Am Samstag nahm ich Münchner mal wieder ins Allgäu mit. So musste ich nicht erneut mutterseelenallein irgendwelche Lifttrassen ablaufen und vor bösen Waldgeistern die Flucht ergreifen
Wir trafen uns bei der Ausfahrt Gilching und setzten in meinem Auto den weiten Weg nach Steibis fort. Es sollte sich lohnen, auf das Ausschlafen zu verzichten oder gar einen der überbevölkerten Gletschergebiete zu besuchen. Denn es herrschte bestes Wanderwetter – wenn auch die Sonne natürlich schon recht früh wieder einen Abgang von der Himmelsbühne hinlegte und es im Schatten empfindlich kalt war.
„Zwei Leitners“ – das sind zum einen der stillgelegte Hörmooslift und zum anderen der Aulift. Letzterer steht natürlich nicht hinterm Imberg, sondern gleich in erster Reihe. Aber der Schwerpunkt unserer (für mich kleinen für Münchner mörderisch-langen Wanderung
Die neue Imbergbahn am Morgen. Sie verkürzte unseren Ausflug natürlich erheblich. Eigentlich hatten wird damit gerechnet, dass hier bereits der Sommerbetrieb eingestellt ist.
Auch wenn es knackig-kalt war, wären wir lieber mit dem alten ESL hochgefahren, den wir leider verpasst haben. 1990 habe ich die damalige Imbergbahn in Betrieb gesehen, als ich auf einem Schulausflug hier vorbeigewandert bin. Leider wollte der Lehrer nicht hochfahren und so habe ich diesen nostalgischen Sessellift eben verpasst.
Oben angekommen – am Rückweg fragte Münchner den Liftler nach dem alten Sonnenlift. Doch der grunzte nur unfreundlich, einen Lift hätte es da nie gegeben. Eine von mir 2007 geknipste Karte zeigt ihn aber noch. (Über der Bergstation des ESL ist quasi in der Luft ein SL eingezeichnet und ein Pfeil verdeutlicht, dass er auf der nicht einsehbaren Südseite des Berges verläuft.)
Bergstation des Nordlifts. In den alten Schipanoramakarten ist er nicht eingezeichnet. Hat man ihn als Gebrauchtanlage wieder aufgestellt? Ansonsten scheint Steibis das Eldorado für neue Schlepper zu sein – Fuchskarlift in 2005, der Tellerlift anstellte des alten Pendelschleppers (Name fällt mir grad zu später Stunde nicht ein...), dann der Übungslift am Imberghaus und dann noch der neue Bärenlochlift sowie der Kurvenschlepper in Hagspiel
Leider hat man hier den Pendellift durch einen Tellerlift ersetzt. So ein steiler Schlepper bis ganz hinauf oder zumindest eine DSB wäre natürlich schöner gewesen, aber vermutlich ist der Hang aufgrund der Südlage sowieso meist nicht in gutem Zustand.
Das gute bei Lifterkundungen im Spätherbst: Die Schlepper sind dann oft schon aufgebügelt bzw. die Teller sind gedeckt, was ich bei meiner Allgäu-Safari vor einem Jahr auch festgestellt habe.
Das soll ein typisches „Vovo“-Motiv sein, behauptete Münchner, während ich hier die Kamera zückte. (Besser als immer diese Notknöpfe und Sesselbahn-Zooms
Wir wanderten durch klirrend kalte Senken ein Stück ins Tal hinterm Imberg hinunter, ehe es dann schweißtreibend bergauf gehen sollte. Bis kurz vor Erreichens des Falkenlifts begegneten wir auch keinen anderen Wanderern, was auch so ein November-Vorteil ist.
Trassenbild des Stemags bei der Falkenhütte. Ein SL mitten im Nirgendwo am Berg oben – das hat schon was.
Einer der beiden Seillifte.
Nach einer Brotzeit in der warmen Sonne nahmen wir uns den Lift mal vor.
Diesmal fotografierte ich mehr vom Lift als 2007. Damals machte ich nur drei, vier Wackel-Zooms und ein, zwei Aufnahmen von der Talstation. Damals war hier oben die Hölle los – ein wunderschöner Septembernachmittag am Wochenende, so dass sich viele Leute auf zur Falkenhütte gemacht hatten.
Gegen eine sofortige Fahrt mit Skiern (und Schnee natürlich) hätten wir auch nichts einzuwenden gehabt.
