G Anlage, auf 1800 p/h beschränkt, ersetzte 2003 eine Doppel-SL Anlage. Insgesamt bedient dieser Westhang zwischen 2450 und 2750 m Höhe vier-fünf Abfahrtsvarianten, die allerdings im unteren Bereich in zwei Pistenäste zusammenlaufen.

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Steilhang der am weitesten südlich verlaufenden Pistenvarianten an der 6-KSB Federia.

21. 6-KSB Federia (294 Hm): Eins weiter drüben. Erst schieben, dann gut zugewehter und daher glatt UND pulvriger Steilhang, Querung und erster Schlusssteilhang.
22. 6-KSB Federia (294 Hm): Die zentrale Abfahrt. Fast in einem Zug in sehr schnellen Riesenslalomschwüngen hinunter, Rausch der Geschwindigkeit.
23. 6-KSB Federia (294 Hm): Die außer Betrieb befindliche Zeitmessstrecke. Ähnliches Speedcarven oben, unten pulvriges Kurzschwingen.
24. 6-KSB Federia (294 Hm): Die lange Pista „Polvere“, ein Bergrücken weiter westlich als die 6-EUB Carosello. Sehr gut, wäre frisch gewalzt nur noch besser, unten flotter Ziehweg zur Mittelstation. Dann die selektive Talabfahrt im Firn und Sulz. Schneller Hang, dann enge, steile Ziehwege und ein fulminant steiler, echt schwarzer Schlusshang.

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Mittelstation der 6-EUB Carosello 3000. Im Hintergrund Livigno mit seiner charakteristischen Straßendorfstruktur

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6-EUB Carosello 3000, Sektion 1 kurz unterhalb der Mittelstation. Die markant-eckigen Agudio-Kabinen geben der Bahn ein unverwechselbares Gepräge

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6-EUB Carosello 3000, Sektion 1 und Livigno im Hintergrund. Die Bahn ist Baujahr 1985.

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6-EUB Carosello 3000, Sektion 1 und der extrem steile Schlusshang der Pista "Zuelli" zur Talstation. Für Können ein firniger Hochgenuß, für Anfänger ein Graus.

25. 6-EUB Carosello I (348 Hm)
26. 6-EUB Carosello II (517 Hm). Querfahrt an der Bergstation der 3-SB Blessaccia I vorbei zur
27. 4¬KSB Blessaccia II (472 Hm), Poma! Auf den höchsten Punkt des Skigebietes mit 2796 m und endlich Blick zu den Bernina-Riesen. Lange, easy-going Abfahrt mit Schußpassagen vorbei an Fontane-Vetta zur Valandrea-Bahn und hier bei sehr viel Betrieb aber immer noch guten Verhältnissen hinunter. Diesmal direkte Einfahrt in rote Talabfahrt. Solange Nordosthang perfekt, dann sehr sulzig und zu voll. Dann nach links zu unserem Wohnquartier abbiegen und mit lustigen Lärchenwaldquerungen zum SL Cassana.

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4-KSB Blesaccia II, Poma Omega, Baujahr 1994, 472 Hm, 2000 p/h. Wichtige Verbindungsbahn um vom Carosello 3000 wieder zurück zur Costaccia und nach Tagliede abfahren zu können. Entgegen des Pistenplans ist nur bergwärts gesehen rechts der Bahn eine breite, aber dennoch häufig zerfahrene Abfahrt präpariert, links der Bahn ist alles Free ride-Gelände. Beschneit wird bis hinauf auf 2800 m, Osthang.

28. SL Cassana (69 Hm). Querung zum
29. SL Valandrea (89 Hm)
30. 8-EUB Tagliede I (199 Hm)
31. 8-EUB Talgliede II (345 Hm).
32. 4-KSB Valandrea (257 Hm). Jetzt Sicht leider durch Sonne hinter diffusen Wolken getrübt. Gemütlich den „Gletscherhang“ hinunter, dann die noch gut gehende Schwarze und direkter durch den Wald zum wieder „Firn Firn Firn“ guten Talhang.

Fazit: 32 Lifte und 8782 Hm, sehr viele extrem gute Abfahrten. Sind begeistert vom Skigebiet.
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Emilius3557
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Emilius3557 »

3. Skitag, Montag, 29. März 2010, 9.45 Uhr bis 16.15 Uhr

Wetter:
Morgens noch Sonne, dann deutliche Eintrübung, teilweise nur die Sonne hinter dichten grauen Wolken zu sehen, dann am späteren Vormittag auch das nicht mehr, ungünstige Sichtverhältnisse zwingen uns in die tieferen Lagen zu Waldabfahrten, danach Besserung, im Carosello-Gebiet häufiger Sonne als im Mottolino-Bereich, aber auch hier reißt es nach der Mittagspause auf, danach dann häufiger Sonne als keine, gleichwohl ständiger Wechsel. Fahren den größten Teil des Tages aus Sichtgründen mit den Schneebrillen.

