The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

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lanschi
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The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von lanschi »

The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beim Bericht zu meiner heutigen Feuerkogel-Begehung hab ich mich für den Titel vom Film "The day after" inspirieren lassen. Das, was ich hier zu sehen bekommen habe, hat selbst mich erschreckt. Aber seht selbst.

Wie den Viellesern hier bekannt sein dürfte, ist am Feuerkogel im Sommer 2010 nach jahrelangen Diskussionen ein massiver Ausbau in Angriff genommen worden. Das zuvor nicht mehr zeitgemäße Angebot (1 Pendelbahn, 1 Doppelsesselbahn, 5 Schlepplifte - keine Beschneiungsanlagen) war den Ansprüchen der heutigen Zeit nicht mehr gerecht. Die Investitionen im Gesamtwert von etwa 16 Mio. Euro wurden zur Gänze von der OÖ. Seilbahnholding, welche sich zu 100% im Eigentum des Landes Oberösterreich befindet, finanziert und getätigt. Die Investitionen sollen den Feuerkogel in eine neue Liga katapultieren und das Angebot zu anderen Skigebieten in Oberösterreich konkurrenzfähig sein.

Erst sehr spät viel der Startschuss für dieses Megaprojekt, die Bauarbeiten waren geprägt von massivem Zeitdruck und geradezu minutiöser Zeitplanung.

Ich war aufgrund des langwierigen Zustieges im letzten Herbst nur 1x auf der Baustelle - die Doku ist hier nachzulesen. In folgendem Topic finden sich auch alle weiteren Informationen zum Ausbauprojekt:

http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... &start=150

Die beiden neuen Anlagen (8-EUB Gsoll-Jet, 6-KSB Grubersunk) konnten schließlich aber trotzdem plangemäß zum 23. Dezember 2010 (und für Viele - auch hier - unerwartet) fertiggestellt werden. Allein - es fehlte der Schnee.

Erst am 30. bzw. 31. Jänner konnten die beiden neuen Bahnen - bedingt durch massive Schneefälle in Betrieb gehen. Dennoch herrschten während der ganzen Saison zumeist grenzwertige Pistenverhältnisse, von einer Steinwüste war oftmals die Rede. Dies war auch der Grund dafür dass ich - als Einheimischer und nur 2 Kilometer von der Talstation der Feuerkogelseilbahn entfernt - im ersten Winter der neuen Bahnen nie am Berg war. Grund genug also, der Sache dafür einmal auf den Grund zu gehen.

Von der Talstation der Feuerkogelseilbahn marschiere ich weg, und nach einer guten Stunde erreiche ich endlich die Talstation der neuen 8-EUB Gsoll-Jet:

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Relativ schnell wird klar: SO einfach kann man hier keine 1. Sektion anbauen (wie oftmals gewünscht/gefordert und von Hr. Bruckschlögl auch versichert)!

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Der Grund dafür ist auch recht schnell ersichtlich: Keinerlei Vorbereitungen für Durchfahrbetrieb, zudem steht der Kontrollraum genau in der Bahnachse einer etwaigen 1. Sektion.

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Dürfte ein wenig aufwändig werden, das umzubauen.

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Das Stationsgebäude sieht interessant aus - in jedem Fall besser als eine Standardstation.

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Schon bald nach der Talstation folgt der erste Schreck: Da ist absolut nichts begrünt worden! Humus = Fehlanzeige!

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Kahle Landschaft.

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Wenigstens hat man die Stufen entschärft - im Winter dürfte man hier nur mehr sehr wenig merken:

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Es folgen nun kommentarlos einige Bilder des neuen Pistenabschnitts zwischen der neuen Talstation der 8-EUB Gsoll und der alten, weiter oben beginnenden DSB.

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Ich befinde mich in etwa in der Pistenmitte, knapp unterhalb der ehemaligen Talstation der DSB.

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Blick zurück.

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Erstes Fazit der neuen Abfahrt: Tolle Trassierung, aber ohne 1-1,5 Meter Schnee ist hier an steinfreies Skivergnügen nicht zu denken. Es erschreckt mich vor allem, dass im 1. Sommer nach dem Pistenbau mit Anfang August hier absolut NICHTS unternommen wurde, um in irgendeiner Form eine Renaturierung des Geländes zu ermöglichen. Wer über diese Piste marschiert wird mir übrigens in meiner Behauptung zustimmen, dass hier selbst eine Beschneiungsanlage nichts bringen wird. Oberstes Gebot muss hier in jedem Fall zunächst einmal die Aufbringung einer Humusschicht sein, ansonsten ist jeder Beschneiungsversuch sinnlos.

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Wirkt alles noch unaufgeräumt hier.

