Radiobeitrag mit Text beim RSI-Radio
Hier mal die Übersetzung des kurzen Textes auf der Website des Radios:
Die Firma Garaventa, international führender Seilbahnhersteller, schlug heute bei der Versteigerung zu und riss sich in einem Schlag sowohl zwei Restaurants ("La Pineta" (* der Grosse Kasten in Carì bei der Talstation) und "Il Belvedere" (auf Brusada, oben an erster Sektion) wie auch sämliche Seilförderanlagen unter den Nagel, an deren Erstellung sie beteiligt war (da ist der alte WSO-Schlepper also nicht dabei).
Für die Gemeinden der mittleren Leventina, die sich zur "Nuova Carì" zusammengeschlossen hatten (Anzonico, Calpiogna, Campello, Faido, Mairengo e Osco) und für den Betrieb in den letzten drei Wintersaisons gesorgt hatten, war nichts zu machen. Sie wurden durch den Schachzug der Firma aus Rotkreuz überrascht und hatten bei einer Gesamtofferte von Fr. 2'117'000.- nicht einmal einen Versuch eines Neuanfangs gestartet.
"Wir wollten vermeiden, dass uns unsere Anlagen für wenig Geld vor der Nase weggeschnappt werden" meinte dazu der Patron der Firma Garaventa, der bei der Versteigerung auch zugegen war, "aber wir haben vor, in einen Neuanfang in Carì zu investieren." Betreiben werden die Bahnen wohl andere (und nicht die Firma Garaventa) selbst - womöglich sogar wiederum dieselben Gemeinden.
Iin den TV- und Radiobeiträgen tönt das teilweise nicht ganz so hart: die Gemeinden (als Träger der "Nuova Carì sagl") seien eigentlich froh darüber, dass nun eine solide Firma dahinterstehe. Wer den Betrieb aufrechterhalte, sei noch offen - Garaventa sieht aber keine Probleme, wenn wiederum die Gemeinden dies übernehme; Frapolli werde jedoch keinerlei Rolle mehr spielen.
Und ein paar Gedanken meinerseits dazu:
Der Tenor lautet zwar schon, dass an die Zukunft der Skistation geglaubt wird. Aber war da nicht noch was, dass die obere Sesselbahn (KSB4) noch gar nicht vollständig abbezahlt ist? Ob das eine Hintertür sein könnte, dass sich Garaventa "die Bahn zurückholt" (das wohl schon - die Frage wäre höchstens, ob die Bahn hier bleibt, ob allenfalls Komponenten gegen "weniger kostspielige" getauscht werden und irgendwann auch oben nur noch ein SBK2 oder SBK3 stehen könnte - allenfalls sogar ein Rezyklat, oder ob der alte WSO-Schlepper reaktiviert wird und die Bahn anderswo eine zweite Zukunft bekommt) ... Zu hoffen ist natürlich schon, dass das Skigebiet nicht untergeht; hinter der neuen Aufgleisung stehen nicht von ungefähr auch der Tourismusverband Leventina und mehrere Gemeinden.
Und nochwas: Standortgemeinden sind Campello (untere Sektion und La Pineta) und Calpiogna (obere Sektion(en) und Il Belvedere); diese beiden Gemeinden mit je einer mittleren zweistelligen Anzahl stimmberechtigter Einwohnern hatten vor einigen Jahren eine Fusion mit den umliegenden Gemeinden abgelehnt. Ausser den Bergbahnen, weiteren Restaurants und etwas Berglandwirtschaft bestehen so gut wie keine wirtschaftlichen Einnahmequellen - die Gemeinden sind vom Kanton abhängig. Ohne den Betrieb der Skistation wären die längerfristigen Aussichten zappenduster. Könnte also durchaus sein (und ist zu hoffen), dass das nicht der (weiss ich nicht wievielte) Anfang vom Ende ist.
NB: Campello gehört zu den Gemeinden mit der höchsten Restaurantdichte pro Einwohner in der Schweiz: in Campello selbst sind es drei, in Cari ebenso - und das macht dann gut 1 Restaurant auf 10 Einwohner ...