Schnee:
Morgens auch am Mottolino sehr gut gewalzt, die Teola-Talabfahrt bspw. ein Gedicht; am frühen Nachmittag allerdings am Valfin-Steilhang nicht den Eindruck, dass hier ähnlich sauber gewalzt würde wie drüben an den Costaccia-Steilhängen. Ab ca. 2100 m morgens pickelhart, insgesamt etwas wärmer als gestern, so dass bis weit über 2300 m an den Osthängen der Blessaccia und des Carosello aufgefirnt.

Gehen zum Cassana-SL und steigen dort in den Skibus „Gelbe Linie“, der uns ohne Umsteigen zur Talstation Mottolino befördert. Dort viel Treppensteigen.

1. 12-EUB Mottoline (566 Hm): sehr diffuse Sicht, schöne Abfahrt zum Passo d´Eira, man kann fahren, da sehr gut präpariert, dann Ziehwegquerung nach Trepalle, deutlich zu flach, Gegenanstiege.
2. 4-KSB Trepalle (330 Hm): Talabfahrt „degli Amanti“ (die Blaue), ab der ersten Waldschneise sehr hart aber griffig, hier in den Schmalbereichen „crowding“-Erscheinung, im sehr breiten Schlusshang aber kein Problem, allerdings noch zu hart.
3. 12-EUB Mottoline (566 Hm)
4. DSB Monte della Neve (289 Hm). Bei solchen Bedingungen nicht unbedingt ein Lieblingslift. Bleibt sehr oft stehen. Fahren die rote Außenvariante (gut, erstmals sehr kleine Steine gesehen), dann an der Valfin-Bahn vorbei in die „Giorgio Rocca“-Waldschneise. Diesmal sehr gut präpariert, griffig, leer, teilweise fordernd steil, ein Genuss, auch dank der hier besseren Sicht im Waldbereich.
5. 4-KSB Teola-Pianoni Bassa (445 Hm). Kurze “Bananen”-Pause. Etwas hängende Fahrt zur
6. 4-KSB Monte Sponda (460 Hm): Die mit Abstand am meisten frequentierte Anlage hier im Mottolino-Gebiet, wie mir scheint. Bietet ähnlich der Federia-6-KSB auch vier-fünf selbstständige Abfahrtsvarianten, die allerdings unten in die immer gleiche Waldschneise münden. Fahren rechts (bergwärts gesehen) in Richtung des Camanel-Restaurants und queren dann.
7. 4-KSB Monte Sponda (460 Hm): Diesmal nach links aussteigen (nach Norden) und eine etwas vertrackt trassierte Variante nehmen, unten leider wieder etwas unruhig;
8. 4-KSB Monte Sponda (460 Hm): Vor unserer Fahrt sicherlich 5 min technischer Stopp, fährt die Hälfte der Strecke dann im fixgeklemmten Tempo. Folgen dem Bergrücken und erwischen ein noch kaum befahrenes Stück, dann die talwärts gesehen rechte Trepalle-Abfahrt, leider wieder etwas unruhig. Kontrast: Funpark leer und perfekt gewalzt, die Piste für alle daneben verbesserungsfähig.
9. 4-KSB Trepalle (330 Hm): Fahren diesmal die linke Abfahrt, wie am Samstag-Nachmittag. Besser, aber wieder nicht perfekt. Freunde mich irgendwie nicht so richtig mit diesem Trepalle-Bereich an… Zu kurz, zu steil…
10. 4-KSB Trepalle (330 Hm): Mittagspause an der Bank vor der Mottolino-Bergstation, danach rote Talabfahrt nach Livigno. Unten bereits recht weich, hätten die vor einer Stunde vielleicht mal fahren sollen.
11. 12-EUB Mottoline (566 Hm): Nehmen die schwarz ausgezeichnete Verbindung zum Monte Sponda. Teilweise noch unbefahren hängt sie unten doch massiv. Vielleicht besser: den Ziehweg nehmen um die eins weiter südlich gelegene Schneise zu erreichen, die eher in Falllinie verläuft.
12. 4-KSB Monte Sponda (460 Hm): Diesmal sehr flott laufende Abfahrt zur

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Blick von der Talstation der 6-KSB Valfin-Monte della Neve auf die Bergstation der 4-KSB Teola-Pianoni Bassa und die steile Verbindungspiste

