Nach der Radtour über die Seiseralm (Bericht folgt noch) stand bei mir noch der neue Klettersteig vom Langental hinauf auf die Steviahütte auf dem Programm.
Bereits am Vortag habe ich mir den Einstieg in den Steig angeschaut, wirklich angeschrieben ist er ja nicht, die Beschilderung ist sehr italienisch, d.h. nicht vorhanden.
Hier noch der Link zu bergsteigen.at, dort sind die meisten Klettersteige sehr übersichtlich beschrieben: Sandro Pertini Klettersteig, Topo-Karte
Der Klettersteig ist mit der Schwierigkeit C/D nicht ganz so einfach wie der Oskar-Schuster-Klettersteig auf dem Plattkofel den wir am Vortag gemacht haben, aber eine wirklich heikle Stelle konnte ich jetzt nicht außmachen.
Dadurch dass die Schlüsselstellen im oberen Bereich sind und nicht gleich am Anfang hat man immer die Möglichkeit wieder umzukehren.
Das ist z.B. beim Cesare Piazetta Klettersteig auf den Piz Boe fast unmöglich, da hier die sehr glatte und steile Einstiegswand gleichzeitig eine der Schlüsselstellen ist und Absteigen wesentlich schwieriger ist als aufsteigen.
Nun aber endlich zu den Bildern:
Gerade mal 5 Minuten entfernt von unserer Unterkunft habe ich dieses Bild auf dem Weg ins Langental aufgenommen.
Der Klettersteig "Sandro pertini" führ auf die von hier aus gesehene zweite Felswand.
Am Beginn des Langentals, die Völkerwanderung ist voll in Gang, aber ich gehe genau in die Gegenrichtung!
Da gehts gleich Hinauf, sehr beeindrucken von unten. Und ich sehe keine Menschenseele im ganzen Klettersteig, ich habe die Wand also wohl für mich!
Zoom hinauf zur Brücke, die Vorfreude wird immer größer!
Rechts in dem Einschnitt geht eine Materialseilbahn hinauf zur Steviahütte, der Steig beginnt etwas versteckt hinter dem Baum direkt am Wandfuß.
Der untere Abschnitt ist eher einfach, ist sehr vorteilhaft wenn man umkehren muss.
Man gewinnt sehr sehr schnell an Höhe. Der Klettersteig ist meist herrlich ausgesetzt, mit viel Luft unter den Füßen.
Der Wald im Langental wird immer "spitzer". Der Klettersteig ist noch relativ neu und die Seilanlage dementsprechend perfekt.
Interessante Passagen, wo man sich aufgrund der niedrigen Seilfügrung etwas von der Wand weg hängen lassen muss.
Dahinter dominiert der Langkofel.
Mitten in der Felswand gibt es mal ein kleines Wäldchen mit Rastplatz, einige Meter sind hier ohne Sicherung zu gehen.
Idyllisch hier oben, dahinter das Langental
Der zweite Teil beginnt mit leichten Blöcken, einfach zu schaffen.
Das Panorama hier oben ist schon in der Hälfte der Wand gewaltig, von den Cirspitzen über den mächtigen Sellastock bis zum Langkofelmasiv
Zwischen den Felsen wachsen hier oben die Edelweiße.
Im 2. Teil geht es schon eher zur Sache, teilweise ist der Fels recht glatt, sehr interessant!
Oberhalb dieser tollen Kletterstelle habe ich ein Hochformat-Panorama gemacht, mittlerweile hat man eine Höhe erreicht in der man die Gipfel und den Talboden nicht mehr auf ein einziges Foto bekommt!
Blick zum Sellajoch
Oberhalb ist die Brücke und der Schlussteil erkennbar, die Erbauer dieses Klettersteiges haben wirklich eine tolle Linienführung ausgesucht.
Brücke im Hochformat-Panorama
Und nochmal von oben weil es grad so schön ist, anspruchsvoll ist diese Passage ja nicht.
Hier wartet die Schlüsselstelle, das Seil wurde so geschickt positioniert dass man es fast nicht zu Hilfe nehmen kann und wirklich am Fels "arbeiten" muss.
Solche Stellen machen eine Klettersteig ja erst interessant.
Weiter oben ist eine weitere Leiter als hilfe verbaut, sonst währe der Steig an dieser Stelle überhängend.
Natürlich wird man immer von diesem gewaltigen Tiefblick begleitet.
Hier hat man es fast geschafft, aber die Stelle ist sehr ausgesetzt an der Wand.
Hier oben läd ein luftiges Bänklein mit Blick ins Langental zum Rasten ein.
Natürlich darf ein Eintrag im Wandbuch nicht fehlen, manche Einträge sind wohl mit etwas zittriger Hand geschrieben worden.
Und hier endet das Vergnügen nach ca. 1h 20min leider schon wieder
Noch ein Blick ins Tal hinunter, da darf man dann anschließend wieder hinunter latschen.
Hier oben herrscht ein krasser Gegensatz, von flachen Almwiesen mit Kühen geht es auf einen Schlag über 400m senkrecht ins Tal.
Über diese hübsche Wiese führt der Weg hinauf zur Stevia Hütte.
Die Schafe hier interessiert das Panorama auf die Sellagruppe wohl eher nicht.
Über diesen Weg bin ich gekommen, ist mir beim Drüberlaufen gar nicht aufgefallen dass diese Wiese einen Keller hat.
Weg zurück nach Wolkenstein, der obere ist nur was für Feiglinge.
Beieindruckend, da ist ein gewaltiges windloch unter dem Weg vom Klettersteigende herauf.
Blick auf Wolkenstein hinab
Auch der Abstieg führt nahe an den Felsen ins Tal.
Am Weg zurück nach Wolkenstein, der Langkofel grüßt durch die Baumkronen.
Ich hoffe ihr habt jetzt einen Eindruck von dem wirklich tollen Klettersteig, sollte es mich im wieder einmal in die Gegend verschlagen steht der Steig sicher wieder ganz oben auf der To-Do liste!