[to be continued]
Berliner Hütte [August 2011]
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Berliner Hütte [August 2011]
Skitage 15/16: 22 ..... 5x Hochkönig, 3x Werfenweng, 2x Saalbach, 2x Skiwelt, 1x Kitzsteinhorn, 1x Wagrain/Alpendorf, 1x 4 Berge, 1x Bad Gastein, 1x Obertauern, 1x Winklmoosalm/Steinplatte, 1x Kitzbühel, 1x Zauchensee, 1x Sportgastein, 0,5x Dachstein West, 0,5x Flachauwinkl/Kleinarl
Sommer 2015: 24 x Bergsteigen .. u.a. 8x Tien Shan, 6x Koralpe, 3x Rätikon, 3x Watzmann, 2x Tennengebirge
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- philipp23
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Re: Berliner Hütte [August 2011]
Der Sommer im Jahre 2011 gehört bekanntlich nicht zu den besten, daher müssen die wenigen Schönwettertage optimal genutzt werden. Die (gefühltermaßen) erste stabile Hochdrucklage seit Wochen oder gar Monaten nutzen wir daher für einen Kurztrip ins Zillertal.
Das hintere Zillertal unterscheidet sich gravierend vom weithin bekannten breiten, zersiedelten Talboden unterhalb von Mayrhofen. Die breiten Wiesen und Touristenhochburgen treten zurück, es gibt ein enges Tal mit steil abfallenden Hängen und einen verschlafenen kleinen Ort, Ginzling. Auch wenn das Einsamkeit suchende Bergsteigerherz hier immer noch weit entfernt vom Ziel der Träume ist, so hat das hintere Zillertal doch einiges zu bieten.
Wir versuchen unser Glück auf der Berliner Hütte, einer der größten Hütten des Alpenvereins mitten in den Zillertaler Alpen und eine Station des viel begangenen Berliner Höhenwegs.
Der Zustieg erfolgt in etwa drei Stunden vom Gasthof Breitlahner einige Kilometer hinter Ginzling an der Straße zum Schlegeisspeicher kurz vor der Mautstelle. Bis zur Alpenrose führt der Weg zunächste flach, später in Serpentinen als breite Fahrstraße; etwas monoton zu gehen, aber landschaftlich reizvoll. Die Blicke werden stetig besser, die Wiesen werden von Wasserfällen abgelöst, die wiederum dem Blick Richtung Gletscher weichen. Das letzte Stück zur Hütte führt auf einem Steig durch Latschengelände.







Das an sich durchaus monotone Gelände mit vielen Schotterhalden lebt vor allem vom Wasser, das der ständige Begleiter ist. Die Abflüsse der Gletscher stürzen sich in tosenden Bächen den Berg hinab, der Gletscher selbst glänzt nicht mehr ganz so weiß, strahlt aber dennoch eine gewisse Macht aus.
Die Berliner Hütte wurde von der AV Sektion Berlin bereits im 19. Jahrhundert errichtet und seitdem mehrmals erweitert. Heute gehört sie mit ca. 180 Betten/Lagern zu den größten AV-Hütten. Die Hütte selbst erinnert weniger an herkömmlichen Hütten, ist der Gastraum mit seinen 5 m Raumhöhe eher ein Speisesaal und das Treppenhaus erinnert an eine herrschaftliche Villa.
Die Aussicht von der Hütte wird durch die umlaufende Bergkette und deren Gletscher geprägt, davor präsentieren sich noch einige „Vorgipfel“.

Die meisten der Gäste sind auf dem Berliner Höhenweg unterwegs, der einmal quer durch die Zillertaler Alpen führt und für den eine gute Woche zu veranschlagen ist. Der Höhenweg gehört sicherlich zu den bekannten, aber auch schönen seiner Zunft.





Nach dem Zustieg und einer Rast erkunden wir noch die nähere Umgebung der Hütte, um uns dann den Plan für die anderen beiden Tage zu Recht zu legen. Als Mehrtagesgäste sind wir wegen des oben erwähnten Höhenwegs in der Minderheit.



So halbwegs ausgeschlafen treten wir am nächsten Morgen unser Tagesprogramm an: vormittags geht es auf den eher unscheinbaren Gipfel der Hornspitze (ein vorgelagerter und wenig begangener Gipfel am Grat zur Berliner Spitze), nachmittags zum schön gelegenen Schwarzsee.



