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Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

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Chasseral
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Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von Chasseral » 27.02.2011 - 16:06

Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Heute steht Alpe d’Huez auf dem Programm. Die Erwartungen sind hoch gesteckt: Ein flächenmäßig großes Gebiet, verschiedene Hangrichtungen, sehr verwinkelt, verschiedene „Alpinstufengrade“, zwei legendäre Abfahrten (Sarenne, Tunnel), vier Abfahrten um die 2.000 Höhenmeter, ein markanter Skigipfel (Pic Blanc). Diese Aspekte versprechen Skigenuss in höchster Vollendung. Ich nehme vorweg: Die hochgesteckten Erwartungen werden nicht ganz erfüllt.

Wir fahren mit dem Wagen den Einstiegspunkt Auris an; dies bietet sich an, wenn man aus östlicher Richtung anreist. So spart man sich etwa 14 km Fahrstrecke im Vergleich zum Einstieg direkt in Alpe d’Huez. Außerdem ist Auris ein ruhiger Einstiegsort ohne Rummel.

Wir bekommen einen guten Parkplatz. Schnee liegt in Auris nur an den Nordhängen.

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Heute teilen wir uns in zwei Gruppen auf, da Snowotz und GMD heute die hohe „Schlagzahl“ von Downhill und mir nicht mitgehen wollen und den Tag etwas gemütlicher absolvieren wollen. Später wird sich kurioserweise zeigen, dass sich das Ganze ins Gegenteil verkehren sollte.

Da man zur KSB Auris-Express, welche die Verbindung ins Hauptgebiet darstellt, ein Stück aufsteigen müsste, nehmen wir zunächst den Übungsschlepplift Bauchets am schneebedeckten Nordhang.

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Von dort kommt man mit Schwung zum Auris-Express am schneefreien Südhang.

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^^ Blick zurück auf den Auriser Skiberg, der von der 4SB Sures erschlossen wird


Es ist obheiter; im Tal herrscht Nebel.

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Unverständlicherweise führt der Auris-Express wieder ein ganzes Stück bergab ohne Ausstiegsmöglichkeit auf dem Berg.

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^^ Hinten die Szenerie mit Alpe d’Huez und Pic Blanc

Weiter links präsentiert sich der Signal – ein krass erschlossener Skiberg: komplett gewalzt, massiv beliftet und beleuchtet.

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Wir fahren mit dem Fontfroide-Parallel-Schlepplift nach oben, eine gute Entscheidung – wir überholen mehr als 30 Sessel der parallelen 4SB.

Ein Wort zur Schneelage: Die ist erwartungsgemäß schwächer als in den anderen Gebieten der südlichen Alpendepartements. Hier am Signal de l’Homme stellt sie sich so dar, dass gerade genug Schnee liegt für Ausflüge ins Gelände, aber auch nur soviel, dass die gewalzten Pisten an manchen Stellen braun geworden sind.

Wir wollen dem Ende der Sarenne-Piste einen prüfenden Besuch abstatten. Dazu nehmen wir die wunderbare, perfekt gewalzte Bergeries-Piste, deren Cordsamt-Struktur von noch keiner einzigen Skispur gestört ist – und überleben eine Überaschung: Hinter einer Kuppe endet ohne Vorwarnung und Ausweichmöglichkeit die Präparation und man gelangt in eine Buckelpiste. Was für uns ein eher lustiges Ereignis ist, stellt für manchen Skifahrer sicherlich eine unangenehme Überraschung dar. Die zerfurchte Altschnee-Buckelpiste fährt sich nicht besonders angenehm, was aber auch daran liegt, dass die (letztendlich unbegründete) Angst vor Steinen mitfährt.

Weiter unten blicken wir in die Sarenne-Schlucht, wo die Sarenne-Piste perfekt präpariert einmündet (nicht im Bild sondern weiter unten).

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Wir nehmen die Alpauris-KSB und blicken zurück auf den soeben befahrenen Signal de l’Homme.

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Als nächstes ist die hoch frequentierte Marmottes 1 dran.

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Oben geht’s dann in das Pendelfunitel Marmottes 3.

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Von oben hat man einen guten Blick auf Les 2 Alpes.

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^^ Hier die 4SB Herbie mit Pisten.


Zunächst ist die 4SB Glacier wegen Windes außer Betrieb. Wir fahren die geöffnete Cristeaux, welche gen’ Tal führt. Leider ist aber auch diese – wie die Sarenne – in Talrichtung gesperrt. Man wird über einen nicht im Pistenplan verzeichneten Ziehweg zur 4SB Herpie zurückgeleitet.

