Es war Freitag und im Büro beschäftigte man sich mit der Wochenendplanung
1. Wetterbericht checken ... Hochdruckwetter
2. Wandern? ... Wandern!
3. Wo? Es fallen immer wieder drei Bergnamen im Büro: Hochvogel, Aggenstein und Säuling
4. Ziel wurde definiert: Säuling
Ich gehe mal davon aus, dass ein jeder hier, der Deutschland über die A7 und den Grenztunnel verlassen hat den Säuling bewusst oder unbewusst schon wahrgenommen haben. Markant hebt sich der Säuling über Füssen und ist schon von weit her zu erkennen. So kann ich ihn von Kempten aus jeden Tag sehen und war schon die letzten Jahre immer ein Ziel und nun sollte es endlich so weit sein. Es geht auf den Säuling!
Dieser ist von zwei Seiten aus zu erreichen. Aus Nordosten von Hohenschwangau über den Steig oder von Südwesten in Pflach startend via Säulinghaus. Unterhalb des Gipfels treffen sich beide Aufstiege und führen zusammen zum Säuling. Da viele Tourbeschreibungen einen Start in Hohenschwangau beschrieben mit Abstieg zum Säulinghaus und anschließender Umrundung des Pilgerschrofens, haben wir uns für diese Variante entscheiden, die nachfolgend genauer beschrieben wird.
Tourbeschreibung:
Das Auto stellten wir in Hohenschwangau auf den gebührenpflichtigen Parkplatz bei den Königsschlössern ab. Es war 7:30 Uhr ... recht kühl, man merkt, es geht auf den Herbst zu. Wir präparierten uns für die bevorstehenden 1.233 Höhenmeter. Man glaubt gar nicht, was für eine himmlische Ruhe um diese Zeit in Hohenschwangau herrscht. Nur vereinzelte Menschenseelen, die entweder zum Angeln gehen oder eben auf den Säuling, die wenigen die zum Säuling starteten haben wir einige Male wiedergesehen heute
Nun gut, die Tour lässt sich wie folgt beschreiben:
Am Parkplatz (814 m) starteten wir um 7:45 Uhr und es ging erstmal zur Marienbrücke (984 m), wir wollten die Brücke und den Blick aufs imposante Schloss Neuschanstein ohne Touris genießen. So muss man sich ja oft sorgen machen, ob die Brücke die hunderten an Touris halten kann. Und heute? Mein Kollege und ich ganz alleien dort ... herrlich. Eine Ruhe, kein Gebrabbel, kein Motordröhnen der Busse. Einfach nur das Rauschen der Pöllat. Kurz verweilten wir dort und wanderten dann anfangs über den Wasserleitungsweg hinauf, dann abzweigend über einen gut ausgebauten Fahrweg mäßig ansteigend hinauf. Diesen Fahrweg verließen wir dann auf etwa 1.300 m Höhe und es ging fortan über einen Wanderweg durch den Wald. An der Wildsulzhütte (1.420 m) angekommen, zweigen wir links ab (von rechts kommt der Weg vom Säulinghaus, unser späterer Rückweg), der Weg geht jetzt steiler hinauf. Nach dem steileren Auftsieg verläuft der Weg ebener am Hang und bietet dank des lichter werdenden Waldes erste Panoramablicke auf en Tegelberg, Schloss Neuschwanstein sowie Forggen- und Bannwaldsee. Immer wieder die Ausblicke genießend erreichten wir den Abzeig zum Säulingsteig, nach kurzem Anstieg durch letzten Waldbestand begrüßte und eine Leiter (ca. 1.600 m). Hier hieß es dann: Stöcke einpacken, es werden die Hände benötigt. Und so war es auch. Auf 800 m Weglänge machten wir 320 Höhenmeter und erreichten die Gamswiese auf 1920 m. Die Gamswiese trägt ihren Namen scheinbar zu Recht, denn dort oben konnten wir zwei Gemsen beobachten. Von der anderen Seite kommt hier der Weg vom Säulingaus. Von der Gamswiese haben wir den Gipgel nun vor Augen und es geht die letzten Höhenmeter hinauf zum Gipfel (2.047 m), den wir um 11:00 Uhr erreicht haben Von hier oben bietet sich ein atemberaubender Blick auf das weite Allgäu im Norden, die Ammergauer Alpen im Osten, das Zugspitzmassiv im Süden, die Lechtaler und Allgäuer Alpen im Süden/Südwesten und die Tannheimer Gruppe im Westen.