Ausblick am Beginn der Abfahrt.
Kurz vor Ausstieg gibt es beim Falkenlift noch einen knackigen Steilhang.
Diesmal entgegen 2007 geschafft: Der Aufstieg zur Bergstation.
Hier frischte ich meine Frisur auf.
Hier sieht man, wie steil der Schlepper da raufkommt.
Zoom zu einem unbekannten Dorf mit schöner Sonnenlage...
Nachdem Münchner die Trasse nicht hinauflaufen wollte (war aber in Anbetracht des letzten Stücks die richtige Entscheidung), stiegen wir nun bergab auf der Schleppliftspur hinunter.
Hier noch mal der Versuch, das Steilstück zu demonstrieren.
Nicht nur der Lift selbst, sondern auch der Ausblick hier oben ist fast schon einmalig.
Das kleine Gebäude rechts der Talstation schaut fast schon nach Überresten einer Vorgängeranlage aus.
So, einer geht noch...
Der Seillift interessierte mich nur beiläufig.
Vor der geschlossenen Gaststätte saßen Leute an einem Tisch und einer wollte gleich eine Rechtfertigung, warum ich da den Lift fotografierte. Ich hatte keine Lust, mich der wie ein Schneeball an den Kopf geworfenen Frage zu stellen und ging einfach weiter. Unterhalb der Falkenhütte waren Bäume gefällt worden und es roch sehr angenehm nach Badezusatz
Während Münchner sich wie immer von fremden Männern anquatschen ließ und dem neugierigen Typen vor der Gaststätte Rede und Antwort stand, zückte ich mein Schnitzmesser und vertrieb mir ein bisserl die Zeit an diesem Baumstamm
Erleichterung: Der seit Jahren geschlossene Hörmooslift steht noch. Zwar hatte der Spa.., äh Typ vor der Falkenhütte gemeint, da gäbe es keinen weiteren Schlepper, doch wir hatten Glück. 2007 bin ich zuerst hier bei diesem Lift gewesen, ehe es dann weiter zur Talstation des Falkenschleppers ging.
Hier sieht man wieder noch den alten roten Anstrich...
Hier kommt der Lift hoch – es gibt ein kurzes Steilstück vorm Ausstieg.
Hier hatten Münchner und ich die gleiche Motividee...
Zoom von der Abbruchkante zur Talstation.
Da freut sich der Schleppliftfan!
Als ich 2007 hier das erste Mal gestanden hab, wusste ich noch nichts von Leitner-Schleppern und Stemags. Ich kannte halt die üblichen Namen von den Stützenschildern her, mehr aber nicht.)
Wie lange die Station wohl noch steht...
Die Trasse. Irgendwie noch kurioser als der Lift bei der Falkenhütte. Er liegt in einer vom Imberger Schigebiet aus nicht einsehbaren Senke im Nirgendwo.
Spuren von Rot auch am Antrieb.
Vom Zustand des Weihers her ist schon Winter hier oben. Bei meinem Septemberausflug in 2007 schwammen hier noch die Enten.
Auf dem Rückweg musste wir wieder so eine eisig-kalte Senke durchschreiten. Hier war nichts von dem schönen, milden Spätherbstwetter zu spüren.
Hier am Südhang des Schigebiets Imberg schaut es sehr LSAP-verdächtig aus. Aber der ominöse Sonnenlift ist ja bei der Bergstation des ESL heraufgekommen. Hier war, glaube ich, nichts. Oder doch?
Zoom vom Imberghaus zu dem neu errichteten Tellerlift. 2007 stand an diesem Hang noch rechts der 8EUB ein Seillift.
Leider bin ich hier nie heraufgeschwebt. Neulich hab ich bei meiner Oma einen alten Familienfilm aus den 60ern gezeigt bekommen – und siehe da, jemand hat meine Anghörigen gefilmt, wie sie mit dem ESL herauffahren. Ich versuch mal, eine Kopie davon zu bekommen.
Stützenrest.
Das Liftlerhäusl hat man einfach so gelassen, wie man es verlassen hat.
An diesem Hang müsste der Sonnenlift hochgekommen sein. Leider ist nichts Konkretes mehr zu sehen. Kein Häusl, keine Fundamentreste, nichts. Außer, dass das Gelände – siehe roter Pfeil – verdächtige Trassenspuren aufweist.