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Das Einzige, was man sauber gelöst hat, ist die Beseitigung der alten Talstation der DSB. Diese stand genau hier.

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Keine Spur mehr. Wer´s nicht weiß, wird nichts merken.

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Nur die alte Schneise lässt noch auf eine ehemalige Liftanlage schließen.

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Blick von etwas weiter oben zurück.

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Ebenfalls auf Pistengelände, wenn auch am Rand.

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Blick kurz nach Stütze 4 bergwärts.

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Und Tiefblick zur Talstation. Bis hierher verläuft die Trasse äußerst steil und abgesehen von der Stütze ganz unten in der Pistenmitte stützenlos.

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Im Flachstück gibt es nun zwei Pisten. Zu sehen der neue Pistenabschnitt links. Hier ist deutlich zu merken, dass die Felsbrocken viel kleiner gebrochen wurden. Ein Skibetrieb ist hier somit viel früher möglich.

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Man sieht, wie die Piste hier (rücksichtslos?) ins Gelände rein trassiert wurde.

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Ein einsamer Bagger steht mitten auf der alten Piste.

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Der angesprochene neue Pistenabschnitt, schön glatt planiert.

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Blick zurück - links die alte Piste, rechts die neue Abfahrt. Die großen Felsbrocken im Vordergrund gehören zum Pistenvergnügen.

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Etwas anderer Blickwinkel.

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Das hier war letztes Jahr alles noch grün. Durch Modellierungsarbeiten in diesem Bereich ist die Humusschicht verschwunden.

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Der Skibelag lässt grüßen.

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Mitten auf der Piste liegen die letzten Reste des Grubersunk-Schlepplifts.

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Wird wohl nirgends mehr aufgestellt. :wink:

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Wer braucht eine Umlenkscheibe?

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Ein bezeichnendes Bild für die Eingriffe am Feuerkogel. Ein einsamer Baum im Bereich einer Pistenkreuzung.

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Schauplatzwechsel - hier die neue blaue Abfahrt, die knapp unterhalb des Naturfreundehauses von der Gsollabfahrt zur Grubersunkbahn abzweigt.

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Diese Piste ist wirklich toll trassiert, auch hier fällt auf: Schön glatt gebügelt. Sollte mit 50 cm Schnee problemlos befahrbar sein.

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Hier nach einer tollen 90°-Kurve.

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Noch eine Kurve, und dann gehts runter in den Grubersunk.

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Auch hier mit mehreren sanften Kuppen und Kurven. Das dürfte richtig Spaß machen hier!

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Blick zurück nach oben.

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Ab der Talstation des ehemaligen Grubersunkschlepplifts ist die Piste wohl relativ langweilig, zunächst aber noch der Blick in die alte Lifttrasse.

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An der bestehenden Grubersunkabfahrt hat man quasi gar keine weiteren Eingriffe vorgenommen, lediglich der allerletzte, kurze Hang wurde modelliert. Rechts gehts dann weiter zur Talstation.

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Das letzte Stück zur Talstation - man beachte überall die Warnungen vor Absturzgefahr!

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Und das ist auch berechtigt - die Talstation kann hier nur dank einer ca. 10-15 Meter hohen Stützmauer stehen. Dahinter geht´s seeeeeehr steil hinunter.

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Talstation - auch hier keine Standardstation.

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Stationsgaragierung der 6er-Sessel:

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Die Bahn ist mit knapp 700 Metern Länge ja sehr kurz, überwindet dabei aber fast 300 Höhenmeter.

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Die Steilheit kommt auf diesem Bild nicht wirklich rüber.

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Über die alte Grubersunkabfahrt bin ich dann zurückaufgestiegen und weiter zur Bergstation der neuen Gondelbahn am Paulnriedl.

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Der neue Pistenabschnitt von der Gondelbahn runter zur alten, bestehenden Abfahrt. Ebenfalls toll trassiert.

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Nun nochmal ein Sprung fast ganz runter zur Talstation der EUB - im Bild hier die blaue Umfahrung, die die alte Skiroute kreuzt. Bedingt durch diese Stufe wird die Skiroute in diesem Bereich nur mehr sehr schwer zu fahren sein.

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Weiter runter zur Talstation - für einen Skiweg breit genug.

Nach dieser Tour bin ich zweigespalten - einerseits freue ich mich über die gelungene Trassierung der neuen Abfahrten, andererseits bin ich aber schon enttäuscht von der Art, wie hier der Pistenbau vorgenommen wurde. Überall liegen noch Bäume, Baumstümpfe, Äste usw. herum - und das jetzt knapp 3-4 Monate nach der Schneeschmelze! Man sollte sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen und hier zumindest aufräumen.