13. 6-KSB Valfin-Monte della Neve (479 Hm): Fahren die bergwärts gesehen rechte schwarze Abfahrt, den gewaltigen Steilhang, der am Samstag noch komplett Tiefschnee gewesen ist. Sieht leider besser aus als er sich fährt, finde keinen guten Rhythmus, sehr anstrengend. War der wirklich heute früh so teppichmäßig präpariert, wie die gestrigen Abfahrten? Trotzdem gewaltig: mit 2 Fahrten hier hat man fast den nächsten 1.000er voll… Abfahrten sind hier auch wirklich ordentlich steil!
14. 6-KSB Valfin-Monte della Neve (479 Hm): Diesmal die bergwärts gesehen linke, schwarze Abfahrt; leider verschwindet dann gerade wieder die Sonne, so dass nur die 2. Hälfte der verdiente Hochgenuss wird; oben zu unruhig, Sicht zu diffus. Talabfahrt in sehr gutem Firn. Dann Bus (Gelbe Linie) hinüber zum Carosello, wieder einige Rampen und Treppen zur Bahn);
15. 6-EUB Carosello I (348 Hm)
16. 6-EUB Carosello II (517 Hm): Bahn fährt heute ziemlich langsam. Wieder viele Zusteiger an der Mittelstation. Kein Wunder, von der Mittelstation selbst führt egtl nur die teilweise enge und sehr steile „Zuelli“ ins Tal (wobei ich glaube, dass die offiziell die 2. Schneise ist, die nördlichste ist die „Femminile“). Insofern ist die Mittelstation nicht ideal postiert. Abfahrt „Centrale“. V.a. oben noch sehr guter Schnee, ab der Hälfte dann guter Firn.
17. 3-SB Blessaccia I (415 Hm): Klassischer Poma-Alpha fixgeklemmter 3er, leider recht frischer Wind. Pista Femminile recht abgefahren zur

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3-SB Blesaccia I, Poma Alpha, 412 Hm, 1500 p/h mit Pista "Centrale", links die 6-EUB Carosello 3000, Sektion 2

18. 4-KSB Blessaccia II (472 Hm): Fahre allein den gewaltigen 150 m breiten Carving-Steilhang nochmals. Oben gut, unten leider eine blöde Mischung aus weichem Schnee und eisigen Verhältnissen, fahre nicht gut. Möchte diesen Idealhang endlich mal am Vormittag mit guten Verhältnissen fahren!
19. 4-KSB Blessaccia II (472 Hm): Gemeinsame, bewährte Talabfahrt zum Cassana-SL, kleine Sonnenpause am Costaccia-Restaurant, die Schwarze Costaccia geht noch sehr gut, dann wieder schöner Sulz/Firn.

Fazit: 19 Lifte und 8450 Hm; sehr ordentlich angesichts des nicht idealen Wetters. Haben sowieso Glück gehabt, dass es doch noch so sehr aufgerissen hat! Spüre deutlich meine fehlende Kondition um dieselbe Pace wie gestern gehen zu können.


4. Skitag, Dienstag, 30. März 2010, 9.30 Uhr bis 15.15 Uhr


Wetter und Schnee:

Föhnsturm! Am Frühstück recht unmotiviert, was soll bei solchen Bedingungen denn möglich sein? Wollen ein wenig Fahren, v.a. an den Talliften um dann im Fall schlechter Bedungungen frühzeitig ins Quartier zurückzukehren. Die Waldabfahrten an der Costaccia gehen aber von der Sicht her und dank der guten Präparation ziemlich gut und an Fontane-Vetta kommt sogar die Sonne heraus. Der Neuschnee hat sich in den tieferen Bereichen als Schicht in die Rillen der Präparation eingelagert, oben sind es 5-10 cm auf der glatten, griffigen Unterlage, ganz oben teilweise stark verweht. In den tieferen Lagen herrlicher Firn bei teilweise geringer Frequentation, weshalb der untere Abschnitt der „Pista Femminile“ wieder zu den Highlights gehört. Wegen des starken Windes wird dann die 2. Sektion der Carosello 3000-EUB eingestellt, ebenso die Rückbringer 4-KSB Blessaccia II, weshalb wir uns über die Tallifte zurück hangeln. Später lässt der Wind nach und die Lifte machen wieder auf.

