29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

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Hibbe
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29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Hibbe »

Endlich schaff ichs zeitlich mal hier die ersten Berichte von meinem einwöchigen Urlaub in Bad Hindelang im Oberallgäu reinzustellen.

Vom 23.07. bis zum 30.07. war ich dort mit meinen Großeltern und meiner Mutter im Urlaub. Ich war bei meinen Touren allerdings alleine unterwegs, da niemand sonst konditionell mit mir mithalten kann bzw die Wege laufen würde die ich laufe usw ;-)

Ich fang jetzt direkt mal mit dem Höhepunkt des Urlaubs an. Die anderen Berichte stelle ich ein wenn ich die Zeit und Lust dazu finde.

Tourdaten:


Gipfel:
Kreuzspitze (2367m) und Hochvogel (2594m)

Anfahrt und Aufstieg sowie Abstieg:

Um 06:55 in Bad Hindelang mit dem Bus los nach Hinterstein.
Von Hinterstein mit dem Bus weiter zum Giebelhaus (1060m).
Um 7:30 Uhr am Giebelhaus angekommen und über die Unteres Bargündele (1203m) zum Prinz-Luitpold-Haus (1846m) über die Kreuzspitze (2367m) zum Hochvogel (2591m).
Abstieg über denselben Weg.

Aufstiegszeit bis Gipfel:

3 Stunden und 10 Minuten. (Achtung! Ausgeschildert ist der Weg auf dem Wegweiser am Giebelhaus mit 6 Stunden bzw im Internet manchmal auch mit mehr angegeben)

GPS Track von Sportstracker:
Empfang hatte ich leide erst kurz unterhalb vom Prinz-Luitpold-Haus. Aber da der Rückweg der selbe war kann man den Verlauf trotzdem einigermaßen erkennen.
http://www.sports-tracker.com/#/workout ... 6vgj5q7u38

'Tourbeschreibung
Es war also Freitag. An sich hatte ich vor mit Snowflat hochzugehen aber da ich am Dienstag wo er Zeit gehabt hätte den Klettersteig mit Bergführer machen musste und er Freitag keinen Urlaub nehmen konnte bin ich also alleine los. Die letzte Chance den Hochvogel in Angriff zu nehmen, da es am Samstag bereits wieder zurückgehen sollte. Um 7:30 Uhr war ich mit dem Bus am Gieblhaus auf 1060m angekommen. Früher fährt kein Bus. Und da der letzte um 18:10 Uhr fährt ist es für manch einen auch so wie man hört kaum zu schaffen den Hochvogel an einem Tag zu besteigen. Wenn man den letzten Bus verpasst muss man sonst nochmal die 10km bis nach Hinterstein laufen, da es eine Privatstraße ist. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im Giebelhaus nicht.

Bushaltestelle sowie Wegweiser in Hinterstein. Wer mag kann von hier auch noch zum Giebelhaus in ausgewiesenen 2 1/2 Std. Höhenmeter werden nur ca. 200 gemacht aber dafür 10km durchs Tal.
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Der Wegweiser am Giebelhaus zeigt 6 Stunden an. Also mal sehen wielange ich wohl brauche ;-) Meiner Mutter hatte ich gesagt, dass ich nur bis zum Prinz-Luitpold-Haus gehe wegen dem Wetter. Vorbereitet habe ich mich aber auf den Hochvogel :wink:

Giebelhaus:
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Zunächst geht es über einen geteerten Weg mal ein wenig steiler und mal flacher langsam durch das Bargündeletal bergauf.
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Nach ich glaube 40 Minuten waren es darf man dann die Teerstraße verlassen und links in den Wald abbiegen. Es geht nochmal minimal bergab. Im Tal ist ein netter Bach verbunden mit ein paar Wasserfällen. Generell haben die intensiven Regenfälle der letzten Wochen zuvor die Tour um einiges verschönert.

Bach an der geteerten Straße erinnert schon fast ein wenig an eine kleine Klamm vom Wasser her:
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Sehr sehr sehr sehr schön :) Ab diesem Punkt geht es dann nur noch bergauf.
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An dieser Brücke steht man quasi über einem kleineren aber auch nicht zu kleinem Wasserfall und kann ein paar Meter hinabblicken. Sieht sehr stabil aus das ganze. Darüber ist direkt noch ein kleinerer Wasserfall der wie aus der Wand geschossen kommt.
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Man kommt an der ab 9 Uhr bewirtschafteten Unteres Bärgündele auf 1203m vorbei. Obwohl es heute nicht am regnen ist läuft das Wasser noch immer wie auch die Tage zuvor die Wanderwege runter. Es ist teilweise sehr matschig. Zum Glück ist der Weg aber auch eher aus felsigem Untergrund nachdem man den Wald verlässt.

Unteres Bärgündele:
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Vorbei an weiteren schönen Wasserläufen und Bächen sowie kleineren Wasserfällen schlängelt man sich in Serpentinen hinauf zum Prinz-Luitpold-Haus.
Zunächst hält sich der Nebel etwa auf Der Höhe also auf 1800m. Langsam aber zieht er weiter hinauf. Ein Funken Hoffnung?

Wer es nicht bis auf den Hochvogel mag aber eine sehr sehr schöne Tour sucht ist mit der zum Prinz-Luitpold-Haus aufjedenfall gut bedient. Unglaublich schön die Natur bis dorthin. Allerdings bei schönem Wetter wohl auch sehr überlaufen.