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^^ Blick zur noch geschlossenen 4SB Glacier

Die Landschaft hier oben ist nicht schlecht, das Gebiet präsentiert sich aber auch nicht außergewöhnlich.

Da der Galcier-Sessel zunächst noch zu ist, fahren wir wieder mit dem Pendelfunitel nach unten.

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Unten angekommen, erfahren wir, dass die Glacier-SB jetzt offen ist – zu spät.

Wir fahren über Promontoire und Lièvre Blanc (den weißen Hasen) in Richtung DMC und werden mit einem für AdH typischen Phänomen konfrontiert: Uninteressant quer in den Berg gefräste Pisten.

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^^ Geglättete Querpiste: Typisch für AdH und nicht besonders attraktiv zum Fahren


Nach der DMC-Fahrt steht der Höhepunkt an: Die grandiose PB auf den Pic Blanc.

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Die Pendelbahn und der Gipfel an sich sind wirklich grandios, aber oben ist ausgerechnet der Blick zum Mont Blanc durch einen nahen Berg verdeckt. Außerdem bläst es enorm.

Wir fahren zur Glacier-4SB ab und nehmen oben die Buckelpiste ab dem Gipfel. Und – was für einen Zufall – treffen wieder Snowotz und GMD.

Dann geht es in das Tunnes des Grandes Rousses, das unzweifelhaft Kult ist.

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Am Tunnelausgang eine unschöne Situation: Ca. 10 Minuten Wartezeit auf dem Ziehweg, der zum Steilhang führt. Obwohl Ziehweg und Piste nicht sonderlich schwierig sind, sind manche Skifahrer verschreckt und trauen sich nur schwerlich, in die Piste einzufahren.

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Am Ende des Ziehwegs überholen wir noch eine Handvoll Skifahrer und kürzen etwas in den Buckelhang ab.

Diese Buckelpiste erweist sich als sehr zahmer Tiger. Die Buckel sind lediglich kniehoch, das Gefälle mäßig. Außerdem ist man nach wenigen Sekunden bereits unten in der abführenden Piste. Klar, die Buckelpiste ist nicht schlecht, aber ähnliches findet sich in nahezu jedem Skigebiet unmarkiert neben normalen Pisten. Der Kultfaktor bezieht sich klar auf den Tunnel, weniger auf besondere skifahrerische Attraktivität.

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^^ Buckehang unterhalb des Tunnels; in der Mitte befinden sich Snowotz und GMD.

Besonders GMD, der sich im Internet mit hohem Aufwand einen gehörigen Respekt vor der Tunnelpiste besorgt hat, ist von der Zahmheit der Piste überrascht.

Wir wollen die höhenmeterintensivste Piste bis Enversin befahren (2.150 Höhenmeter). Trotzdem folgen wir nicht dem Ziehweg, der eine Komplettbefahrung in einem Zug ermöglicht. Durch Nutzung der kurzen SB Lac Blanc kann man in den Kessel hinunter fahren und sich den Ziehweg sparen. Dies erscheint attraktiver.

Dann verlässt uns Snowotz wieder. Er will sich das Mittagessen sparen und die Zeit dazu verwenden, alle Ecken des Gebiets zu befahren. Nach dem Mittagessen wird uns auch GMD verlasen, um noch ein paar zusätzliche Bahnen „abzuhaken“. Im Vergleich zur Planung am Vormittag verkehrte Welt: Wollten es zunächst die Kollegen ruhiger angehen lassen, sind es jetzt Downhill und ich, welche auf die ein- oder andere Bahn verzichten und es eine Spur gemütlicher angehen lassen als an den Vortagen.

In den Alpette-Sektor führt die Les-Rousses-Piste; wieder solch eine glatte Querpiste ohne allzu großen skifahrerischen Reiz, dafür mit zu hoher Frequentierung.

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Immerhin hat die Piste eine nette Felsdurchfahrt, aber bleibt glatt.

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Dann geht es über die Chalets weiter: glatt und quer.

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Dann die schwarze La Fare hinunter nach L’Enversin: Glatt und ohne nennenswerte Gefällwechsel; teilweise auch quer zum Hang. Alles nicht sonderlich attraktiv.

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^^ Die schwarze La Fare


Nicht sonderlich überzeugend ist auch die Gruppenbahn hinauf nach Vaujany. Die Stationsdurchfahrt ist sehr langsam und die Langsamfahrphase dauert sehr lange. Wir müssen trotz geringem Betrieb auf der Talabfahrt 5 Gruppen warten, was über 10 Minuten dauert. Was machen die erst in der Hauptsaison?