1. SL Cassana: kurzes Einschwingen
2. SL Cassana: Querung zur
3. SL Valandrea: Querung, alles noch recht hart
4. 4-SB Campo Scuola: nett, eigene 4-SB für den Skischul-Hang. Ansonsten müssen die Anfänger hier noch relativ viel Schlepplift fahren, finde ich egtl gut.
5. 4-SB Campo Scuola
6. 8-EUB Tagliede
7. 8-EUB Costaccia: Fahren unsere Lieblings-Schwarze-Abfahrt. Dank Wald egtl brauchbare bis gute Sicht und sowieso tolle Bedingungen, unten wird es langsam weicher.
8. 8-EUB Tagliede
9. 8-EUB Costaccia
10. 4-KSB Valandrea: in Richtung Carosello zeigen sich Sonnenhinweise, also auf dorthin! Querung nach Westen aber bei kaum Sicht und starkem Gegenwind. Plötzlich, im geschützten Tälchen Fontane-Vetta bessere Sicht und kein Sturm mehr. Herrlich pulvrige „Tiefschnee auf Piste“-Abfahrt zur Skydancer-Bahn.
11. 4-KSB Fontane-Vetta: die Sonne kommt heraus und bleibt einige Zeit hier.
12. 4-KSB Fontane-Vetta: nur das oberste Flachstück verblasen, zugeweht und mit schlechter Sicht, darunter angenehm und hervorragende Schneeverhältnisse.
13. 4-KSB Fontane-Vetta: diesmal am ganz rechten Rand, das nächste Mal am linken.
14. 4-KSB Fontane-Vetta: Querung zum Bereich Blessaccia sehr unangenehm: kaum Sicht, starker Südsturm; ab Talstation der 4-KSB auf der „Piste Femminile bassa“ kaum befahren, aufgefirnt: ideal! Unten blöder, sehr enger Ziehweg, auf dem auch die „Zuelli-Mördersteilhang“-Umfahrer durchmüssen. Hier dringend Pistenbau erforderlich. Fahren die witzige Berg- und Tal-Rampen-Anlage im Anfängerbereich von San Rocco. Mittagspause auf Bank neben Talstation.
15. DSB San Rocco: Von Leitner, mit gleichnamigem SL an einer Stütze. Nochmals die Wellenbahn.
16. DSB San Rocco: Querung zur
17. 6-EUB Carosello I: wegen Sturm sehr langsam unterwegs. An der Mittelstation heißt es unvermittelt aussteigen, 2. Sektion außer Betrieb. Fahren die Querung zur Pista „Zuelli“. Weiterer Bereich der „Zuelli“ wunderbare Firnhänge, dann der „Mördersteilhang“ in guten Verhältnissen.
18. 6-EUB Carosello I
19. 3-SB Blessaccia I: Wollen über Blessaccia II zurück zum Skydancer queren. Die 4-KSB ist aber auch außer Betrieb. Fahren die komplette „Femminile“ wieder ins Tal, oberen viel besser, da weniger abgefahren als zuvor, unten schlechter. Querung zum
20. SL Doss: Langes Schußstück mit zweimaligem Abschnallen zum
21. SL Ski School Area (oder „Gallisport“). 2007er Baujahr DM.
22. SL Del Sole: direkt daneben, uralter Zamella-Fabrikat aus Bozen. Butterweiche, kaum befahrene 50 Hm Abfahrt zum
23. SL Pian del Volpe: immer steiler werdend nach oben. Den Querungen nach Tagliede fehlt es an Schnee und Präparation.
24. 8-EUB Tagliede
25. 8-EUB Costaccia
26. 4-KSB Valandrea: der „Gletscher“ wie immer in gut fahrbaren Verhältnissen. Essen unser letztes Brot oben.
27. 4-KSB Valandrea: Diesmal die rote Direkteinfahrt. Wieder bis zur Drehung in Richtung Süd sehr gut, dann der übliche Sulzbuckelverhau mit vielen „humanen Störfaktoren“.

Insgesamt: 27 Liftfahrten, 5769 Hm; für das sehr stürmische und wechselhafte Wetter egtl noch eine gute Bilanz, hat am Morgen nicht so gut ausgesehen. Highlight: die sonnigen Abschnitte und der schöne Neuschnee an der Skydancer-4-KSB Fontane-Vetta, sowie einige gführige Firnpassagen.

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Morgendlicher Blick aus dem Hotelzimmer mit SL Cassana und 8-EUB Tagliede-Costaccia (Trasse der neuen 2. Sektion direkt oberhalb des SLtes). Das Bild stammt vom Mittwoch Morgen, an dem wir nach Bormio gefahren sind.
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Emilius3557 »

7. Skitag, Freitag, 2. April 2010, 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr: Livigno


Wetter:
Schon morgens sonnig, aber hohe Dunstschleier, große Halos um die Sonne. Nachmittags immer klarer und zum Schluß wunderbar tiefblauer Himmel, das beste Wetter der gesamten Woche! Daher sehr versöhnlicher Abschluss einer sehr schönen Woche. Deutlich kälter als zuletzt, -13°C am Morgen am Hotel!

Schnee:
Der Neuschnee wurde zwar eingewalzt, hatte aber noch zu wenig Zeit sich zu festigen, so dass am Nachmittag fast alle etwas steileren Abfahrten zu Buckelpisten mutiert sind, allerdings zu sehr griffigen und pulvrigen. An fast jedem Hang sind heute Tiefschneeabstecher möglich gewesen, ich zähle mal die benutzten auf: von Bergstation Valandrea zur Piste Fontane-Vetta; parallel zur 4-KSB Blessaccia II, an der 6-KSB Federia im Galli-Bereich zwischen den diversen Abfahrten; entlang der Pista „Polvere“… Auch der gesamte westliche Bereich an der 6-KSB Valfin-Monte della Neve war wieder ungewalzt, eine gigantische Spielwiese (hier allerdings nicht gefahren). Durch die Kälte kaum Firn, selbst in tiefen Lagen wie San Rocco oder der Talabfahrt Mottolino um 16.30 Uhr nicht sulzig, sondern pulvrig. Generell hat es am Ende dieser Woche fast mehr Schnee als zu Beginn, bis Anfang Mai sollte das gut reichen.

Da der SL Cassana kaputt gegangen und praktisch demontiert worden ist (Bügel und Seil!) fahren wir mit dem „Blauen“-Bus zur Tagliede-Talstation, was gute 20 Minuten mit Busverspätung und Fahrzeit kostet.

