SSB mit Magnetschienenbremse?

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Dachstein
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SSB mit Magnetschienenbremse?

Beitrag von Dachstein »

Mit der Themaik hatte ich mich noch nie auseinandergesetzt, bis jetzt hatten alle SSBs Zangenbremse oder eine Zahnradbremse nach Riggenbach.
Aber man glaubt es kaum, jetzt bin ich über eine SSB mit Zangenbremse und zusätzlicher Magnetschienenbremse drübergefallen. Nein, keine neue Anlage, sondern eine aus den 1920er Jahren. Name der Anlage: Hugo Stinnes Aufzug nahe Eisenerz am Steirischen Erzberg. Aufzug mag etwas verwirrend wirken, jedoch waren alle seilgezogenen Bahnen am Steirischen Erzberg als "Aufzug" bezeichnet. 1965 wurde die Anlage abgebrochen.

Zur Anlage selber: SSB mit 4 Wagen, 2 Abt'schen Ausweichen, Umsteigestation in der Mitte (zwei gleich lange Sektionen) und einem Antrieb in der Bergstation. Auf der Strecke gab es eine Fahrleitung. Hersteller waren AEG und die Aktiengesellschaft R. Ph. Waagner, L. & J. Biró (also Waagner Biró).

Meine Fragen dazu sind:

Wozu eine Magnetschienenbremse, wenn eh eine Zangenbremse vorhanden ist? Gibt es eine derartige Konstruktion heute noch?

MFG Dachstein

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ATV
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Re: SSB mit Magnetschienenbremse?

Beitrag von ATV »

Betriebsbremse elektromagnetisch auf dem Fahrzeug, Zangenbremse als Fangbremse??
Braucht man wieder Stromschinen/Fahrleitung um das Fahrzeug mit Ausreichend Strom zu versorgen.
Einige der Standseilbahnen in Portugal sind mit solchen Bremsen ausgerüstet. Da befindet sich der Antrieb auf dem Fahrzeug.
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Re: SSB mit Magnetschienenbremse?

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Ich würde mal behaupten, dass Magnetschienenbremsen nicht als Fangbremse ausreichen, darum braucht man zusätzlich die Zangenbremsen.
Oberleitungen gab's früher übrigens öffter bei SSBs. In Heidelberg gab's das bis zum letzten Umbau auch auf beiden Sektionen und dort war es nur für die Beleuchtung und die Elektrik im Wagen. Dort gibt's keine Magnetschienenbremsen und die Bahnen fahren jetzt auch ohne Fahrleitung wie die meisten neueren SSBs. Dürfte mit der weniger entwickelten Akkutechnik zu tun haben früher.
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ATV
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Re: SSB mit Magnetschienenbremse?

Beitrag von ATV »

Als Fangbremse nicht, bei einem Stromausfall funktioniert diese nicht mehr sofern man nicht genügend grosse Batterien hat und auch dann ist es eher zweifelhaft ob man sowas durchbringt, denn auch Batterien sind irgend wann mal leer. Kann mir eher vorstellen, ass man damals bei so schweren Bahnen (4 Wagen) die Betriebsbremse auf die Fahrzeuge gesetzt hat. Grund, die Wärmeentwicklung der Bremsbacken auf der schnellaufenden Welle. War übrigens auch der Grund wieso man eine Zeit lang beide Bremsen auf die langsam laufene Antriebsscheibe montiert hat.
Die Stromversorgung über Fahrleitung oder Strommschinen hat einen anderen Grund als die Batterien. Batterien mit 240Ah gibt es schon lange. Man bedenke diese Grubenbahnloks usw. Das Problem sind bei Standseilbahnen die grossen Verbraucher. Zum Beispiel die Heizungen, Druckluftkompressor für Pneumatische Türen. Türen mit Elektromotor, Fangbremshydralikpumpe, Scheinwerfer, Beleuchtung, Lüftung, Klimaanlage usw. Deren Versorgung mit 24V braucht ein vielfaches mehr Strom. Daher speist man sowas meist über 230V Fahrleitungen oder 400V Stromschienen. Neue Standseilbahnenw erden zum Beispiel in den Stationen auch mit 400V gespiesen und das Baterien über ein Netzgerät geladen. Die alten Bahnen haben übrigens trotz Fahrleitung einen Akku. Steuerung muss USV besitzen.
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Re: SSB mit Magnetschienenbremse?

Beitrag von ATV »

Übrigens die Umlauf Luftkissen Standseilbahn am Flughafen Kloten besitzt eine Stromschiene für die sogenannten Blower welche den Zug in der schwebe halten. Bei einem Stromausfall fallen aber auch die Blower aus. Der Zug landet dann auf speziellen Gleitflächen.

Die Diskussion um Klimageräte etc. wurde hierher ausgelagert.

Gruss
GMD, Moderator Technisches
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