Die Wettervorhersage mag völlig daneben liegen, der Regen kommt dann aber dennoch früher oder später. Früher fiel in diesem Fall erfreulicherweise nicht auf den samstäglichen Besuch auf der Winklmoosalm und dem Predigtstuhl, später dafür dann auf die beiden Folgetage. Auch wenn diesmal mehr Tage in Bayern gebucht waren, die Zeit war dennoch begrenzt und das Programm straff. Manch einer mag sich im Urlaub am besten erholen, indem er tagelang nichts tut, ein anderer hingegen möchte möglichst jeden Tag für Aktivitäten nutzen, denen er in seinem Heimatort nicht nachkommen kann.
Nachdem also der Sonntag programmmäßig (man beachte die 3 m's) ins Wasser gefallen war, sollte der Montag in jedem Fall zumindest für einige wenige Stationen genutzt werden. Angesagt war ganztägiger Regenfall... Wie gut, dass bei derartigem Sauwetter Kabinenbahnen verkehren, so wurde nach kurzem Kontrollanruf bzgl. des Betriebes (man lernt ja dazu!) an der Untersbergbahn bei Salzburg und der Obersalzbergbahn in Berchtesgaden entschieden diese beiden Ziele anzufahren.
Jeder, der in der Gegend schonmal unterwegs war wird nachvollziehen können, dass die Anfahrt über die verregnete A8 Richtung Salzburg alles andere als erfreulich war. Ohne große Vorkommnisse wurde die Talstation der Untersbergbahn dann schließlich um 2 Minuten vor 12 erreicht. Da die Bahn halbstündlich fährt ging es direkt zur Kasse, an der Studenten einen großzügigen Nachlass von 4,50€ erhalten, an der Predigtstuhlbahn waren es lediglich 0,50€ ... Überhaupt habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Ösis, wenn sie Studentenrabatte anbieten, im Vergleich zu ihren deutschen Nachbarn doch sehr entgegenkommend sind! So hat man sich mancherorts nach 3 ermäßigten Tageskarten den vierten Tag schon fast zusammengespart!
An der Kasse gab man uns, wie bereits am Telefon, die freundliche Auskunft, dass oben am Berg Nebel und Regenfall herrsche. Hier wird dem Tourist also nicht die Katze im Sack verkauft (wobei das Sauwetter vor Ort auch schlecht hätte verschwiegen werden können
Mit uns fuhren 2 sommerlich-leicht bekleidete Touristen (evtl. aus Indien?), die sich später nur kurz für 2 Fotos aus dem Bergstationsgebäude rauswagten und ein Großvater mit seinen 2 Enkelkindern nach oben. Letztere nutzten den Platz, den so eine leere 50er PB-Kabine bietet voll aus und rannten lauthals von einem Ende der Gondel zum nächsten... Ich versuchte derweil einigermaßen brauchbare Fotos zu schießen, was aufgrund der verregneten und verschlossenen Scheiben und durch den Nebel/Wolken verunmöglicht wurde:
^Blick auf das erste Spannfeld, durch die Wolken sind keine der zwei Stützen oder gar die Bergstation zu sehen...^
^Für 2 Bilder hat die Zeit gelangt, danach ging es direkt nach oben. Was man in 2 Minuten so alles schaffen kann
^Leider sehen alle Fotos der Bergfahrt so aus...^
^Blick grob Richtung Berchtesgaden, auch dort war also keine Besserung zu erwarten.^
^Den Blick nach hinten störten nur wenige Regentropfen auf der Scheibe, klasse...^
^Einer der Wasserfälle unterhalb der Strecke.^
^Und schwubs war auch schon die erste Stütze passiert, durch das Krakehlen der Kinder und den Nebel fast verpasst.^
^Blick zurück auf die erste Stütze. Wie in so einem Fall üblich, versucht man natürlich dennoch seinen Bericht als ganz nett zu verkaufen, indem man das Wetter als stimmungsvoll oder die Nebelfahrt als auch sehr interessant beschreibt. Tatsächlich hat eine PB-Fahrt durch dichten Nebel wirklich etwas beeindruckendes, man schwebt einfach so in das Nichts hinein.^
^Stütze 2 war auch kaum auszumachen.^
^Wenige Meter vor der Bergstation begann der Nebel sich dann etwas zu lichten, es wurde kalt und der Regen hielt weiter an.^
^Stimmungsvolles Bild der Stationsausfahrt!^
^Laufwerk, leicht unscharf.^
^Die PB wurde 1961 von Pohlig (u.a.) erbaut, zugegeben auch ein kleiner Grund für den Besuch.^
