Alljährlich der selbe Rhythmus, ab Oktober wird der Wasserspiegel des 15,2 km² große Forggensees abgesenkt, über den Winter verliert er 4/5 seiner Fläche und ist im Februar bis auf eine Fläche von ca. 3,2 km² bzw. max. 765 m Höhe abgelassen. Hintergrund ist der Hochwasserschutz der flussabwärts gelegenen Städte wie Landsberg und Augsburg. Jedoch ist der Forggensee nicht nur für den Hochwasserschutz in seiner heutigen Form existent sondern wurde auch für die Energiegewinnung aufgestaut, 1954 war der Staudamm fertig. Daher ist neben dem WWA Kempten auch EON für die Regulierung des Wasserspiegels verantwortlich. So richtet sich der Wasserablass nach prognostizierten Niederschlagsmengen oder der Schneemenge in den Bergen. Zum Jahresbeginn 2008 hat man z.B. den Pegel höher als üblich gehalten, da der Herbst 2007 sehr trocken war und über den Winterbeginn weniger Schnee in den Bergen lag. Man ging auf Nummer sicher um die Energieversorgung nicht zu gefährden und entsprechend ausreichenden Abfluss zu haben.
Hat man sich da heuer etwas verkalkuliert?
Durch den Wasserablass erscheint der Forggensee im Winter/Frühling als scheinbar karge Sandwüste. Rissiger Sandboden so weit das Auge reicht, wenn man die entsprechenden Stellen aufsucht findet man Baumstümpfe der vergangenen Auenwälder von der Zeit vor dem Bau des Stausammes. Ebenso kann man die Grundmauern einiger Gebäude der Weiler (u.a. Forggen), welche dem Aufstau zum Opfer fielen (ca. 50 Stück) entdecken oder man Teile der Via Claudia Augusta finden.
Auf diese Suche habe ich mich heuer aber wegen aufziehender dunkler Wolken nicht gemacht.
Aber zurückkommend auf die Frage ob man sich heuer verkalkuliert hat: Der Forggensee hat zwischen dem 01.06. und 15.10. eines jeden Jahres den Vollstau, doch aktuell fehlen bis zu diesem Vollstau noch ganze 7 Meter. Den jährlichen Vollstau bis zum 01.06. zu erreichen hält das WWA mittlerweile für unmöglich, da müsste es jetzt noch enorme Niederschlagsmengen geben, die das Niederschlagdefizit der bisherigen Monate in 2011 wieder wett machen. So scheint es, dass man vielleicht doch zu großzüging Wasser abgelassen hat und man heute noch munter durch den Forggensee spazieren kann.
Dies habe ich heute mal gemacht und einige Fotos mitgebracht:
^^ Zufluss
^^ Dito, Blick in Richtung „See“, der normalerweise hier schon beginnt, man erkennt gut die fehlenden 7 Meter
^^ Recht der „Urlech“ im Forggensee
^^ Ansonsten ist von Wasser weit und breit nichts zu sehen
^^ Festspielhaus
^^ Bootshafen
^^ Könnte auch irgendwo in der Wüste sein
^^ Da würde auch dieses Wasserloch hinpassen, noch ein paar wilde Tiere hinstellen un die Szenerie stimmt
^^ Tegelberg (li.) und Säuling (re.) aus einer anderen Perspektive
^^ Nochmal das Festspielhaus
^^ Der verdörrte Ast unterstreicht die Stimmung
^^ Trostlose Weite
^^ Um mal wieder etwas Wasser ins Bild zu bringen, Urlech. Hinten Schloss Neuschwanstein
^^ Ganz am Ende kann man den aufgestauten See erkennen
^^ Aber hier sieht man nur das hergerichtete Ufer
^^ Der Bootshafen, wo eigentlich bald die Schifffahrt beginnen soll
^^ An der Anlegestelle
^^ Was für ein Ärger aber auch ... dass in Deutschland immer alles verboten sein muss
^^ So sieht es an gleicher Stelle dann mit Wasser aus, da macht dann auch das Verbotsschild Sinn