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Man kann das Prinz-Luitpold-Haus bereits links unterhalb vom Wiedemer Kopf erkennen:
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Damit man keine nassen Füsse kriegt:
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Das Giebelhaus rückt bereits in weite Ferne. Ganz unten im Tal erkennt man es:
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Da sah es so aus als könnte das Wetter noch gut werden.
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Am Prinz-Luitpold-Haus auf 1846m angekommen hat man nicht nur bereits die ersten fast 800hm von den etwas über 1500hm hinter sich. Man hat auch laut Wegweiser die Hälfte der Zeit bis zum Gipfel geschafft. 3 Stunden dauert es laut den Schildern bis hierhin. Ich schau auf mein Handy und bin zufrieden :) Weniger als 1 Stunde und 30 Minuten sind seit dem Giebelhaus vergangen. So bin ich es von anderen Touren aber eigentlich auch gewohnt, dass es die Hälfte der Beschilderung bei mir ist.

Unglaublich schöne Lage. Da müsste man wohnen :)
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Auf dem Rückweg war ich am überlegen noch zum Laufbacker Eck zu gehen aber das wäre dann echt heftig geworden und dann hätte meine Mutter mich in Oberstdorf abholen müssen. Naja es reichte auch so.
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Meine erste kurze Pause. Ein Brötchen und ein bisschen zu trinken. Da die Wetterlage leider instabil war und schlechtes Wetter gemeldet war gehts dann aber auch im selben Tempo weiter. Man ist bereits oberhalb der Baumgrenze und man begibt sich in hochalpines Gelände. Ein wenig grün hier und da ist zwischen den Felsen noch vorhanden. Aber das wars dann auch. Die Wasserläufe vollenden die unglaublich schöne Landschaft aber noch einmal :)

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Auf diesen interessanten Felsen wäre ich auch noch gerne geklettert falls das überhaupt möglich ist. Aber den hab ich wegen der Angst vor Regen und dem damit verbundenen Drang nach oben zu kommen gelassen. Auf dem Rückweg hab ichs leider auch nicht mehr angeschaut.
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An einer Abzweigung hat man dann die Wahl. Entweder über die Balkenscharte und den kalten Winkel zum Hochvogel über den schwierigeren Weg zur Kreuzspitze verbunden mit leichter Kletterei den kalten Winkel umgehen und dann zum Hochvogel. Zeitlich tut sich da nicht viel. Da meine Wanderschuhe allerdings nicht für hochalpines Gelände gemacht sind und man mir gesagt hat, dass man wenig halt hat bin ich weil man mir davon abgeraten hat nicht über den kalten Winkel rauf sondern über die Kreuzspitze. Letzendlich hat sich das auch rentiert :)

Nach der Abzweigung läuft man über lockeres kleines Geröll hinauf. Eine Nebelwand zog durch und ab diesem Zeitpunkt wurde die Sicht bis zum Gipfel zunehmend schlechter.

Leider habe ich unterwegs 3 Kreuze gesehen die an Verunglückte dort erinnern. Bei diesem war das Todesdatum im Dezember. Ich denke mal dort hat eine Lawine ein Opfer gefodert. Rechts vom Kreuz geht der weitere Wegverlauf entlang bis man unterhalb des Nebels dann an den mit einem Drahtseil gesicherten Bereich kommt.
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Die Nebelwand zog schneller rein als man denkt:
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Gut durchgeschwitzt und mit pochendem Körper gelangt man an die leichten Kletterstellen zur Kreuzspitze die mit einem Drahtseil im Felsen wie bei einem Klettersteig gesichtert sind. Ohne das Seil wäre ich dort vllt umgekehrt aber das Seil gibt jede Menge Sicherheit und von daher machts auch enormen Spaß, da ich mich bereits an den Vortagen mit dem Salewa Klettersteig in Oberjoch angefreundet habe. Und da dort auch der ganze Körper ein wenig gefordert wird ists wirklich ideal und macht richtig Spaß :)

Yeah! Here we go :)
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Leicht unterhalb vom Gipfel der Kreuzspitze endet das Seil dann und man geht über lockeres Gestein hinab zum kalten Winkel. Nach ein paar Metern ist dann aber nochmal ein Seil in der Wand und auch Trittstufen aus Metall verhelfen einem beim Auf und Abstieg. Macht wirklich unglaublich viel Bock sowas :)

Von der Kreuzspitze aus zeigt sich der Hochvogel noch recht schüchtern. In dem Moment gerade wars noch am besten von der Sicht her:
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Am kalten Winkel darf man erstaunt sein. Vor welchem kalten Winkel wird eigentlich ständig gewarnt? Ich seh ein kleines schmales Altschneefeld, dass an der dicksten Stelle in der Mitte noch so gerade einen Meter hat. Das Fixseil liegt allerdings darunter und lässt sich auch nicht darunterwegkriegen es sei dann man taut den Schnee ab oder buddelt en paar Stunden ;-)
Schneearmer Winter und warmes Frühjahr sind wohl Schuld dran.
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Blickt man an der deutschen Seite durch den kalten Winkel hinab hat man sogar noch ein wenig Sicht. Auf der österreichischen Seite sieht man jedoch nix. Einfach nur dichter Nebel.