^Wie zu erwarten gewesen (ich will mich ja nicht beschweren!), war das Touri-Sonnenschein-Panorama an der Bergstation nicht vorhanden, kalt wars dafür aber!^
^Unterhalb der Bergstation befindet sich das Zeppezauerhaus, zu dem eine kleine MSB führt. Was genau sieht man im Vordergrund? Befindet sich in dem kleinen Hüttchen links die "Umlenkung" (wie nennt man das bei einer PB) der PB?^
^Sauwetterausblick und Stütze der MSB.^
^Die Bergstation von hinten mit der Bullygarage rechts.^
^MSB^
MSB zum Zeppezauerhaus. Mensch, von da nen alter DM Gitterportalmastenlift hoch, das wärs doch!^
^Strecke der MSB. Den SL könnt man unten direkt am Abgrund starten lassen, der Liftler hätte ein tolles Pano
^Auf dem Grat hinter der Bergstation verläuft der Wanderweg. Toll war, dass sich der Nebel genau auf der linken Seite des Grats hielt und man so genau an seiner Grenze entlang lief!^
^Hier findet sich wahrscheinlich der Hinweis, warum man das Gelände hier oben nie weiter lifttechnisch erschlossen hat. Es gibt hier oben halt keinen "Winterraum", d.h., dass es hier oben einfach nicht schneit
^Auf einmal stand der Wumpoldinger auf dem Weg
^Viel kleines Getier am Wegesrand, Obacht bei jedem Schritt war geboten.^
^Nebel links des Grats, ein Ausflug bei so einem Wetter lohnt sich durchaus (wenn man entsprechend gekleidet ist)!^
^Blick zurück: der Berg hielt dem Nebel stand!^
^Auf der anderen Seite waren nur Regenwolken zu sehen (jetzt keine Diskussion anfangen, dass Regenwolken auch Nebel sind oder was weiss ich).^
^Kurz wurde überlegt, ob die kleine Wanderung weiter gehen sollte. Die Argumente für eine Rückkehr zur PB wurden für als überzeugender befunden und so ging es zurück. Links hinter den Nebelschwaden waren ein paar Gämse oder Steinböcke (?) unterwegs, auf dem Bild sind sie grob auszumachen. Auch müsste hier irgendwo die Skiabfahrt beginnen.^
^Allein die Kraft des Kreuzes vermochte dem Nebel standzuhalten... Zugegeben, etwas pathetisch...^
^Hier versuchte ich mich an einer Bilderserie, den Abflug der Vögel hab ich aber nicht gut draufbekommen.^
^Links die Bergstation und rechts wohl ein gescheiterter Nachbau eines Flakbunkers, wie man sie noch in Berlin oder Hamburg findet. Hässlich!^
^Am Kreuz grüßt der Charme des (langen) 19. Jahrhunderts
^Zurück in der Bergstation. Etwa eine Std. nach der Auffahrt ging es wieder zurück ins Tal. Der Mitarbeiter in der Gondel machte mit uns seine letzte Fahrt, bevor es für ihn in den Urlaub ging. Entsprechend gut war die Stimmung
^Nach der Bergstation gings direkt wieder in den Nebel.^
^Dieser verzog sich nach kurzer Zeit aber wieder und der Blick auf das Spannfeld bis zur Stütze 2 wurde frei.^
^Stütze 1 dann wieder im Nebel.^
^Gegenkabine, etwas zu spät erwischt.^
^Es regnete nach wie vor, an eine Fahrt mit dem Zinkenlift in Hallein (DSB) war also nicht zu denken.^
^Kurz vor der Talstation, die Laune des Mitarbeiters steigerte sich mit jedem Meter
^Übersicht der Piste im Winter. Irgendwo an der Talstation wurde diese auch sehr sympathisch beworben, etwa "Modellierte Pistenautobahnen werden Sie am Untersberg vergeblich suchen..."
^Seitenansicht Talstation. Was hat es mit dem Rotschopf auf sich?^
Von der Talstation der Untersbergbahn ist es nur ein Katzensprung nach Berchtesgaden und zu der dortigen Obersalzbergbahn. Nur um sicher zu gehen erkundigte ich mich erneut telefonisch nach der aktuellen Betriebslage und erhiehlt die Auskunft, dass die Bahn halbstündlich, aber auch bei Bedarf führe. Einen Hinweis zum schlechten Wetter erhielt ich ebenfalls. Eigentlich sollte es auf dem Weg nach Berchtesgaden noch einen Abstecher über die Panoramastraße am Roßfeld geben, was aufgrund des Wetters aber leider verworfen wurde... So ging es direkt zur Obersalzbergbahn. Unzählige Male bin ich an ihr vorbeigefahren und irgendwie hat es nie für eine Mitfahrt gereicht. Einen Parkplatz im sonst so überfüllten Berchtesgaden fand ich direkt gegenüber der Talstation, das Beste war, dass mich die 2 Std. Parkschein nur 20 Cent gekostet haben!!
