Umfrage Zweitwohnungsinitiative

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Wie wirst Du am 11. März abstimmen ?

Umfrage endete am 29.02.2012 - 11:31

Ich bin schweizer Stimmbürger und werde die Initiative annehmen
5
21%
Ich bin schweizer Stimmbürger und werde die Initiative ablehnen
3
13%
Ich bin schweizer Stimmbürger und werde mich der Stimme enthalten
1
4%
Ich bin schweizer Stimmbürger und habe mich zur Zeit noch nicht entschieden
1
4%
Ich bin nicht stimmberechtigt und finde die Initiative eine gutde Idee
7
29%
Ich bin nicht stimmberechtigt und finde die Initiative eine schlechte Idee
2
8%
Ich bin nicht stimmberechtigt und würde mich der Stimme enthalten
0
Keine Stimmen
Ich bin nicht stimmberechtigt, aber ich weiss zur Zeit noch nicht wie ich abstimmen würde
2
8%
Meine politische Meinung geht niemanden etwas an.
3
13%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 24

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Pilatus
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Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von Pilatus »

Am 11. März wird über die Zweitwohnungsinitiative abgestimmt. Die Initiative will verbieten, dass eine Gemeinde mehr als 20% Zweitwohnungen aufweisen darf. Bestehende Wohnungen sind von der Regulierung nicht betroffen. Orte, wo die 20% schon übertroffen wurden, kommt es zu einem Baustopp. Nehme an, das dürfte dann alle grösseren Wintersportorte der Schweiz "erwischen".

Man wirbt dabei mit diesem Bild (wer erkennt die Gebäude? ;) Die zwei auffälligsten Überbauungen sind zumindest in Aminona und Montana zuhause...)
Bild

Die Initianten erhoffen sich damit eine Einschränkung der Zersiedlung. Das dürfte durchaus zu erreichen sein. Dass die Kosten für die Dorfbewohner hingegen sinken sollen, ist allerdings eine Behauptung, die ich nicht teile. Da auf die bestehenden Wohungen ja nicht irgend eine Strafsteuer entrichtet werden muss, dürften die Immobilienpreise ja eher steigen. Ausser man baut im grossen Stil weiter, darf die Immobilien aber nicht mehr als Zweitwohnungen verkaufen.

Ich persöhnlich werde die Initiative wohl annehmen. Ich bin zwar eigentlich gegen solche Eingriffe des Staates, aber gerade im Unterwallis wurden leider ganze Landstriche ruiniert. Hier haben sich ein paar Fritzen in der Bauwirtschaft eine goldige Nase verdient, doch der Nutzen der in der Folge durch die Infrastruktur generiert wird, hätte man wohl auch mit viel weniger, besser ausgelasteten Wohnungen erreichen können.

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Re: Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Ich finde diese Art von Zweitwohnungen ziemlich bescheuert. Die stehen doch die meiste Zeit leer und davon haben die Orte nicht viel.
Ich denke schon, dass die Imobilienpreise günstiger werden für diejenigen die ihren Erstwohnsitz dort nehmen. Die Beschränkung und der Baustopp gillt ja nur für die Zweitwohnsitze, die dadurch selbstverständlich teurer werden. Aber für Erstwohnsitze wird die Konkurenz kleiner und dadurch sinken die Preise.
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Vadret
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Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von Vadret »