Hier war ich dann ganz kurz vorm Umkehren weils mir selbst ein wenig mulmig wurde. Der Nebel wurd dichter und es war auch Regen gemeldet. Und da ich zuvor nie eine derartige Hochtour gemacht habe wärs mir bei Regen zu gefährlich geworden. Zum Glück hat mich dann aber der Berg gerufen und es ging weiter.

Man blickt dann über den kalten Winkel zur Kreuzspitze. Erstaunlich, dass ich da runtergekommen bin :) Sieht nicht wirklich nach einem Weg aus :D
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Den Dienstag zuvor hatte ich den Salewa Klettersteig mit Bergführer machen müssen wegen meiner Mutter und naja. Aufjedenfall hatte ich ihn dann auch gefragt wie es zur Zeit am Hochvogel sieht. Er meinte es hätte am Wochenende stark reingeschneit. Am Samstag hat er es auch versucht ist aber dann umgekehrt weil es stark am schneien war. Ca. 40cm könnte es gehabt haben.

Deshalb begegnen einem dann auf den letzten Höhenmetern zum Gipfel über Fels und Geröll Schneereste vom Wochenende.
Frischer sülziger Schnee :) Anders also wie der harte Schnee im kalten Winkel bzw was da noch so über war.
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Ein kurzer aber atemberaubender und unvergesslicher Blick:
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Wenn man den Wegmarkierungen folgt kommt man auch bei dem Nebel noch ohne große Probleme bis zum Gipfel rauf. Oben angekommen bin ich erstmal glücklich :) Aussicht ist allerdings gleich 0. Grund genug also irgendwann nochmal rauf zu müssen wenns Wetter mitspielt. Ich schau aufs Handy und siehe da. 6 Std ausgeschildert und 3 Std und 10 Minuten gebraucht :) Ich hätte also noch richtig viel Zeit gehabt, um die Aussicht zu geniessen wenns Wetter nur schön gewesen wäre. Dafür war ich aber auch ziemlich gut unterwegs und möchte nochmal erwähnen, dass normalerweise auch mind. 5 Stunden gebraucht werden. Unterschätzt das also bitte nicht, nur weil ich das mit meinen jungen 17 Jahren noch in der Zeit geschafft habe. Kurz ein Foto vom Gipfelkreuz und dem Gipfel selbst.
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Da geht der Bäumenheimer Weg runter nach Österreich. Auf dem Schild links wird sogar nochmal drauf hingewiesen, dass der nur für geübte ist:
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Schnee sollte es zu jeder Jahreszeit geben :)
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Noch einmal der kalte Winkel:
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Abstieg über die Kreuzspitze:
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Und dann auch direkt wieder runter weil es immer dichter wurde und es nach Regen aussah. Der Abstieg blieb trocken. Beim Aufstieg begegnete mir keine Menschenseele. Beim Abstieg dann erst ab dem Prinz-Luitpold-Haus zum Giebelhaus hin ein paar Wanderer die es aber auch wohl nur aufs Prinz-Luitpold-Haus abgesehen haben. Ich war diesen Tag wohl der einzige am Hochvogel. Im Gipfelbuch stand vor mir auch niemand. Und im Schnee waren nur ältere Spuren von Stöckern.

Zum Abschluss noch ein Foto von einer Stütze der Materialseilbahn für das Prinz-Luitpold-Haus:
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Die Vormittagstour war somit beendet ;-) In den 6 Std die man für den Aufstieg sonst brauch war ich bereits oben gewesen und wieder am Giebelhaus angekommen :) Einen Helm gegen Steinschlag hatte ich übrigens auch dabei aber der blieb im Rucksack, da ich eh der einzige war und somit keine Steine losgetreten wurden. Schonmal liest man ja, dass der nicht schlecht ist aber an sich gehts denke generell auch ohne.


So ich hoffe der Bericht gefällt. Ich hab noch ein paar Fotos mehr falls euch was besonderes interessiert vllt hab ichs ja.
Feedback zum Bericht wäre auch ganz nett :)

Edit: Fotos auf 800x600 verkleinert.
Zuletzt geändert von Hibbe am 07.08.2011 - 11:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Chense »

Noch einfacher - Traumfliegertool laden und damit alle auf 800*600 verkleinern lassen und neu hochladen ;) Ansonsten kann auch imageshack oder abload auf wunsch beim hochladen auf 800*600 verkleinern
Erst wenn der letzte SL stillgelegt,
die letzte PB abgebrochen,
und die letzte Piste modelliert ist,
werdet Ihr herausfinden, daß der Skisport tot ist!

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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Pistencruiser »

Erstmal DAnke für deine Mühe.
Wie Chense schon richtig bemerkt hat: Alle Fotos in Traumflieger laden und in einem Rutsch verkleinern, max 1024 X 768 Pixel. Je nach Größe auf
300 - 400 kb downsizen. Bei directupload kannst du jeweils 10 Pix auf einmal uploaden.
So wies jetzt ist, ist der Bericht leider fast unlesbar, mal abgesehen von der Ladezeit.

Wäre Klasse wenn du's noch ändern könntest.
Der Hochvogel interessiert mich doch sehr. :ja:
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Pistencruiser »

Danke fürs neu Einstellen der Bilder. So ist der Bericht auch lesbar!
Glückwunsch zur Besteigung, da hast du ganz schön was geschafft!