1. SL Valandrea (89 Hm), ganz schön viel Betrieb wenn hier die Busse ankommen. Fahrt zur

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8-EUB Livigno-Tagliede vor der Kulisse des Ortes, im Hintergrund Ortsteil Teola und der Monte della Neve

2. 8-EUB Livigno-Tagliede (199 Hm)
3. 8-EUB Tagliede-Costaccia (346 Hm)

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Bergstation 8-EUB Tagliede-Costaccia. Noch nicht ganz fertig gebaut, aber bedeutend weiter als Mittel- oder Talstation.

4. 4-KSB Costaccia-Valandrea (257 Hm): Abfahrt ganz ins Tal, oben gut wie immer, recht weich durch den Neuschnee; Direkteinfahrt rote Abfahrt, Starthang wie gewohnt genialisch, schmalere Querung diesmal gar nicht aufgefirnt, Tagliede-Hang für meinen Geschmack fast zu wenig griffig.

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Perfekter Starthang der roten Abfahrt von der Costaccia (an der 2. Sektion der 8-EUB Tagliede-Costaccia)

5. 8-EUB Livigno-Tagliede (199 Hm): diesmal mind. 5 Minuten Warten wegen großem Andrang. Gondeln werden vom Personal gut belegt, teilweise mit Kindern 9-10 Personen in den Kabinen.
6. 8-EUB Tagliede-Costaccia (346 Hm)
7. 4-KSB Costaccia-Valandrea (257 Hm). Auch hier etwas Warten angesagt: Direktabfahrt zur Fontane-Vetta-Abfahrt im Tiefschnee sehr schön, komme langsam wieder ins Fahrenin diesem Geläuf.

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Tiefschneeabkürzer von der Bergstation 4-KSB Valandrea-Vetta zur Talstation der 4-KSB Fontane-Vetta (Skydancer)

8. 4-KSB Fontane-Vetta (350 Hm). Querung und Pista „Blessaccia II“. Bereits jetzt schon wieder zerfahren und wieder keine idealen Carving-Bedingungen.
9. 4-KSB Blessaccia II (472 Hm): Fahre praktisch die gesamte Trasse unter dem Lift oder leicht versetzt talwärts gesehen rechts davon im Tiefschnee. Genialer Hang! Gut, dass hier keine zweite Abfahrt gewalzt wird. Das wären Variantenaufgaben für den halben Tag. Vom Gipfel grandioses Panorama auf das Suldener Dreigestirn von Westen, der Ortler mit dem gewaltigen Gipfeleisfeld, die spitze Königsspitze, dann der Eisdom des Cevedale, die Eisgipfel der Forno-Umrahmung mit den klangvollen Namen wie Palon de la Mare oder Punta San Matteo! Im Westen die nahe Bernina-Gruppe, mit dem Bianco-Grat!

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Bergstation 4-KSB Blessaccia II auf 2796 m.

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Schöner Tiefschnee direkt unterhalb der 4-KSB Blessaccia II

10. 4-KSB Blessaccia II (472 Hm): Diesmal die lange Ziehwegtraverse „Diagonale“ in den Federia-Bereich. Skitechnisch langweilig, aber hochalpine Bummelei mit Ausblicken in die Bernina und die weiße Wüste des oberen Val Federia. Kurze Abfahrt zur

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Pista "Diagonale" - langer Verbindungsziehweg von der Bergstation 4-KSB Blessaccia II zur Talstation 6-KSB Federia

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Talstation 6-KSB Federia und weiße Wüste des Talschlusses des Val Federia

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6-KSB Federia oberer Abschnitt mit Bergstation von der Pista Diagonale

11. 6-KSB Federia (301 Hm): mind. 5 min. Warten da große Menschentraube! Heute generell bislang am meisten Betrieb! Fahren die äußerste Abfahrt, die „Galli“. Nutze das zu schönen Tiefschneeabstechern.

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Pista Galli an der 6-KSB Federia. Führt außerhalb, ruhig, leer und oben sehr flach durch die weiße Wüste. Frankreich ist hier nicht mehr fern...

12. 6-KSB Federia (301 Hm): weniger Betrieb jetzt, fahren eine Variante weiter östlich, bin ansonsten im Tiefschnee zu finden.

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6-KSB Federia mit drei gewalzten Abfahrten und dazwischen viel Platz für Tiefschneeabstecher

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Idealhang an der 6-KSB Federia

13. 6-KSB Federia (301 Hm): Fahren die “Polvere” und die “Centrale”, danach die “Zuelli” ins Tal. Im oberen Teil wiederum viel Tiefschnee zum Ausbüchsen, teilweise durch Verblasungen schwer zu fahren, mehr Carving-Technik erforderlich. Der „Mörder“-Steilhang der „Zuelli“ heute gar nicht aufgefirnt, sondern hart und griffig mit einzelnen Schneehäufchen.

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Blick auf Livigno von der Pista Polvere

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Auch entlang der Polvere gibt es viel Platz im unverspurten Gelände

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Pista Polvere (vorne), 6-EUB Carosello 3000 II, 3-SB Blessaccia I und 4-KSB Blessaccia II

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6-EUB Carosello 3000 II, 3-SB Blessaccia I und 4-KSB Blessaccia II

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6-EUB Carosello 3000 II. Die eckigen Kabinen machen schon einen interessanten optischen Effekt aus.