^Die unscheinbare Talstation direkt neben der Hauptstraße. Allein durch die roten Gondeln fällt die Bahn ins Auge. Sogar so eine altmodische Telefonzelle gibt es hier noch! Früher gabs die alle vier Straßen und heute ist man vielerorts ohne Mobilfunktelefon aufgeschmissen, wenn man sich mal schnell ne Pizza an die Bushaltestelle bestellen will...^
^Wanderpanorama, ganz rechts die Jennerbahn und unten in Bildmitte die Obersalzbergbahn.^
^Die entsprechende Legende dazu.^
^Einstiegsbereich. Ich erkundigte mich beim Mitarbeiter nach den Abfahrtszeiten und ich bekam als Antwort, dass wir direkt nach Kauf der Tickets nach oben fahren könnten. Gleiches gelte für die Talfahrt. Sehr flexibel, sehr praktisch und sehr kundenfreundlich!^
^Blick zurück auf die Talstation. In jede der Kabinen passen 4 Personen, etwa auf Hälfte der Strecke gibt es eine Umsteigestation. Die Bahn funktioniert als Gruppenpendelbahn. Erbaut wurde sie 1950 (!) von Voggenreiter, dürfte mittlerweile aber modernisiert worden sein. Gibt es von diesem Hersteller noch weitere Anlagen?^
^Die Gegenkabinen^
^Stütze 2, schaut fast aus wie ein Strommast.^
^Strecke kurz vor der Umsteigestation.^
^Mittelstation / Umsteigestation. Diese ist unbesetzt aber videoüberwacht. Sehr cool das ganze, wenn man das Ticket bis ganz oben gelöst hat steigt man hier selbständig von der einen Seite in die andere. Wenn man sonst nur "Unbeaufsichtigstes Ein- Aussteigen verboten" gewohnt ist, ist dies mal eine willkommene und fast spannende Erfahrung!^
^Big Liftler is watching you - ganz unbeaufsichtigt ist man also natürlich nicht.^
^Nach dem Umstieg in die bergfahrenden Kabinen.^
^Nach der Mittelstation / Umsteigestation geht es angenehm durch den Wald und die Kabinen haben teilweise einen sehr hohen Bodenabstand! Entsprechend riesig wirken die sonst so schmalen Stützen.^
^Sehr netter Kontrast: nach der letzten hohen Stütze folgt wieder eine kleinere
^Und wieder die Gegenkabinen. Schaut im ersten Moment komisch aus, wenn sie mit geöffnetem Gitter vorbeifahren, aber es hockt ja niemand drinnen.^
^Die Bergstation kommt in Sicht.^
^Auch sie ist verhältnismäßig unscheinbar, scheinbar wurde sie aber vor kurzem mal renoviert? Jedenfalls macht die gesamte Anlage einen sehr gepflegten Eindruck!^
^Diese Portalstützen gefallen natürlich!^
^Blick auf die nun wieder talfahrenden Kabinen.^
^Wenn ich mich von den Schweiz-Berichten nicht habe täuschen lassen, müsste es dort eine Unzahl dieser genialen Kleinanlagen geben oder?^
^Da die Anwesenden allesamt Nichtraucher sind, ging es direkt weiter. Von hier oben kann man die Mittelstation der Jennerbahn recht gut zu Fuß erreichen oder zur Sommerrodelbahn laufen, welche bei dem Wetter aber sicher nicht geöffnet war. Letztlich taten wir das einzig Richtige an so einem Tag: beim Einkehrschwung bestellte ich ein äußerst schmackhaftes Berner (?) Hochzeitsschnitzel
^Bergstation und Strecke.^
^Uriger Wegweiser^
^Die Talfahrt verlief erneut einwandfrei. Bei dem Wetter hatte es keine Wartezeiten und wir konnten direkt mit den wartenden Kabinen Richtung Tal fahren.^
^Nicht nur aus Österreich gibt es stimmungsvolle Seilbahnbilder.^
^Detailbild für den Interessierten.^
^Leider gibt es ja immer wieder einige Bekloppte, denen man das Aussteigen während der Fahrt verbieten muss
^Anschließend ging es noch für einen kleinen Shoppingausflug nach Berchtesgaden City bzw. Downtown. Dort war es dann deutlich schwieriger einen Parkplatz zu finden (furchtbar diese ganzen Touristen...), geschweigedenn eine Stundengebühr von nur 10 Cent zahlen zu müssen.^
Die Entscheidung diesen Tag nicht einfach in der FeWo verstreichen zu lassen, sondern trockenen Fußes mit den beiden Anlagen zu fahren war in jedem Fall die richtige. Klar, schlechtes Wetter in den Bergen birgt einige Gefahren und sollte von den Kindern am Bildschirm nicht nachgemacht werden (Achtung: keine Beleidigung, nur der Versuch eines Scherzes mithilfe dieser Floskel), aber hier wurde ja keine große Wandertour versucht. Am Abend zog dann, nach oder während eines tollen Sonnenuntergangs ein Unwetter auf, das ich euch in wenigen Aufnahmen nicht vorenthalten möchte. Ohne jetzt zu romantisierend wirken zu wollen, aber auf dem Land wirken solche Natur- und Wetterspiele doch sehr viel imposanter als in der Stadt! Vorab: die Bilder wurden kaum bis garnicht nachbearbeitet!
(^Hier hab ich etwas an den Kontrasten gedreht, aber nur leicht.^)
^Diese Unwetterfront schob sich langsam aber sicher vorwärts und schickte Einiges an Blitzen aus, von denen es aber keiner auf ein Bild geschafft hat... Aus sicherer und trockener Entfernung ein wirklich tolles Spektakel!^