Aaaaaaber........!
*Belehrungsmodus an!*
Meiner Mutter hatte ich gesagt, dass ich nur bis zum Prinz-Luitpold-Haus gehe wegen dem Wetter.
Du bist eine anspruchvolle, Dir unbekannte, Bergtour bei nicht unbedingt einfachen Bedingungen alleine gegangen. Zudem hattest du - wie du selbst erwähntest - nicht unbedingt
das optimale Schuhwerk zur Verfügung.
Ich würde so eine Tour - schon gar nicht unter diesen Umständen und Bedingungen - niemals unternehmen, ohne vorher irgendwo meine geplante Route zu hinterlassen.
Gerade auch bei schlechtem Wetter, wenn kaum jemand unterwegs ist. (Was wohl bei den beschriebenen Bedingungen seinen Grund hatte...!)
Das kann unter Umständen lebensrettend sein. Auch ein Handy kann hier keine absolute Sicherheit bieten. Du kannst durchaus auch in Bereiche gelangen in denen du kein Netz bekommst. Abgesehen davon, dass du im Falle einer Verletzung duch einen Sturz evtl. gar nicht mehr die Möglichkeit hast, dich so zu bewegen um an dein Handy zu gelangen. Die Kreuze am Wegesrand stehen nicht ohne Grund dort. Sicherlich waren die dort Verunglückten auch nicht allesamt unerfahrene Berggänger....!

Ich gehe auch oft alleine in die Berge, da es für mich fast die höchste Form des Abschaltens und der Entspannung ist. Jedoch weiß immer jemand über meine geplante Tour bescheid....! Vernünftiges Schuhwerk, welches auch bei kleintrittigen felsigen Abschnitten Sicherheit bietet ist Voraussetzung.
*Belehrungsmodus aus* :wink:
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Hibbe
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Hibbe »

Danke :)

So schlecht ist mein Schuhwerk ja dann doch nicht gewesen ;-) Sind Wanderschuhe ausm Laden hier im Sauerland für 100 Euro. Mich hat man allerdings vor dem kalten Winkel gewarnt, da ich dort mit dem Profil drunter keinen Halt habe. Und deswegen bin ich dem Rat gefolgt den kalten Winkel zu umgehen und lieber die Kreuzspitze zu gehen. Denn da rutsche ich auch nirgends ab und habe genug Halt.
Und meine Mutter hat mir im Nachhinein selbst gesagt, dass sie wusste, dass ich aufn Hochvogel gehe. Und die extakte Route war ihr auch bekannt weil ein paar Tage zuvor stand noch fest, dass der Hochvogel in Angriff genommen wird. An sich hatte ich auch Wochen zuvor bereits Snowflat hier aus dem Forum gefragt ob er mitkommt weils sicherer ist und auch ein bisschen spannender und unterhaltsamer. Allerdings hat leider keinen Urlaub an dem Tag bekommen. Also an sich hab ich deine Punkte schon beachtet nur hats halt nicht so ganz geklappt und der Drang noch hochzukommen war zu groß.
Und um Schuhe werde ich mich auch noch bemühen. 200 Euro ca. kosten gescheihte Schuhe fürs hochalpine Gelände aber das wurde auch zu stressig im Urlaub und zu knapp, weil ich die vorher einlaufen müsste und da sonst aufn Hochvogel wäre zu knapp geworden.

Aber Danke für die gut gemeinten Ratschläge bzw Kritik :D
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GMD
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von GMD »

Wenn man alleine geht, immer jemand über die geplante Tour informieren und sich nach Abschluss derselben bei dieser Person melden! Das ist eine der eisernen Regeln wenn man sich im Gebirge aufhält!
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OliK
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von OliK »

Schwein gehabt, mehr gibts da nicht mehr zu sagen :nein:
Es grüsst der Oli
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starli
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von starli »

Ich hätte wohl eher die doppelte Zeit gebraucht. Also nicht von dir, sondern von der angegebenen. Ich wunder mich doch immer wieder, woher manche Leute diese Kraft und Kondition nehmen.
Spechti
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Spechti »

Meiner Mutter hatte ich gesagt, dass ich nur bis zum Prinz-Luitpold-Haus gehe wegen dem Wetter.
da die Wetterlage leider instabil war und schlechtes Wetter gemeldet
Eine Nebelwand zog durch und ab diesem Zeitpunkt wurde die Sicht bis zum Gipfel zunehmend schlechter.
mit pochendem Körper
war ich dann ganz kurz vorm Umkehren weils mir selbst ein wenig mulmig wurde. Der Nebel wurd dichter und es war auch Regen gemeldet. Und da ich zuvor nie eine derartige Hochtour gemacht habe
In Summe alles sehr gute Zutaten um den Trip zu einem denkbar schlechten Ausgang zu bringen, sei froh das alles gut gegangen ist........

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Hibbe
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Hibbe »

Naja jetzt fangt ihr aber auch langsam an das ganze ein bisschen zu gefährlich zu sehen. Die Sicht betrug trotz Nebel noch immer so um die 50 Meter wie man auf den Fotos erkennt. Der Boden war trocken. Den kalten Winkel bzw das war über war bin ich umgangen. Der Schnee vom Wochenende war sogut wie weg. Die paar Schneereste musste man ja nicht berühren. Meine Kondition war bei weitem ausreichend, sodass ich unterwegs nicht schlapp machen konnte. Die geplante Tour und auch, dass ich über die Kreuzspitze gehen wollte wusste meine Mutter und zudem noch jemand in der Ferienwohnung, die die Tour schon öfter gegangen ist und mir auch vom kalten Winkel abgeraten hatte. Mein Handy hatte ich auch dabei. Klar gabs einige Funklöcher unterwegs aber für eine SMS zwischendurch hätte es immer noch gereicht. Verpflegung war genug dabei. Warme Kleidung.

