Den Gschwandtkopf in Seefeld kenne ich schon seit den 80ern vom Vorbeifahren, doch erst 2011 habe ich es geschafft, dort endlich einmal Ski zu fahren. Hauptgrund für den Besuch war in erster Linie der alte Wopfner-ESL „Sonnenlift Reith“ (Baujahr 1976, Länge 1.170 m). Seltsamerweise hat sich dieses Unikat bis heute erhalten und bevor auch hier einmal der technische Fortschritt unweigerlich einziehen wird, wollte ich den Lift unbedingt noch kennen lernen.
Pistenplan:
http://www.skigebiet-seefeld.at/de/wint ... /index.php
Morgens um kurz nach 8 in Seefeld angekommen: Es hatte Sonnenschein gemeldet, doch noch hielten sich Wolkenschleier, die aber immer dünner werden sollten. Ich war früh los gefahren, um dem unweigerlichen Stau am Ende der A95 zu entgehen. So erlebte ich eine ruhige Autofahrt ohne Stockungen.
Obwohl sich bereits einige Skikursler und Familien eingefunden hatten, waren die Kassen um 8:15 h noch verwaist. Die 1989 von SSG erbaute 4SB lief zwar schon, aber weil die Spanier und Schweizer hier in den Morgenstunden für die WM trainierten, war das Skigebiet noch nicht eröffnet. (Aber offiziell geht es anscheinend eh erst um 9 h los.) So konnte ich noch in aller Ruhe ein paar Fotos schießen – besser, als im Stau zu stehen, dachte ich mir zum Trost. Ab 8:30 konnte man sich dann die Karte kaufen und um 9 Uhr öffneten sich die Schranken. Die anderen Leute stürmten noch zu irgendeiner Skirennläuferin und ließen sich Autogramme geben. Da ich mich für Skirennen im Fernsehen kaum interessiere, kann ich leider nicht sagen, um wen es sich da gehandelt hat.
Übungslift links der 4SB („Happy Schleppi“ - würg....)
Eeeendlich im Lift! Bis 1989 verliefen hier (auf gleicher Trasse?) 2 parallele ESL, von denen, wenn ich richtig informiert bin, der rechte nur bis zur Hälfte den Berg rauf ging. Unten sieht man am Boden die Tore, wo wenige Augenblicke zuvor noch die Rennläuferinnen den Hang herabgerast sind.
Schlepplift rechts der 4SB – der Olympialift. Früher – vermutlich noch zu Zeiten des Doppel-ESL – gab es oberhalb von diesem ca. 300m langen Lift noch einen längeren Schlepper, der am Waldrand entlang bis ganz hinauf führte.
An diesem Hang rasten später die Skiclubs herum – an dem besagten Waldrand müsste der vorhin erwähnte Schlepplift gestanden haben.
Bild vom späteren Vormittag, als hier oben bessere Fotografierverhältnisse herrschten. Man sieht bereits den Gipfel, an dem die 4SB endet.
Diese Schneise stammt vmtl. noch vom Schlepplift, der bis hier herauf gereicht haben müsste.
Bergstation der 1.200 m langen 4SB Gschwandtkopf
Hier oben hat auch der eben gerühmte ESL, der von Reith heraufführt, seine Bergstation.
Mit Dämmerungsmodus fotografiert...
Es war noch relativ kühl – so um die 0 Grad – und die Pistenverhältnisse am ESL luden zum Rasen ein.
Der Hang rechts des ESL war leider ebenfalls wg. eines Skirennens gesperrt – aber dafür waren für Sonntagsverhältnisse im ganzen Gebiet – mit Ausnahme des breiten 1A-Hangs an der 4SB – wenig Leute unterwegs. Aber auch dort an der 4SB verteilte sich die „Meute“ ganz gut.
Bild von der ersten Fahrt – nicht wundern – da war der besagte Hang noch frei.
2 Stunden später...
Wieder 2 Stunden vorher...
Aber ich war ja auch wg. des ESL gekommen und nicht wegen der einen Variante – darum fuhr ich hier gleich 5 mal die Piste runter und genoss jede Auffahrt in vollen Zügen.
Dieser Wopfner-ESL hat keine – wie viele andere – Betonstützen. Kenn ich sonst nur vom Patscherkofel-Gipfellift (Baujahr 1961).
So frei war in der Früh die Abfahrt hier! Ein wahrer Genuss.... In der Mitte des Bildes geht die Variante nach rechts (von mir aus gesehen) in den Wald hinein – hier war dann später geschlossen wg. des besagten Rennens irgendwelcher Skiclubs.
Ja, ja, ESL mit Skiern zu fahren, wird bald nicht mehr gehen...
So lehnte ich mich zurück und schoss etliche Fotos – wg. der langsam auf etwa 8 Grad (mittags) ansteigenden Temperatur, froren einem dabei wenigstens nicht die Finger ein. (Wenn ich da an die Fahrt mit der DSB Reckmoos in Fieberbrunn im Dezember bei -10 Grad denke....)
Weiter oben geht es noch einmal durch den Wald...
Links des ESL im oberen Bereich schaut es hier ein wenig LSAP-verdächtig aus. Weiß da wer was? (Hab jetzt noch gar nicht meine alten Skiatlanten rausgekramt.)