Nach ausgiebiger Brotzeit und dem Genuss des Panoramas ging es vom Säuling erstmal den Weg des Aufstiegs wieder hinab zur Gamswiese und dort zweigten wir dann zum Säulinghaus ab. Hier geht es teilweise brutal steil auf 600 m Strecke 200 Höhenmeter hinab. Viele stellen sind durch Ketten gesichert, verlangen dennoch ein sehr hohes Maß an Konzentration, Tritt- und Schindelfreiheit. Auf 1.720 m Höhe erreichen wir dann das Säuglinghaus und genehmigen uns ein verdientes Russ und die weiterhin schöne Aussicht auf Reutte, Lechtal und in der Sonne strahlende Gipfel. Aber wir mussten ja auch wieder los und hatten noch ca. 2 Stunden vor uns, die Umrundung des Pilgerschrofens, ein Vorgipfel des Säulings. Über ausgedehnte Schutthalden wanderten wir unterhalb des Pilgerschrofens und überschritten auf etwa 1.520 m Höhe wieder die Staatsgrenze zu Deutschland. Über einen kurzen, steilen Gegenanstieg ging es nochmal auf ca. 1610 m hinauf, anschließend nur noch bergab zur Wildsulzhütte (1.420 m), auf diesem Weg begegnete und dann ein prächtiger Steinbock, der unseren Weg in aller Ruhe querte. Später mündeten wir wieder auf den Weg vom morgendlichen Aufstieg, dem wir dann wieder bis zum Parkplatz folgten (814 m).
Fazit: Bei entsprechendem Traumwetter ist es eine Traumtour, die zwar teilweise anstrengend aber landschaftlich sehr lohnenswert ist. Man sollte die Tour aber wirklich nur bei stabilen Wetter machen, da bei Regen die Steige sehr rutschig, die Wege im Wald sehr matschig und an den Schutthalden des Pilgerschrofens Steinschlaggefahr besteht!
Tourdaten:
Höhenunterschied: 1.233 m
Distanz: 14,6 km
Dauer: 7 ¾ Stunden inkl. Pausen (reine Gehzeit: 6 – 6 ½ Stunden)
Und nun zu den Bildern:
Damit wir auch heute was für die Kultur getan haben ... Schloss Neuschwanstein
Im Zoom von der Marienbrücke
So leer findet man die Marienbrücke nur am Morgen gegen 8 Uhr vor
Tegelberg
Stillleben
Forggensee
Ganzer Forggensee
Forggensee und Bannwaldsee
Auf die Hände, fertig, los
Zoom hinab zum Schloss Neuschwanstein, davor erkennt man die Marienbrücke
Ankunft Gamswiese, Blick zum Säuling
Blick von der Gamswiese nach Reutte
Und da sind sie, die Gemsen
Kurz unterhalb des Gipfels, Blick auf Forggensee, links Füssen, dahinter der Hopfensee
Und Ankunft am Gipfel
360°-Panorama in HD (irgendwie funktioniert das einbetten nicht)
Zoom zum Zugspitzmassiv, die Gipfel in Wolken
Reutte mit Lech
Zoom zum Hochvogel, ganz hinten der letzte Berg mit dem Gipfel leicht in Wolken
Vilser Tal, am Ende Pfronten mit Breitenberg links
Die Tierchen haben einem das Essen fast geklaut, unten im Tal die Fernpassbundesstraße
Blick nach Füssen, links der Pilgerschrofen
Zoom nach Kempten
Tegelberg, unten der Bannwaldsee
Thaneller
Skigebiet Hahnenkamm
Blick in die Ammergauer Alpen um Straußberg, Hochplatte & Co.
Unten das nächste Ziel, das Säulinghaus ... zum Greifen nah, also steil bergab
Und wie ...
Das war schon leichte Kletterei (I. Grad nach UIAA)
Na, wer findet den Weg und die ganzen Leute?
Na gut ... erster Zoom
2. Zoom
Säulinghaus
Über die Schotterfelder unterhalb des Pilgerschrofens
Blick zurück, hinten in der Mitte der Säuling
Und noch eine Gams
Wieder zurück im Freistaat
Alpsee unten, rechts der Schwansee
Nochmal der Alpsee
Und auf einmal ist ein Steibock Teil unseres Weges
Quert ganz in Ruhe
Um ungestört zu fressen
Nach dem Einkaufen in Reutte bietet sich noch der Blick von der Fernpassbundesstraße auf den Säuling (rechter Gipfel) und Pilgerschrofen (links)