Ich beginne mit Tag 2, an dem wohl DAS Hightlight jenes Südtirol-Trips im August 2011 eintrat. Münchner und ich hatten Tag 1 noch am Vigiljoch beendet, ehe wir an jenem sonnigen und heißen Sonntag Algund aufsuchten, wo ein uralter ESL über Weinberge steil nach Vellau hinaufführt und als zweite Sektion einer der noch wenigen „lebenden“ Korblifte steht. Bei dessen Bergstation entdeckten wir als Zugabe sozusagen überdies einen LSAP-Schlepplift.
Am Abend von Tag 1 kamen wir auf dem Weg zu unserer Unterkunft an der Talstation des ESL vorbei, der gerade seine letzten Runden drehte. Die Vorfreude wurde entsprechend angeheizt und zu gerne wären wir bereits jetzt schon nach oben gefahren...
Das gibt es als in unserer Heimat Bayern nicht gerade oft
Irgendwie die urigste Talstation, die mir je bzw. seit Langem über die Linse gelaufen ist.
Panoramakarte, in der sogar noch der LSAP-Schlepper von Leitner am Berg oben eingezeichnet ist.
Hier kann man erahnen, wie steil das Ding hinaufgeht.
Lt. Liftworld von Trojer hergestellt.
Morgen wir da gesessen!
Blick vom der Unterkunft auf Meran. Für mich war es die erste Fahrt hier her.
Für ein Bad war ich irgendwie zu müde und außerdem hatte ich mich ja erst vier Tage zuvor geduscht...
Meine Jacke löste sich wieder ein Stück weiter auf. Münchner empfahl mir, was „Gescheites“ von Bogner oder so ähnlich zu kaufen und nicht so Ramschware für unter 500 EUR...
Nette Abendstimmung am Balkon. Die Vorfreude auf den Korblift und auch den netten ESL stieg unvermindert an und bei Einbruch der Dunkelheit ging es noch mit Stativ und Kamera bewaffnet in die Stadt. (Bilder siehe Ende des Vigiljochberichts.)
Noch stimmungsvoller begann der nächste Tag, an dem wir beide jeweils die allererste Korbliftfahrt unternehmen sollten. Da wurde natürlich sofort die Kamera herausgezogen...
Diesmal verzichtete Münchner sogar auf seine Morgen-Havanna und wir eilten nach dem Frühstück gleich zur nahen Talstation des ESL.
Die Gefühle im Bauch erinnerten an die Stunden vor der Bescherung in Kindheitszeiten.
Das wäre auch noch ein Wettstreit gewesen: Wer pflückt mehr Äpfel und Weintrauben auf dem Weg nach oben;)
Auch in den 70ern gab es schon Rundrohrstützen...
Im Wald herrschte mediterranes Flair. Mal was anderes als die üblichen Fichtenforste...
So ein Ausflug ins Grüne...
Der erste Blick auf den Korblift, der ebenfalls recht steil hinaufgeht.
Unter Beobachtung traf ich in der Bergstation ein.
Diesem Hinweis folgten wir...
Nochmal ein Blick zurück...
Nun stieg die Vorfreude bis zum Anschlag – natürlich auf den Korblift bezogen und nicht auf den nächsten Klogang.
Endlich am Ziel!
Der arme Liftler musste ZEITGLEICH den Leuten in die Körbe helfen und dabei auch die Karten verkaufen. Es standen bereits trotz früher Morgenstunde etliche Fahrgäste an, so dass der Kerl ziemlich oft ziemlich schnell hin und her flitzen musste. Doch er verzog keine Miene und verrichtete fleißig seine Arbeit. Ich wäre spätestens nach zehn Minuten desertiert... (Vor allem, weil natürlich wieder Landsleute unsererseits was zu meckern hatten und mit allerlei Fragen zum Wetter, den Wanderwegen oder günstigen Tarifangeboten aufwarteten. Ich werde nie verstehen, warum man nicht einfach schnell seine Karte kaufen und wortlos hochfahren kann...)
Wir stellten uns an und fragten den Liftler, wie das Wetter in den nächsten Tagen in den einzelnen Tälern Südtirols werden würde und wann man hier endlich eine 8EUB baut
Da standen wir nun in so einem Korb und der Sensor meiner Kamera erglühte...
Wir waren im Paradies für Liftfreaks angelangt...
Für Münchner sind Leute mit ordentlichen Bergschuhen nur spießige Proleten und so lief er auch in Algund mit seinen weißen Edelschlappen herum...
Portalmastendurchfahrt.
Da lautes Freudengegröle unter unserem Niveau liegt, freute sich jeder heimlich, still und fotografierend über diese Fahrt.
frisch gestrichen!
Jetzt wäre zur Feier des Tages nach Erreichens der Bergstation Champagner recht gewesen, doch wir hatten noch einiges vor, so dass wir uns trockener Kehle freuten.
Vorrat vom Liftler – es war aber auch sehr heiß und drückend.
Momentaufnahme am Ausstieg. Wir saßen auf einer Bank und knipsten wie die Wilden. Wenigstens interessierte das hier niemanden – leider ist dem in Oberbayern und in Österreich nicht immer so.