Und gerade, wenn man soetwas zum ersten mal macht ist man doch sehr vorsichtig. Und so schlimm wie die Tour oft dargestellt wird ist sie auch nicht. Sie macht Spaß und ist was besonderes. Die mit dem Drahtseil gesicherten Stellen zur Kreuzspitze zum Beispiel finde ich so viel sicherer als manch anderen nicht hochalpinen Wanderweg, weil einem nichts passieren kann, wenn man das Seil einfach nie los lässt.

Naja. Ich werde mir aufjedenfall vor meinem nächsten Urlaub bessere Schuhe für hochalpines Gelände zulegen wobei ich meine jetzt auch als ausreichend empfunden habe. Gerutscht bin ich damit nirgends ich hab genug Halt und den kalten Winkel wäre ich damit halt nicht gegangen. Also im Prinzip fällt mir garnichts groß ein, was mir hätte passieren können. Angenommen die Sicht hätte sich drastisch verschelchtert, sodass man nur noch 5 Meter weit gucken kann. Dann hätte ich vllt Probleme bekommen. Allerdings sind die Wegmarkierungen von der Kalten Winkel Scharte bis zum Hochvogel auch in sehr geringen Abständen folgend. Und der restliche Weg ist ja eh recht deutlich zu erkennen und zur Not hätte ich mich bis auf einige Meter evtl noch nach dem GPS Track vom Hinweg orientieren können. Absturzgefahr war sowieso nur im Bereich vom kalten Winkel zum Hochvogel und da war ich vorsichtig genug.

Naja wie dem auch sei. Mir ist nix passiert. Und unterwegs war mir nur mulmig, weil ich nicht wusste wie der Weg zum Hochvogel hin ist. Wärs mir da zu heftig gewesen hätte ich ja umkehren können aber es war weniger schlimm als ich es durch andere Berichte erwartet hätte. Vllt gefällt der Bericht ja trotzdem jemandem. Abgesehen davon, dass ich alleine unterwegs war und keine Schuhe für hochalpines Gelände sondern normale Wanderschuhe hatte.
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von GMD »

Unterschätze nie die Berge, es ist so schnell was passiert! Ein falscher Tritt, ein Ausrutscher oder ganz lapidar ein Leistungseinbruch (auf gut Deutsch du bist am Ende deiner Kräfte bevor du das Ziel erreicht hast.). Auch die Gefahr von Steinschlägen wird gerne mal übersehen. Stell dir vor es kommt ein Stein von oben und haut dich KO. Oder aber er verfehlt dich, doch du erschrickst so sehr, dass du einen Misstritt machst. Dann liegst du, wenn es dumm gelaufen ist schwerverletzt, da und keiner weiss wo du bist. Dummerweise gerade in einem Empfangsloch. Oder das Handy hat den Sturz nicht überstanden, bzw. es ist dir beim Fallen entglitten und auf Nimmerwiedersehen talwärts verschwunden. Du willst doch nicht so enden wie jener Amerikaner, der sich selber amputieren musste, oder?
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von kaldini »

also so langsam finde ich, ihr übertreibt! Klar kann immer was passieren, aber ein gewisses Risiko geht man hier und da halt mal ein. Von der Ausrüstung und was ich zur Vorbereitung nun gelesen habe, war er doch gut dabei! War auch schon öfters alleine mitm Rad in den Bergen unterwegs, klar wenn was passiert könnte es knifflig werden, aber davon muss man ja nicht ausgehen.

@GMD: so langsam kommt es mir vor, als ob Du Dir einen der ausgedienten schweizer Bunker im Gotthardmassiv gekauft hast, da ist man ja sicher vor allen Umwelteinflüssen!
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Spechti »

Hibbe hat geschrieben:Naja jetzt fangt ihr aber auch langsam an das ganze ein bisschen zu gefährlich zu sehen. Die Sicht betrug trotz Nebel noch immer so um die 50 Meter wie man auf den Fotos erkennt. Der Boden war trocken. (...)Die geplante Tour und auch, dass ich über die Kreuzspitze gehen wollte wusste meine Mutter und zudem noch jemand in der Ferienwohnung, die die Tour schon öfter gegangen ist und mir auch vom kalten Winkel abgeraten hatte.
Das was wir hier so deutlich anmerken dient wohl eher dazu Dich für die nächsten Touren zu sensibilisieren, wie oben geschrieben ich denke alle sind froh das Du wieder heil unten bist. Wieviel Glück dabei war können wir wahrlich nicht sagen, evtl siehst Du das wenn Du im Hochalpinen Gelände mal einen Wettersturz erfahren hast der Dich innerhalb von 10 min komplett blind macht hat anders. Da kann ich Dir versichern: Da biste selbst auf 'nem Weg den Du schon 20-30 mal gegangen bist nahezu aufgeschmissen, weil es eben innerhalb kürzester Zeit dermaßen zuzieht das man wahrlich kaum nen Meter weit gucken kann. Da hilft Dir dann u.U. GPS auch nicht mehr viel wenn die gegebene Ungenauigkeit des Systems zuschlägt. Bergtouren sind herrlich, trotz allem hat das Wetter dort immer den letzten Trumpf in der Hand gegen den selbst größte Erfahrung nicht sticht. Die größte Lehre die ein Berg uns geben kann ist auch mal Anerkennend zurückzustecken, dafür werden wir in anderen Momenten am Gipfel dreifach entlohnt.