Diese Initiative wird meiner Meinung nach nur das Gegenteil bewirken als was sich die Initianten erhofen. In den grossen Zentren wird zwar wohl einen Baustopp für die Ewigkeit erreicht, was für die Landschaft und das Ortsbild gut sein wird, aber vorallem für das Einheimsche Volk der meistens vom Baugewerbe profitiert gibt es nur Nachteile. Klar können Erstwohnungen & Hotels weiterhin gebaut werden, aber was bringt dies wenn man ohne Job dasteht?! Nix, weil man wegziehen muss und es dann schlussendlich noch Erstwohnungen mit kalten Betten und geschlossenen Fensterläden gibt. Weiss nicht ob dies dem Zweitwohnungsbesitzer gefallen würde, wenn aufsmal der Tante Emma Laden mit der rüstigen einheimischen Verkäuferin aufs mal nicht mehr da wäre und während dem Urlaub die gleichen Dialekte & Sprachen wie am Hauptwohnsitz zu hören wären. Das Einheimische Volk gehöhrt ja teilweise auch zur "Kultur" einer Destination an. Auch die erhoften günstigeren Preise können sie sich abschminken. Das Wohnungsangebot wird stark zurückgehen, die Nachfrage stangnieren, da werden die Preise noch viel höher steigen (Referenz: aktuell 33'000.- Fr./m2 in einer super zentral gelegenen Neubauwohnung in St. Moritz Dorf) Schlussendlich wird dann auch der Erstwohnungsmarkt illegalerweise "angegriffen" wie es heute teils schon gemacht wird.Gewisse melden sich als "Schein- Einheimischer" hier an, kaufen eine "günstigere" Erstwohnung aber den Alltag verbringen sie ausser in der Ferienzeit in Zürich und Milano…Und ausserdem finde ich es nicht gut wenn alles "von oben" diktiert wird, also von Leuten die von den unterschiedlichen regionalen Gegebeneheiten die von Tal zu Tal oder sogar Ort zu Ort bestehen keine Ahnung haben. Viele Talschaften wissen sich auch selber zu helfen und versuchen die begangenen Fehler der Vergangenheit wieder selbst auszubaden, wie z.B. im Oberengadin mit der Kontingentierung des Zweitwohnungsbaus oder der Lenkungsabgabe. Es würde mich nicht wundern wenn die Initianten selber Zweitwohnungsbesitzer sind und sich bloss daran stören dass sie neben ihr Feriendomizil auch andere ansiedeln möchten. (wie jene die über Baulärm aus Nachbars Baustelle klagen und ganz vergessen dass dazumals als ihre kuschelige Zweitwohnung gebaut wurde auch gebohrt und gehämmert wurde...)
Zuletzt geändert von Vadret am 31.01.2012 - 09:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von Af »

Übrigens: Gleiches gilt schon für den Raum Kitzbühel.
Hier wird jedoch offen von den Maklern damit geworben den Kunden "beim Umgehen der Rechtsproblematik" zu helfen. Ist wohl legal und somit ist die Zweitwohnungsinitiative komplett sinnlos. Wer einmal abseits der Saison in Reith + Co unterwegs war, kennt prächtige Geisterstädte. Am Freitag Abend rollen dafür die Cayenne/Panamerakolonnen über die Loferer Bundesstrasse zu ihren Freizetiwohnsitzen. Kann ich jeden Freitag nach Feierabend beobachten.
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2015: KiSpRoRoRoZu
2016: RaClRoHtSö
2017: RaLaWsJoTx
2018: ClRaLaBaSwAlRaBaLaMuRaRa
2019: RaLaLaRaRaLaRaTx - Corona shutdown
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Re: Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von 3303 »

Weitsichtige Entscheidungen sind sicher von elemantarer Wichtigkeit für die ausgewogene Entwicklung der Regionen.
Ein vernünftiges, planerisches Steuerungsinstrument hierfür dürfte in der Schweiz zwar flächendeckend zu Verfügung stehen (von Italien rede ich jetzt mal lieber nicht ;), nur wurden meines Erachtens in der Vergangenheit Fehler in der Anwendung dessen gemacht. Es wurden mancherorts zu viele (nun oft leerstehende) Zweitwohnungen zugelassen. Jetzt hat man mehr Leerstand, als für den Tourismus sinnig wäre.
Manchmal besitzen Leute sogar mehere "Zweit"-Wohnungen im selben Ort, ja im selben Haus.
Die Ausgewogenheit zwischen touristischen Potential, Zweitwohnungen, Einheimischenwohnungen, Hotels, Gewerbe... etc. ist nicht vorhanden, sondern das Verhältnis zu Zweitwohnungen hin verschoben.
Ob eine Steuer hier Abhilfe schaffen kann, wage ich zu bezweifeln. Erstens müsste die horrend hoch sein, um die entsprechenden Anleger zur Vermietung ihrer Liegenschaften zu bewegen. Zweitens kann man sich mal die geplanten Durchführungsrichtlinien durchlesen. Beispielsweise in Silvaplana sind die so gestrickt, dass die Besitzer auch wenn sie vermieten, nicht um die Steuer herumkommen werden. In der Folge, brauchen sie auch nicht zu vermieten.
Falls das so kommen sollte, wird der Fehler der Vergangenheit - nämlich der, ein Steuerungsinstrument als reine Geldquelle zu missbrauchen - in anderer Hinsicht wiederholt und es wird nicht viel bringen, außer Geld eben.
Nur bliebe das Problem, dass das Verhältnis nicht ausgewogen ist. Ausgewogenheit ist aber das, was die Regionen brauchen.
Vadret hat geschrieben:Diese Initiative wird meiner Meinung nach nur das Gegenteil bewirken was sich die Initianten erhoffen...
So wie sich das darstellt, wenn man mal etwas genauer nachliest, erhofft man sich einfach eine zusätzliche Geldquelle.
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AW: Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von Foto-Irrer »