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Immerhin fährt die 160PB Alpette auch nur alle 15 Minuten und wir kommen pünktlich zur Abfahrt oben an. Es hätte also auch nichts genutzt, eine frühere Gruppe zu erwischen.

Nahe der Mittelstation essen wir zu Mittag in einem gehobenen Bergrestaurant (Terrasse), das sich als nicht gerade billig erweist. Aber die Holzofenpizza schmeckt recht gut.

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^^ Obere Sektion Alpette-Rousses

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^^ Blick zum Pic Blanc


Von der ausgesetzt konstruierten Bergstation Dôme des Petites Rousses nehmen wir die Pisten Belvédère und Bartavelles – auch typische glatte Querpisten.

Weiter unten, nachdem die Bartavelles kurz mit der Rousses auf gemeinsamer Trasse gelaufen ist, folgen wir dem Bartavelles-Abzweigschild, wo auch die Piste intressanter zu werden scheint. Aber: Die Piste verliert sich unpräpariert im Gelände. Komisch! Immerhin ist diese Geländefahrt eine schöne Abwechslung zu den eintönigen Pisten der letzten Stunden.

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^^ Wir kommen kurz in die Nähe der Oz-Alpette-12EUB.

Die weitere Piste Alpette hinunter nach Oz ist dann wieder im typischen AdH-Stil: Glatt und quer am Berg entlang und recht stark frequentiert – also nicht gerade prickelnd.

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^^ Dieses Bild ist typisch für AdH und bedarf keines weiteren Kommentars.

Die gleichnamige Piste entlang der Poutran-12EUB ist zumindest im oberen Bereich deutlich attraktiver.

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Nach einer Wiederholungsfahrt dort, geht es zum Signal. Ein krasser Berg. Dieser Berg ist so extrem erschlossen, dass es schon wider genial ist! Der gesamte Hang ist gewalzt. Viele parallele Lifte führen hinauf und leistungsstarke Beleuchtung ist an auffälligen Masten befestigt. Das ganze wird durch zahlreiche Schneilanzen komplettiert. Dieser extreme Stadioncharakter wirkt wie ein surreales Amphitheater. Wirklich starke Einrichtung!

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^^ Das geniale Szenario – sogar mit weitgehend leeren Pisten. Stark!

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^^ Von oben blickt man auf die untere DMC-Sektion mit vielen parallelen Schleppliften. Unglaublich was dort auf den uninteressanten Hängen los ist (die wir zuvor befahren haben). Dort darf man übrigens auch nur mit geringer Geschwindigkeit fahren.

Auf der Rückseite fahren wir nach Villard Reculas ab. – und mit der KSB Villarais wieder hinauf. Hier sind die Hänge erfrischend angenehm, aber der Schnee ist schlecht. Nur eine Piste ist geöffnet. Wir vesuchen es im Gelände und bekommen es mit fiesem, verspurtem durchgefrorenem Altschnee zu tun.

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^^ 4KSB Villarais


Die 4KSB Villarais endet leider wenige Höhenmeter unterhalb der „Signalkuppe“.

Die standardmäßig vorgesehene Lösung für die Rückkehr zur AdH-Station ist das Umfahren des Gipfels auf Außenrum-Pisten. Wir entscheiden uns aber, die wenigen Meter hinaufzusteigen, um den krassen Stationhang hinab carven zu können.

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^^ Blick zurück auf den coolen Signal.


Wir fahren mit Schwung durch den Ort weiter. Plötzlich endet das Schneeband an einer schneefreien Straße. Kein Problem in Frankreich: Zwei Rillen mit Kunststoffrollen führen über die Straße, so dass man nicht abschnallen muss.

Nach einer Fahrt mit der 6KSB Romains steigen wir in die 4KSB Alpauris, welche uns zurück in den Auris-Sektor bringen soll.

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^^ Blick auf den Fontfroide-Hang am Signal de l’Homme. Im Gegensatz zum Hauptsektor bietet dieser richtig schöne Skihänge. In der Mitte die Fontfroide-Schiene, links die gekürzte 4SB Lombards, rechts die 4KSB Louvets.


Die Pisten zurück nach Auris sind überwiegend ziehwegig.

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Danach folgt das „kleine Highlight“ des Tages: Die Abfahrt hinunter zum Weiler Maronne. Versteckte, idyllische Pisten führen hinunter in den Weiler Maronne, von dem eigentlich nur zwei Häuser und ein Kuhstall zu sehen sind, und wo sogar eine erstaunlich dicke Schneeauflage herrscht.

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Der Liftler begrüßt uns freudig. Vielleicht sind wir jetzt um kurz nach 16.00 Uhr seine ersten Skigäste heute?

