Vom 23.07. bis zum 30.07. war ich dort mit meinen Großeltern und meiner Mutter im Urlaub. Ich war bei meinen Touren allerdings alleine unterwegs, da niemand sonst konditionell mit mir mithalten kann bzw die Wege laufen würde die ich laufe usw
Ich fang jetzt direkt mal mit dem Höhepunkt des Urlaubs an. Die anderen Berichte stelle ich ein wenn ich die Zeit und Lust dazu finde.
Tourdaten:
Gipfel:
Kreuzspitze (2367m) und Hochvogel (2594m)
Anfahrt und Aufstieg sowie Abstieg:
Um 06:55 in Bad Hindelang mit dem Bus los nach Hinterstein.
Von Hinterstein mit dem Bus weiter zum Giebelhaus (1060m).
Um 7:30 Uhr am Giebelhaus angekommen und über die Unteres Bargündele (1203m) zum Prinz-Luitpold-Haus (1846m) über die Kreuzspitze (2367m) zum Hochvogel (2591m).
Abstieg über denselben Weg.
Aufstiegszeit bis Gipfel:
3 Stunden und 10 Minuten. (Achtung! Ausgeschildert ist der Weg auf dem Wegweiser am Giebelhaus mit 6 Stunden bzw im Internet manchmal auch mit mehr angegeben)
GPS Track von Sportstracker:
Empfang hatte ich leide erst kurz unterhalb vom Prinz-Luitpold-Haus. Aber da der Rückweg der selbe war kann man den Verlauf trotzdem einigermaßen erkennen.
http://www.sports-tracker.com/#/workout ... 6vgj5q7u38
'Tourbeschreibung
Es war also Freitag. An sich hatte ich vor mit Snowflat hochzugehen aber da ich am Dienstag wo er Zeit gehabt hätte den Klettersteig mit Bergführer machen musste und er Freitag keinen Urlaub nehmen konnte bin ich also alleine los. Die letzte Chance den Hochvogel in Angriff zu nehmen, da es am Samstag bereits wieder zurückgehen sollte. Um 7:30 Uhr war ich mit dem Bus am Gieblhaus auf 1060m angekommen. Früher fährt kein Bus. Und da der letzte um 18:10 Uhr fährt ist es für manch einen auch so wie man hört kaum zu schaffen den Hochvogel an einem Tag zu besteigen. Wenn man den letzten Bus verpasst muss man sonst nochmal die 10km bis nach Hinterstein laufen, da es eine Privatstraße ist. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im Giebelhaus nicht.
Bushaltestelle sowie Wegweiser in Hinterstein. Wer mag kann von hier auch noch zum Giebelhaus in ausgewiesenen 2 1/2 Std. Höhenmeter werden nur ca. 200 gemacht aber dafür 10km durchs Tal.
Der Wegweiser am Giebelhaus zeigt 6 Stunden an. Also mal sehen wielange ich wohl brauche
Giebelhaus:
Zunächst geht es über einen geteerten Weg mal ein wenig steiler und mal flacher langsam durch das Bargündeletal bergauf.
Nach ich glaube 40 Minuten waren es darf man dann die Teerstraße verlassen und links in den Wald abbiegen. Es geht nochmal minimal bergab. Im Tal ist ein netter Bach verbunden mit ein paar Wasserfällen. Generell haben die intensiven Regenfälle der letzten Wochen zuvor die Tour um einiges verschönert.
Bach an der geteerten Straße erinnert schon fast ein wenig an eine kleine Klamm vom Wasser her:
Sehr sehr sehr sehr schön
An dieser Brücke steht man quasi über einem kleineren aber auch nicht zu kleinem Wasserfall und kann ein paar Meter hinabblicken. Sieht sehr stabil aus das ganze. Darüber ist direkt noch ein kleinerer Wasserfall der wie aus der Wand geschossen kommt.
Man kommt an der ab 9 Uhr bewirtschafteten Unteres Bärgündele auf 1203m vorbei. Obwohl es heute nicht am regnen ist läuft das Wasser noch immer wie auch die Tage zuvor die Wanderwege runter. Es ist teilweise sehr matschig. Zum Glück ist der Weg aber auch eher aus felsigem Untergrund nachdem man den Wald verlässt.
