Quittung für den Billig-Rambo

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Downhill
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von Downhill »

Ich wollte halt das Phänomen beschreiben, daß die es mit der "Expansion um jeden Preis" offenbar übertrieben haben. Das konnte man stellenweise sehr gut beobachten.
Wenn abends Hunderte aus der U-Bahn rausstürzen und bei Schlecker trotzdem "tote Hose" ist, kann das betriebswirtschaftlich einfach nicht lang gut gehen.
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baeckerbursch
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von baeckerbursch »

Das hat sich früher sehr gut rentiert. Ich glaube nicht das Schlecker früher mit den Fialialen verlust gemacht hat. Aber die Verbrauchergewohnheiten haben sich geändert. Kleinste Wege werden mit dem Auto zurück gelegt, jedes kleien Dorf bekommt Discounter rund um das Dorf, das Dorf selbst verödet. Schlecker ist (war) im Dorf. Rossmann und DM sind bei den Discountern.

Interessant wäre zu wissen ob die Arbeitsbedingungen bei Schlecker wirklch so schlecht waren. Oder ob, wegen der ständigen Streiteren zwischen Schlecker und den Gewerkschaften, die Probleme übertrieben wurden bzw. künstlich aufgeblasen wurden. Ich denke er war seiner Zeit nur voraus - bei vielen Billigdiscountern und Dienstleistungsberufen wird es ähnlich bzw. schlimmer sein.
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Frankenski
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von Frankenski »

baeckerbursch hat geschrieben:
Interessant wäre zu wissen ob die Arbeitsbedingungen bei Schlecker wirklch so schlecht waren.
In den Läden waren sie sehr schlecht, eine Angestellte musste alles machen, im Lager, beim Transport oder in der Verwaltung sind sie nicht so schlecht behandelt worden und auch die Bezahlung war besser 8O

Schlecker ist und war der Disconter der am meissten Überfallen worden ist :surprised: für einen Marktführer ist sowas ein Armutszeugnis und zeigt das die Mitarbeiter nichts wert sind.
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von 3303 »

Auch wenn ein Mitgrund das Verschwinden der typischen, kleinen Läden wie auch im Lebensmittelbereich sein dürfte:
Bei mir sind in städtischer Laufnähe ähnlich große Läden sowohl von DM als auch von Schlecker in zwei Fußgängerzonenstraßen. DM hat den etwas besseren Standort, da dort mehr Fußgängerströme fließen. Die Straße, in der Schlecker ist, ist etwas weniger frequentiert, aber auch eine belebte Fußgängerzone.
Im DM sind gefühlt aber mindestens 10 mal soviele Kunden, obwohl die Ladengröße ähnlich ist. Dieser Unterschied liegt hier nicht allein am Standort.
Ich habe schon oft im Bekanntenkreis gehört, dass Schlecker aufgrund seiner Geschäftsphislosophie von Kunden gemieden wird.
Dazu kommt noch, dass ich nicht den Eindruck habe, dass Schlecker merklich günstigere Preise anbietet als DM.
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von OliK »

Bei un ist es eher andersrum. DM ist günstiger als Schlecker. Und die DMs hier sind wesentlich einladender und machen einen saubereren Eindruck.
Es grüsst der Oli
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snowflat
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von snowflat »

Frankenski hat geschrieben:
baeckerbursch hat geschrieben:
Interessant wäre zu wissen ob die Arbeitsbedingungen bei Schlecker wirklch so schlecht waren.
In den Läden waren sie sehr schlecht, eine Angestellte musste alles machen, im Lager, beim Transport oder in der Verwaltung sind sie nicht so schlecht behandelt worden und auch die Bezahlung war besser 8O

Schlecker ist und war der Disconter der am meissten Überfallen worden ist :surprised: für einen Marktführer ist sowas ein Armutszeugnis und zeigt das die Mitarbeiter nichts wert sind.
Das mit den Überfällen kann ich persönlich bestätigen Beim Schleckerladen in meiner alten Heimat, war es keine Seltenheit, dass der monatlich mind. 1x überfallen wurde. Was soll auch die einzige Angestellte ausrichten. Es wurde nichts gemacht. Das ist echt ein Armutszeugnis ... die Angstellte bzw. die die danach folgten hatten regelrecht Angst, ihre Arbeit zu verrichten.