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^^ In der 2SB Maronne

Leider ist die im Plan schwarz gepunktete La Fuma gesperrt, obwohl sie offensichtlich hervorragenden Schnee hat. Egal, wir hätten sie zeitlich ohnehin nicht mehr geschafft.

Dafür fahren wir dreimal mit den Ssselbahnen Sures und Piegut, welche bis 17.00 Uhr laufen. Dort treffen wir auch wieder mit Snowotz und kurz darauf GMD zusammen.

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^^ Oberer Teil Piegut-2SB

Die Piegut-Hänge mit ihren grünen Pisten sind nichts besonderes, aber vom Gelände her sehr gemütlich: Unterschiedlich geneigt in Kurven durch Baumgruppen und über Kurven. Diese Pisten sind für mich perfekt für einen gemütlichen Tagesausklang.


Fazit: Alpe d’Huez Grand Domaine ist zweifelsohne ein abwechslungsreiches Skigebiet mit vielen Gesichtern, die zu erkunden interessant ist. Skifahrerisch ist es aber definitiv nicht „mein Gebiet“. Zu wenig haben mich die Pisten in den Hauptsektoren überzeugt, zu viel Rummel hat dort geherrscht. Die meisten Gebiete der diesjährigen Reise haben mich deutlich stärker angesprochen.
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von k2k » 27.02.2011 - 20:05

Interessant, vielen Dank für die Eindrücke. Jetzt verstehe ich euer Fazit ein bisschen besser.
Vor allem die Tunnelpiste sieht ja sehr krass aus mit den vielen Leuten und diesem hässlichen, fast über die ganze Breite des Hangs gefrästen Weg. Das war bei uns längst nicht so extrem.
Außerdem ist man nach wenigen Sekunden bereits unten in der abführenden Piste
War denn bei euch nach dem ersten Steilhang gewalzt oder wie darf ich das verstehen? Habt ihr gar den Umfahrungsziehweg genommen? Ich erinnere mich noch an einige nachfolgende schöne Buckelfelder auf dem Weg zur 4SB Lac Blanc. Nicht mehr allzu steil, aber durchaus nicht langweilig.

Die Sarenne hätte euer Urteil wohl auch nicht mehr allzu sehr verändert. Die ist eigentlich nur lang, ansonsten eine normale, allenfalls rote Piste. Als solche allerdings nicht schlecht. Aber euch hat eindeutig am Nachmittag ein bisschen die Hochglanz-Sonne gefehlt, und wenn der île au soleil die soleil fehlt dann dann ist das schon ein Minuspunkt, glaube ich ;-)
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von snowotz » 27.02.2011 - 20:33

Wenn wir auch mit dem Urteil über Via Lattea uns alle 4 einig waren, daß das der Witz unserer Tour war, so sehr sind die Meinungen über die Alpe d´Huez auseinander gegangen.
Gerne würde ich da nochmal den ein oder anderen Skitag verbringen, dann hoffentlich mit offener Sarenne.
Ich mag solche langen roten gewalzten Pisten bei denen man Kilometerlang mal keinen Lift in der Nähe hat. Das hat irgendwie was!
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von Chasseral » 27.02.2011 - 20:50

k2k hat geschrieben:... War denn bei euch nach dem ersten Steilhang gewalzt oder wie darf ich das verstehen? Habt ihr gar den Umfahrungsziehweg genommen? Ich erinnere mich noch an einige nachfolgende schöne Buckelfelder auf dem Weg zur 4SB Lac Blanc. Nicht mehr allzu steil, aber durchaus nicht langweilig.
Nach dem ersten Steilhang war gewalzt. Danach kann man neben der Piste auch noch einige Buckelfelder nehmen, das stimmt. Aber ich habe mir den Steilhang anders vorgestellt. Der hat ja nur gut 100 Höhenmeter (deshalb wenige Sekunden Fahrt). Ich hatte mir einen Steilhang von einigen 100 Höhenmetern vorgestellt.

