The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

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baeckerbursch
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von baeckerbursch »

Mir ist auch klar daß ich (oder wir) da nur noch die Ausnahme ist, für eine Vielzahl an Wintersportler ist die Weihnachtszeit Hochsaison.

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Dachstein
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von Dachstein »

Af hat geschrieben:@ Dachstein: Für mich klang das jetzt halt so, dass die Beschneiungsanlage zu aufwändig würde, und deswegen nicht realisiert werden würde.
Nein, das ist so nicht korrekt. Im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen wäre die Geschichte zu heftig geworden - man stelle sich vor: eine Baustraße mit beträchlicher Länge und Höhenunterschied, eine 8 EUB, eine 6 KSB, dazu die Pisten in gerade mal 4 Monaten aus dem Boden zu stampfen - ein Wahnsinnspensum in dieser kurzen Zeit. Dazu noch eine Schneeanlage - das wäre der Dinge zu viel gewesen. Auch die Leute dort haben nur zwei Hände und haben in der Endphase vermutlich durchgearbeitet. Da wäre die Schneeanlage vermutlich zu viel gewesen. Als neuer Bauabschnitt aber halte ich die Schneeanlage für durchaus möglich. Und nicht vergessen - zahlen muss auch noch wer. ;)

Ich denke, irgendwo muss einfach mal ein Strich unter der Rechnung gemacht werden; und mit dem, was dort oben jetzt steht sollte man im Augenblick zufrieden sein - mehr war einfach nicht drinnen; der nächste Schritt wird aber sicher noch folgen. ;)

MFG Dachstein
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baeckerbursch
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von baeckerbursch »

Jedenfalls ist klar daß man momentan (finanziell) am schlechtesten Punkt ist.

Moderne Anlage (die bezahlt werden wollen) und evtl. kein Schnee. Ein klassischer BWL´er "Stuck in the middle"
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miki
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von miki »

Da muss ich mich nach längerem Überlegen auch zu Wort melden, versuche aber dabei die 'polemischen' Bereiche so gut es geht zu umgehen - hab momentan wenig Lust auf eine Grundsatzdiskussion mit Modellirungsgegneren (die neuerdings offensichtlich sogar Begrünungsgegner geworden sind 8O ).

Nun, vielleicht war ich bei diesem Bericht etwas weniger schockert als die meisten, weil ich schon oft genug auf Pisten im karstigen Gelände unterwegs war: Vogel, Kanin, Sella Nevea, um nur drei bekannte zu nennen. Da sieht es überall so aus, und das tlw. noch viele Jahre nach dem Bau, da ist nix mit Almwiesen und Kühen 2 Jahre nach dem Bau wie etwa in Schladming, um ein markantes Gegenbeispiel zu nennen. Die grossen Steine im unteren Bereich schreddern, viel mehr ist heuer kaum noch drin. Dann, wie es Dachstein bereits erklärt hat, abwarten bis sich das ganze etwas setzt.

Erfahrung vom Kanin: natürlich war ich im ersten Winter nach dem Bau der 4SB Prevala samt Piste oben und trotz ofiiziell 2 m Schnee gab es vor allem im Bereich der Liftstationen viele kleine Steine. 1 Jahr danach, bei ähnlicher Schneelage, was es schon deutlich besser. Irgendwo (im slow. Forum? oder in den Medien? Weiss nich mehr genau ... ) habe ich dann eine Erklärung gelesen, die mir plausibel erscheint: da die Bauarbeiten erst sehr spät, irgendwann im November / Dezember fertig wurden (genau so wie am Feuerkogel), konnte sich das Gestein nicht setzen, die kleinen Steine lagen ganz lose an der Oberfläche. Nach der Schneeschmelze, ein paar ordentlichen Sommergewittern und Herbstregen hat sich dan die Lage irgendwie stabilisiert, die kleinsten Steine wurden zwischen die grösseren Brocken gewaschen und dadurch wurde der Boden kompakter und stabiler.