Ich persönlich habe Schlecker auch gemieden. Warum? Die Läden haben mich mehr abgeschreckt als angesprochen. Klein, eng, vollgestopft, wirkte erdrückend, selbst an der Kasse war alles vollgestellt, teilweise standen sogar Verkaufswaren auf dem Kassenband, selten alles auf Anhieb gefunden, wirkt unstrukturiert, etc. Wenn ich das z.B. mit dem "Durchstarter" DM oder Müller vergleiche, liegen dazwischen Welten. DM: Hell, freundlich, viel Platz, klar strukturiert, man findet schnell was man sucht und vom Preis her kein Unterschied zu Schlecker.

Für die Mitarbeiter von Schlecker ist es natürlich nicht schön, keine Insolvenz ist dies für die Betroffenen ... aber so eine kommt nicht von ungefähr sondern ist Resultat von Fehlern, die gemacht wurden. Bei Schlecker ist dies sicher nicht nur einer, sondern einige mehr. Das Thema Mitarbeiterbehandlung, Standorte, Filiallayout sind einige davon. So gesehen ist es schon eine Quittung für die Geschäftspolitik, die A.S. mit seinem milliardenschweren Vermögen zahlen darf. Hat auf dem ersten Blick auch was Positives: Kein millionenschweres staatliches Rettungspaket.
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ThomasZ
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von ThomasZ »

Schlecker war einfach nur unordentlich und unsauber. Einfach vollgestopf wie snowflat auch schon gesagt hat. Und wenn man mal ein zwei Teile braucht, kann man die auch aus dem Supermarkt mitnehmen, da lohnt es sich für die geringen Preisunterschiede einen anderen Laden extra anzusteuern, egal ob zu Fuß oder mit dem Auto
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von molotov »

Bei uns im Dorf gab es ebenfalls bis Dezember nen Schlecker, jetzt eben nicht mehr, viel abgehen tut mir nicht, wir haben zwar ab und an mal was gekauft, aber viel war das nicht. Nebenan haben wir zum Glück noch einen Nah&Gut, also nen Supermarkt der zu Edeka gehört, denke mal für die Nahversorgung im gesamten ist es vielleicht gar kein Fehler, wenn der Schlecker zu ist, das was da gekauft wurde, wird eben jetzt im Nah&Gut gekauft, was dessen Existenz auch weiter sichern wird!
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baeckerbursch
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von baeckerbursch »

Das mit den Überfällen kann ich persönlich bestätigen Beim Schleckerladen in meiner alten Heimat, war es keine Seltenheit, dass der monatlich mind. 1x überfallen wurde. Was soll auch die einzige Angestellte ausrichten. Es wurde nichts gemacht. Das ist echt ein Armutszeugnis ... die Angstellte bzw. die die danach folgten hatten regelrecht Angst, ihre Arbeit zu verrichten.
Es gibt übrigens sehr viele Geschäfte wo eine Person alleine arbeiten muss. Z.B. teils auch bei uns in Filialen. Geht auch gar nicht anders.

Das mit den Überfällen: Es gibt keine Möglichkeit solche Überfälle zu verhindern. Da gilt nur: Geld rausgeben. Wenn du eine pratikable Abwehrmethode kennst, kannst du nicht nur in unserer Branche reich werden.

