


Am Samstag, den 30.04.2011 machte ich mich mit Münchner auf, um in der Gegend um Inzell einige „LSAPs“ zu besichtigen. Auf diese waren wir zum einen durch das Anfliegen mit Googleearth und zum anderen anhand alter Schiatlanten gestoßen. Des weiteren kamen wir vor Ort mit ein paar Einheimischen ins Gespräch, die uns Auskunft geben konnten. Außerdem ließ und das mittlerweile geschulte Auge nicht im Stich - so konnten wir in Weißbach und in Inzell spontan vor Ort noch je einen weiteren abgebauten Schlepper ausfindig machen.
Das Wetter spielte zunächst mit – die Sonne schien, die Pollen flogen (was ich im Gegensatz zur gesunden Münchner Feinstaubluft zu spüren bekam

Der Tag begann sonnig und auch mit einem typischen Ärgernis. Münchner war mit dem Fahren dran und anstatt ihn wie sonst an einem Autobahnparkplatz zu treffen, hatte ich beschlossen, mit der S-Bahn nach Starnberg hinaus zu fahren, um dort von ihm abgeholt zu werden. Doch AUSNAHMSWEISE – ca. alle 30 Jahre passiert das eben – gab es in Münchnen ein totales S-Bahn-Chaos. Ich musste hilflos mit ansehen, wie die S6 nach Starnberg einfach am Bahnhof Hirschgarten vorbeisauste. Anscheinend hatten die intelligenten und übernatürlich klugen Mitarbeiter dieser Vorzeigefirma vergessen, dass sie hier unlängst eine neue Haltestelle errichtet hatten. So mussten wir – dem Handy sei Dank – umorganisieren und ich nahm eine S3 in die entgegengesetzte Richtung, deren Fahrer sich des Hirschgartens wenigstens erinnerte. So fuhr ich bis Furth, um dort von meinem Chauffeur nach abgeholt zu werden...

Ein bisserl musste ich in Furth noch warten ...
LSAP FARNBICHLLIFT:

Unser 1. Ziel war der LSAP-Lift am Farnbichl nördlich von Inzell, der so 900 Meter lang gewesen sein soll, aber wegen des Südwesthangs wohl schon immer mit Schneeproblemen zu kämpfen hatte. Aber früher haben's halt wirklich auf jeden halbwegs tauglichen Hügel einen Schlepper gebaut...


Hier verlief der Fallbichllift lt. Googleearth übrigens...

Beim „LSAP-Wirtshaus“ parkten wir und liefen zur Bergstation hinauf.

Hier kriegt man kein Weißbier mehr


An der Bergstation gab es nicht mehr viel zu sehen – hier hat wohl mal was gestanden...

Hier kam der Lift rauf – Links der Bildmitte sieht man eine einzelne Fichte. Links von ihr kann man den „Durchbruch“ des Schleppers sehen. (Also zwischen der Fichte und den links von ihr liegenden Bäumen.)


Weiter unten – der Schlepplift ist wohl schon so 15-20 Jahre außer Betrieb, so zugewachsen wie das hier ist.


Hier sind schon Tausende Menschen hinaufgezogen worden – nach uns wird sich hier wohl keiner mehr aufhalten...


Hier zwischen der einzelnen Fichte und den anderen Bäumen ging der Lift einstmals hoch...

Hier ist zwar noch ein Fundament – aber der untere Teil der Trasse ist ansonsten total zugewachsen.


Die ehemalige Gaststätte oben hatte keine Haustüre mehr – neugierig lugten wir ins Innere...




Nichts mehr da.

Idyllischer Blick gen Inzell.

Hat wohl einer eine Schüssel gebraucht...

Die oberen Gemächer...


Einen Keller gab es auch noch. Wir hatten keine Taschenlampen dabei – Münchner nutzte sein Handy und ich das Hilfslicht meiner Digicam. Aber durch die Fensterritze drang wenigstens noch ein bisserl zusätzliches Licht...




Hier gingen wir lieber nicht hinein – man stelle sich vor, die Tür fällt zu und geht nicht mehr auf...



Auch hier hatte man die Toilette entsorgt.