Weiters sollte man DRINGEND mit einer Renaturierung der Pisten beginnen, ansonsten hat man in den nächsten Jahren mit dem gleichen Dilemma wie im vergangenen Winter zu kämpfen.

Ich habe jedenfalls heute beschlossen, mir auch heuer wieder keine Saisonkarte dort zu kaufen - zu unsicher ist mir die Schneesituation; zu sicher bin ich mir, dass man auch heuer wieder massive Probleme haben wird, die Hauptabfahrt der 8-EUB Gsoll-Jet zu einem vernünftigen Zeitpunkt zu öffnen.

Aber unsere Seilbahnholding-Bosse wissen ganz sicher, was sie tun. :wink:

Angesichts dieser Eingriffe ist es meiner Meinung nach müßig, über einen kleinen Felsabtrag am Gaislachkogel-Gipfel zu sprechen. HIER fanden die wirklichen Natureingriffe statt. Jedem, der bedingungslosen Pistenbau und Neuerschließungen fordert, kann ich nur zu Herzen legen, sich das hier mal anzuschauen. Bei so etwas beginnt man nachzudenken (ich nehme mich da selbst nicht aus).

Ich hoffe, der Bericht bringt einige interessante Informationen für euch - gefallen kann er ja nicht wirklich.

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Fab
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von Fab »

Diese Piste ist wirklich toll trassiert, auch hier fällt auf: Schön glatt gebügelt. Sollte mit 50 cm Schnee problemlos befahrbar sein.
Gerade völlig glatt gebügelt macht Pisten doch eher langweilig.

Die Bilder sind erschreckend. Obgleich ich schon glaube, daß begrünt werden muss.
Wer solche Verwüstungen anrichtet, muß sich über Widerstand gegen Skigebietsausbau nicht wundern.
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von seilbahner »

Interessanter Bericht. Danke dafür.

Ich kann mir aber fast nicht Vorstellen wie die das ohne einen Wahnsinns Kostenaufwand wiederbegrünen wollen. Es gibt da schon einige möglichkeiten, aber es ist doch extrem viel Fläche.
Ich bin schon der Meinung, dass man das so nicht lassen kann.

Die Baumreste und Äste etc.. werden wahrscheinlich vor Ort verrotten.

Aber sie sind ja noch nicht fertig, vielleicht wird das ja noch.
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lanschi
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von lanschi »

Fab hat geschrieben:
Diese Piste ist wirklich toll trassiert, auch hier fällt auf: Schön glatt gebügelt. Sollte mit 50 cm Schnee problemlos befahrbar sein.
Gerade völlig glatt gebügelt macht Pisten doch eher langweilig.
Das Bild täuscht - die Abfahrt ist interessant trassiert mit einigen langgezogenen Kurven und Kuppen. Für eine blaue Abfahrt in der Tat interessanter als das, was ich sonst als "blau" kenne.

Zu deiner zweiten Aussage kann ich nur zustimmen.
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von baeckerbursch »

Die Frage ist halt ob man das ganze überhaupt renaturieren kann. Die Mengen an Humus die man da raufschaffen müsste...
flo
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von flo »

Da fügen sich der Megaspeichersee oder der mit Spritzbeton überzogene Gipfel in Sölden noch harmonisch in die Landschaft ein im Gegensatz zu diesen Geröllpisten.

Mich verwundert es etwas, dass vorm Pistenbau die Humusschicht nicht abgetragen wurde, um so später die Pisten damit wieder abdecken zu können? War die Schicht etwa zu dünn dafür?

Wie verlief eigentlich die doch kurze Saison? Konnte man zumindest eine schwarze Null erreichen oder schreibt man weiter Verluste?
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Dachstein
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von Dachstein »

Bauen im Karst, und das ist das Ergebniss. Uns zwar nicht nur am Feuerkogel, sondern überall. Daher würde ich den Jetztzustand nicht überbewerten, auch wenn es zugegebenermaßen hässlich ausschaut.
Zur Humusschicht: auf Karst gibt es so gut wie keine dicke Humusschicht. Das ist beim Baun im Karst ein gewisses Problem - jetzt offenbart sich auch, dass es gegensätzlich zu so mancher Behauptung nicht einfach möglich gewesen wäre, eine Schneeanlage zu bauen - Graben ziehen und Rohre verlegen ist im Karst nicht möglich - an gleichem Problem laboriert die Axamer Lizum übrigens auch, daher gibt es dort keine Schneeanlage am Birgitzköpfl.
Eine Rekulitivierung von Karstlandschaften geht übrigens nicht binnen eines Jahres, sondern nimmt Jahre in Anspruch. Ich kann mich noch gut an die Diskussion in den ÖON zum damaligen Ausbau der Gsollpiste erinnern, und es hat damals auch nicht anders ausgeschaut und auch Jahre gebraucht. Freilich kann man der Natur helfen, allerdings nur sich selber zu heilen, und selbst das braucht Zeit. Es muss sich zuerst der Schotter setzen, bevor eine Humusschicht aufgetragen werden kann. Sonst besteht wiederum Gefahr, dass Regen den Humus zwischen die Steine hineinwäscht. Also da ist gar nichts einfach und schnell geht da schon gar nichts. Es ist mir in meiner Karriere als ins Gelände gehernder Naturwissenschaftler noch keine Baustelle im Karst untergekommen, die als schön zu bezeichnen wäre (und bis jetzt werden das an die 100 gewesen sein). Und Karst ist eben ein Gelände, wo die Natur schon von Haus aus sehr schwer gedeien kann. Das ist so und das wird sich nicht ändern, auch nicht ein frommer Wunsch.