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Petz
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von Petz »

baeckerbursch hat geschrieben:Das hat sich früher sehr gut rentiert. Ich glaube nicht das Schlecker früher mit den Fialialen verlust gemacht hat. Aber die Verbrauchergewohnheiten haben sich geändert. Kleinste Wege werden mit dem Auto zurück gelegt, jedes kleien Dorf bekommt Discounter rund um das Dorf, das Dorf selbst verödet. Schlecker ist (war) im Dorf. Rossmann und DM sind bei den Discountern.
Das ist sicher richtig aber dann hat Schlecker die Veränderungen entweder nicht registiert bzw. keine nötigen Konsequenzen draus gezogen. Nen vorübergehenden Umsatzeinbruch weil beispielsweise ein Discounter oder Konkurrent am selben Ort ne Filiale eröffnet hat kann man ja einige Zeit versuchen "auszusitzen" aber wenn sich nach einigen Monaten noch keine schwarzen Zahlen zeigen ist es sicher besser die Filiale zu schließen bevor man weiterhin ständig Verluste schreibt.
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von Pistencruiser »

Schlecker hat in der Vergangenheit gnadenlos auf das Konzept "Masse statt Klasse" gesetzt. Statt auf Premiumlagen stürzte man sich auf ziemlich alles an Ladenlokalen was der Miet-Markt hergab. Was die Konkurenz dankend ablehnte hat Schlecker mit Kusshand genommen, auch wenn sie hinsichtlich der Fläche noch so ungeeignet waren.
Schlecker hat zur wilden Expansionszeit sogar mal als Werbeaktion über die Kunden Ladenlokale gesucht und dafür sogar Prämien ausgelobt.
( An meinem Heimatwohnort - Vorort von DO - gab es zur Hochzeit 4 (!) Filialen. Zwei davon in etwa 50m (!) entfernt voneinander.)
Passte die Fläche nicht fürs geplante Sortiment, wurden die Regale halt noch ein wenig enger zusammengeschoben.
Ich kenne Schleckerfilialen, wenn sich dort zwei Personen im Gang begegneten, musste der Ausweichende acht geben, nicht versehentlich die Regale leerzuräumen.
Mit den anderen hier schon genannten Anbietern hat der Kunde genug Alternativen, welche, was Einkaufskomfort und Preise angeht, Schlecker übertreffen.

Schlecker war, bezogen auf den Markterfolg, das richtige Konzept zur richtigen Zeit was eben nun nicht mehr funktioniert. Den Übergang zum Qualitätseinkauf
hat man schlichtweg verpennt , bzw. die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollen.

Was die sog. Schleckerüberfälle angeht:
Der Hauptaufreger war eigentlich als in den Medien hochkochte, dass Schlecker sich aus Profitgier strikt weigerte, die Filialen mit Telefonanschlüssen auszustatten. Es gab da wohl mal einen Fall wo eine Angestellte überfallen und im "Büro" eingeschlossen wurde und aufgrund eines fehlenden Telefons nicht in der Lage war Hilfe herbeizurufen.
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von snowflat »

Pistencruiser hat geschrieben:Was die sog. Schleckerüberfälle angeht:
Der Hauptaufreger war eigentlich als in den Medien hochkochte, dass Schlecker sich aus Profitgier strikt weigerte, die Filialen mit Telefonanschlüssen auszustatten. Es gab da wohl mal einen Fall wo eine Angestellte überfallen und im "Büro" eingeschlossen wurde und aufgrund eines fehlenden Telefons nicht in der Lage war Hilfe herbeizurufen.
Stimmt, die Angestellte musste nach dem Überfall immer in die Nachbarschaft, um die Polizei zu verständigen.
Das mit den Überfällen: Es gibt keine Möglichkeit solche Überfälle zu verhindern. Da gilt nur: Geld rausgeben. Wenn du eine pratikable Abwehrmethode kennst, kannst du nicht nur in unserer Branche reich werden.
Verhindern nicht, aber tatenlos zusehen auch nicht. Denn es wurde nicht einmal versucht das Problem sinnvoll anzugehen, also z.B. eine Videoüberwachung. Stattdessen machte man so geniale Anweisungen, dass ab einer bestimmten Uhrzeit die Tür abgeschlossen werden muss und wenn jemand kommt, die Angestellten aufschließen muss. Aber das hat vor Überfällen auch nicht geschützt.
Ich finde es nur merkwürdig, dass es immer der Schleckerladen war, wo in direkter Nachbarschaft ein Juwelier, ein Restaurant, ein Friseur, ein Autoteilhändler und andere Geschäfte waren.
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Also ob es einen generellen Trend zum Qualitätskauf gibt wage ich zu bezweifeln, bei Aldi brummt ja der Laden. Ich denke, da hat sich durchaus die Abneigung der Kunden gegen die Praktiken von Schlecker ausgewirkt. Und wenn man seinen Läden nichtmal einen Telefonanschluss spendiert, dann ist das schon bescheuert und zeigt ihre Einstellung.
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von Pistencruiser »

