Die Nacht vom 19. zum 20.12.: Regen, Sturm, Frost. So das Ergebnis: Am 20.12.2010 sind alle Straßen auf die Wasserkuppe gesperrt. Schlecht, denn dies sollte einer der wenigen Tage sein, an dem der Abtsroda-Lift unter der Woche geöffnet wäre und somit das gesamte Skigebiet bei wenig Andrang befahrbar wäre.
Website des Liftbetreibers gecheckt: "Alle Straßen zur Wasserkuppe sind derzeit gesperrt. Der Zugang zum Skigebiet ist nur über den Abtsroda-Lift möglich." Also auf nach Abtsroda!
Im Dorf wissen die Anwohner nichts von Liftbetrieb. "Der läuft nur am Wochenende", bekommen wir gesagt. "Laut Homepage läuft er und ist die einzige Zugangsmöglichkeit zur Wasserkuppe", erwidern wir. Ein Anwohner ruft beim Wiegand an: "Richtig, der Lift öffnet in ca. 1 Stunde, es müssen erst noch Äste vom Seil geholt werden." Also stapfen wir zur Talstation und warten. Zwei Jugendlichen wird's zu lang. Sie drücken den grünen Startknopf, starten den Lift und fahren hinauf. Ein Anwohner kommt zum Lift und schaltet diesen wieder ab. Ich rufe bei der Wiegand-Gesellschaft an. "Der Abtsroda-Lift läuft", antwortet mir die nette Dame am Telefon. "Nein, er läuft nicht - ich stehe an der Talstation", entgegen ich. Sie will den Betriebsleiter erreichen und mich dann zurück rufen. Um 11.15 Uhr der Anruf: "Das Liftpersonal hat im gesamten Skigebiet mit den Folgen des Unwetters zu kämpfen. Der Abtsroda-Lift läuft derzeit tatsächlich nicht. Niemand kann sagen, wann er in Betrieb geht. Es müsste aber inzwischen möglich sein, über die Straße von Abtsroda aus auf die Wasserkuppe zu gelangen."
Also fahren wir trotz vorhandener Straßensperre hinauf auf die Kuppe. Wir wissen zu dieser Zeit nicht, dass sich das Warten an der Abtsroda-Talstation gelohnt hätte. Um 11.30 Uhr wurde der Lift dann angeblich geöffnet. Wir fahren also auf die Kuppe. Die geräumten Parkplätze sind alle belegt. Der Winterdienst empfiehlt uns den Parkplatz Fuldaquelle auf der anderen Seite der Kuppe. Also ist ein längerere Fußmarsch angesagt. Gegen 12.00 Uhr stehen wir dann endlich aud Ski.
Der Rest ist schnell erzählt. Einfahren auf den recht uninteressanten Pisten Paradiso und Märchenwiese. Fahrt auf der etwas interessanteren Panorama-Abfahrt. Mittagessen in der Märchenwiesenhütte. Die extrem niedrigen Preise dort sind befremdlich und leicht suspekt. Danach geht's endlich zum Abtsroda-Lift, dem unangefochtenen Highlight des Gebiets. Seine beiden Pisten sind echt Klasse und machen riesigen Spaß. Kurvig, kupiert, landschaftlich abwechslungsreich - so muss das sein. Der Abtsroda-Lift verhindert, dass das Skigebiet Wasserkuppe hinter den anderen Skigebiete der Rhön radikal abfällt. Die Abtsroda-Familienabfahrt ist an manchen Stellen durch den nächtlichen Sturm leicht abgeweht, aber dennoch sehr gut zu befahren. Insgesamt ist die Schneelage üppig. In geschützen Lagen trifft die angegebene Schneehöhe von 1 Meter zu. Die Abtsroda-Backtorg-Abfahrt und alle anderen Abfahrten oben sind exzellent.
Letztendlich war es ein schöner Tag dort oben. Ich würde das Skigebiet jedoch nach wie vor nur besuchen, wenn der Abtsroda-Lift läuft.
Hier ein paar Bilder:
^^ Die Märchenwiese tief verschneit
^^ Wie-Li
^^ Auf der Panorama-Abfahrt
^^ Abtsroda-Lift mit Familien-Abfahrt
^^ Abtsroda-Familienabfahrt vor skuriler Winterlandschafts-Kulisse
^^ Abtsroda-Lift
^^ dito
^^ Abtsroda-Verbindungslift
^^ Der höchste Punkt Hessens