Nichts wie raus! Alleine hätte ich das nicht gemacht. Das gebe ich zu. Gruslig wär noch gewesen, wenn man daheim beim Anschauen der Bilder bemerkt, dass auf einem im Hintergrund jemand um die Ecke schaut oder ein Schatten von jemandem zu sehen ist, der sich dort versteckt hält. Mir ist mal was Ähnliches am Kellerjoch passiert. Hab dort eine leere Waldschneise fotografiert, wo früher mal ein Schlepper verlief. Weiter oben, wo die Trasse schon recht verwachsen war und ich mich Minuten zuvor aufgehalten hatte, sah man dann jemanden rumstehen.

Bei der Talfahrt mit dem Auto konnten wir weiter unten nochmal ein Stück der Schlepplifttrasse ausmachen. Hier kam der Lift hoch.

Hier ging der Lift weiter. Nach dem Waldstück kommt jener Abschnitt, der vorhin schon von oben fotografiert worden ist.

Unten gab es nichts mehr zu sehen – hier muss irgendwo der Lift hinaufgegangen sein.

Reste von der Talstation: Fehlanzeige!

Von unten gelang uns kein Trassenfoto.
STEMAG-LIFT „MEISAU“:

Weiterfahrt nach Meisau zwischen Inzell und dem Wolfsberglift neben der A8. Hier steht der Stemag-Schlepper noch!



Münchner wollte dann unbedingt noch nach Österreich. Zum Tanken, wie er meinte. Leider dauerte das dann ewig und ich musste im Auto warten. Was machte der nur so lange im Tankstellenshop?
WEISSBACH:

Zurück in Weißbach, wo noch zwei Schlepplifte laufen – ein „richtiger“ und ein „Handschuhmörder“.

Lt. einem Einheimischen wurde der Lift so 1971 errichtet. Weiter hinauf durfte er aus grundstücksrechtlichen Gründen nicht gebaut werden.

Ich wollte hier auf dem Rückweg vom Heutal Ende Februar einen Zwischenstopp einlegen, doch die Hänge waren bereits zum großen Teil schon grün – leider gibt es keine Beschneiung, ohne die es halt nicht mehr zu gehen scheint. So fuhr ich damals auch in Meisau vorbei, denn dort stand der vorhin gezeigte Stemagschlepper ebenfalls still, während am Wolfsberglift bei Siegsdorf sehr viel los war.

Rechts vom Schlepper gibt es noch einen Handschuhmörderlift...




Münchner meinte plötzlich, am gegenüberliegenden Hang – hier zu sehen – Fundamente entdeckt zu haben. Wir erinnerten uns nun auch daran, dass wir auf der Rückfahrt von der Loferer Alm im Dezember bereits den Verdacht gehegt hatten, hier sei ein ehemaliger Schihang zu finden. Unsere „LSAP-Nasen“ sollten uns nicht täuschen – auf diesen wahnsinnig steilen Hang führte ab 1967 (lt. Auskunft des ehemaligen Eigentümers, den wir auf der Wiese unten trafen) der Lift hinauf und wurde um 1990 abgetragen. In der Panoramakarte bei der Touristeninfo ist er sogar noch eingemalt. Na ja – für Schischulen war er definitiv zu steil und Könner werden halt von außerhalb hier kaum Halt machen, sondern lieber in die nahen österr. Gebiete fahren. Übrigens gab es als Zubringer vom Ortsrand noch einen kurzen Pendelschlepplift, der aber leider keine Spuren hinterlassen hat.

Wir liefen die nicht gerade flache Abfahrt hinauf – gegenüber hinter der Kirche befindet sich der vorhin gezeigte Schlepplift mit den Portalmasten.

Oben angekommen – ich merkte, dass die Wandersaison noch jung ist, denn ich war ordentlich ins Schwitzen gekommen. Leider setzte nun auch der Regen ein, nachdem sich der Himmel immer mehr mit Wolken verhangen hatte. Aber wir hatten Glück, denn es blieb nur beim Getröpfel – richtig regnen sollte es erst später, als wir wieder in Inzell weilten.

Hier kam der Lift rauf!

Tja, was mag das wohl gewesen sein?




In der Mitte des Steilhangs.