Zum Thema Scheeanlage: natürlich kann man sie auch im solchen Gelände verlegen und natürlich macht sie auch in diesem Fall Sinn, nur kostet der Bau entsprechend mehr und auch die produzierte Schneemenge muss grösser sein als auf 'braven' Wiesen in den Zentralalpen. Gutes beispiel ist grade die genannte italienische Skistation Sella Nevea, dort hat man gleich beim Bau der Piste die Schneleitungen bis auf 2100m hinauf verlegt.

Zum Vergleich ein paar meiner (im Forum bereits bekannten) Aufnahen von Kanin / Sella nevea aus den vergangenen Jahren - sieht sieht ähnlich aus wie am Feuerkogel, oder?
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Zum Thema (nicht)begrünung: generell muss ich sagen, dass oberhalb etwa 1800 - 2000m die grauen Pisten nicht auffallen, da auch rundherum nichts grün ist - neben der Piste gibts halt grosse Felsen, auf der Piste zerkleinerte. Optisch schlimm finde ich die umbegrünten Pisten im karstigen Gelände in mitteleren Bereichen zwischen 1000 und 1500m, wo links und rechts alles grün ist, also z. B. die oben abgebildete Talabfahrt auf Sella, diverse Pisten am Vogel oder eben am Feuerkogel :x . So schnell wird man da kaum was machen können, aber in ein paar Jahren siehts hoffentlich doch besser aus. Dabei hoffe ich dass die Betreiber so klug sind dass sie zuerst die Schneeanlage verlegen, bevor sie ernsthaft mit der Begrünung anfangen, sonst reissen sie wieder alles auf.
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Dachstein
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von Dachstein »

Zum Setzen der Piste:

Grundsätzlich kann es auch sein, dass sich das Material jetzt schon genug gesetzt hat und demnächst begonnen wird. Ich kann das auf den Bildern nicht beurteilen, und will es auch nicht, zumal man als Erdwissenschaftler lernt, zuerst mal eine ordentliche Aufnahme der Gegebenheiten zu machen.
Der Betreiber wird hier nichts über den Zaun brechen und objektiv beurteilen, ob es geht oder nicht. Abwarten, was passiert ist angesagt, mehr kann ich auch nicht sagen.
Die zuständige Behörde wird wegen der Begrünung (wie man das auch immer nennen will) sicher Auflagen erteilt haben, die auch einzuhalten sind und eingehalten werden. Schließlich gehört die Traunsee Touristik dem Land Oberösterreich - und ich bezweifle stark, dass sich ein landeseigener Betrieb es leisten kann, nicht zu renaturieren.

MFG Dachstein
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von Werna76 »

Was ich mich immer frage wenn ich sowas sehe: Wie kriegen die, die neu gestalteten Pisten so schön gerade? Bagger???
Hermann ist der Skilehrer für uns alle (Aksel Lund Svindal über Hermann Maier)
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3303
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Re: The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beitrag von 3303 »

Werna76 hat geschrieben:Was ich mich immer frage wenn ich sowas sehe: Wie kriegen die, die neu gestalteten Pisten so schön gerade? Bagger???
Wie genau man es heute beim Pistenbau macht, weiß ich nicht, aber zum Herstellen eines Planums gibts verschiedene Methoden.
ZB 3d GPS Steuerung, Lasersteuerung, klassich vermessen und abstecken mit Schnurgerüsten etc.
Zumindest die Feinarbeit wird meines Wissens per Bagger so gemacht. Heutzutage würde ich stak vermuten, dass es idR elektonisch gemacht wird.
Aber sicher wird sich hier auch der eine oder andere Pistenbauspezialist oder jemand, der Ahnung von Erd- und Tiefbau hat finden, der das genauer weiß.
Jedenfalls geht das heute mit verhältnismäßig geringem Aufwand.
Es bietet sich somit vereinfacht an, nicht aus den Gegebenheiten heraus eine spannungsvolle Lösung zu entwickeln, sondern nach irgendwelchen Normen, Radien etc. standardbasierte - gar "normgerechte" Trassierungen in der CAD im 3D Raum zu creieren.
Der Wandel im Zeitgeist, das Vorhandene nicht geschickt zu nutzen, sondern einfach zu überplanen, schreitet weiter voran.
Das erklärt auch die im Zuge der Standardisierung zunehmende Austauschbarkeit der Pisten, die fortschreitend ihre Indivdualität einbüßen.
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