Zur Sektion 1 der EUB: die ist möglich. Was nämlich noch nicht Erwähnung fand im Forum ist der Fakt, dass bei der EUB ein zweiter Führerstand am Berg bereits baulich vorbereitet ist (zu finden beim Ausgang), somit ist sogar eine Talförderung möglich. Um eine erste Sektion zu errichten muss der Talführerstand, wie oben richtig angemerkt, versetzt werden. Auch das ist offenbar kein Problem, ich bin mal der Überzeugung, die Firma Salzmann hat das so geplant, dass es auch geht, die machen solche Sachen schließlich nicht zum ersten Mal.

MFG Dachstein
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von Emilius3557 »

Vielen Dank, Lanschi, für Deine Bergtour - das waren insgesamt wohl ganz schön viele Höhenmeter, die Du da gesammelt hast, oder? Bist Du dann wenigstens mit der PB hinuntergefahren um die Knie zu schonen? Wobei man bei der Schuttwüste der neuen Abfahrten vielleicht ganz schön "abfahren" könnte... :D

Danke auch an Dachstein für die fachkundigen Erläuterungen zur Geologie des Feuerkogelgebietes, die einige meiner Fragen bereits beantwortet. Eine meiner Vermutungen war, dass man angesichts des Zeitdrucks der Bauarbeiten im letzten Jahr schlichtweg nicht dazu gekommen ist, die Gesteinskörper in einem stärkeren Maße zu verkleinern bzw sogar noch mit der Renaturierung zu beginnen.
jetzt offenbart sich auch, dass es gegensätzlich zu so mancher Behauptung nicht einfach möglich gewesen wäre, eine Schneeanlage zu bauen - Graben ziehen und Rohre verlegen ist im Karst nicht möglich
Heißt das, es ist komplett unmöglich diese neuen Abfahrten mit einer für heutige Klimaverhältnisse und Kundenansprüche wesentlichen Beschneiungsanlage zu versehen?

Wie sieht es mit gesetzlichen Vorgaben zum (Pisten-)Bau im Karst aus? Soweit ich weiß sind die Betreiber doch bei Neuerschließungen und "Remodellierungen" bestehender Abfahrten mehr oder wenige streng dazu verpflichtet einen möglichst naturnahen Zustand wieder herzustellen, oder? Zumeist geschieht das ja aus Eigeninteresse: weniger Erosionsgefahr, geringerer Beschneiungsaufwand, besserer Pistenzustand (weniger Steine/Dreck), weniger Naturschnee nötig bis zur Betriebsaufnahme etc. Wie sieht das hier aus und wie ist die diesbezügliche Strategie der Feuerkogel-Betreiber? "Die Zeit heilt alle Wunden" und in 30 Jahren haben wir annehmbare Pistenverhältnisse? Kann ich mir angesichts der ansonsten an den Tag gelegten Voraussicht und Planmäßigkeit des Vorgehens nicht vorstellen.

Die grundsätzliche Frage stellt sich mir dann in Folge: warum werden, wenn die Baueingriffe so gut wie irreversibel sind, zumindest sogar auf mittlere Sicht, solche Baumaßnahmen genehmigt und warum muss man den Feuerkogel unbedingt ausbauen, wenn er sich schon bekanntlich alles andere als eignet für die heutige Erschließungsintensität von Skigebieten? Nehmen wir nur das Sudelfeld als Gegenbeispiel: dank der sanften, offenen Almflächen könnte man dort mit Sicherheit ohne größere Probleme die anvisierte "Aufrüstung" mit KSB und Beschneiung erreichen - bei deutlich weniger Eingriffen als am Feuerkogel, die zudem deutlich schneller wieder begrünt und bewachsen werden sollten.
In der Umweltökonomie stellt sich angesichts des Problems der Irreversibilität zudem die generelle Frage einer Rentabilität aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive. Kann die dauerhafte Vernichtung von Naturkapital wie in diesem Fall sich auszahlen, zumal in einem "traditionell" eher defizitären Skiberg? Wohl nur dank massiver staatlicher Eingriffe in das Marktgeschehen.