Blick nach oben. Der Liftbetreiber erzählte uns, dass es immer sehr brenzlig war, wenn es oben einen rausgeschmissen hätte oder auch mal das Seil des Bügels gerissen sei... (Den ehemaligen Betreiber trafen wir am Rückweg beim Zaunreparieren an.)

Das Wetter war am letzten Tag des Aprils nochmals typischen für jenen Monat.

Weißbach mit dem noch existierenden Schlepper hinter der Kirche.

Auf der Fahrt zurück nach Inzell regnete es...
SCHNEEWINKEL/ INZELL:
[img]hhttp://abload.de/img/68qguw0.jpg[/img]
Bei der Siedlung Pommern steht – wie noch in der Kompasskarte eingezeichnet – ein Lift. Wie sich herausstellte halt nur ein Seillift, so dass wir lediglich mit dem Auto kurz hielten, um ein paar Schnappschüsse zu machen. Außerdem regnete es sowieso gerade...



Der frühere Liftbetreiber in Weißbach hatte uns von einem Schlepplift bei „Schneewinkel“ erzählt. Dort sollten angeblich sogar noch die Stützen stehen! Jedoch hätten die Anwohner den Lift stillgelegt, weil sie keine Leute vorm Haus haben wollten. Wir horchten natürlich auf und freuten uns, womöglich auf die Spur einer interessanten Schlepperruine gestoßen zu sein. So was widerfährt einem ja schließlich nicht alle Tage. Aufgeregt flitzten wir Schneewinkel entgegen. Dorthin konnten wir jedoch nicht mit dem Auto fahren, da die Straße leider privat ist. So fuhren wir zur benachbarten Siedlung „Einsiedl“, wo sich herausstellte, dass man sogleich einen Blick auf die Liftrasse werfen konnte. Zu unserer Enttäuschung hatte man die Stützen bereits abgetragen und nur noch die Fundamente zeugten vom ehemaligen Schibetrieb „hinter Inzell“....

Blick vom Parkplatz zur Lifttrasse, die oben beim Bauernhof sehr flach wird und noch bis zum Waldrand reicht.

Googleearth-Blick: Links der Seillift (Sonnenlift) und rechts der LSAP-Schlepper in Schneewinkel.

Lifttrasse von unten – leider regnete es wieder ein bisserl...

Hier hinten im Gestrüpp versteckt lagen die Fundamente der ehemaligen Talstation.



Wir unterließen es, weiter hoch zu gehen, da die Eigentümer das ganze Areal eingezäunt haben. Doch dank der Kompasskarte und der freundlichen Auskunft einer Bewohnerin von Einsiedl fanden wir heraus, dass es einen Wanderweg gab, der genau oben beim Gehöft vorbei führte. So machten wir uns auf den Weg und wurden zudem noch von einem weiteren Wetterumschwung überrascht – die Sonne kam nämlich wieder hervor und es wurde recht schwül.




An der ehemaligen Bergstation am Waldrand oben.

Inzell im Hintergrund...

Die Leute vom Gehöft hatten den Schlepper wirklich genau vor der Nase...


Wehe, wer verlässt den Weg!

Eindrücke von der Wanderung zurück nach Einsiedl...


KESSLERALM/ INZELL:

Weitere Station – nachdem wir während eines Regenschauers in Inzell eine Mittagspause eingelegt hatten. Hier befinden wir uns bei den Kesslerliften direkt in Inzell. Es gibt diesen Seillift und einen richtigen Schlepper (vmtl. Tellerlift?), der einen älteren Schlepper weiter rechts ersetzt hat. Weiter links von diesem Schlepper (es gab aber anscheinend keine Verbindung) führte früher auch noch der Schürzbichllift auf den Hügel hinauf.

Trasse und Talstationsfundament des alten Lifts an der Kessleralm.

Der Nachfolger...