Der Aufstieg zur Hornspitze ist zunächst bestens frisch markiert, und führt in stetiger Kraxelei durch Blockgestein, Schotterhalten den Berg hinauf. Man braucht die Hände, eine Stelle ist seilversichert, aber wirklich schwierig ist das nicht. Ab dem Abzweiger zum Gipfel wird es etwas interessanter, da die Markierungen nur noch seeehr spärlich und verblasst vorhanden sind. Ein paar wenige Stoamandl überstützen sie, ein guter Orientierungssinn schadet aber genauso wenig wie Trittsicherheit.










Auch wenn die große Fernsicht fehlt, wird man mit einer tollen Aussicht über den Bergkessel belohnt. Die Berliner Spitze thront über der Grenze zu Italien, die Berliner Hütte liegt tief unten. Hier oben herrscht die pure Einsamkeit, der ganzen Wanderung über sind wir niemanden begegnet, den Gipfel teilen wir uns nur mit ein paar Bienen. Wir machen Brotzeit und lassen die Natur auf uns wirken. Hier oben hat sie diese Ruhe, Ausstrahlung und entspannende Wirkung, wegen der ich in die Berge gehe.





Nach ausführlicher Rast treten wir wieder den Abstieg zur Berliner Hütte an, der wesentlich einfacher von statten geht wie der Anstieg. Nach einer kurzen Rast auf der Hüttenterrasse wandern wir noch zum Schwarzsee, einem sehr reizvoll gelegenen See entlang des Berliner Höhenweges.






Die Füße kurz im eiskalten Wasser abgekühlt, genießen wir das Wasser. Wasser im Gebirge stellt für mich so ziemlich das reizvollste Bergerlebnis dar.
Den Abend verbringen wir in interessantem Gespräch mit einem (zufällig) getroffenen Professor meiner Fakultät, der uns einiges über die Geologie der Gegend und sonstige Themen erzählt.

Am nächsten Morgen drehen wir vor dem Abstieg ins Tal noch eine kleine Runde um eine Klamm Nähe der Hütte, ein (dank des Wassers) extrem reizvolles Unternehmen. Dazu noch das Licht des frühen Morgens, so in etwa stelle ich mir das Paradies vor.







Leider geht der Kurzurlaub viel zu schnell vorbei, aber dennoch konnten wir unsere Batterien wieder für die kommenden Tage aufladen. Wiederholung willkommen!