Wer jetzt von der Tour wusste las sich oben anders, da klang es so als ob im nachhinein alle nur 'vermutet' hätten Du wärst die Tour gegangen.
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Dachstein »

Ich bin auch der festen Überzeugung, dass hier ziemlich übertrieben wird. Das Wetter auf den Fotos schaut recht brauchbar aus. Freilich, eine Nebelbank kann überall reinkommen, nur so wie die Wege da ausgetreten sind bzw. markiert sind, würde ich mir hier nicht mal größere Sorgen machen. Da war ich schon bei viel unbrauchbarerem Wetter unterwegs, und das auf nicht markierten Wegen. Und runtergekommen bin ich immer noch heil (und das hat nichts mit Glück zu tun, sondern mit der entsprechenden Ausstattung).
Die beschriebene Ausrüstung halte ich selber übrigens immer noch für Überdurchschnittlich (wissend, mit was eine gewisser Volksgruppe namens Touristen im Gebirge meist herum latscht). Nebenbei sehe ich auch bei nassem Fels keine wirkliche Gefahr, wenn man genau hinschaut, wo man hin steigt. Eine nasse Wiese ist diesbezüglich viel gefährlicher, weil extrem rutschig.
Ach ja, bevor weg fragt, wie ich auf diese Sachen komme: ich bin Naturwissenschaftler, mein Diplomgebiet liegt in der Höhenlage 2000 bis 2700 Meter und Wege gibt's nur sehr sporadisch. Und ja, auch ich bin bei diesem nennen wir es halbseidenen Wetter unterwegs, und das meist querfedein und meist auch alleine.
Erst vor zwei Wochen musste ich wieder mal Wetterlotterie spielen. Zuerst ab der Hütte Nebel bis zum entsprechenden Punkt, dann Probenentnahme bei Wind und etwas Sonne im Felssturzareal (aktiv), dann bei Sonne Abstieg. Dabei war nix, denn die Steinschlagzeiten lassen sich mit der Temperatur korrelieren, je wärmer es ist, desto mehr kommt runter. Bei kühlen Temperaturen kommt gar nichts. Wenn's länger genebelt hätte, hätte ich noch länger Zeit gehabt. ;)

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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Pistencruiser »

Dachstein hat geschrieben:Ich bin auch der festen Überzeugung, dass hier ziemlich übertrieben wird.(...)
^^ Wenn einem noch nicht so erfahrenen, bergbegeisterten jungen Menschen hier einige gutgemeinteTipps zum Verhalten
beim Bergsport gegeben werden, kann ich darin keine Übertreibung erkennen!
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von GMD »

kaldini hat geschrieben:@GMD: so langsam kommt es mir vor, als ob Du Dir einen der ausgedienten schweizer Bunker im Gotthardmassiv gekauft hast, da ist man ja sicher vor allen Umwelteinflüssen!
Glaube mir, ich weiss was es heisst wochenlang in einem Bunker zu sitzen. Durfte ich im Militärdienst mehrmals mitmachen. Ist nicht lustig!

Keinesfalls wollte ich irgendjemanden die Freude am Bergwandern verderben. Es ist eine der schönsten Freizeit- und Sportbetätigungen die es gibt! Wer mich kennt weiss, wie gerne ich das ebenfalls mache. Aber es ist halt, im wahrsten Sinne des Wortes, kein Bummel durch den Park! In den Bergen lauern Gefahren und diese können auch unerwartet zuschlagen. Man geht also ein gewisses Risiko ein und dessen muss man sich bewusst sein. Dies erlaubt es einem, vorsorgliche Massnahmen zu ergreifen um diese zu mindern, bzw. Schlimmeres abzuwenden falls unglücklicherweise doch was passiert. Was bitte spricht dagegen, jemanden mitzuteilen, welche Wanderung man zu unternehmen gedenkt? Ebenso ist es kein Zeichen der Schwäche, wenn man wegen eines unguten Gefühls, schlechtem Wetter oder sonst einem Grund eine Tour abbricht oder verkürzt, ganz im Gegenteil! Übertriebener Ehrgeiz hat schon zu manchem Unglück geführt!

Wir haben es, meiner Ansicht nach, in diesem Bereich auch wieder mit der schon vielfach erwähnten Vollkaskomentalität zu tun. Aber diese gehört eigentlich beim Wandern spätestens beim Beginn der Tour in den nächsten Abfallkübel entsorgt! Was bei vielen Touristen ebenfalls mitspielt ist die Tatsache, dass sie auf Urlaub sind und das Gefühl haben in Zeitnot zu geraten bei schlechtem Wetter. Sprich sie sind nun mal nur in dieser einen einiges im voraus geplante Zeit in den Bergen. Sie haben gewisse Ziele, Vorhaben etc. die sie nun umsetzen wollen. Erlauben es die Bedingungen nicht, kann Torschlusspanik aufkommen, vor allem wenn sich der Urlaub gegen sein Ende neigt. Natürlich, bei Bergsteigern ist das wohl noch viel ausgeprägter und es ist auch emotional nachvollziehbar: Wer viel Zeit und Geld aufgewendet hat, vielleicht sogar eine längere Anreise in Kauf genommen hat, und dann doch unverrichteter Dinge wieder heimkehren muss, der ist natürlich enttäuscht und frustriert. Das gilt aber auch für das ganz gewöhnliche Bergwandern. Mir ist ebenfalls bewusst, dass ich mich als Alpenlandbewohner in einer priveligierten, komfortablen Situation befinde. Ich kann warten, bis das Wetter es erlaubt. Wobei mir der aktuelle Sommer ehrlich gesagt auch auf die Nerven geht. Aber so ist das halt, das Wetter macht was es will und so kommt es, dass ich bisher erst eine Tour unternommen habe. Ärgerlich, aber halt nicht zu ändern...