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Livigno über den Lärchenwäldern am Carosello

14. 6-EUB Carosello I (348 Hm):
15. 6-EUB Carosello II (517 Hm): Mittagspause auf 2750 m, kaufe für 6 Euro eine Viertel Pizza Margherita plus Fanta. Kurzes Einschwingen zur
16. 3-SB Baby Lac Salin (50 Hm): Pista „Centrale“. Riesig breit, sehr leer, unten Tiefschnee unterhalb der EUB zur

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3-SB Baby Lago Salin

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Tiefschnee neben der Pista Centrale an der Sektion 2 Carosello

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Tiefschnee unterhalb der 6-EUB Carosello 3000 II neben der breiten Pista Centrale

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6-EUB Carosello 3000 Sektion II

17. 3-SB Blessaccia I (415 Hm): Abgefahrene „Femminile“ bis zur Talstation Bles. II, danach die obere „Zuelli“: sehr leer und kaum zerfahren, wunderbare Abfahrt, dann Querung zum Schlussstück der „Femminile“ um den Mörder-Hang zu umgehen. Die Wellenbahn in San Rocco.

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6-EUB Carosello 3000 Sektion II, davor 3-SB Blesaccia I. Hinten die Variantenhänge an der Pista Polvere

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Pista Zuelli. Der wenig befahrene Mittelteil von der Talstation Blesaccia II bis zur Einfahrt in den Mördersteilhang

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Livigno von den San Rocco-Übungswiesen

18. DSB San Rocco (49 Hm): Zur Carosello-Talstation und zur Bushaltestelle. Linea Rossa kommt unverzüglich. Transfer nach Teola. Wetter jetzt lupenrein, tiefblauer Himmel. Photographie wie verrückt.

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DSB und SL San Rocco. Seltene Konstruktion: DSB und SL an einer Stütze. Ideales Übungsgelände hier unten

19. 4-KSB Teola-Pianoni Bassa (445 Hm): Fahre allein die „Giorgio Rocca“ in sehr anstrengender Kurzschwung-Buckeltechnik.

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4-KSB Teola-Pianoni Bassa unterster Streckenabschnitt und Pista Giorgio Rocca Schlusshang

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Blesaccia Idealhänge mit 3-SB Uno (links) und 4-KSB Due (rechts). Man sieht den oft verbuckelten Hang an der Pista Femminile gut

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Carosello 3000 Gebiet in der Totalen: unten San Rocco, oben von links: Polvere, Centrale, Femminile, Zuelli, unten: Zuelli mit Mörderhang und Femminile rechts außen. In einem Wort: ideales Skigelände!

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4-KSB Teola-Pianoni bassa Bergstation

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Blick von der Bergstation der 4-KSB Teola-Pianoni bassa auf die breiten Skihänge unterhalb des Monte Sponda (2576 m)

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Idealskiberg Monte della Neve mit der 6-KSB Valfin-Monte della Neve. Steil, breit und viel Platz. Die linke Abfahrt wurde nach den Neuschneefällen immer erst vom Variantenfahrervolk zerfahren und am zweiten Tag erst gewalzt

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Gipfelbereich Carosello 3000 vom Monte della Neve: (v.l.) Pista Polvere mit der markanten Schneilanzenstruktur, 6-EUB Carosello II, Pista Centrale, 3-SB Blessaccia I, Pista Femminile, unten dann die Zuelli

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4-KSB Teola-Pianoni bassa und Blick zur Costaccia (Bergstation 8-EUB links oben), am Kamm die 4-KSB Valandrea

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Carosello/Blessaccia-Bereich mit 6-EUB Carosello II, 3-SB Blessaccia I und 4-KSB Blessaccia II samt den drei Talabfahrten

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6-KSB Valfin-Monte della Neve mit den drei Abfahrten. Man erkennt gut, dass die linke Abfahrt vor den Neuschneefällen ebenfalls präpariert war

20. 4-KSB Teola-Pianoni Bassa (445 Hm): Am linken Pistenrand zur

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Blick vom unteren Monte Sponda-Bereich auf die nördlichen Ortsteile von Livigno

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Der Talstationsbereich Tagliede im Zoom mit der unterirdischen 8-EUB Station. Rechts die SLte Valandrea und Cassana. Links die 4-SB und SL Campo Scuola

21. 4-KSB Monte Sponda (460 Hm): Hier mind. 5 min Warten! Große Menschentraube und das um 15 Uhr! Zentrale Hochrücken-Abfahrt und wie immer unruhiger, aber schön pulvriger Hang nach Trepalle.

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Blick auf Trepalle, mit 2096 m eine der höchsten nicht-touristisch bedingten Dauersiedlungen der Alpen.

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Abfahrt nach Trepalle, links die gleichnamige 4-KSB. Recht steile und leider oft verbuckelte Abfahrt.

22. 4-KSB Trepalle (330 Hm):
23. DSB Monte della Neve (289 Hm): Fahren das Ding um schön zu bräunen und um Unmengen an Photos zu schießen. Rote, aber sehr buckelige Abfahrt zur...