Unteres Bärgündele:
Vorbei an weiteren schönen Wasserläufen und Bächen sowie kleineren Wasserfällen schlängelt man sich in Serpentinen hinauf zum Prinz-Luitpold-Haus.
Zunächst hält sich der Nebel etwa auf Der Höhe also auf 1800m. Langsam aber zieht er weiter hinauf. Ein Funken Hoffnung?
Wer es nicht bis auf den Hochvogel mag aber eine sehr sehr schöne Tour sucht ist mit der zum Prinz-Luitpold-Haus aufjedenfall gut bedient. Unglaublich schön die Natur bis dorthin. Allerdings bei schönem Wetter wohl auch sehr überlaufen.
Man kann das Prinz-Luitpold-Haus bereits links unterhalb vom Wiedemer Kopf erkennen:
Damit man keine nassen Füsse kriegt:
Das Giebelhaus rückt bereits in weite Ferne. Ganz unten im Tal erkennt man es:
Da sah es so aus als könnte das Wetter noch gut werden.
Am Prinz-Luitpold-Haus auf 1846m angekommen hat man nicht nur bereits die ersten fast 800hm von den etwas über 1500hm hinter sich. Man hat auch laut Wegweiser die Hälfte der Zeit bis zum Gipfel geschafft. 3 Stunden dauert es laut den Schildern bis hierhin. Ich schau auf mein Handy und bin zufrieden
Unglaublich schöne Lage. Da müsste man wohnen
Auf dem Rückweg war ich am überlegen noch zum Laufbacker Eck zu gehen aber das wäre dann echt heftig geworden und dann hätte meine Mutter mich in Oberstdorf abholen müssen. Naja es reichte auch so.
Meine erste kurze Pause. Ein Brötchen und ein bisschen zu trinken. Da die Wetterlage leider instabil war und schlechtes Wetter gemeldet war gehts dann aber auch im selben Tempo weiter. Man ist bereits oberhalb der Baumgrenze und man begibt sich in hochalpines Gelände. Ein wenig grün hier und da ist zwischen den Felsen noch vorhanden. Aber das wars dann auch. Die Wasserläufe vollenden die unglaublich schöne Landschaft aber noch einmal
Auf diesen interessanten Felsen wäre ich auch noch gerne geklettert falls das überhaupt möglich ist. Aber den hab ich wegen der Angst vor Regen und dem damit verbundenen Drang nach oben zu kommen gelassen. Auf dem Rückweg hab ichs leider auch nicht mehr angeschaut.
An einer Abzweigung hat man dann die Wahl. Entweder über die Balkenscharte und den kalten Winkel zum Hochvogel über den schwierigeren Weg zur Kreuzspitze verbunden mit leichter Kletterei den kalten Winkel umgehen und dann zum Hochvogel. Zeitlich tut sich da nicht viel. Da meine Wanderschuhe allerdings nicht für hochalpines Gelände gemacht sind und man mir gesagt hat, dass man wenig halt hat bin ich weil man mir davon abgeraten hat nicht über den kalten Winkel rauf sondern über die Kreuzspitze. Letzendlich hat sich das auch rentiert
Nach der Abzweigung läuft man über lockeres kleines Geröll hinauf. Eine Nebelwand zog durch und ab diesem Zeitpunkt wurde die Sicht bis zum Gipfel zunehmend schlechter.
Leider habe ich unterwegs 3 Kreuze gesehen die an Verunglückte dort erinnern. Bei diesem war das Todesdatum im Dezember. Ich denke mal dort hat eine Lawine ein Opfer gefodert. Rechts vom Kreuz geht der weitere Wegverlauf entlang bis man unterhalb des Nebels dann an den mit einem Drahtseil gesicherten Bereich kommt.