Auf jeden Fall aber ein sehr plakatives Beispiel, dass die absolute Seehöhe per se gar nicht über die Eingriffsintensität aussagt und, dass eine Renaturierung auch in tiefen Lagen bei entsprechend negativen geologischen Bedingungen sich über einen sehr langen Zeitraum erstrecken kann bzw. kaum möglich ist.
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lanschi
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von lanschi »

@flo: Über den Saisonverlauf gibt es keine offiziellen Informationen. Die neuen Bahnen waren allerdings nur etwa 2 Monate in Betrieb (die Grubersunkbahn vielleicht 2-3 Wochen länger); dabei eine schwarze Null zu erwirtschaften erscheint mir fast ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Offiziell gab man sich jedenfalls aber mit den heurigen Zahlen zufrieden - die Gasteintritte sollen in etwa auf gleichem Niveau wie im letzten Jahr gewesen sein, was angesichts der um etwa 2 Monate verkürzten Saison doch eine ganz ordentliche Leistung ist.

@Dachstein: Danke für deine Info betr. möglichem Umbau der 8-EUB. Trotzdem interessant, dass ein Umbau derartige Maßnahmen erfordert - in Zell am Ziller hat man das z.B. (glaube ich) anders geplant, ebenso in Radstadt. Betr. Schneeanlage kann ich dir aber nur zum Teil zustimmen - partout für unmöglich halte ich diese nicht, am Hintertuxer funktioniert´s ja auch (und das ist auch reiner Fels). Ich bin aber bei dir, dass es im derzeitigen Zustand gar keinen Sinn machen würde.

@Emilius: Ja, das waren schon ganz schön viele Höhenmeter. :wink: Dürften wohl an die 1400-1500 Höhenmeter bergauf gewesen sein. Und die bin ich auch wieder runtermarschiert - mein rechtes Knie war in der Tat nicht sehr amused darüber. :wink:

Was die Beschneiungsanlage angeht, so bin ich der Meinung, dass es sehr schwierig wäre, dort mit einer Beschneiungsanlage dahingehend Erfolg zu haben, sofern man damit eine Öffnung mit wenig bis gar keinem Naturschnee erreichen will. Man muss sich vor Auge führen - das Schnee verschieben, wie wir es normalerweise von Kunstschneepisten kennen, dürfte auf diesem Untergrund gar nicht so einfach möglich sein. Man müsste vermutlich die Kanonendichte derart erhöhen, um hier befahrbare Pisten herzustellen. Daher zweifle ich stark, dass eine Beschneiungsanlage zum derzeitigen Zeitpunkt viel Sinn machen würde .

Dass der Ausbau des Feuerkogels weiters eine politische Entscheidung war, dürfte ja inzwischen hinlänglich bekannt sein. Man muss hier differenzieren - der Berg ist ja nicht ungeeignet zum Ski fahren - die Pistentrassierungen sind wirklich toll geworden und äußerst attraktiv. Die dazu tätigenden Eingriffe waren allerdings enorm.

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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von Dachstein »

Wegen Zell am Ziller: richtig, hier wurde anders geplant, jedoch handelt es sich im Falle der Wiesenalmbahn nur um eine einfache Kompaktstation (Uni G), während es sich hier um eine Stahlhalle handelt, die die ganze Stationstechnik und den Schleifenbahnhof beinhalten. Aber auch diese ist modular aufgebaut (wie jede andere Stahlhalle auch) und kann somit im gewünschten Maße verlängert werden. Ich halte diese Lösung für ungemein klug und durchdacht, zumal eine derartige Stahlbauhalle wensetlich langlebiger ist als eine in Musbauweise erstellte Kompaktstation (die mit trübenden Fenstern und Ähnlichem kämpft).

Ich halte die Situierung des Führerstandes jetzt auch für sehr klug, ist es so möglich, den ganzen Stationsbereich zu überblicken. Muss ja auch so sein. Wird angestückelt, wird der Führerstand wohl auf die Seite verlegt; ich sehe da kein großes Drama.

