Vorwort: Ich weiß, dass gerade eben noch ein Bericht aus demselben Gebiet vom fast gleichen Tag online gestellt wurde. Zu dem Zeitpunkt war mein Bericht aber auch schon fast fertig, weshalb ich ihn trotzdem noch poste. Ich denke, ich habe bei den Fotos auch einen etwas anderen Schwerpunkt, weniger auf Lifte und mehr auf Pisten&Landschaft.
Meine ganz persönliche Zillertal-Erkundungstour, die letztes Jahr mit dem Besuch der Arena begann, wurde letztes Wochenende im zentralen Gebiet um Mayrhofen und Lanersbach fortgesetzt. An sich ist das Gebiet schon gut dokumentiert (siehe Bericht von grad eben
Wie für das Zillertal üblich beginnt der Tag mit einer langen Gondelfahrt mit dem Zubringer in das Skigebiet. Zudem gibt es hier taltypisch Ecken, die man besser meiden sollte, so denn man nicht auf Ameisenhaufen ähnelnden Menschenversammlungen und großflächige Après-Ski-Parties steht. Trotzdem hat es mir der Tag dort sehr gut gefallen, es gibt viele interessante Abfahrten, schwierige Hänge genauso wie die perfekten Carving-Pisten. Je weiter man hinter in Richtung Tuxer Tal und Eggalm fährt, desto ruhiger wird es, die Pisten und das gesamte Flair ein bisschen ursprünglicher und ruhiger, also gibt es auch innerhalb des Gebietes einen schönen Kontrast.
Wenn man gewisse Orte (Penken, Tappenalm) meidet, die Route geschickt wählt und nicht gerade zur Höchstsaison unterwegs ist, kann man hier einen perfekten Skitag verbringen, das Gebiet kann echt was und hat mir möglicherweise noch einen Tick besser gefallen als die Arena gegenüber, aber um eine wirkliche Aussage diesbezüglich treffen zu können, muss ich sicherlich beiden Gebieten noch einen weiteren Besuch abstatten. Zweifelsfrei haben beide ihre Vor- und Nachteile. In der Arena ist möglicherweise etwas weniger los und man absolviert „gefühlsmäßig“ eine größere Distanz mit leider mehr Querfahrten, dafür sind die Höhenunterschiede im Zillertal 3000-Gebiet (ebenfalls gefühlsmäßig) etwas größer und die Pisten irgendwie abwechslungsreicher.
Zunächst ging es um 8:30 Uhr – noch ohne Wartezeit – mit der ewig langen Horbergbahn raus aus dem Nebel und hinein in den Skizirkus. Lärchwald und Tappenalm liegen noch im Schatten, die Blicke zum 150er Tux und zur Schneekarbahn verraten aber, dass es ein genialer Tag werden soll.
Bei der Bergfahrt mit der Lärchwaldbahn zum Einfahren kommt dann schon die Sonne raus, während unten im Talboden noch dicke Nebelschwaden hängen.
Hier oben auf etwa 2000 m ist man nahe der Baumgrenze, das Gelände wird schon etwas felsiger.
Der Blick schweift zur anderen Seite, wo die Schneekarbahn mit ihrer sehr steilen und anspruchsvollen, aber auch genialen Direttissima geradezu auf mich wartet.
Deshalb schnell rüber, auch dort ist die 150er Tux, eine extrem leistungsstarke Pendelbahn ständig im Bild.
Die Unterbergalmbahn – genauso wie praktisch alle anderen Bahnen hier auch eine Standard 6er KSB mit Bubble von Doppelmayr – erschließt einen netten Hang hinten runter, etwas abseits vom ganz großen Trubel.
Dann geht es auch schon weiter Richtung hintere Skigebietsteile, dazu muss die 150er Pendelbahn genommen werden. Das ist schon eine beeindruckende Bahn, die die Strecke hinauf zum Horberg (?) in wenigen Minuten absolviert. Genau das ist der enorme Vorteil von Pendelbahnen, hier passt sie irgendwie auch sehr gut hin. Dazu kommt noch eine geniale dazugehörige Gratabfahrt, was will man mehr. Deshalb gibt’s hier auch einige Wiederholungsabfahrten.
Hier oben darf natürlich das Standard-Zoomfoto zum Hintertuxer Gletscher mit den Kasererwänden nicht fehlen.