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DSB Monte della Neve

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Bernina-Gruppe aus DSB Monte della Neve. Links Piz Palü (3905 m) und Piz Bernina (4049 m) rechts

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Panoramafahrt in der DSB Monte della Neve

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In der DSB Monte della Neve dem blauen Himmel und frischem Neuschnee entgegen

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Blick aus den DSB MdlN auf Livigno und die Costaccia

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Ehemalige Mittelstation an der DSB Monte della Neve. Was war deren Zweck? Schön grün gestrichene Betonstützen...

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Die 2 km lange DSB nimmt und nimmt kein Ende. Bei warmer Frühlingssonne kein Problem. Zum Raume wird hier die Zeit.

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Am Monte della Neve gibt es auch flache Autobahnpisten - im Gegensatz zu den durchschnittlich steileren Hängen um Livigno

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Rückblick auf die über 2 km lange Trasse der DSB Monte della Neve

24. 6-KSB Valfin-Monte della Neve (479 Hm): Letzte Abfahrt dieses Urlaubs. Die blaue Genußstrecke zum Mottolino (seit 1958 mit Liften erschlossen!), dann die „Degli Amanti“ in sehr gutem Zustand um halb Fünf abends. Kaum Buckel, unten im großen Schlusshang kein Firn/Sulz, sondern kompakt und Pulver. Verkneife mir eine letzte Bergfahrt mit der 12-EUB – man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist!

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Talstation 6-KSB Valfin-Monte della Neve, Leitner, Baujahr 2000, 479 Hm.

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Steilhang Valfin-Monte della Neve: wie breit ist dieser Idealhang?

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Die zweite Hälfte der Valfin-Abfahrten. Zwei breite, gewalzte Abfahrten sind ebenfalls im Portfolio

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Die blaue Kammabfahrt am Monte della Neve, eine meiner Lieblingsabfahrten. Genuß pur.

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Trepalle mit neu angepflanzten Bannwäldern. Die Straße zum Passo Foscagno ist auch im Bild.

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Bergstation der 12-EUB Mottolino auf 2402 m.

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Arbeitslose Schneeerzeuger unterhalb der Mottolino-Bergsation

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Oberer Abschnitt der Pista degli Amanti zum Passo d´Eira

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Ausblick vom Schlussabschnitt der Mottolino-Talabfahrt

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Nördlicher Ortsteil von Livigno, im Vordergrund der 2007 (oder 2008?) neu gebaute SL Pemont.

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12-EUB Mottolino, Baujahr 1992, Leitner, 566 Hm

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8-EUB Livigno-Tagliede Sektion I und 4-SB Campo Scuola von der Mottolino-Talstation aus gesehen

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Für die Benzinpreisstatistiker: 96 Cent für den Liter Bleifrei Anfang April 2010

Insgesamt: 24 Lifte, mit 7716 Hm, sehr gut, wenn man die unruhigen Neuschnee-Bedingungen und das viele Tiefschnee-Fahren berücksichtigt.

Gesamt Fazit:

111 Liftfahrten in Livigno mit 34.564 Hm (pro Tag 6.912,8 Hm im Schnitt)
13 Liftfahrten in Cima Piazzi/Oga-San Colombano mit 4.527 Hm,
11 Liftfahrten in Bormio mit 6.903 Hm

Ergibt insgesamt:
135 Liftfahrten (19,3 Fahrten pro Tag im Schnitt) und 45.994 Hm (6.570,6 Hm im Schnitt)
1,65 € pro Fahrt, 206,3 Hm pro €
Besinnung auf die Kernkompetenzen - altbewährte Dummschwätzerei...
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von starli2 »

Kein Wunder, von der Mittelstation selbst führt egtl nur die teilweise enge und sehr steile „Zuelli“ ins Tal
Nicht ganz, nach der Mittelstation fährst erst mal nen kurzen blau-roten Hang, dann den Skiweg, und dann kommst an die Kreuzung, wo du entweder über Skiweg rüber richtung San Rocco kommst, oder eben den schwarzen Hang ins Tal. (Und kommt man von der 3SB-Talstation nicht auch rüber zur roten Abfahrt? Bin mir nicht sicher, konnte die Neigung des Skiwegs optisch bei meinem Besuch nicht genau bestimmen)

Mich würd mal interessieren, ob in der Hauptsaison an /zwischen den Blessaccia-Bahnen annährend so viel Pistenvarianten wie im Plan eingezeichnet sind geöffnet, präpariert & ausgesteckt sind? Am Saisonende kannst das an einer Hand abzählen und bei deinen Bildern von gegenüber scheint auch nicht mehr präpariert gewesen zu sein...
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von philipp23 »

Ist eigentlich schon bekannt, wann die Carosello-Bahn ersetzt werden soll? Ich meine mich an ein Funitel erinnern zu können...
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Fab »

Dieser ausführliche und schön bebilderte Bericht hat mir die beiden Gebiete Bormio u. Livigno nahe gebracht.
Danke für die Mühe.