Wegen Schneeanlage: gut, da werden wir uns nie einig werden ( ;-) ) gebe aber zu bedenken, dass eine Schneeanlage im Karst immer ein Problem darstellt. Du musst einen Graben ziehen, was im anstehenden Gestein durchwegs nicht einfach ist, weiters musst du diese Bauarbeiten mit den anderen Bauarbeiten koordinieren, udn das in einer sehr kurzen Zeit, und dann ist am Feuerkogel, wie in jedem anderen Karstgebiet auch, das Wasserproblem zu lösen. Und das wäre im Zuge dieser Bauzeit nicht schaffbar gewesen. Daher gilt meine Hochachtung der vor allem den Leuten und Traunsee Touristik und dem Vorstand, die hier in sehr kurzer Zeit unmögliches möglich gemacht haben.
Die grundsätzliche Frage stellt sich mir dann in Folge: warum werden, wenn die Baueingriffe so gut wie irreversibel sind, zumindest sogar auf mittlere Sicht, solche Baumaßnahmen genehmigt und warum muss man den Feuerkogel unbedingt ausbauen, wenn er sich schon bekanntlich alles andere als eignet für die heutige Erschließungsintensität von Skigebieten
Da muss ich jetzt enstchieden widersprechen. Auf kurze Sicht scheinen die Eingriffe ireversibel zu sein. Auf lange Sicht hingegen nicht - auch Karst verwittert, und wenn man sich das Ergebniss nach dem Bau der alten Gsollpiste anschaut, vor etwa 20 Jahren, so sah das vor dem Umbau wesentlich grüner aus als vorher. Freilich, es wurde rekultiviert. Aber es geht und ich bin mir fast sicher, dass dies auch hier geschehen wird.
Und warum nicht ein bestehendes Schigebiet ausbauen? Damit habe ich ehrlich gesagt kein Problem, zumal es wensetlich massivere Eingriffe anderswo bereits gegeben hat. Eine Neuaufschließung eines derartigen Gebietes wäre jedoch heute nicht mehr durchsetzbar.
Nebenbei sei angemerkt: jede Eisenbahntrasse, die gebaut wurde, verunstaltete die Landschaft wesentlich massiver als das, was hier gemacht wurde. Eine Gebirgsbahn a la Albulalinie der RhB wäre heute weder bewilligbar noch durchsetzbar, jeder würde einen Aufstabd gegen solche Pläne machen - aber heute, mehr als 100 Jahre nach der Baumaßnahme - ein Wimpernschlag in der Erdgeschichte - ist Gras über die Sache gewachsen. Also bitte nicht alles in kurzen Zeiträumen sehen. ;-)

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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von Emilius3557 »

Da muss ich jetzt enstchieden widersprechen. Auf kurze Sicht scheinen die Eingriffe ireversibel zu sein. Auf lange Sicht hingegen nicht - auch Karst verwittert, und wenn man sich das Ergebniss nach dem Bau der alten Gsollpiste anschaut, vor etwa 20 Jahren, so sah das vor dem Umbau wesentlich grüner aus als vorher. Freilich, es wurde rekultiviert. Aber es geht und ich bin mir fast sicher, dass dies auch hier geschehen wird.
Okay, klar. In erdgeschichtlichen Zeiträumen gedacht sind sämtliche Baumaßnahmen irrelevant. I"In the long run, we all are dead" (J.M. Keynes)
Aber Du sagt es ja selbst, etwa 20 Jahre wird das schon dauern. Das ist nicht weit entfernt von der technischen Lebensdauer der erschließenden Seilbahnen. Wenn man entsprechend die Kosten/Schäden und Nutzen von Skibetrieb und Rekultivierungen etc. auf diese Zeit abdiskontiert zweifle ich, wie gesagt, an der langfristigen Rentabilität.

@Schneeanlage: Ist sie nun machbar, oder nicht? Ich denke, dass wir uns hier einig sind, dass Pistenbaumaßnahmen in diesen Höhenlagen nur dann Sinn ergeben, wenn man sie technisch beschneien kann, oder?
Und warum nicht ein bestehendes Schigebiet ausbauen? Damit habe ich ehrlich gesagt kein Problem, zumal es wensetlich massivere Eingriffe anderswo bereits gegeben hat.
Ich generell auch nicht. Aber hier scheint es mir so, als seien diese Baumaßnahmen die schwersten Eingriffe in den Naturhaushalt des Feuerkogels in der Erschließungsgeschichte bislang, oder? Es hatte sich ja auch bisher als irgendwo sinnvoll erwiesen den Berg nur mit einer kapazitätsschwachen PB zu erschließen und eine ungewalzte, schmale Tourenabfahrt als Talabfahrt anzubieten, das kam ja nicht von ungefähr.
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von lanschi »

@Dachstein: Du hast schon Recht, man wird das Ganze recht kostengünstig umbauen können - zumal ja bei Weitem nicht fix ist, dass man jemals eine 1. Sektion einer 8-EUB anbauen wird (Pendelbahnen sind ja in Oberösterreich neuerdings recht modern :wink: ).