Demnach müsste hier der Lift raufgekommen sein. Da es weiter nichts mehr zu sehen gab und der Tag bereits dem Ende entgegendämmerte, liefen wir zum Parkplatz der Imbergbahn hinunter.
Die Imbergbahn drehte ihre letzten Runden.
Noch ein Blick zum neuen Tellerlift.
Hier stehe ich genau auf der Trasse des alten ESL (1950-2005). Der Pfeil müsste die Lage markieren, wo der Lift dann wieder ein Stück bergauf und dann weiter in den Ort runter verlief.
Hier die alte (schwarze) Abfahrt zum Aulift (1969-2001 lt. Liftworld).
Leider 2005 mit dem alten ESL abgeholzt – der (Stemag?) Langholzlift. Wäre ich auch noch gerne gefahren – schöne, steile Waldschneise...
Die leere Talstation.
Das ist immer traurig, wenn man solche LSAP-Schlepper besucht. Schon 2007 bereute ich es an dieser Stelle, nicht die Uhr um zweieinhalb Jahre – vom damaligen Zeitpunkt aus betrachtet – zurückdrehen zu können. Ja mei...
Das war der Bärenlochlift...
Haben wir NICHT mitgenommen!
(Münchner dafür den Stützenmast Nr. 7
Unser Blick verfing sich an diesem Gebäude am Rande des Golfplatzes. Das war doch die Talstation des Aulifts! Also nichts wie hin...
Tank
LSAP-WCs...
Ein wunderbarer Tagesausklang – der Antrieb stand noch im Häusl...Und ich hatte mich noch geärgert, 2007 nicht zur Talstation gelaufen zu sein. Damals herrschte an jenem Spätsommertag reger Betrieb am Golfplatz und so verzichtete ich auf einen Besuch dort. Gnädigerweise hatte man die Abrissarbeiten hier noch auf die lange Bank geschoben.
Von der Trasse ist kaum noch was zu sehen...
Da glühte der Sensor auf...
Nebenan hatten die Golfplatzbetreiber vom Anbau Besitz ergriffen.
Gut, wenn man ein Blitzlicht hat
Im Hintergrund die alte Lifttrasse. Auch hier galt es wieder sich selbst zu verfluchen, nicht mal von vor der Stilllegung anno 2001 hingefahren zu sein. Schade auch, um den Hang. Wahrscheinlich ist hier drüber aber immer keine Sau gefahren, oder? War vielleicht der Golfplatz schuld? (Briefbombe ist schon in Vorbereitung...)
Während ich da so knipste und Münchner schon wieder weiterhetzen wollte – er musste punkt sieben Zuhause sein
Diese beiden Bilder entstanden am Ende jenes Wandertages, als die Beine schon sehr schwer waren. Damals besuchte ich in der Früh die Hochgratbahn und lief oben die Trasse des LSAP-Sonnenliftes ab. Nach einem Abstecher zum Hausersberglift (LSAP) kam ich hier her, um (ohne Bahnfahrt) zum Falken und wieder zurück zu laufen. Auf dem Rückweg machte ich noch einen Abstecher zur Walthnersalpe (oder wie die halt heißt), wo noch eine Waldschneise von einem ehemaligen, gleichnamigen Lift zeugt. (Kennt den noch wer? War das auch ein Leitner?) Die beiden Bärenlochlifte – vor allem der alte Stemag! – standen damals ja auch noch...
LSAP Aulift am Morgen jenes Septembertages, nachdem ich die Rollen geklaut hatte
Leider bin ich Hirsch damals nicht zur Bergstation...
Nun – ein fotoreicher und angenehmer Wandertag war zu Ende. Diesmal hatten wir wenigstens keine „Safari“ unternommen, sondern das Auto stehen gelassen und den ganzen Tag in einem Gebiet verbracht. Auch wenn ich die beiden Schlepper hinterm Imberg bereits kannte, kehrte ich dennoch gerne hier her zurück – diesmal auch kameramäßig besser bewaffnet als vor vier Jahren. Beide Schlepper da hinten sind halt irgendwie was Besonderes – zumindest für bayrische Verhältnisse.
Im Dunkeln ging es dann auf die lange Rückreise nach München, wo ein Riesen-Schnitzel und ein paar Bier in der Kneipe gegenüber auf mich warteten...