Seilbahnjunkie hat geschrieben:Also ob es einen generellen Trend zum Qualitätskauf gibt wage ich zu bezweifeln, bei Aldi brummt ja der Laden.
Ich denke es gibt in dieser Hinsicht Ausschlaege in beide Richtungen. Gerade das bei Aldi der Laden immer noch brummt haben sie ihrer Äußerst flexiblen Anpassungsstrategie zu verdanken. So kann man den heutigen Aldi nicht mit dem vor 15-20 Jahren vergleichen. Bis auf Chips, River-Cola, billigen Süßkram und Konserven gabs dort nicht allzuviel zu kaufen während man heute faktisch seinen kompletten Bedarf dort decken kann. All das, was bei Aldi richtig gelaufen ist hat Schlecker komplett verschlafen.

Qualität beschränkt sich meiner Meinung nach nicht ausschließlich auf das Sortiment. Dieses ist gerade bei Drogeristen eh austauschbar, bzw. bis auf die jeweiligen Hausmarken identisch. Die Einkaufsituation gehört ebenso dazu. Das Konzept der engen, schmuddeligen, unübersichtlichen, verkruschelten Läden mag sich der Verbraucher einfach nicht weiter antun - billig hin oder her. Ob ihn das soziale Gewissen jetzt in die Arme der Konkurrenz treibt spielt evtl. auch eine Rolle, wenn auch nur eine untergeordnete, da die Masse dann doch noch eher ins eigene Portemonaie schaut, anstatt auf den Lohnzettel der Verkäuferin.
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Frankenski
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von Frankenski »

Hier mal ein Bericht, sehr lesenswert: :(

Dreimal schon wurde sie überfallen, das letzte Mal im vergangenen Jahr. "Zwei Männer haben mich mit dem Messer bedroht. Es war grauenhaft." Einen stillen Alarm gibt es in ihrer Filiale nicht, das Telefon steht hinten im Büro, zwei verschlossene Türen sind dazwischen. Wie überall in Schleckerfilialen muß man statt der Nummer einen Kurzwahlcode eintippen. "Das kriegen Sie in dem Zustand nicht hin." Bis die Polizei kam, waren die Täter längst geflüchtet.

Psychologische Betreuung gab es keine. Nur der Bezirksleiter kam vorbei und erzählte von Überfällen, die er erlebt hatte. "Das war nicht wirklich aufbauend."

Seit 1994 in einer Kölner Filiale eine Verkäuferin erstochen wurde, kämpft Ver.di für die Sicherheitsbedingungen bei Schlecker. Schreieder: "Die Polizei hat damals bestätigt, daß die Frau bei einem rechtzeitigen Hilferuf überlebt hätte." Der war nicht möglich. Es gab damals in keiner einzigen Filiale ein Telefon. Unter dem öffentlichen Druck versprach Anton Schlecker im selben Jahr, daß alle Verkaufsstellen mit Telefonen und Überfallknöpfen ausgestattet werden. Doch bis heute gibt es nur in einzelnen Regionen Alarmknöpfe.

