Anfang der 80er Jahre war ich mal mit meinen Eltern dort und habe das Gebiet als ein sympathisches, Gemütliches Gebiet in Erinnerung, das für ein kleineres Gebiet dennoch recht weitläufig und abwechslungsreich ist. Vor allem trifft man dort Familien an. Das ist ein Grund, das Gebiet wieder mal mit meinem 5-jährigen zu besuchen, sinnvollerweise im Rahmen einer Vorweihnachts-Tour. Der Winter zeigt sich so wie er sein sollte: Zwei kräftige Schneefälle machen Brand bis zu unserer Ankunft zu einer Winter-Wunderlandschaft.
Für mich neu ist das neue, zentrale Bahnachsendreibein, bestehend aus Dorfbahn, Gulmabahn und Panoramabahn. Diese Konsturktion ist ein großer Fortschritt und erschließt das Gebiet höchst effizient. Innert kürzester Zeit ist man von der zentralen Talstation an jedem Punkt des in Längsrichtung doch enorm ausgedehnten Skigebiets.
Stark profitiert von der Neustrukturierung hat auch der Tannlegerlift. Drastisch verkürzt, stellt er jetzt ohne den steilen, oberen Teil einen idealen Übungslift für Kinder dar. Am Rand seiner idealen und idyllischen Pisten gibt es zahlreiche Mulden, Schanzen, Bobbahnen und Baumdurchfahrten. Das macht den Kindern Spaß, und so war für meinen Kleinen auch der Tannlegerlift der beliebteste Lift im ganzen Gebiet. Hatte der Lift früher nur T-Bügel-Gehänge, ist er jetzt, wie fast alle Schlepplifte in diesem Gebiet, mit T-Gehängen und Tellern ausgerüstet.
^^ Hinten erkennt man noch die alte, komplette Trasse des Tannlegerlifts
^^ Ein kleiner Slalom auf den Tannlegerabfahrten
^^ Die Bobbahnen sind hoch beliebt
Das Skigebiet ist vom Grundcharakter her ein "Safari-Gebiet". Weit in der Ausdehnung, kann man enorme Entfernungen zurücklegen und fährt dabei oft auf Querfahrten, Ziehwegen und ziehwegähnlichen Pisten. Interessant ist der landschaftliche Kontrast zwischen dem eher mittelgebirgig anmutenden Teil oberhalb Bürserberg - der aber schöne Tiefblicke ins Illtal bietet - und dem Palüd-Glattjoch-Sektor, der hochalpine Einblicke ins Lünersee- und Scesaplana-Areal gewährt. Etwas unterrepräsentiert sind typische "Genusspisten" im Stile der Pistenabschnitts zwischen Dorfbahn-Bergstation und Niggenkopf-Talstation. Als attraktivste Piste ist mir die Lorenzitalabfahrt in Erinnerung, diese ist aber diesem Aufenthalt leider noch wegen zu wenig Schnee gesperrt - als eine von ganz wenigen nicht befahrbaren Pisten. Die zweitbeste Piste im Gebiet ist die Palüd-Talabfahrt, die landschaftlich extrem attraktiv ist. Immer wieder führt sie einen auf neue Almen und in neue, vorher nciht einsehbare Bereiche mit wechselnder Vegetation und vielen freien Bereichen. Diese Piste hat mir bei diesem Aufenthalt den größten Spaß bereitet.
Neu ist auch die Glattjochbahn, welche den Palüd-Doppelschlepper ersetzt hat, der seinerseits bei meinem letzten Aufenthalt ganz neu war. Er hatte damals gerade einen Kurvenschlepper ersetzt. Die Glattjochbahn ist etwas weiter hinaufgezogen als die Palüdlifte. Sie ist wie eh und jeh dem Wind ausgesetzt. Jetzt friert man noch eine halbe Minute länger und darf sich eines kurzen Starthangs und längeren Flachstück erfreuen.
Der Melkbodenlift ist der noch der alte. Die Pisten sind eher schmal und teilweise arg flach, bieten oben aber einiges an Abwechslung mit kurzen Steilstücken und Gegenanstiegen. Insgesamt ist der Tannlegerlift der bessere Übungslift, am Melkboden ist aber weniger los.