Mir scheint, Livigno verdient mehr Aufmerksamkeit. Der Skiberg von Bormio spricht mich total an.
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Af »

Danke für den traumhaften Bericht....da waren bei uns vor Weihnachten ja doch wesentlich weniger Pisten offen und wir haben das nichtmal gemerkt...Hoffentlich klappts dieses Jahr vor Weihnachten wieder mit genug Schnee...

@ Carosello: In den News ist ein alter Projektsplan zu finden. Das Nächste dürfte aber eine neue Bahn parallel zur Trepale sein, welche die DSB am Grat überflüssig machen soll. Die Funitel als Ersatz für die Carosello wird noch etwas dauern...wer weiss, was die sich nach der Kathedralen EUB für das Funitel einfallen lassen...
2011: HtPgWmSflSjZaSwHfAbHfHtSjKiKiKiKiHtSöSöSö
2012: HtSöSöSwZaWmWsRoSwRoRoAlHtRoAhStjRoSö
2013: KrIsRaWmRkBxAbAbAbAbAbRaRoTx
2014: MkRo
2015: KiSpRoRoRoZu
2016: RaClRoHtSö
2017: RaLaWsJoTx
2018: ClRaLaBaSwAlRaBaLaMuRaRa
2019: RaLaLaRaRaLaRaTx - Corona shutdown
2020: AlSwPeSwSwSwZ3AxTx
2021: LaRa
2022: RoRaLaRa
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Re: Alta Valtellina - Livigno, Bormio, Valdidentro 27.3.-2.4.010

Beitrag von Emilius3557 »

Vielen Dank für die vielen positiven Rückmeldungen!

@Starli:
Nicht ganz, nach der Mittelstation fährst erst mal nen kurzen blau-roten Hang, dann den Skiweg, und dann kommst an die Kreuzung, wo du entweder über Skiweg rüber richtung San Rocco kommst, oder eben den schwarzen Hang ins Tal. (Und kommt man von der 3SB-Talstation nicht auch rüber zur roten Abfahrt?
Ja, Du hast völlig Recht. Dieser Ziehweg wird aber meines Erachtens nicht viel benutzt und es ist auch nicht klar ausgeschildert, dass dieser Ziehweg zu einer sehr viel breiteren und leichteren Talabfahrt führt (der "Zuelli"-Mittelteil und dann die Kombination zum flachen Ziehweg hinüber zur "Femminile").
Mich würd mal interessieren, ob in der Hauptsaison an /zwischen den Blessaccia-Bahnen annährend so viel Pistenvarianten wie im Plan eingezeichnet sind geöffnet, präpariert & ausgesteckt sind?
Wenn Ostern Hauptsaison ist, dann ist dem tatsächlich nicht so. Oberhalb der Blessaccia I gab es einen sehr schönen präparierten Hang, den niemand gefahren ist. Laut Plan soll es eine Querung von Blessaccia II bis oberhalb Bles I geben - habe ich in der Realität nicht gefunden. Generell finde ich die Politik nicht jeden m² zu walzen schon in Ordnung, dann sollte man es aber aus Fairness den Kunden gegenüber in einem etwas realitätsnäheren Plan verzeichnen. Mein Hauptkritikpunkt ist eher, dass die Bles II-Abfahrt an egtl keinem Tag annäherend so gut gewalzt war wie die anderen Abfahrten mit teilweise vergleichbarer Steilheit.

@AF:
Hoffentlich klappts dieses Jahr vor Weihnachten wieder mit genug Schnee...
Ich drücke Euch die Daumen!
Das Nächste dürfte aber eine neue Bahn parallel zur Trepale sein, welche die DSB am Grat überflüssig machen soll. Die Funitel als Ersatz für die Carosello wird noch etwas dauern...wer weiss, was die sich nach der Kathedralen EUB für das Funitel einfallen lassen...
Der 6-EUB würde ich ehrlich gesagt kaum eine Träne nachweinen. Die neue 8-EUB an der Costaccia ist da zeitgemäßer. Die 6-KSB Vallaccia ist tatsächlich schon recht konkret, die Bahn soll auf gut 1750 m Länge immerhin 640 Hm überwinden und 2800 p/h transportieren können. Die Tiefschneehänge dort hinunter sehen traumhaft aus, wenngleich überall riesige Verbotsschilder stehen und vor dem Verlassen des gesicherten Geländes gewarnt wird. Trotzdem sieht man aber sehr viele Spuren überall, sehr paradox...

@Fab:
Mir scheint, Livigno verdient mehr Aufmerksamkeit. Der Skiberg von Bormio spricht mich total an.
Ja, zu Recht. Auch wenn die Cima Bianca natürlich nicht mehr so toll ist früher, da eine schlimme 4-KSB die Bergspitze banalisiert, während früher eine kultig orange gestrichene DSB hinaufgezockelt ist, die zu einer gefühlten Einzelerschließung des Berges durch die PB geführt hat - Ich resümiere eine Diskussion aus sommerschi.com... :D
Besinnung auf die Kernkompetenzen - altbewährte Dummschwätzerei...

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