Folge sind seit Jahren steigende Überfallzahlen. 260 meldete Schlecker dem Gesamtbetriebsrat im vergangenen Jahr, darunter wieder ein Mord. Offiziell sagt Schlecker, "daß die Familie Schlecker dem Schutz des Lebens und der Gesundheit der Mitarbeiter den absoluten Vorrang einräumt". In einem internen Schreiben hört sich das ganz anders an: "Dem Risiko eines Überfalls ist man generell immer und überall ausgesetzt. (...) Aufgrund der steigenden Kriminalität gehört dies fast schon zum allgemeinen Lebensrisiko für jeden von uns."

http://www.welt.de/print-wams/article13 ... rolle.html
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von Whistlercarver »

Pistencruiser hat geschrieben:Passte die Fläche nicht fürs geplante Sortiment, wurden die Regale halt noch ein wenig enger zusammengeschoben.
Da kannte ich auch so eine Filiale. Wenn man da etwas kräftiger gebaut war und man sich in der Regalreihe umdrehen wollte, musste man aufpassen, dass man nicht das Regal leerräumt oder sogar umschmeißt. Diese Filiale wurde aber noch vor Weihnachten dicht gemacht als letzte in diesem Ort. In den letzten Tagen hat man anscheinend die Waren vom Ortsansässigen "Ihr Platz" geholt um wenigstens noch etwas in den Regalen zu haben.

Anton Schlecker hat sich ja wohl mit seiner Unternehmensform jetzt ein Eigentor geschossen. Als e.K. (eingetragener Kaufmann) haftet er mit seinem ganzen Vermögen!
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von baeckerbursch »

Dreimal schon wurde sie überfallen, das letzte Mal im vergangenen Jahr. "Zwei Männer haben mich mit dem Messer bedroht. Es war grauenhaft." Einen stillen Alarm gibt es in ihrer Filiale nicht, das Telefon steht hinten im Büro, zwei verschlossene Türen sind dazwischen. Wie überall in Schleckerfilialen muß man statt der Nummer einen Kurzwahlcode eintippen. "Das kriegen Sie in dem Zustand nicht hin." Bis die Polizei kam, waren die Täter längst geflüchtet.

Psychologische Betreuung gab es keine. Nur der Bezirksleiter kam vorbei und erzählte von Überfällen, die er erlebt hatte. "Das war nicht wirklich aufbauend."

Seit 1994 in einer Kölner Filiale eine Verkäuferin erstochen wurde, kämpft Ver.di für die Sicherheitsbedingungen bei Schlecker. Schreieder: "Die Polizei hat damals bestätigt, daß die Frau bei einem rechtzeitigen Hilferuf überlebt hätte." Der war nicht möglich. Es gab damals in keiner einzigen Filiale ein Telefon. Unter dem öffentlichen Druck versprach Anton Schlecker im selben Jahr, daß alle Verkaufsstellen mit Telefonen und Überfallknöpfen ausgestattet werden. Doch bis heute gibt es nur in einzelnen Regionen Alarmknöpfe.

Folge sind seit Jahren steigende Überfallzahlen. 260 meldete Schlecker dem Gesamtbetriebsrat im vergangenen Jahr, darunter wieder ein Mord. Offiziell sagt Schlecker, "daß die Familie Schlecker dem Schutz des Lebens und der Gesundheit der Mitarbeiter den absoluten Vorrang einräumt". In einem internen Schreiben hört sich das ganz anders an: "Dem Risiko eines Überfalls ist man generell immer und überall ausgesetzt. (...) Aufgrund der steigenden Kriminalität gehört dies fast schon zum allgemeinen Lebensrisiko für jeden von uns."
So tragisch das ganze ist, aber eine effizientes Gegenmittel gibt es nicht. Wiegesagt: Erfinde eines und du wirst reich.

- Videoüberwachung:
Der Täter zieht sich einfach eine Maske über oder beibt aus dem Blickfeld. Ein gutes Überwachungssystem kostet zudem richtig Geld. Und das nicht nur einmalig sondern laufend. Selbst wenn wird maximal 1000,- erbeutet. Jeder kann sich vorstellen wie "wichtig" ein solcher Fall bei der Polizei ist.

- Notfallknopf:
Hilft auch nicht. Sicher kann die Polizei früher alarmiert werden. Aber so ein Überfall ist in 30 Sek wieder vorbei. Bis dahin sind die nie da. Zudem kommt der Gefahrenmoment wenn Sie drückt. Kurzschlussreaktionen beim Täter?