@Dachstein: Du hast wohl einen viel grösseren Erfahrungsschatz als viele hier und das auch noch gepaart mit einem entsprechenden Studium. Das hilft natürlich ungemein bei der Lageeinschätzung.
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Dachstein »

Pistencruiser hat geschrieben:
Dachstein hat geschrieben:Ich bin auch der festen Überzeugung, dass hier ziemlich übertrieben wird.(...)
^^ Wenn einem noch nicht so erfahrenen, bergbegeisterten jungen Menschen hier einige gutgemeinteTipps zum Verhalten
beim Bergsport gegeben werden, kann ich darin keine Übertreibung erkennen!
Woraus liest du, dass der entsprechende User unerfahren bzw. nicht so erfahren ist? Ich zumindest nirgends. Nur weil jemand sagt, dass es seine erste derartige Hochtour war, kann man nicht sagen, dass es an Erfahrung gemangelt hätte. Hausverstand reicht im großen und ganzen. Wer über festes Schuhwerk und Bekleidung verfügt (vorhanden, wobei ich genügend Kollegen habe, die das da in Halbschuhen gehen bzw. rennen) entsprechend Kondition und Schwindelfreiheit hat (vorhanden), der kann auch eine derartige Wanderung unternehmen. Bilder vermitteln meist eine krasseren Eindruck als dass es wirklich ist.
Die Wettereinschätzung ist bekanntlich auch nie so ganz objektiv (der eine geht noch, der andere nicht mehr - ich wäre vermutlich, wenn ich mir die Fotos anschaue auch gegangen) und kommt manchmal schlimmer vor als dass es ist. Und das hier ist in meinen Augen auch keine extreme Tour, sondern ein netter Tagesausflug. ;)

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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Pistencruiser »

Hibbe hat geschrieben:Und da ich zuvor nie eine derartige Hochtour gemacht habe...()
Dachstein hat geschrieben: Nur weil jemand sagt, dass es seine erste derartige Hochtour war, kann man nicht sagen, dass es an Erfahrung gemangelt hätte.

Kann man nicht....?
Das wäre dann mal eine ganz neue Definition des Begriffes Erfahrung
Man kann sich vorab Dinge anlesen, sich informieren etc.. Mit Erfahrung hat das gar nichts zu tun.
GMD hat geschrieben: Keinesfalls wollte ich irgendjemanden die Freude am Bergwandern verderben. Es ist eine der schönsten Freizeit- und Sportbetätigungen die es gibt! Wer mich kennt weiss, wie gerne ich das ebenfalls mache. Aber es ist halt, im wahrsten Sinne des Wortes, kein Bummel durch den Park! In den Bergen lauern Gefahren und diese können auch unerwartet zuschlagen. Man geht also ein gewisses Risiko ein und dessen muss man sich bewusst sein. Dies erlaubt es einem, vorsorgliche Massnahmen zu ergreifen um diese zu mindern, bzw. Schlimmeres abzuwenden falls unglücklicherweise doch was passiert. Was bitte spricht dagegen, jemanden mitzuteilen, welche Wanderung man zu unternehmen gedenkt? Ebenso ist es kein Zeichen der Schwäche, wenn man wegen eines unguten Gefühls, schlechtem Wetter oder sonst einem Grund eine Tour abbricht oder verkürzt, ganz im Gegenteil! Übertriebener Ehrgeiz hat schon zu manchem Unglück geführt!

Wir haben es, meiner Ansicht nach, in diesem Bereich auch wieder mit der schon vielfach erwähnten Vollkaskomentalität zu tun. Aber diese gehört eigentlich beim Wandern spätestens beim Beginn der Tour in den nächsten Abfallkübel entsorgt! Was bei vielen Touristen ebenfalls mitspielt ist die Tatsache, dass sie auf Urlaub sind und das Gefühl haben in Zeitnot zu geraten bei schlechtem Wetter. Sprich sie sind nun mal nur in dieser einen einiges im voraus geplante Zeit in den Bergen. Sie haben gewisse Ziele, Vorhaben etc. die sie nun umsetzen wollen. Erlauben es die Bedingungen nicht, kann Torschlusspanik aufkommen, vor allem wenn sich der Urlaub gegen sein Ende neigt. Natürlich, bei Bergsteigern ist das wohl noch viel ausgeprägter und es ist auch emotional nachvollziehbar: Wer viel Zeit und Geld aufgewendet hat, vielleicht sogar eine längere Anreise in Kauf genommen hat, und dann doch unverrichteter Dinge wieder heimkehren muss, der ist natürlich enttäuscht und frustriert. Das gilt aber auch für das ganz gewöhnliche Bergwandern. Mir ist ebenfalls bewusst, dass ich mich als Alpenlandbewohner in einer priveligierten, komfortablen Situation befinde. Ich kann warten, bis das Wetter es erlaubt. Wobei mir der aktuelle Sommer ehrlich gesagt auch auf die Nerven geht. Aber so ist das halt, das Wetter macht was es will und so kommt es, dass ich bisher erst eine Tour unternommen habe. Ärgerlich, aber halt nicht zu ändern...