... Aber euch hat eindeutig am Nachmittag ein bisschen die Hochglanz-Sonne gefehlt, und wenn der île au soleil die soleil fehlt dann dann ist das schon ein Minuspunkt, glaube ich ;-)
Zwischen Mittag und 3 Uhr sind einige hohe Schleierwolken durchgezogen, die das Tiefblau des Himmels etwas geschwächt haben. Objektiv gesehen definitv nichts Beklagenswertes. Aber ich schließe nicht aus, dass dadurch die Laune im Unterbewusstsein etwas getrübt wird. Dennoch gibt es für mich vor allem dieses reproduzierbare Kriterium: Die Pisten laufen oft quer in wenig skigeeignetem Gelände und sind von ihrer eigenen Form her eher eintönig. Das Ganze geht mit einem höheren Aufkommen an Skifahrern einher, wie ich es sonst bei meinen Ausflügen gewohnt bin. Dies gilt jedoch vor allem für die zentralen Sektoren und nciht für den Sektor Signal de l'Homme-Auris-Marron.
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von k2k » 27.02.2011 - 21:58

Ja, mit den Pisten hast du/ihr sicher recht, das habt ihr ja auch gut dokumentiert. Wir waren in '08 ja in diesem Mittelteil quasi gar nicht unterwegs.
Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich dass die Stimmung und die Atmosphäre bei unserem Besuch wesentlich zu meinem Urteil beigetragen haben. Man müsste wohl nochmal bei richtig guten März-Verhältnissen hin und mehr als einen Tag Zeit haben.
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von Chasseral » 28.02.2011 - 09:40

snowotz hat geschrieben:... dann hoffentlich mit offener Sarenne.
Ich mag solche langen roten gewalzten Pisten bei denen man Kilometerlang mal keinen Lift in der Nähe hat. Das hat irgendwie was!
Ich denke schon, dass die Sarenne für mich ein deutlicher Pluspunkt gewesen wäre, denn ich pflichte bei: Solch lange Hintenrum-Pisten ohne Lift in der Nähe finde ich immer attraktiv.


@all: Mein Bericht soll bitte nicht so verstanden werden, dass ich potenziellen Neubesuchern von einem Besuch abraten würde. Wie gesagt, ist es ein weitläufiges Gebiet mit vielen Gesichtern, das man durchaus mal gesehen haben kann oder gar sollte. Nur entsprechen halt die Skipisten in einigen wichtigen Skigebietsbereichen nicht meiner persönlichen Idealvorstellung von Pistentrassierung. Auch für mich liegt ein Wiederholungsbesuch bei geöffneter Sarenne-Piste im Bereich des Vorstellbaren.

Bei allen Berichten dieser Skiwoche (jetzt fehlt nur noch L2A) gilt ohnehin: Die Differenzierung der persönlichen Wertung erfolgt auf einem insgesamt sehr hohen Niveau. Die Woche hat uns auf breiter Front großen Skispaß beschert.
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von Emilius3557 » 01.03.2011 - 16:45

Danke für den gewohnt informativen und kritischen Bericht.
Nach Betrachtung der Bilder verstehe ich auch die geäußerte Kritik besser:
- Wartezeiten: in unserer März-Woche 2006 kaum vorhanden (zumindest nicht an der Gruppenumlaufbahn oder am Tunnelausgang)
- Tunnel-Piste: da war 2006 nichts gewalzt und auch die 2. Kehre des Ziehwegs nach dem Ausgang gab es nicht! (vgl. Bilder in meinem Bericht). Es ging nach wenigen Metern Ziehweg meiner Erinnerung nach massiv steil in den dann nicht mehr so steilen ersten Hang. Dann eine Felsendurchfahrt und ein zweiter Buckelsteilhang. Vielleicht macht das abschmelzende Eis des Grandes Rousses-Gletschers hier Probleme? Vielleicht wurde gewalzt weil die Sarenne nicht offen war?
- sehr künstliche Abfahrten im Mittelteil: ja, hat mir auch nicht gefallen. Problemtisch bei der Schneelage ist, dass man auf diese beschneiten Bänder angewiesen ist. Mit einer gut befahrbaren Sarenne, und den Varianten/Schwarzen Abfahrten wie Combe Charbonnière, Canyon etc. ist auch dieser Gebietsteil deutlich interessanter, wenn nicht sogar sehr spannend für gerne Off-Piste fahrende Skifahrer
- bei besserer Schneelage kann man auch 2-3 Pistenvarianten nach Villards-Reculas fahren
- War die "Col du Cluy" am Signal de l´Homme offen? Eine phantastische Hintenrum-Abfahrt, die meist leer und einsam in die Sarenne-Schlucht mündet
- mir gefallen die flachen Almwiesen der 1. Sektion egtl sehr gut. Normalweise viel Platz trotz vieler Anfänger

Fazit: AdH ist sicherlich ein spannendes Skigebiet: wenn die Bedingungen stimmen - in anderen frz Skigebieten braucht es weniger optimale Bedingungen um das Skierlebnis möglichst optimal zu erwischen
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von Chasseral » 01.03.2011 - 21:34

Emilius3557 hat geschrieben:... - War die "Col du Cluy" am Signal de l´Homme offen? Eine phantastische Hintenrum-Abfahrt, die meist leer und einsam in die Sarenne-Schlucht mündet
Ja, die war offen - und beim Blick von unten ist uns auch klar geworden, dass wir besser diese Abfahrt genommen hätten als die von uns gewählte Kombination Bergeries-Gua. Aber auf eine Wiederholung haben wir verzichtet, weil wir auf unserer Erkundungsrunde weiter kommen wollten.