Ich wurde schon von den Liftlern erwartet, wie man meinen könnte. Tatsächlich wurde ich etwas kritisch beäugt, weil ich da so ein eckiges, metallenes Ding in den Händen hielt und es auf Lift und Landschaft richtete....
Darum zoomte ich lieber mal von fern in die Bergstation.
Der ESL und die 4SB
ESL und unbekanntes Skigebiet.
Der Verbindungslift Brennerköpfl – 1997 erst gebaut und keine 300m lang.
Hier konnte man sich recht schnell einen Bügel schnappen.
Zoom – oben kommt der Seewaldlift II rauf.
Umlenkungen Seewald II und Brennerköpfl.
Nochmal Seewald 2 gegen die Sonne.
Der Ausstieg des ebenfalls recht neuen Seewald 2. Der alte verlief an ganz anderer Stelle und man kam am Verbindungsweg zurück zur 4SB-Piste raus.
Panorama am Pistenbeginn neben dem Seewaldlift II.
Hier ging der alte Seewaldlift II rauf – die Piste neben dem Lift wurde leider ebenfalls stillgelegt. Auf Googleearth kann man die Trasse des alten Schleppers auch noch erkennen – zumal er oben ein Stück durch den Wald führte. Die Talstation befand sich etwa auf gleicher Höhe wie heute – nur eben von unten aus gesehen ein Stück weiter links.
Kann jemand noch was zu den alten Liften (der Seewald 1 ist auch recht neu) sagen? Bilder wären natürlich der Wahnsinn...
Hier schweben die Bügel des Seewaldlifts I ins Tal – unten sieht man die Station. Das hier dürfte doch der modernste Kurvenschlepper weit und breit sein, oder? Der Vorgänger dürfte direkt ohne Kurve auf der bestehenden „Rückläufertrasse“ nach oben gegangen sein. Ich schätze mal, dass man den Lift verlegt hat, weil die Trasse ziemlich steil durch den Wald raufgeht und das für viele Skifahrer zu gefährlich gewesen ist. (Hat man z.B. auch beim Balisalplift in Meiringen (Berner Oberland) in den 90ern gemacht – die Trasse am Steilhang vorm Ausstiegt wurde abgerissen und neu mittels einer Kurvenstation nach rechts verlegt.)
Blick nach oben
Nettes Motiv an der Talstation.
direkt aus der Hölle...
Trasse; Länge lt. Liftworld 675 Meter.
2 Kurven !
Hier gehen die Bügel runter und die Fotos von vorhin habe ich von unten herauf geknipst.
Seewaldlift II
800 Meter lang
Auch hier wurden Fotografen beobachtet..
Mittags in der Seewaldalm, wo ich draußen sitzen konnte und diesen Blick auf die Piste und den Kurvenlift hatte.
Hier sieht man den Bereich, wo die Bügel zurückkommen und früher anscheinend der alte Schlepper den Berg rauf ging.
Die Pizza kann man hier absolut empfehlen!
Zurück zur 4SB
Blick zur Rosshütte, wo ich den Nachmittag verbringen sollte (Teil II, der bald folgt...)
Standseilbahn und paralleler Brandlift (knapp 700m lang), den man 1994 errichtet hat. Oben rechts der neue Rosshüttenexpress, der 2007 die DSB Hermannstal und den Gitterportalmastenlift weiter oben ersetzt hat.
Die alte DSB (war so ne 80er-Jahre-Anlage mit Rundrohrstützen) verlief bis zur Zwischenstation der 6KSB auf gleicher Trasse und querte oben die Piste – die Bergstation steht noch. Der alte Schlepper führte am rechten Pistenrand bis zur Bergstation der 6KSB rauf.
Hier war mit Abstand am Meisten los – kurz nach der Aufnahme nutzte ich einen freien Bereich zum schnellen Fahren und verlor bei einem Schwung den rechten Ski. Ich überschlug mich und schlitterte recht weit runter – aber außer blauen Flecken geschah nichts – im Kreuz bemerkte ich den Sturz erst, als ich zuhause aus dem Auto stieg und mich plötzlich wie ein 80jähriger fühlte. Ein Kind brachte mir meine Skier und die Stöcke lagen nicht so weit oben, so dass ich rundherum Glück hatte.
Am Brunnentallift, der links der 4SB knapp 400m hoch führt.
Fazit: Ein nettes, kleines Skigebiet, das sich ganz gut für einen Wochenendtrip lohnt, weil hier – von den Skiclubs abgesehen – sich der Ansturm der Leute in Grenzen hält. Vor allem an den Seewaldliften war nur mäßiger Betrieb an jenem sonnigen Sonntag. Die Abfahrten an der 4SB waren alle bestens präpariert und sind die besten im Gebiet. Aber auch am Seewaldlift I und dem ESL kann macht das Skifahren Spaß.
Nachteil: Die 4SB ist ein recht lahmes Teil und kriecht mit 2,4 m/ sec in 8min nach oben. Aber bei schönen Wetter find ich das nur halb so schlimm...
Ja und die Tageskarte NUR für den Gschwandtkopf kostet immerhin 33 EUR – ich hab 36 oder so gezahlt, um noch die Rosshütte für den Nachmittag mitzunehmen, da mich die Kurvenschlepper dort natürlich auch noch interessierten.