RMAnniviers hat zwar schon einen schönen Bericht vomselben Tag geschrieben, doch ich hatte diesen Bericht schon fast fertig geschrieben, darum sei er hier als Ergänzung.
Anfahrt:
gemütlich im IC Zürich-Bern-NEAT-Visp (gut zum Schlafen...) und dann per Bus nach Saas Grund
Wetter:
Leicht bewölkt, auf den Pisten seeeehr windig. Nebelmeer auf ca. 2000 m.ü.M.
Temperatur:
schwierig einzuschätzen, mit dem Wind wars bissig kalt, jedenfalls sicher im Minusbereich
Schneehöhe:
20cm-50cm
Anlagen:
- 8EUB Saas Grund - Trift - Kreuzboden
- 8EUB "Icecab" Kreuzboden - Hohsaas
- SL Sandiger Boden
- SL Kreuzboden
- diverse Kinderlifte
Am meisten gefahren:
12 mal mit dem Icecab
Geöffnete Pisten:
- rote Gletscherpiste
- schwarze Gletschervariante
- Hohkrautpiste
- Weissmies via Ottiway
- Sandiger Boden
- Kreuzboden
- Trift
Geschlossene Pisten:
- Weissmiesvariante neben Ottiway
- Talabfahrten nach Saas Grund und Saas Balen
Wartezeiten:
am Icecab jeweils ca. 5-10 Minuten, einmal auch etwas länger: Jemand hat die Höhe nicht vertragen oder an der WarmUp-Party des Vorabends überbordet und deshalb eine Kabine vollgek...., weshalb diese dann dringend gereinigt werden musste...
Gefallen:
+ Skigebietsstruktur
+ fast alles offen
+ Gratis-Fahren
+ Panorama auf 17.5 Viertausender
+++ einfach geniale Gletscherpisten
Nicht gefallen:
- sehr windig
- pickelharter Kunstschnee auf fast allen Pisten
- neben den Pisten kaum Schnee
Pistenplan
Wenn kein Gratis-Weekend gewesen wäre, so hätte ich den langen Weg ehrlicherweise kaum auf mich genommen. Andererseits war ich mit der Familie fünf mal in Saas Grund in den Ferien, als man für die neue Hohsaas-Gondelbahn jeden Rappen gebrauchen konnte. Deshalb habe ich diesbezüglich kaum ein schlechtes Gewissen.
Zum Skigebiet gibts nicht viel zu sagen: 2 Gondelbahnen, 2 Skilifte, that's all. Viele hier würdens wohl kaum einen Tag mit "nur" vier Liften aushalten, doch wie auf der ähnlich strukturierten Lauchernalp wird durch die vertikale Ausrichtung einiges erschlossen, hier auf ingesamt 1600 Höhenmetern. Sowieso ist das Hohsaas-Gebiet relativ unbekannt, wenn man bedenkt, dass es eines der höchst gelegenen Skigebiete Europas überhaupt ist. Hauptbeschäftigungsanlage ist die obere Gondelbahn, die linkerhand die Weissmiespiste und rechterhand die speziell erwähnenswerten Gletscherpisten erschliesst.
Dass ich erst nach 10 Uhr ins Skigebiet kam, machte gar nichts aus, denn gerade im Dezember liegt dass Skigebiet bis zum Mittag fast gänzlich im Schatten. Überrascht wurde ich von den windigen Verhältnissen - es herrschte sehr starker Westwind, der in den Geländekammern (also dort, wo sich die Pisten befinden) eingeengt wurde, was zu frostigen Erlebnissen führte. Dafür war auf dem Kamm der Wind weniger stark, so dass die Bahnen ganztags fuhren. Im Laufe des Tages schwächte der Wind dann doch noch ein wenig ab.
Eigentlich waren die Pisten vorzüglich präpariert, doch an diesem Tag zeigten sie sich (möglicherweise auch wegen dem Wind) als aalglatte Kunstschneebahnen, die so manchen Probleme bereiteten. Mag mich nicht erinnern, dass ich in Saas Grund den Unterschied zwischen den Kunstschnee und Pulverschnee auf dem Gletscher jemals so ausgeprägt erlebt habe. Andererseits gehört das Saasertal zu den trocknensten Ecken der Schweiz und ist damit auf künstliche Beschneiung angewiesen, auch wenn das auf 3000 m.ü.M. etwas befremdlich wirkt.