Die Nebelwand zog schneller rein als man denkt:
Gut durchgeschwitzt und mit pochendem Körper gelangt man an die leichten Kletterstellen zur Kreuzspitze die mit einem Drahtseil im Felsen wie bei einem Klettersteig gesichtert sind. Ohne das Seil wäre ich dort vllt umgekehrt aber das Seil gibt jede Menge Sicherheit und von daher machts auch enormen Spaß, da ich mich bereits an den Vortagen mit dem Salewa Klettersteig in Oberjoch angefreundet habe. Und da dort auch der ganze Körper ein wenig gefordert wird ists wirklich ideal und macht richtig Spaß
Yeah! Here we go
Leicht unterhalb vom Gipfel der Kreuzspitze endet das Seil dann und man geht über lockeres Gestein hinab zum kalten Winkel. Nach ein paar Metern ist dann aber nochmal ein Seil in der Wand und auch Trittstufen aus Metall verhelfen einem beim Auf und Abstieg. Macht wirklich unglaublich viel Bock sowas
Von der Kreuzspitze aus zeigt sich der Hochvogel noch recht schüchtern. In dem Moment gerade wars noch am besten von der Sicht her:
Am kalten Winkel darf man erstaunt sein. Vor welchem kalten Winkel wird eigentlich ständig gewarnt? Ich seh ein kleines schmales Altschneefeld, dass an der dicksten Stelle in der Mitte noch so gerade einen Meter hat. Das Fixseil liegt allerdings darunter und lässt sich auch nicht darunterwegkriegen es sei dann man taut den Schnee ab oder buddelt en paar Stunden
Schneearmer Winter und warmes Frühjahr sind wohl Schuld dran.
Blickt man an der deutschen Seite durch den kalten Winkel hinab hat man sogar noch ein wenig Sicht. Auf der österreichischen Seite sieht man jedoch nix. Einfach nur dichter Nebel.
Hier war ich dann ganz kurz vorm Umkehren weils mir selbst ein wenig mulmig wurde. Der Nebel wurd dichter und es war auch Regen gemeldet. Und da ich zuvor nie eine derartige Hochtour gemacht habe wärs mir bei Regen zu gefährlich geworden. Zum Glück hat mich dann aber der Berg gerufen und es ging weiter.
Man blickt dann über den kalten Winkel zur Kreuzspitze. Erstaunlich, dass ich da runtergekommen bin
Den Dienstag zuvor hatte ich den Salewa Klettersteig mit Bergführer machen müssen wegen meiner Mutter und naja. Aufjedenfall hatte ich ihn dann auch gefragt wie es zur Zeit am Hochvogel sieht. Er meinte es hätte am Wochenende stark reingeschneit. Am Samstag hat er es auch versucht ist aber dann umgekehrt weil es stark am schneien war. Ca. 40cm könnte es gehabt haben.
Deshalb begegnen einem dann auf den letzten Höhenmetern zum Gipfel über Fels und Geröll Schneereste vom Wochenende.
Frischer sülziger Schnee
Ein kurzer aber atemberaubender und unvergesslicher Blick:
Wenn man den Wegmarkierungen folgt kommt man auch bei dem Nebel noch ohne große Probleme bis zum Gipfel rauf. Oben angekommen bin ich erstmal glücklich
Da geht der Bäumenheimer Weg runter nach Österreich. Auf dem Schild links wird sogar nochmal drauf hingewiesen, dass der nur für geübte ist:
Schnee sollte es zu jeder Jahreszeit geben
Noch einmal der kalte Winkel:
Abstieg über die Kreuzspitze:
Und dann auch direkt wieder runter weil es immer dichter wurde und es nach Regen aussah. Der Abstieg blieb trocken. Beim Aufstieg begegnete mir keine Menschenseele. Beim Abstieg dann erst ab dem Prinz-Luitpold-Haus zum Giebelhaus hin ein paar Wanderer die es aber auch wohl nur aufs Prinz-Luitpold-Haus abgesehen haben. Ich war diesen Tag wohl der einzige am Hochvogel. Im Gipfelbuch stand vor mir auch niemand. Und im Schnee waren nur ältere Spuren von Stöckern.
Zum Abschluss noch ein Foto von einer Stütze der Materialseilbahn für das Prinz-Luitpold-Haus:
Die Vormittagstour war somit beendet
So ich hoffe der Bericht gefällt. Ich hab noch ein paar Fotos mehr falls euch was besonderes interessiert vllt hab ichs ja.
Feedback zum Bericht wäre auch ganz nett
Edit: Fotos auf 800x600 verkleinert.