Ich glaube, wir sind uns hier alle einig, dass hier eine fast schon unmenschliche Leistung erbracht wurde, das alles in nur 4 Monaten zu bauen. Trotzdem ärgert es mich einfach, dass man heuer 3 Monate ungenützt verstreichen ließ, in denen man Maßnahmen ergreifen hätte können, die die Gefahr eines neuerlichen Saisonausfalls minimieren könnten. Von der abschreckenden Wirkung für Sommertouristen mal abgesehen.
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von hagelschlag »

Vorher Ausbau fordern und im nach hinein über die Auswirkungen erstaunt sein. Mit so etwas musste man rechnen, es gibt genug Beispiele, wie Landschaften durch den Pistenbau "verändert" wurden. Der Feuerkogel von der Saline aus gesehen, schaut grauslig aus. Übrigens wird an der Renaturierung schon gearbeitet, hat der Seilbahnholding-Vorsitzende-Chefseilbahner selbst gesagt.
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von 3303 »

Wer hat das eigentlich bezahlt?
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von baeckerbursch »

Eigentlich mal schön zu sehen was für den ganzen "Industrieskifahrwahnsinn" der Natur angetan wird. Und zwar nicht gleich wieder mit Erde zugeschüttet sondern mit "offenen Wunden".

Und auch interssant zu sehen das man dort anscheinend nur noch auf "geplanten" Pisten fährt, natürliche Pisten - Fehlanzeige!

Des weiteren auch bemerkenswert: Durch den Ausbau, aber ohne Benschneidungsanlage bleibt unterm Strich wahrscheinlich weniger über als früher.
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von firngleiter »

im mai 2009 habe ich auf sommerschi.com folgendes veröffentlicht:

"die "erweiterung" des gebietes nach unten finde ich nicht einmal suboptimal.
klimaerwärmung hin oder her, zukunft hat das keine, zumal auf dieser seite durch die sonneneinstrahlung auch im winter apere stellen vorzufinden sind.
ein pistenbau am feuerkogel wird zwangsläufig "autobahnen" provozieren und gerade alles was kopiert und interessant ist vermissen lassen. wenig schnee erfordert nun einmal plane pisten.
natürlich lägen die ressourcen im hinteren bereich, wobei man wieder jede menge hochgebirge "zerstören" würde und "freerider" in sehr gefährliche zonen katapultieren könnte.

das ganze konzept erscheint mir kaum interessant und auch nicht wirklich wirtschaftlich tragbar.
ich erinnere mich an sommer, in denen das österreichische bundesheer mit soldaten humus auftrug und feststampfte, ein verrottetes berghotel, eine abgebrannte berghütte, 432.567 neue konzepte, ...
der feuerkogel ist ein seit jahrzehnten geschundener schiberg, auf dem ich trotzdem immer wieder gerne unterwegs bin.
interessant und gut nutzbar für familien (oben), tourengeher (hinten) und variantenfahrer (talabfahrt).
durch die neuen anlagen wird gerade in unserer region (grünau, hinterstoder, dachstein west, katrin, loser, tauplitz, krippenstein, ...) aufstiegs- und abfahrtsstruktur geschaffen, die höchstwahrscheinlich zu wenig nachgefragt wird.

zudem kämpft schon so manches gebiet jetzt mit finanziellen problemen.

der charme des berges (den, dem man ihm noch gelassen hat) ist in der jetzigen konstellation höher einzustufen als nach dem "umbau".

gerne lasse ich mich aber eines besseren belehren."

das mittlerweile der kasberg insolvent ist und auch feuerkogel-fans den wahnsinn am "sattel" erkennen ist mir kein trost.
warum denkt niemand nach, bevor so etwas "gebaut" wird???
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von hagelschlag »

warum denkt niemand nach, bevor so etwas "gebaut" wird???
- Wieviele von den Skifahrern haben "ihr" Skigebiet im Sommer schon einmal gesehen bzw die Umbauten miterlebt?
- Der Neid! Wenn die dort bauen, muss bei uns auch etwas gebaut werden. Egal wie das Ergebnis danach ausschaut. Kann mich an die Diskussion noch genau erinnern.

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3303
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von 3303 »

hagelschlag hat geschrieben: - Der Neid! Wenn die dort bauen, muss bei uns auch etwas gebaut werden. Egal wie das Ergebnis danach ausschaut....
Vielleicht sollte man diese Bider mal den Befürwortern des Ausbaus am Hahnensee im Engadin zeigen. Obwohl es den Meisten wohl wirklich egal ist. Hauptsache bauen, bauen, bauen....
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lanschi
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von lanschi »

Das, was ich hier so kritisiere, ist nicht der Pistenbau an sich, sondern die Art und Weise, wie jetzt - nach Abschluss der Arbeit umgegangen (bzw. eher nicht umgegangen wird). Ich denke Allen, die in die lokale wirtschaftliche Situation ein wenig eingeweiht waren, wird klar sein, dass der Ausbau des Feuerkogels eine der wenigen Chancen war, dem Ort eine Zukunftsperspektive zu geben.