Das hintere Zillertal unterscheidet sich gravierend vom weithin bekannten breiten, zersiedelten Talboden unterhalb von Mayrhofen. Die breiten Wiesen und Touristenhochburgen treten zurück, es gibt ein enges Tal mit steil abfallenden Hängen und einen verschlafenen kleinen Ort, Ginzling. Auch wenn das Einsamkeit suchende Bergsteigerherz hier immer noch weit entfernt vom Ziel der Träume ist, so hat das hintere Zillertal doch einiges zu bieten.
Wir versuchen unser Glück auf der Berliner Hütte, einer der größten Hütten des Alpenvereins mitten in den Zillertaler Alpen und eine Station des viel begangenen Berliner Höhenwegs.
Der Zustieg erfolgt in etwa drei Stunden vom Gasthof Breitlahner einige Kilometer hinter Ginzling an der Straße zum Schlegeisspeicher kurz vor der Mautstelle. Bis zur Alpenrose führt der Weg zunächste flach, später in Serpentinen als breite Fahrstraße; etwas monoton zu gehen, aber landschaftlich reizvoll. Die Blicke werden stetig besser, die Wiesen werden von Wasserfällen abgelöst, die wiederum dem Blick Richtung Gletscher weichen. Das letzte Stück zur Hütte führt auf einem Steig durch Latschengelände.
Das an sich durchaus monotone Gelände mit vielen Schotterhalden lebt vor allem vom Wasser, das der ständige Begleiter ist. Die Abflüsse der Gletscher stürzen sich in tosenden Bächen den Berg hinab, der Gletscher selbst glänzt nicht mehr ganz so weiß, strahlt aber dennoch eine gewisse Macht aus.
Die Berliner Hütte wurde von der AV Sektion Berlin bereits im 19. Jahrhundert errichtet und seitdem mehrmals erweitert. Heute gehört sie mit ca. 180 Betten/Lagern zu den größten AV-Hütten. Die Hütte selbst erinnert weniger an herkömmlichen Hütten, ist der Gastraum mit seinen 5 m Raumhöhe eher ein Speisesaal und das Treppenhaus erinnert an eine herrschaftliche Villa.
Die Aussicht von der Hütte wird durch die umlaufende Bergkette und deren Gletscher geprägt, davor präsentieren sich noch einige „Vorgipfel“.
Die meisten der Gäste sind auf dem Berliner Höhenweg unterwegs, der einmal quer durch die Zillertaler Alpen führt und für den eine gute Woche zu veranschlagen ist. Der Höhenweg gehört sicherlich zu den bekannten, aber auch schönen seiner Zunft.
Nach dem Zustieg und einer Rast erkunden wir noch die nähere Umgebung der Hütte, um uns dann den Plan für die anderen beiden Tage zu Recht zu legen. Als Mehrtagesgäste sind wir wegen des oben erwähnten Höhenwegs in der Minderheit.
So halbwegs ausgeschlafen treten wir am nächsten Morgen unser Tagesprogramm an: vormittags geht es auf den eher unscheinbaren Gipfel der Hornspitze (ein vorgelagerter und wenig begangener Gipfel am Grat zur Berliner Spitze), nachmittags zum schön gelegenen Schwarzsee.
Der Aufstieg zur Hornspitze ist zunächst bestens frisch markiert, und führt in stetiger Kraxelei durch Blockgestein, Schotterhalten den Berg hinauf. Man braucht die Hände, eine Stelle ist seilversichert, aber wirklich schwierig ist das nicht. Ab dem Abzweiger zum Gipfel wird es etwas interessanter, da die Markierungen nur noch seeehr spärlich und verblasst vorhanden sind. Ein paar wenige Stoamandl überstützen sie, ein guter Orientierungssinn schadet aber genauso wenig wie Trittsicherheit.
Auch wenn die große Fernsicht fehlt, wird man mit einer tollen Aussicht über den Bergkessel belohnt. Die Berliner Spitze thront über der Grenze zu Italien, die Berliner Hütte liegt tief unten. Hier oben herrscht die pure Einsamkeit, der ganzen Wanderung über sind wir niemanden begegnet, den Gipfel teilen wir uns nur mit ein paar Bienen. Wir machen Brotzeit und lassen die Natur auf uns wirken. Hier oben hat sie diese Ruhe, Ausstrahlung und entspannende Wirkung, wegen der ich in die Berge gehe.
Nach ausführlicher Rast treten wir wieder den Abstieg zur Berliner Hütte an, der wesentlich einfacher von statten geht wie der Anstieg. Nach einer kurzen Rast auf der Hüttenterrasse wandern wir noch zum Schwarzsee, einem sehr reizvoll gelegenen See entlang des Berliner Höhenweges.
Die Füße kurz im eiskalten Wasser abgekühlt, genießen wir das Wasser. Wasser im Gebirge stellt für mich so ziemlich das reizvollste Bergerlebnis dar.
Den Abend verbringen wir in interessantem Gespräch mit einem (zufällig) getroffenen Professor meiner Fakultät, der uns einiges über die Geologie der Gegend und sonstige Themen erzählt.
Am nächsten Morgen drehen wir vor dem Abstieg ins Tal noch eine kleine Runde um eine Klamm Nähe der Hütte, ein (dank des Wassers) extrem reizvolles Unternehmen. Dazu noch das Licht des frühen Morgens, so in etwa stelle ich mir das Paradies vor.
Leider geht der Kurzurlaub viel zu schnell vorbei, aber dennoch konnten wir unsere Batterien wieder für die kommenden Tage aufladen. Wiederholung willkommen!
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Re: Berliner Hütte [August 2011]
Gefällt mir sehr gut.
Im Hinblick aufs Bergwandern habe ich mich noch nicht viel mit dem Zillertal beschäftigt, daher vielen Dank.
Sieht lohnenswert aus. Wüsste man es nicht, käme ich nicht auf den Gedanken mit solchen Bildern das Zillertal
zu verbinden.
Im Hinblick aufs Bergwandern habe ich mich noch nicht viel mit dem Zillertal beschäftigt, daher vielen Dank.
Sieht lohnenswert aus. Wüsste man es nicht, käme ich nicht auf den Gedanken mit solchen Bildern das Zillertal
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Die einen kennen mich — die anderen können mich...!
Konrad Adenauer
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