Vielen Dank auch für deine Anmerkungen. Ich nehme also mit, dass ich bei besserer Schneelage das Gebiet nochmals testen und andere Pisten wählen sollte.
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von starli » 02.03.2011 - 13:07

Ich denke auch, dass AdH hier wie Vialattea ist, einige interessante Pisten, einige uninteressante Pisten, aber man braucht 1-2 Tage, um die Spreu vom Weizen zu trennen.
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von OliK » 02.03.2011 - 14:55

Mhmm...ich bin schon öfter beim Schmöckern im Schi-Atlas in AdH hängengeblieben, weil der Pistenplan ja wirklich vielversprechend aussieht.
Wenn ich mir aber die Bilder so anschaue bekomme ich genau den gegenteiligen Eindruck, das sieht für mich wirklich nach 0815-Industrie-Schifahrn aus...
Es grüsst der Oli

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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von Emilius3557 » 02.03.2011 - 18:28

http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... 47&t=16384

Alpe d´Huez bei schlechterem Wetter, aber viel mehr Schnee...
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von Raph » 02.03.2011 - 19:16

Also ich war am 17.01.2011 in Alpe d´Huez und bin auch in Auris eingestiegen.

Den Ziehweg nach dem Skitunnel an der Tunnelpiste gab es so nicht. Ein Zaun war nur die vielleicht ersten 20m nach dem Tunnelausgang vorhanden. Die Serpentine war nicht ,,abgesichert" und es konnte durch hüfthohe Buckel abgekürzt werden. Die Stelle wurde wohl innerhalb dieser Woche aus irgendwelchen Gründen abgesichert bzw. eingezäunt.
Des Weiteren war auch nur ein kurzes Stück der Tunnelpiste vor dem Felskanal vor der Sesselbahn Lac Blanc präpariert.

Hier noch ein Foto, den Zaun kann man gar nicht/ nur schlecht direkt nach dem Tunnelausgang erkennen.

PS: Die Sarenne war noch offen und einwandfrei zu fahren! ;)
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Blick vom Dome de Petite Rousses zur Tunnelpiste am 17.1.2011
Blick vom Dome de Petite Rousses zur Tunnelpiste am 17.1.2011
Zuletzt geändert von Raph am 02.03.2011 - 22:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von maartenv84 » 02.03.2011 - 19:41

Jetzt hab ich schon 4 verschiedene bilder von der abfahrt "le tunnel" gesehen. Während meinen Besuch in Januar 2009 war es so ähnlich wie Raph sagt. Aber so schlimm wie in 2004(?) ist der Skiweg nicht. Damals ging es noch 1-2 kurven weiter.

Damals (2009) war le tunnel gar nicht gewalzt. Erst ab dem flachen skiweg ganz unten im Tal.

Mir hat Alpe D'Huez sehr gut gefallen. Vor allem für Gruppen eigentlich sehr ideal.
Wie Emilius in seinen Bericht geschrieben hat, gibt es ein paar Liftketten die viele pistes pro kette bedienen. Für eine Gruppe fand ich das Ideal. So kan jeder runterfahren wie er will und alle treffen sich unten an der Talstation wieder.

Auch dem Bereich "Montfrais" mit seinen Waldpisten hat mir sehr gut gefallen. Aber das habt ihr ausgelassen?

Bei viel Schnee sind vor allem die schwarze Varianten gut fahrbar und dann ist das Gebiet meiner Meinung nach sehr Interessant und abwechslungsreich. Mein Fazit war auch: Gerne wieder, aber dann bei bessere Schneelage (ende Febraur/März).