Gerade Schleckerfilialen sind für Räuber einfache Ziele. Eine Person drin. Immer Frauen. Nicht zu viel Geld (siehe oben). Fast nie Kunden. Übersichtliche Filiale (da kommt keiner einfach um die Ecke). Macht ein einfaches Ziel.

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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von 4CLD_Gampebahn »

Schlecker ist auch bei Uns im Ort vertreten.
11 000 Einwohner aber 3! Filialen...
Das ist eine Leistung die mann auch erstmal hinbekommen muss.
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von Whistlercarver »

Ihr habt es bestimmt auch schon mitbekommen. Anscheinend ist die Familie Schlecker am Ende mit ihrem Vermögen und deshalb auch die Insolvenz.
Die haben ihre ganzen Milliarden verloren? Das glaub ich nicht so ganz. Wenn ja hab ich auch kein Mitleid.
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von Petz »

Whistlercarver hat geschrieben:Die haben ihre ganzen Milliarden verloren?
Wenn das wirklich stimmt dann gehörten die wegen Dummheit lebenslang in ne geschlossene Anstalt...:ja:
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von schifreak »

Eins zum Thema Telefon, eine Bekannte von mir hätte mal ein Notruftelefon im Schlecker gebraucht -- gabs nicht. Das war vor 2000 -- Handy gabs net, normales Telefon gabs auch nicht ... was sind das für Zuständ. Und nie war jemand im Laden zu sehn, ich hätt da allerhand mitnehmen können ... deswegen hatt man dann auch in den meisten Läden die Zigaretten abgeschlossen .
In anderen Läden wars ärgerlich weil oft 5 Leut an einer Kasse anstehn, beim Schlecker mußten `` ehrliche `` Kunden warten bis eine Kassiererin kommt. Schon ein sehr komischer Verein , diese Schleckers. Und die Verkäuferinnen warn meistens auch keine Einheimischen, die meisten sprachen sächsisch, -- nur nebenbei bemerkt, nicht daß ich da was dagegen hatte, die meisten warn sogar recht nett. Jetz gehn ma halt zum Rossmann ... DM hat keine Rauchwaren .
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von OliK »

Petz hat geschrieben:
Whistlercarver hat geschrieben:Die haben ihre ganzen Milliarden verloren?
Wenn das wirklich stimmt dann gehörten die wegen Dummheit lebenslang in ne geschlossene Anstalt...:ja:
Mit Sicherheit nicht...wer glaubt, dass die ihre Schäfchen nicht im Trockenen haben, ist doch....etwas naiv :)
Es grüsst der Oli
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Was hat es denn eigentlich für einen Vorteil wenn man sein Unternehmen als eingetragener Kaufmann führt? Der hat das doch sicher nicht zum Spass gemacht, oder?
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von Rüganer »

Seilbahnjunkie hat geschrieben:Was hat es denn eigentlich für einen Vorteil wenn man sein Unternehmen als eingetragener Kaufmann führt? Der hat das doch sicher nicht zum Spass gemacht, oder?
man braucht keine Bilanzen und Quartalsberichte veröffentlichen, auch in der Buchhaltung kann man wesentlich kreativer sein...
Danke Schweiz und Bulgarien !
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Re: Quittung für den Billig-Rambo

Beitrag von thun »

Für kleine Einzelhändler ergibt das Sinn, da der Verwaltungsaufwand und die Informationspflicht wesentlich geringer sind. Steuerliche Unterschiede gibt es vermutlich auch. Allerdings auf das Risiko, uneingeschränkt persönlich zu haften, weshald die Rechtsform für ein so großes Unternehmen wie Schlecker doch, naja, ein wenig risikobehaftet war.
Eine GmbH müsste im Übrigen auch keine Bilanzen und Quartalszahlen veröffentlichen, das gilt nur für eine AG, da nur deren Eigenkapital öffentlich gehandelt werden kann. Wäre dann ab einer gewissen Unternehmensgröße die sinnvollere Form (und auch eine wesentlich üblichere, siehe z. B. dm).

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