Bonka - Grasschifahren im Wienerwald (16. 6. 2011)

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chr
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Bonka - Grasschifahren im Wienerwald (16. 6. 2011)

Beitrag von chr »

20 Minuten von der Wiener Stadtgrenze entfernt, in der kleinen Ortschaft Oberkirchbach steht der Ausflugsgasthof "Bonka", auf dessen Grundstück sich ein Seillift mit Tellergehängen befindet.

Während dort im Winter bei guter Schneelage normaler Schibetrieb stattfindet, wird im Sommer etwas Außergewöhnliches angeboten, nämlich Grasschilauf. Der Homepage des Gasthofs (http://www.bonka.at) habe ich entnommen, dass Grasschi verliehen werden, nur Schischuhe, Schistöcke und Helm sind selbst mitzubringen.

Bei einer ersten Kontaktaufnahme mit dem Gasthof, musste ich erfahren, dass es keine fixen Betriebszeiten beim Lift gibt, erhielt aber das Angebot, mich heute um 17:00 Uhr einer Gruppe anzuschließen.

So zog ich also heute bei 25°C meine Schischuhe an, setzte meinen Helm auf und schnallte erstmals in meinem Leben Grasschi an.

Das Liftfahren bereitete mir keine Probleme, die Abfahrten leider schon. Ein Querstellen oder seitliches Rutschen wie man es vom herkömmlichen Alpinschilauf kennt ist mit Grasschi nicht möglich. Also muss es irgendwie mit Carvingtechnik talwärts gehen. Leider ist es mir aber nicht gelungen, die engen Radien zu fahren, die ich gerne wollte. Wenigstens machte ich eine bessere Figur als die anderen Gäste auf dem Hang.
Kaum zu glauben, dass die Grasschi erfunden wurden, um den alpinen Rennläufern im Sommer eine Trainingsmöglichkeit zu bieten. Dafür aber umso verständlicher, dass es sich zu diesem Zweck nicht durchgesetzt hat, und sich daraus eine eigene (Rand-)Sportart entwickelt hat.

Nach sieben Abfahrten und drei Stürzen (aber auch sieben Überrundungen von manch anderem Schifahrer) war ich mit meinen Kräften am Ende. (Ja, ja, im Winter auf Schnee mache ich problemlos 15000 hm und sieben Seilliftfahrten im Sommer gehen an meine Grenzen.)

Noch die abschließende Frage an den Hausherrn, was ich für Lift und Leihschi zu zahlen habe. - Antwort: "Gehns noch ins Gasthaus etwas trinken" Meine Frau (die auch die Fotos zu diesem Bericht gemacht hat) und ich haben dort auch noch zu Abend gegessen, und das auch noch ausgezeichnet gut.

Fazit: Für mich ist Grasschi keine Alternative zum herkömmlichen Schisport auf Schnee, zu unterschiedlich sind die beiden Sportarten. Ich bin aber sehr froh, es probiert zu haben und für einen vergnüglichen Tag oder Abend ist der Spaß empfehlenswert.

Ganz zum Schluss noch die übliche Statistik :wink: :
Alle Anlagen geöffnet, Wartezeiten keine.
Direkte Abfahrt geöffnet, Familienabfahrt geschlossen,
Grashöhe 15 bis 25 cm, keine Steine aber einzelne Brennesseln :lach:
Dateianhänge
Diverse Grasschi liegen bereit für den Verleih.
Diverse Grasschi liegen bereit für den Verleih.
Etwas später habe ich diese ungewöhnlichen Dinger an meinen Schischuhen.
Etwas später habe ich diese ungewöhnlichen Dinger an meinen Schischuhen.
Mit diesem Seillift wird nun gleich meine erste Bergfahrt auf Grasschi stattfinden.
Mit diesem Seillift wird nun gleich meine erste Bergfahrt auf Grasschi stattfinden.
Nun befinde ich mich am Lift.
Nun befinde ich mich am Lift.
Die Bergfahrt geht durch den Wald.
Die Bergfahrt geht durch den Wald.
Die ersten Versuche auf Grasschi ins Tal zu fahren.
Die ersten Versuche auf Grasschi ins Tal zu fahren.
Noch braucht dieser Sport vollste Konzentration.
Noch braucht dieser Sport vollste Konzentration.
Mit Stolz die erste Abfahrt auf Grasschi bezwungen.
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Gruß chr

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DennisValentino
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Re: Bonka - Grasschifahren im Wienerwald (16. 6. 2011)

Beitrag von DennisValentino »

Vorrab erstmal Danke für den interessanten Bericht! Wäre durchaus mal eine Idee, das auch mal auszuprobieren! Sind die Stürze bei hoher Geschwindigkeit sehr schmerzhaft?