@Chasseral: Und natürlich ein danke schön fürs Bericht. War sehr interessant zu lesen.
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von Chasseral » 02.03.2011 - 20:58

maartenv84 hat geschrieben:... Auch dem Bereich "Montfrais" mit seinen Waldpisten hat mir sehr gut gefallen. Aber das habt ihr ausgelassen?
Downhill und ich haben diesen Bereich ausgelassen. Snowotz ist ihn komplett gefahren und GMD bis zur Mitte, wenn ich die Kollegen bei der Rückfahrt richtig verstanden habe.
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von powdertiger » 04.03.2011 - 22:41

Ich war vor 2 Jahren da, Mitte März und die Schneelage war ebenfalls recht bescheiden. Mich hat das Gebiet nicht besonders angesprochen, da die Pisten recht wenig Abwechslung bieten. Es gibt natürlich Ausnahmen (zB Comb de Charbonniere oder so ähnlich...) aber in Summe ist der Eindruck hängen geblieben. Überfüllung war damals kein Thema. Und abseits der Pisten ist das Gelände nicht besonders geeignet - und es gab 30 cm Neuschnee damals. Am besten war der Auris-Sektor bei Neuschnee.
Die Sarenne-Piste war für mich nicht der Bringer, unten ziehwegig, in der Mitte steinig und oben schmal (abseits steinig). Das Gebiet wird mich so schnell nicht wiedersehen. Besser hat es mir in L2A gefallen, v.a. im Gelände, aber auch auf den Pisten.

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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von Chasseral » 05.03.2011 - 09:05

Mir gefällt bislang (kann sich ja bei viel Schnee ändern) auch L2A besser.

Krass, wie häufig, schnell und stark die "Tunnel" ihr Gesicht ändert (Bildvergleich)!
Ich vermute, dass man die Piste in Zeiten, in denen die Sarenne geschlossen ist, sicherungstechnisch weitestgehend herrichtet und bei geöffneter Sarenne als Naturpiste belässt.
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von GMD » 17.04.2011 - 17:28

Für mich ist die Alpe d'Huez ein seltsames Skigebiet. Es hätte Potential, doch bei unserem Besuch spielte es dieses nicht aus. Die geschlossene Sarenne ist schon ein dickes Minus, auch die combe charbonnière wäre ich gerne gefahren, war aber auch zu. Dafür war die tunnel weit weniger krass als ich erwartet hatte. Im Internet gibt es da nämlich jede Menge Fotos und Videos die den Eindruck erwecken, gleich nach dem Tunnelausgang ginge es beinahe senkrecht nach unten. Das trifft nun aber definitiv nicht zu. Immerhin gibt es einige interessante Lifte. Die 4KSB Alpauris gehört zum krassesten, was ich betreffend Sessellifte bisher gefahren bin. Auch der Gruppenkorblift im Ort Alpe d'Huez mit seinen Kurven ist eine interessante Konstruktion, wir haben ihn aber nicht gesehen, geschweige denn damit gefahren. Fazit: Bei unserem Besuch eher eine Enttäuschung, aber eine zweite Chance hat das Gebiet allemal verdient.

Einige Fotos habe ich auch noch für euch.

Grosser Pistenplan (15.8 MB!)

Bild
Die Verbindungsbahn Alpauris von der Station Seite Auris gesehen. Am Gegenhang sieht man wie die 4KSB wieder Richtung Alpe d'Huez hochklettert.

Bild
Im Tal gibt es eine einseitige Mittelstation.

Einsteigen kann man nur Richtung Alpe d'Huez. Wer also Richtung Auris will, muss zuerst dorthin fahren und dann die ganze KSB wieder zurück. Da nimmt man besser die 4SB Lombards etwas weiter oben. Weil diese aber fix geklemmt ist, dürfte der Zeitgewinn nicht mehr so gross sein. Finde ich daher etwas unglücklich gelöst, eine vollwertige Mittelstation würde Sinn machen, wenn man die Lombards schon nicht kuppelbar baut.

Bild
Kurz vor Alpe d'Huez, unterquert man dann noch die Piste des Altiports. Bei der Rückfahrt starte gerade dann ein Sportflugzeug, als sich mein Sessel in der Unterführung befand. Zwei oder drei Sessel weiter hinten und ich hätte ein klasse Foto schiessen können!

Bild
In der nigelnagelneuen 6KSB Marmottes I, welche kurz vor der Bergstation noch einen Felsriegel überquert.

Bild
Die Fortsetzung bildet die 6EUB Marmottes II. Obwohl noch nicht so alt, eine Klapperkiste ohnegleichen! Die Kunststoffkabinen dröhnen während der Fahrt permanent vor sich hin und bei Stützenüberfahrten rattert und scheppert es enorm. Nur schon bei den Hochhaltern ist der Lärm gewaltig, doch bei den Niederhaltern hat man das Gefühl, die Kabine falle bald mal auseinander! Rechts hinten erkennt man noch die Bergstation der EUB und gleich daneben die Bergstation des Pendelfunitels Marmotte III welches das dritte Glied der Kette darstellt.