-------------------
Ankunft auf Kreuzboden, 2400 m.ü.M., noch gänzlich im Schatten
Erste, ausgesprochen frostige Abfahrt auf der Weissmies-Piste. Das Weissmies sieht man recht hinten, links das Laqqinjoch.
Standardhang Kreuzboden, etwas griffiger als der Rest zu fahren. Im Hintergrund das Laqqinhorn, und natürlich die Hohsaas-Bahn.
Panorama in die Walliser Hochalpen: Monte Rosa, Strahlhorn, Rimpfischhorn, Allalin, Feechopf (als einziger kein 4Tausender), Alphubel, Täschhorn, Dom, Lenzspitze, Nadelhorn - in der Mitte das schattige Skigebiet von Saas Fee
eine Fahrt mit dem Schlepper Sandiger Boden musste auch sein... Im Hintergrund Fletschhorn (3996 NN), Laqqinhorn und der eisige Steilhang der Weissmies-Piste
Anstehen am Kreuzboden. Ich finde, dass die 1400 p/h sinnvoll sind für die Hohsaas-Bahn. So sind die Pisten noch relativ leer, und mit dem Anstehen gehts auch noch. Sowieso würde es auf der Bergstation eng werden bei mehr Kapazität.
Bergstation auf 3145 m.ü.M., fünfthöchstes CH-Gebiet. Baujahr 2005.
Einfahrt auf den Triftgletscher
Übersicht Kreuzboden mit den beiden Gondelbahnen
Icecab - visavis Saas Fee
typisch Wallis: die hochalpine Umgebung bietet eindrückliche Impressionen: v.l.n.r. Signalkuppe, Zumsteinspitze, Dufourspitze, Nordend, dann Strahl-, Rimpfisch- und Allalinhorn
oben auf dem Hohsaas
Skilift Kreuzboden. Wichtig v.a. im Februar als Entlastung für die Gondelbahnen
Piste Kreuzboden, dahinter die Mischabelgruppe
nach 12 Uhr kamen langsam auch die Gletscherpisten an die Sonne, hier der rote Steilhang, wie immer perfekt zu fahren
"Gletscherpiste". Vor 10 Jahren war hier noch Gletscher bis zur Mitte des Hangs. Auch vor 4 Jahren, bei meinem letzten Besuch, reichte der Triftgletscher spürbar weiter hinunter. Schade.
Weiter unten: die Triftpiste zur Mittelstation. Ergibt zusammen mit dem Hohsaas anständige, vierstellige Höhendifferenzen
Mittelstation Trift, damit wurde eine 2er-Sesselbahn mitersetzt
Blick vom Hohsaas auf den Gletscher
Strecke der Hohsaasbahn
Gondelbahn Saas Grund - Kreuzboden vor Nebelmeer
Schwarze Gletscherpiste. Neuerdings führt die "Ausfahrt" der Gletscherpisten direkt zur roten Piste Kreuzboden und macht nicht mehr den "Südbogen", der mir jeweils gefiel.
Gondelbahn Hohsaas, dahinter die Mischabelgruppe (nebst den bereits erwähnten Spitzen sind auch noch Stecknadel-, Hohberg- und Dürrhorn Viertausender)
selbst Mitte Dezember sind bis 15.30 fast alle Pisten an der Sonne
Blick von der Weissmiespiste zum Kreuzboden hinunter
Piste Sandiger Boden, aalglatt zu fahren, hier hats ne Menge Leute hingelegt
Bergstation Hohsaas. Bis 2005 führt die alte Müllerbahn zur unteren Station, ganz hinauf führte noch ein kleiner Gipfellift als Zubringer zu den Gletscherpisten.
Fazit:
Vielleicht habe ich die Tage von Ovronnaz, Zinal und anderen aus dem letzten Winter noch zu fest im Hinterkopf, jedenfalls vergebe ich diesmal 4.5 von 6 Maximalen..