@Dachstein: Du hast wohl einen viel grösseren Erfahrungsschatz als viele hier und das auch noch gepaart mit einem entsprechenden Studium. Das hilft natürlich ungemein bei der Lageeinschätzung.
^^ Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

@ Hibbe:
Niemand wollte dich hier in irgendeinerform ungerechtfertigt auseinandernnehmen oder belehren bzw. mit dem erhobenen Zeigefinger winken.
Es ging lediglich um ein paar Gedankenanstöße nicht mehr und nicht weniger. Und das du dich durch die Diskussion hier nicht davon abhalten lässt
uns in Form von Berichten an deinen weiteren Bergerlebnissen teilhaben zu lassen.
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Dachstein »

Pistencruiser hat geschrieben:
Hibbe hat geschrieben:Und da ich zuvor nie eine derartige Hochtour gemacht habe...()
Dachstein hat geschrieben: Nur weil jemand sagt, dass es seine erste derartige Hochtour war, kann man nicht sagen, dass es an Erfahrung gemangelt hätte.

Kann man nicht....?
Das wäre dann mal eine ganz neue Definition des Begriffes Erfahrung
Man kann sich vorab Dinge anlesen, sich informieren etc.. Mit Erfahrung hat das gar nichts zu tun.
Doch, weil es beispielsweise möglich ist, seine Körperbeherrschung dermaßen zu trainieren, dass man selbst bei etwas atypischen Gegebenheiten hier kein Problem hat. Gleichgewichtssinn beispielsweise kann man trainieren, genau so die Koordinationsfähigkeiten. Und wenn jemand bereits von vorne herein hier gut aufgestellt ist, dann tut er sich eben hier wesentlich leichter und schafft etwas, wo andere aufgrund fehlender Erfahrung gescheitert wären.

MFG Dachstein
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Pistencruiser »

Dachstein hat geschrieben: Doch, weil es beispielsweise möglich ist, seine Körperbeherrschung dermaßen zu trainieren, dass man selbst bei etwas atypischen Gegebenheiten hier kein Problem hat. Gleichgewichtssinn beispielsweise kann man trainieren, genau so die Koordinationsfähigkeiten. Und wenn jemand bereits von vorne herein hier gut aufgestellt ist, dann tut er sich eben hier wesentlich leichter und schafft etwas, wo andere aufgrund fehlender Erfahrung gescheitert wären.
Schon klar!
Hat sich jemand die o.g. Dinge in anderen Bereichen erworben, ...umso besser. Macht einiges leichter und sicherer.
Mit Erfahrung im eigentlichen Wortsinn hat es dennoch nichts zu tun. In diesem Fall eher mit günstigen individuellen
Vorraussetzungen.

Desweiteren ging es hier auch nicht darum Hibbe etwas auszureden oder sein Vorhaben schlechtzureden, sondern lediglich
darum, auf gewisse Aspekte hinzuweisen. Dies mag der eine für notwendig erachten, der andere halt nicht!
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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Dachstein »

Auf was ich eigentlich raus wollte ist die Tatsache, dass man auch in anderen Bereichen Erfahrung sammeln kann, und diese Erfahrungen dann beim Berggehen anwendet. Trittsicherheit hat meiner Meinung nach einiges mit Erfahrung zu tun (Frage: wo kann ich hinsteigen?). Wettererfahrungen kann man sich beim Segeln aneignen. Konditionserfahrung: wie weit kann ich meinen Körper beansprungen? Oben wurde ja etwas angekreidet, dass der Bergläufer (ich kann's nicht mehr anders sagen ;) ) mit pochendem Körper oben angekommen wäre. Wenn man 1500 Höhenmeter in der Zeit geht, dann ist das beispielsweise normal (ich würde wesentlich länger brauchen).

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Re: 29.07.2011 | Hochvogel über Kreuzspitze ab Giebelhaus

Beitrag von Spechti »

Dachstein hat geschrieben:Oben wurde ja etwas angekreidet, dass der Bergläufer (ich kann's nicht mehr anders sagen ;) ) mit pochendem Körper oben angekommen wäre. Wenn man 1500 Höhenmeter in der Zeit geht, dann ist das beispielsweise normal (ich würde wesentlich länger brauchen).
Ist auch durchaus normal wenn man sich Höhenmeter und die benötigte Zeit ansieht, allerdings geht ein pochender Körper meist einher mit nachlassender Konzentration. Natürlich nicht im hohen 2-stelligen % Bereich aber es kann eben auf die fehlenden % hinauslaufen wenn es um eine nötigen Ausfallschritt o.ä. geht.

Was die Reduzierung des pers. Riskos angeht muss jeder selbst entscheiden ,evtl nimmt Hibbe ja doch einen Teil davon mit auf eine nächste schöne Tour. MÜSSEN tut er es nicht. Sicher ist das hier jeder möchte das alle die in den Berg gehen auch abends wieder daheim sind und mit anderen ihre Erlebnisse teilen können! Wie sie das machen ist jedem selbst überlassen.

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