Nun machen wir einen Sprung ans andere Ende des Skigebietes, nach Oz en Oisans. Obwohl wie Alpe d'Huez eine Retortensiedlung doch einiges heimeliger gestaltet als diese.

Bild
Na, wo lag wohl in der Nacht und/oder Morgen die Nebelgrenze?

Bild
Zurück ins Hauptgebiet führen zwei 10EUB (Alpettes und Poutran). Hier letztere in unwegsamen Gelände kurz nach der Mittelstation.

Bild
Wo die EUB endet, befindet sich die Mittelstation des DMC. Hier die erste Sektion kurz vor derselben.

Optisch für mich das gelungenste Vertreterin dieses Seilbahntypes. Die in Les 2 Alpes ist zwar länger und spektakulärer, aber die tonnenförmigen Kabinen und vor allem die kastenartigen Stützen sind ästethisch eine Qual.

Bild
Im legendären Tunnel am Piz Blanc, der ein sehr kleines Profil aufweist. Wer über 1.85m gross ist, muss auf seinen Kopf aufpassen! Tja, manchmal hat es auch Vorteile nur 1.65m klein zu sein! ;-)

Bild
Blick von der 4SB Clos Giraud auf die 160PB Vaujany.

Bild
Die letzte Stütze dieser Bahn mit ordentlichem Gefällsbruch. Ebenfalls zu sehen die 4SB Clos Giraud

Die Bahn ist fangbremsenlos, deswegen prescht sie mit 12m/sec über die Stützen, spassig! Also die gezeigte letze Stütze wird natürlich nicht mit vollem Tempo befahren, da sie weniger als 100m vor der Bergstation liegt. Direkt anschliessend, die beiden Stationen sind zusammengebaut, folgt die baugleiche Bahn nach dem Dome des Rousses.

Bild
Eine der von Gangloff gebauten Kabinen. Wie erwähnt fangbremsenlos.

Bild
Die Bergstation ist typisch französisch offen.

Über einen längeren Steg und anschliessend ein paar Meter Schnee erreicht man die Pisten. Zwar hat man so geschafft, die Bahn stützenlos zu bauen, aber mir wäre es lieber gewesen, sie hätte das Geld für eine Stütze in die Hand genommen und die Bergstation auf den eigentlichen Bergrücken gestellt.

Bild
Eine interessante Linienführung über Stock und Stein entlang einer Steilhangkante weisst die 4SB Clos Giraud auf.

Bild
Auch einen einseitigen Niederhalter besitzt sie.

Weniger toll ist die Fahrtdauer. Weil die Bahn eine leichte blaue Abfahrt erschliesst, wird sie von vielen Anfängern benutzt. Deshalb fährt sie oft in einer Art stop & go Modus.

Ganz zum Schluss nochmals nach Auris!

Bild
Unterwegs mit der DSB Piegut von Montaz Mautino.
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Re: Alpe d’Huez, 3.2.2011 – unter den Erwartungen

Beitrag von taunussi » 03.05.2011 - 14:25

Ich war in den 90ern zweimal hintereinander an zwei Jahren in AdH und würde nochmals dorthin fahren (wenn es mit zwei kleinen Kindern nicht so weit wäre).
Man darf sich nicht an der Sarenne festhalten, um das Gebiet zu beurteilen - die ist eben schon mal geschlossen.
Es gab aber Tage, da bin ich sie 4 mal hintereinander gefahren, dann noch einmal oder zweimal die Tunnelpiste (die damals deutlich hammermäßiger aussah als auf den aktuellen Bildern!) und man wußte abends, was man getan hatte. AdH hat den Vorteil, dass man auch ruhigere Zonen wie Auris, Villard-Reculas oder auch Chatelard-Maronne hat. Selbst das Gebiet um Vaujany herum war damals ziemlich ruhig, auch am Wochenende, wenn viele aus dem nahen Grenoble einfallen. Schade ist es, dass im oberen Teil parallel zur EUB Marmottes II die Sesselbahn abgebaut wurde. Die Pisten drumherum eigneten sich sehr gut für Wiederholungsfahrten und waren auch meistens leer (und scharz + buckelig). Ich habe hier im Forum schon öfters erwähnt, dass die Seilbahnpolitik mit den langsamen 4-SB nicht verstehe. Sicherlich hat AdH in wenigen Jahren das Gebiet enorm erweitert und viel investiert, aber an manchen Stellen hat die ewige Fahrzeit schon etwas genervt. Aber sonst empfand ich das Gebiet selbst für zwei Wochen immer als relativ abwechslungsreich auch mit off-piste-Varianten.
Grüße aus dem Taunus!


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