(„Mei, was fotografierts denn des alte Graffel?“)
Hier geht es steil bergab.
Der Weg zur Talfahrt – doch da wartete ja noch ein LSAP auf uns!
Als nicht dort hinein, sondern weiter auf den Berg hinauf...
MSB auf dem Weg zum LSAP...
Bergstationsreste...
Stützenfundament mit der Bergstation im Hintergrund...
Wir rätselten ob dieses Fundaments. Eine zweite Bergstation? War der Lift verkürzt worden?
Während Münchner zur Talstation hetzte, nahm ich mir in aller Ruhe noch ein paar Details vor und genoss die schöne Bergwelt...
Portalmasten würde ich mal sagen...
Von unten hatte Münchner schon vermeldet, dass Teile der Umlenkstation noch stehen...
Ich ließ mir trotzdem Zeit, um ein weiteres Detail zu fotografieren.
So etwas lässt natürlich das Herz eines jeden LSAPlers höher schlagen!
(Wie schon bei der Umlenkstation im Wald oberhalb von Ebbs bei Kufstein im Inntal, wo einst der Krucklift verlief oder auch beim Eigenbaulift hinterm Hochries im Nirgendwo...)
Die guten, alten Leitner-Lifte aus Sterzing. Sogar in meine Allgäuer Heimtat hat es so einen Schlepper verschlagen (bei Bidingen nahe Kaufbeuren).
Münchner trommelte schon zum Weiterrennen, doch meine bayrische Bierruhe lässt sich (auch) außerhalb der Dienstzeit leider nicht abstellen...
Während ich am Ärmel weitergezogen wurde, schaffte ich noch diesen letzten Blick zurück auf den LSAP-Schlepper
Wir hörten auf einmal komische Geräusche und zogen bereits die Buschmesser hervor, doch dann entdeckten wir, dass eine MSB in Aktion getreten war. Später sah man das Ding ewig weit oben am Berg schweben.
Auch für Nicht-Freaks ist es hier oben sehr schön...
Doch für Naturidyllen, blöde Kühe und olle Pflanzen hatten wir keine Zeit – das nächste Ziel rief bereits und so marschierten wir querfeldein im Stechschritt zur Bergstation zurück. Wie in Kindheitstagen (ich zumindest, der auf dem Land aufgewachsen ist und nicht in einer Münchner Edel-Atelierwohnung) mussten wir dabei Zäune beklettern und Gräben überwinden.
Hier der Durchgang unterm Bergstationsgebäude.
Zum zweiten Mal Weihnachten an jenem 14.08.2011!
Hier sieht man, wie groß diese Portalmastenniederhalter sind.
Knipsend und filmend genoss ich die Fahrt mit diesem genialen Ding.
Man hat im Korb stehend eine viel bessere Sicht auf die Umgebung als im Sessel sitzend oder gar in einer EUB. Irgendwie schon eine verrückte Idee, solche Teile zu bauen.
Mit ein paar eisgekühlten Augustiner-Edelstoff im Korb könnte ich so den halben Tag verbringen und ständig auf und ab fahren!
Fast schon ein Notausstieg...
Pfui!!! Ich schaltete bei der Kamera auf Gedankenlesemodus und fokussierte auf Münchner. So kann man sich in den Leuten täuschen! Na warte, dir mach ich Flecken in die Wildledersitze deines Maseratis!
Mit vereinten Kräften wurde ich gegen meinen Willen aus dem Korb gezogen – zu gerne wäre ich nochmal hoch
Im Gasthaus neben der ESL-Bergstation kehrten wir noch ein, doch damit hatten wir Pech. Am Nachbartisch – sonst war alles frei – saß wieder mal eine Familie, die ich nicht für 500 EUR im Monat als Nachbarn haben wollte. Keine Sekunde wurde mal nicht geschrien, geheult und so weiter. (Man sollte den Kleinen halt keinen italienischen Espresso zum Frühstück servieren.) Als der kleinere der beiden Buben auch noch auf dem Boden lag und laut schreiend „Ich will Kekse! Kekse!“ schrie, wollte ich am liebsten türmen. Doch Münchner aß noch an seinem Kaiserschmarrn und weil er diesen nicht schaffte, grantelte die Bedienung auf einmal herum. Aber als das konnte unserer Korblift-Sonntagslaune nichts Erhebliches anhaben!
Ich widmete mich da lieber dem Ausblick – insbesondere auf den ESL.
Die Oma weiß wohl nicht, dass jene Grußform heutzutage nicht mehr so in Mode ist...
Nachdem wir die Terrasse fluchtartig vor den bösen Blicken der Wirtin und den Schreien zweier Opfer der antiautoritären Erziehung verlassen hatten, fuhren wir wieder ins Tal hinab.
Möge er noch 20 Jahre zusammen mit dem Korblift stehen bleiben!
Meine analogen Bilder sind noch in Bearbeitung – am Mo müssten's fertig sein...
Na ja...
und rein in den Steilhang!
leider wieder auf festem Boden angekommen...
Noch ein Blick zurück, ehe es weiter zum Hirzer ging...
E N D E