Grüße Dennis
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Re: Bonka - Grasschifahren im Wienerwald (16. 6. 2011)

Beitrag von Oliver199 »

Die Geräte sehen sehr gewöhnungsbedürftig aus!
Dennoch kann ich mir gut vorstellen es selbst einmal auszuprobieren, nur um die Entzugserscheinungen ein bisschen unter Kontrolle zu halten :wink:
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Re: Bonka - Grasschifahren im Wienerwald (16. 6. 2011)

Beitrag von Pistencruiser »

Cool! Hätte nicht gedacht, dass es diese Teile noch gibt.
Wie bremst man mit den Dingern? Gegen den Hang "carven"?
Die einen kennen mich — die anderen können mich...!
Konrad Adenauer
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starli
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Re: Bonka - Grasschifahren im Wienerwald (16. 6. 2011)

Beitrag von starli »

Super, endlich mal ein Grasski-Bericht. Die fehlende Rutschmöglichkeit wäre auch der Grund, warum ich mir vorstellen könnte, dass mir Mattenski besser gefällt als Grasski (nie getestet bisher).

In Italien scheints wohl etwas beliebter zu sein, da gibts in einigen Skigebieten Rennen im Sommer.

Wie schnell wird man da so? Gleiche Hangneigung mit normalen Ski verglichen, schneller, langsamer, wesentlich langsamer (wie Pappschnee), ..?
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chr
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Re: Bonka - Grasschifahren im Wienerwald (16. 6. 2011)

Beitrag von chr »

DennisValentino hat geschrieben:Sind die Stürze bei hoher Geschwindigkeit sehr schmerzhaft?
Ich habe zum Glück keine Verletzungen oder Schmerzen erlitten, habe aber auch nicht wirklich hohe Geschwindigkeiten erreicht.
Oliver199 hat geschrieben:...um die Entzugserscheinungen ein bisschen unter Kontrolle zu halten
Das hat zumindest bei mir nichts genützt, zu groß ist der Unterschied zwischen Grasschilauf und alpinem Schilauf auf Schnee.
Pistencruiser hat geschrieben:Wie bremst man mit den Dingern? Gegen den Hang "carven"?
Genauso habe ich es gestern bei meinen ersten Versuchen gemacht. Ob die Profis eine bessere Bremstechnik haben weiß ich nicht.
starli hat geschrieben:Wie schnell wird man da so? Gleiche Hangneigung mit normalen Ski verglichen, schneller, langsamer, wesentlich langsamer (wie Pappschnee), ..?
Ich würde mal sagen, dass ich mit Alpinschiern auf Pappschnee noch immer schneller bin. Allerdings hätte ich die Dinger auch nicht schneller gebraucht, zu schwerfällig waren sie mir in der Kurve.
starli hat geschrieben:Die fehlende Rutschmöglichkeit wäre auch der Grund, warum ich mir vorstellen könnte, dass mir Mattenski besser gefällt als Grasski (nie getestet bisher).
Und ich habe Mattenschi noch nicht getestet. Ich denke das kann man mit der selben Technik wie auf Schnee betreiben. Leider habe ich keine Ahnung, wo von Wien aus das nächste Mattenschigebiet ist.
starli hat geschrieben:endlich mal ein Grasski-Bericht
Es hat mich sehr verwundert, dass in diesem Forum noch nichts zu diesem Thema zu finden war, bei so vielen Schifanatikern.
Gruß chr
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Re: Bonka - Grasschifahren im Wienerwald (16. 6. 2011)

Beitrag von noisi »

Vielen Dank für den interessanten Bericht. Ich selbst habe auch schon mit dem Gedanken gespielt mal Grasski auszuprobieren. Wie verhält es sich denn beim Stürzten? Tut man sich eher mehr oder weniger Weh als bei einem durchschnittlichen Schneesturz?
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.
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chr
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Re: Bonka - Grasschifahren im Wienerwald (16. 6. 2011)

Beitrag von chr »

Ich weiß nicht, ob ich kompetent genug bin, diese Frage zu beantworten, nur weil ich einmal diesen Sport ausprobiert habe, ich versuche es dennoch:
Bei den geringen Geschwindigkeiten, die man beim ersten Versuch fährt, macht es glaube ich wenig Unterschied, ob man ins Gras fällt, oder in den Schnee. Meine Stürze ins Gras waren sicher nicht schlimmer, als auf eisiger Piste, aber wohl unangenehmer als im weichen Pulver.
Bei hoher Geschwindigkeit möchte ich mit Grasschi nicht stürzen. Wenn ich an meine wildesten Stürze auf Schnee zurückdenke, so war die Geschwindigkeitsverzögerung Körper auf Schnee eher gering und ich bin die Piste oft lange dahingerutscht, bis ich zum Stillstand kam. Die Verzögerungskräfte Körper auf Gras sind sicher deutlich höher, und damit natürlich auch die Verletzungsgefahr. Prellungen und Knochenbrüche können sicher sehr schnell passieren.

Hingegen halte ich die Gefahr sich eine Bänderverletzung zuzuziehen beim Grasschifahren für geringer. Die engen Radien, die mit den Carvingschiern gefahren werden können, waren mir mit Grasschi nicht möglich. Außerdem sind sie so kurz, dass im Falle eines Sturzes keine Hebelwirkung entsteht, die eine Knieverletzung verursacht.
Gruß chr
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