Die Panoramabahn ist eine Nutzen-bringende infrastrukturelle Maßnahme, aber auch eine eindrucksvolle Seilbahnanlage. Sie dient jedoch ausschließlich der Verbindung der Teilgebiete. Wiederholungsfahrten sind zwar unter Einbeziehung von Loischkopf-DSB und Faregglift möglich, sind skifahrerisch jedoch weitgehend nutzlos. Diese Verbindung macht man nur einmal am Tag. Zurück kann man außer über den Verbindungsweg auch per Talfahrt mit der Panoramabahn gelangen, die Zufahrt zu deren Bergstation ist jedoch auch ziehwegig und nciht ganz schiebe-frei.
^^ In der Panoramabahn-Kabine
^^ Idyllische Vorgebirgslandschaft mit Ausblicken ins Illtal ...
^^ ... im Kontrast zur hochalpinen Anmutung des Lünersee-Bereichs
Die direkte Piste vom Burtschasattel zur Talstation Einhorn 2 ist bei unserem Aufenthalt leider noch gesperrt, so dass wir die lange Querfahrt zur Talstation Loischkopf nehmen. Die Hauptpiste an der Einhornbahn 2 ist breit, teilweise aber kanlllhart. DIe kurze Zeit, die zur Schneeproduktion zur Verfügung gestanden hat in Verbindung mit dem Verlauf der Außentemperaturen hat hier offenbar eine bessere Schneequalität verhindert.
An der Bergstation Loisschkopf beginnt eine der schönsten Pisten im Bürserberg-Sektor-
Sie führt extrem abwechslungsreich zur Talstation des Fareggligftes. Nicht zu breit und nicht zu schmal führt sie schön trassiert in vielen Kurven und Gefällwechseln nach unten.
^^ Talstation Faregglift, erstaunlich abgelegen und weit weg vom Rest-Gebiet.
Von der Faragglift-Bergstation führt ein langer Ziehweg zurück in den Gulma-Sektor, der kurz vor dem Ende auch einige zig Meter Bergaufsteigen erfordert.
Steil nach oben, aber eine flache, lange Piste bedienend (auch Zubringer zumTannlegerlift), führt nach wie vor die Niggenkopfbahn 2, die durch den Entfall des direkten Zubringers aus dem Tal jetzt nur noch Niggenkopfbahn heißt.
Neben der Panoramabahn gibt es eine weitere geniale Seilbahnanlage - die altehrwürdige Palüdbahn. Diese Bahn ist faszinierend und ein Beispiel für vorbildliche Trassierung. Mit ihrer relativ niedrigen Seilführung, ihren transparenten Gittermasten und die unauffällige Trassenwahl, ist sie aus den meisten Talperspektiven überhaupt nicht zu sehen. Dies ist eine der besten Trassierungen, die ich kenne. Auch die Fahrt ist ein Genuss: Zunächst geht es durch lichtes Laubgehöz, das man hin und wieder mit den Skispitzen berührt. Eine mittlere Falchpassage führt idyllisch über eine abgelegene Alm, bevor es durch teif verschneiten Wald geht. Bei der Fahrt herrscht eine unbeschreibliche Ruhe. In dieser Bahn macht auch das Seilbahnfahren Spaß und ist nicht nur Mittel zum Zweck. Laut unserer Vermieterin ist die Bahn während des Umbaus im Dorfbahnbereich auch im Sommer gelaufen. In diesem Jahr habe die Auffahrt mit der Palüdbahn auch die Wanderer begeistert.
Der Palüdbahn, die von unserer Unterkunkt aus problemlos zu Fuß erreichbar war, sei hier eine besondere Fotoserie gewidmet.
Oben angekommen, blickt man auf Gklattjochbahn, Melkbodenlift und die Trasse des vormaligen Palüd-Doppelschleppers, die jetzt als unkontrollierte Abfahrt hergerichtet ist. Das ganz alte Palüdlift hatte den steilen Geländeaufschwuung umgangen und ist ganz am linken Bildrand verlaufen.
Ein netter Auftakt war's in die Wintersaison.