Und zur Eggalm mit Eggalm-Nord, Lattenalm und Beilspitz
Und Richtung Wanglspitz.
Doch bevor es weiter nach Lanersbach geht, mache ich noch einige Wiederholungsfahrten an der wirklich tollen Gratabfahrt zurück zur Pendelbahn, die einen binnen weniger Minuten wieder zurück an die Sonne bringt.
Der Blick ins noch schattige Tuxer Tal, das einen völlig anderen Charakter wie das breite Zillertal besitzt.
Der 6er an der Wanglspitz erschließt eine eher langweilige Abfahrt, die zumeist von Skikursen und Anfängern genutzt wird, dementsprechend voll ist es hier.
Deshalb gleich weiter zum 8er Horbergjoch, einer richtig krassen Anlage. Knapp 1,7 km lang, dazu 4000 Personen Beförderungskapazität pro Stunde. Die Pisten hier sind eher flach, ganz nett zum Cruisen, aber leider auch eher voll, insbesondere im unteren Teil, wo die mehreren Varianten wieder zusammenführen.
Von der Bergstation dieser wahren Hochleistungsanlage wandert der Blick ins Horbergtal, einer beliebten Variantenabfahrt zurück zum 150er Tux.
Weiter geht es über den Schlepplift Lämmerbichl Richtung Eggalm. Die Abfahrt hinunter ist ebenfalls sehr schön, am Ende mündet sie in einen längeren, aber gut fahrbaren Ziehweg. Oben im Schlepper hat man einen guten Überblick über den Horbergsektor und zur Bergstation der Rastkogelbahn.
Auf der Eggalm gibt es zwei Hauptabfahrten, zum einen die zur 6er KSB Eggalm Nord und die Hauptabfahrt ins Tal nach Lanersbach, die landschaftlich schön an unzähligen Heustadeln vorbei über die Almen bis in den Ort hinein führt. Und das alles wird nur wenig frequentiert, ein echtes Kleinod also.
Die neue 6er Lattenalmbahn hat letztes Jahr eine DSB ersetzt.
Ganz nach oben geht es auf der Eggalm mit dem Beilspitzlift, einem der wenigen verbliebenen Schlepper im ganzen Skigebiet, den leider das gleiche Phänomen ereilt hat wie die meisten seiner Artgenossen. Niemand will mehr damit fahren, deshalb läuft der Lift nur noch sehr langsam, woraufhin auch ich keine allzu große Lust mehr habe, hier Wiederholungsabfahrten zu absolvieren. Das ist wirklich schade, denn die Abfahrten sind meist wirklich schön und in einem sehr guten Zustand, aber 6 Minuten für 700 m Schlepperstrecke sind halt doch etwas müßig auf die Dauer, Lämmerbichl war noch einen Tick langsamer…
Sei’s drum, hier oben wird in extrem entspannter und chilliger Atmosphäre erstmal Mittagspause gemacht, in der Sonne ist’s schön warm, Liegestühle stehen parat, das Panorama ist perfekt in alle Richtungen: Zillertaler Alpen, Hintertuxer Gletscher, Tuxer Voralpen, das restliche Skigebiet. Was gibt’s schöneres? (Klick auf die Panoramen für höhere Auflösung, gilt übrigens immer)
Nach längerer Pause geht es schließlich wieder zurück in Richtung Mayrhofen und Auto, natürlich nicht ohne die eine oder andere Wiederholungsabfahrt. Außerdem statte ich noch dem Finkenberger Sektor einen kleinen Abstecher ab. Zum Beispiel zur Katzenmoosbahn mit einer interessanten, abwechslungsreichen und wenig frequentierten Piste, ideal für ein paar Sonnenminuten am Nachmittag.
Auch dem Penken statte ich noch einen Besuch ab, was man aber vielleicht besser bleiben lässt. Wirklich Spaß macht das nicht, hier stehen unzählige Lifte in der Landschaft rum, dazu noch viel mehr Skifahrer mit zweifelhaften Fähigkeiten oder ein paar Bierchen zu viel
Bevor der Tag endgültig zu Ende ist und ich mich ins ähnlich chaotische Getümmel an der Horbergbahn stürze – was übrigens durchaus amüsant ist, während den 15 Minuten Anstehen für die Talfahrt den ganzen Leuten beim Einsteigen zuzuschauen, denn was da alles schief gehen kann, ist echt verblüffend