Auch das gibt’s manchmal, dass ein Schlepper durch einen Schlepper ersetzt wird...
(1969 am Herzogstand: neuer Lift auf gleicher, nach unten verlängerter Trasse. 2000 in Lofer: neuer Tellerlift auf der Trasse den Nachbaralmlifts – jedoch nur bis zu dessen früherer Kurvenstation. Am Nebelhorn gab es vor der 4SB früher bis 1981 einen Gitterportalmastenlift, der dann durch einen moderneren T-Mastenlift ersetzt wurde, ehe man diesen eben 1996 durch die Sesselbahn tauschte. Der frühere Doppelschlepplift „Bierenwang“ an der Kanzelwand (jetzt 4SB Zweiländerbahn) hatte auch einen Gitterportalmastenlift als Vorgänger. In Oberjoch das gleiche Spiel: Der Wiedhaglift war früher kein Doppellift, sondern ein einzelner Gitterportalmastenlift.)


Dummerweise befindet sich der Ausstieg des Lifts schon vor dem letzten, einigermaßen steilen Stück.

Aber schließlich ist der ja auch eher für die Kleinen bzw. Anfänger gedacht und nicht für Schleppliftnarren wie unsereins...

Zoom zum LSAP-Gebiet Rauschberg – hier kam die „Rossgass“ herunter...
(nie gefahren, sonst könnte ich jetzt diesen Bericht nicht schreiben

An der Bergstation.

Gelb die Trasse des Vorgängerlifts – die Bergstation hatte an der gleichen Stelle wie heute ihren Platz.

Zoom zum LSAP Farnbichllift – unsere 1. Station an jenem Samstag...

So verlief der Lift – Münchner hat da sicherlich noch bessere Zooms.

Blick zu Boden...
LSAP SCHÜRZBICHL/ INZELL:

Wanderung auf dem Hügelgrat ein Stück nach Süden – hier die Bergstation des abgebauten Schürzbichllifts. Wie es ausschaut, bestand keine Verbindung zwischen diesem und dem anderen Lift. Wohl aber zum noch weiter südlich gelegenen LSAP bei der Siedlung Kohlgrub – quasi der Nachbarhügel.



Hier kam der Schlepper früher rauf...

Löwenzahnidylle oberhalb von Inzell...


Die Piste wächst auch schon zu.

Die Talstation ist noch recht gut erhalten. Leider – wie bei jedem Lift – befand sich direkt ein Wohnhaus daneben. Sofort stand ein älterer Herr am Zaun und stierte uns an. Doch wir ignorierten ihn und machten ein paar Aufnahmen...

Innenleben der Talstation.

Die Trasse – oben ist rechts der Bildmitte noch die fast zugewachsene Waldschneise zu erahnen...
LSAP „KOHLGRUB“/ INZELL:

Ein Hügel weiter südlich, wo sich die Siedlung „Kohlgrub“ befindet: Auch hier gab es einen Schlepplift, dessen Waldschneise mir in der Nacht zuvor noch bei Googleearth aufgefallen war. Leider kommt das auf den Fotos nicht so raus, aber die Trasse durch den Wald muss ein wahrer Höllenritt gewesen sein. Selten hab ich so einen steilen Schlepperhang gesehen. (Außer vielleicht der obere Schlepper in Wertach...)

Die Schiabfahrt ist auch nicht mehr im besten Zustand...

Hier kam der Lift rauf – leider sieht man auf dem Bild nicht, wie steil es hier zuging!

Lt. Anwohner schon so 20 Jahre LSAP.

Plötzlich rief mich Münchner, der am Abhang oberhalb der Abfahrt Fundamentreste entdeckt hatte. Ein zweiter Lift? War der etwa neben der Piste verlaufen? Wir rätselten...

Reste vom Liftlerhäusl?

Dann fiel uns diese verdächtige Lücke zwischen den Fichten auf.

Und wir hatten ein neues LSAP entdeckt. Auf der Rückseite des Hügels befand sich einst doch glatt noch ein zweiter Lift.

Das lässt natürlich das Herz eines jeden LSAPlers höher schlagen!

Münchner stürmte schon mal voraus...

Unten spuckte uns der Wald wieder aus und wir befanden uns auf einer flachen Wiese bei Schmelz...

Kurzer, ebenfalls steiler Lift durch den Wald. Leiiider verpasst!