Fairerweise muss man schon auch dazusagen, dass diese Eingriffe wohl im Gegensatz zu anderen Umweltsünden im Raum Ebensee geradezu marginal sind (vgl. Deponie Solvay, Einleitung Traunsee, Steinbruch Pfeifferkogel, Steinbruch Rötelstein). Trotzdem soll das keine Entschuldigung sein.
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3303
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von 3303 »

lanschi hat geschrieben:Das, was ich hier so kritisiere, ist nicht der Pistenbau an sich, sondern die Art und Weise, wie jetzt - nach Abschluss der Arbeit umgegangen (bzw. eher nicht umgegangen wird).
So habe ich es grundsätzlich auch verstanden. Ich sehe es aber eher umgekehrt. Die Tatsache, dass man hier keinen "Golfrasen" verlegt hat, ist für mich eher nachrangig. Zum Pistenbau in dieser Qualität mit all seinen Folgen besonders auch für das Skifahren und die Gefährdungen beim Skifahren dürfte meine Meinung ja hinlänglich bekannt sein.

Nochmal meine bisher nicht beantwortete Frage: Wer hat das bezahlt :?:
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von Fabi111 »

3303 hat geschrieben:Nochmal meine bisher nicht beantwortete Frage: Wer hat das bezahlt :?:
:arrow:
lanschi hat geschrieben: Die Investitionen im Gesamtwert von etwa 16 Mio. Euro wurden zur Gänze von der OÖ. Seilbahnholding, welche sich zu 100% im Eigentum des Landes Oberösterreich befindet, finanziert und getätigt.
:wink:
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von Richie »

Interessant wäre auch zu sehen, wie die Bewilligungen für den Pistenbau aussieht. In der Regen werden dort ja entsprechende Renaturierungs- bzw Begrünungsmassnahmen als Auflage gemacht, was aber am Feuerkogel wohl nicht der Fall war.
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3303
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von 3303 »

@Fabi111
Zum Hintergrund meiner Frage:
Es gibt ja bei den Gemeinden oft die "Eigenbetriebe" zB zur Versorgung, die zwar betriebswirtschaftlich geführt werden, im Endeffekt aber dennoch nicht rentabel sind und aus den gemeindlichen Haushalten Steuerzuschüsse bekommen.
Es wäre einafch die Frage, ob die Bahnen selbst genug Kapital hatten, ob sie selbst einen Kredit aufgenommen haben, welchen sie auch selbst zurückzahlen oder ob die Maßnahme durch Zuschuss von Steuermitteln (in diesem Fall vermutlich vom Land) in die Holding refinanziert wurde/wird.
Richie hat geschrieben:Interessant wäre auch zu sehen, wie die Bewilligungen für den Pistenbau aussieht. In der Regen werden dort ja entsprechende Renaturierungs- bzw Begrünungsmassnahmen als Auflage gemacht, was aber am Feuerkogel wohl nicht der Fall war.
Renaturieren kann man das ja garnicht, da irreversibel verändert wurde und der natürliche Wald wohl nicht mehr angepflanzt werden soll ;)
Da geht höchstens was mit Golfrasen. Wird wohl sehr teuer, wenn man den Humus erstmal massiv in den Untergrund drücken muss, bevor eine Deckschicht dauerhaft oberflächlich funktioniert. Alernativ könnte man etwas mit Vlies und sonstigen Maßnehman wie bei Autobahnböchungen vielleicht etwas erreichen.
Keine Ahnung, wie effektiv sowas ist.
Jedenfalls alles extrem aufwändig und teuer und auch keine Renaturierung.
Anflug wird wohl Jahrzehte dauern.
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von Mt. Cervino »

Für micht schauen die Pistenmodellierungen einfach nur grausig und langweilig aus...
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von starli2 »

3303 hat geschrieben:Ich sehe es aber eher umgekehrt. Die Tatsache, dass man hier keinen "Golfrasen" verlegt hat, ist für mich eher nachrangig.
Seh ich auch so. Ob die planierte Piste nun grün (Rasen), braun (Erde) oder grau (stein) ist, ist nebensächlich, denn in höheren Höhen sind sämtliche Pisten (auch die nicht modellierten) nicht grün sondern steinig im Sommer. Wenn man schon dazu steht, dass man Pisten begradigt, kann man sie auch so steinig lassen und muss nicht den grünen Teppich à la Piefke Saga IV drüber tun.

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