Später erzählte uns ein ca. 20jähriger Einheimischer, den wir unterwegs antrafen, dass es hier hinten „am Kienberg“ ganz früher nochmals einen dritten Lift gegeben hätte. Doch leider ließ sich nicht einmal geländemäßig irgendwas finden. Auch zuhause beim „Nachanflug“ via Googleearth ergaben sich keinerlei Anhaltspunkte, dass es hier hinten nochmals einen Schlepper gab. Ich vermute, dass vielleicht direkt bei der Siedlung Schmelz einmal ein Seillift oder so gestanden hat.

Münchner suchte noch nach Resten der Talstation.

Hier nochmals der Überblick bzgl. Inzell:
A – LSAP Fallbichllift
B – in Richtung Wolfsberglift bei Siegsdorf befindet sich bei „Meisau“ (nicht mehr im Bild) noch südlich der Landstrasse ein alter Stemaglift.
C – der Sonnenlift bei Pommern (Seillift)
D – LSAP Schneewinkellift
E – Kesslerlift mit LSAP-Vorgänger daneben (direkt links unterhalb des F)
F – der steile LSAP-Lift bei Kohlgrub und der LSAP-Lift auf der Rückseite des Hügels.
LSAP bei EISENÄRZT:

Wir fuhren durch Ruhpolding und ließen es ohne Halt hinter uns, da dorthin einmal eine separate Tour in Planung ist. So lenkte Münchner den Wagen weiter gen Norden, um unser nächstes Ziel anzusteuern – Eisenärzt. Oberhalb der Ortschaft gibt es die Siedlung „Bucheck“, wo in meiner Kompasskarte noch ein langer Schlepper eingezeichnet ist. (Lt. Schiatlas 1979/ 80 statt einem langen zwei kurze an gleicher Stelle!?!)
Auf dem Weg zum LSAP wechselte mal wieder das Wetter und Regen drohte. Doch entstand gerade dadurch eine eindrucksvolle Abendstimmung. Das Licht wurde diffuser und südlich in Richtung Ruhpolding konnte man bereits die Regenschauer vom Himmel fallen sehen. Münchner und meine Wenigkeit marschierten indes durch einen Wald unserm Ziel entgegen.



Das war der Grund, weswegen wir das Auto im Wald zurück ließen. So unterließen wir es auch, oben einfach bei den Häusern herumzulaufen und nahmen lieben einen abzweigenden Weg, um den Bereich der ehemaligen Talstation zu suchen. Dank der Kompasskarte sollten wir fündig werden!

Nachdem wir durch einen weiteren Wald geklettert waren, fanden wir im diffusen Abendlich diese Hütte auf einer Lichtung und hatten relativ sicher den Standort der Talstation gefunden.

Von einem Lift war jedoch ansonsten nichts mehr zu sehen.

Wohl die ehemalige Piste. Oben links zwischen den Bäumen führte die Trasse durch eine kurze Schneise hindurch, wie man bei Googleearth erkennen kann. Ob der Lift dann ganz hinauf geführt hat oder oben gewissermaßen eine zweite Sektion stand, wissen wir (noch) nicht. Jedenfalls liefen wir hier nicht weiter, da alles eingezäunt war und oben zwischen den Bäumen die Fassade eines Hauses zu sehen war. Die hätten sich bestimmt gefreut, wenn da im Halbdunkel zwei Männer aus dem Wald geschlichen kommen...

Auf der A8 in Höhe Bergen. Es hatte eine tolle Abendstimmung und wir hätten noch gerne weitere Aufnahmen gemacht – doch wir hatten noch ein weiteres Ziel vor uns – ein wohlmögliches LSAP oberhalb von Bad Feilnbach. Hier war mir auf Googleearth eine verdächtige Waldschneise aufgefallen und in meinem viel zitierten Schiatlas von 1979 ist an jenem Hang dazu auch noch ein kleiner Schlepplift eingemalt. Eine todsichere Sache also!
BAD FEILNBACH:


Luftaufnahme lt. Googleearth – rot die von uns vermutete Waldschneise eines Schlepplifts. Oberhalb der Schneise ist auch noch die Bergstation erkennen. Zum gelben Strich werd ich sogleich noch was berichten. Jedenfalls fuhren wir kreuz und quer durch den Ort, ehe wir die Strasse fanden, die den besagten Hang hinauf geht. Auch hier ergab sich nichts. Wir fuhren ganz hinauf, bis es nicht mehr weiter ging. Auf dem Weg zurück nach unten fragten wir bei einer Gastwirtschaft einen älteren Herrn. Der gab an, seit 35 Jahren in Bad Feilnbach zu wohnen. Einen Schlepplift hätte es hier jedoch nie gegeben, meinte er. Zwar könne man hier im Winter den Hang wunderbar herunterfahren, aber man müsse von selbst hinauf laufen. Eine kleine Schisprungschanze gäbe es „hintem am Wald“ - aber ein Lift???
Münchner und ich wollten aber nicht aufgeben – schließlich gab es ja die oben gezeigte Waldschneise und den „Eintrag“ im 1979er Schiatlas! Wenigstens empfahl uns der Mann noch einen Einheimischen von einem Bauernhof weiter oben am Ende der Strasse, der uns sicherlic weiterhelfen könne.

Abendstimmung oberhalb von Bad Feilnbach. Wir wurden – wie gesagt - an einen Landwirt verwiesen, von dem uns erzählt wurde, dass er überaus nett sei und obendrein schon immer dort oben wohne. Wenn es in Bad Feilnbach also wirklich einen Lift gegeben haben sollte, dann müsse er das wissen, wurde uns versichert. Also nix wie hin! Schließlich senkte sich die Sonne immer mehr und das kostbare Licht wurde immer weniger. Ohne die Sache mit der Waldschneise und dem LSAP Lift nicht geklärt zu haben, wollten wir nicht nach Hause fahren...

Nun – wir fanden den Landwirt gleich und die Prophezeiung bewahrheitete sich – er war nett und wusste Bescheid. Es gab eine gute und eine schlechte Nachricht für uns.
Die gute: Am besagten Hang stand tatsächlich früher ein Schlepper.
Die schlechte: Es war nur ein Seillift, dessen untere Trasse (so 200m lt. Eigentümer) man auf dem obigen Foto sieht. (Auf der Luftaufnahme von Googleearth der gelbe Strich!)

Gleicher Standpunkt und Blick in die andere Richtung: Hier führte der Seillift hoch. Und was war nun mit der Schneise im Wald?

Münchner zählte schneller 1 und 1 zusammen wie ich: Die „Bergstation“ war in Wirklichkeit die hier unten stehende alte Schisprungschanze. Die Waldschneise ließ sich somit nun auch erklären! Wir kehrten um und statteten dem „Übeltäter“ noch einen Besuch ab. Zumal uns erzählt wurde, dass die Schanze bald wg. Einsturzgefahr abgerissen werden soll.


Unsere erste „LSAP-Schanze“...

Wobei ich glaube, dass Münchner mal in Sachrang eine gefunden hat – bin mir jetzt aber nicht sicher...

Wir gingen natürlich nicht hinauf. Sah nicht mehr übermäßig stabil aus...



In der Dämmerung noch ein letzter Abstecher zum Schanzentisch...

Tja, wohl schon ein paar Jahre außer Betrieb...

Hier endlich mal die vermeintliche LSAP-Waldschneise!

Blick auf Bad Feilnbach.

Nun war es spät geworden und wir hatten für den einen Tag überaus viel gesehen. Hier auf der Nachhausefahrt auf der A8...
FAZIT: Einer der spannendsten Sommertage und das gleich zu Beginn der Saison! Vor allem die Gaststätten-Erkundung am Farnbichl und die „LSAP-Schanze“ waren mal was anderes als immer diese ollen Lifte
Zudem hatten wir noch insgesamt 4 LSAP-Lifte „entdeckt“, von denen wir bei der Anreise noch nichts gewusst hatten: Der steile Schlepper in Weißbach, darunter der Pendellift, der Schlepper in Schneewinkel „hinter“ Inzell und eben der zweite, rückwärtige Lift bei Kohlgrub. Dazu noch die Wanderung oberhalb von Eisenärzt während sich der Himmel wegen der herannahenden Regenfront immer mehr verdunkelte und wir mitten im Wald eine (mutmaßliche) LSAP-Talstationshütte entdeckten...
Münchner setzte mich wieder in Furth an der S-Bahn ab. Das morgendliche Chaos bleib aus und recht bald kam ein Zug...

E N D E