Ich würde es nicht verbieten, sondern wie z.B. in Hamburg eine Zweitwohnsitzsteuer erheben. Die ist hier auch einkommensabhängig.
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Re: AW: Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von 3303 »

Foto-Irrer hat geschrieben:Ich würde es nicht verbieten, sondern wie z.B. in Hamburg eine Zweitwohnsitzsteuer erheben. Die ist hier auch einkommensabhängig.
Naja, die Gründe für die städtische Zweitwohnungssteuer haben aber mit der Problematik in Tourismusgebieten wenig zu tun.
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Re: Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von TPD »

Unbestritten an gewissen Orten besteht Handlungsbedarf.
Aber eine fixe Quote von 20% werde ich garantiert nicht unterstützen. Das ist eine zu grosse Einschränkung für die betroffenen Gemeinden. Vadret hat ja schon einige problematische Punkte aufgezählt.
Naja, die Gründe für die städtische Zweitwohnungssteuer haben aber mit der Problematik in Tourismusgebieten wenig zu tun.
Richtig, das hat nun wirklich nichts mit der Problematik in den Touristenorten zu tun. Auch in der Schweiz bezahlen die Zweitwohnungsbesitzer in der entsprechenden Touristengemeinde Steuern. Das heisst diese Gemeinden verdienen sogar mit den kalten Betten Geld.
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Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von TPD »

Aufgrund des Beitrags von Pilatus starte ich mal eine Umfrage.

@Unentschlossene
Die Antwort kann nachträglich geändert werden.

Beide Threads zusammengefügt
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Re: Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von Fab »

TPD hat geschrieben:Unbestritten an gewissen Orten besteht Handlungsbedarf.
........
Richtig, das hat nun wirklich nichts mit der Problematik in den Touristenorten zu tun. Auch in der Schweiz bezahlen die Zweitwohnungsbesitzer in der entsprechenden Touristengemeinde Steuern. Das heisst diese Gemeinden verdienen sogar mit den kalten Betten Geld.
In Z ist man auf Gemeindeebene vor ein paar Monaten per Volksabstimmung gegen den Zweitwohnungsbau vorgegangen.

Aus der jahrenlangen Diskussion hab ich mitbekommen, dass die Municipalgemeinde Zermatt an den kalten Betten nicht verdient. Es muss einerseits die Infrastruktur (Verkehrswege, Kanalisation etc.) bereitgestellt werden, andererseits ist die Wertschöpfung der Zweitwohnungen sehr gering.
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von MF3330 »

Im Wallis (besonders FR-Teil) ist die Lage schon kritisch! Besonders in St-Luc mit 82,6% Zweitwohnungen (Schweizer Rekord)!
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von TPD »

Aus der jahrenlangen Diskussion hab ich mitbekommen, dass die Municipalgemeinde Zermatt an den kalten Betten nicht verdient.
Eine Zweitwohnung muss als Vermögen im Standortkanton des Bauwerks versteuert werden.
Somit sind diese Einnahmen auf jeden Fall sicher, selbst wenn die Wohnung nicht genutzt wird.
Es muss einerseits die Infrastruktur (Verkehrswege, Kanalisation etc.) bereitgestellt werden,
Ja, das ist auf jeden Fall ein grosses Problem, dass die Infrastruktur für die absoluten Spitzentage ausgelegt sein muss und während dem restlichen Jahr ungenutzt hohe Unterhaltskosten verursacht.
andererseits ist die Wertschöpfung der Zweitwohnungen sehr gering.
Da sind aber gewisse Gemeinden auch ein bisschen selber schuld.
Kenne eine Gemeinde da konnten die Wohnungseigentümern von einer reduzierten Kurtaxe (pro Person und Übernachtung) profitieren, wenn die Wohnung ausschliesslich für den Eigenbedarf (Familie, Verwandte und Freunde) genutzt worden ist.
Hätte man die Wohnung nebenbei auch noch kommerziell vermietet, wären für sämtliche Übernachtungen (auch bei Eigenbedarf) eine deutlich höhere Kurtaxe fällig gewesen...
Mit einem solchen Modell werden ja die kalten Betten direkt belohnt... 20 Jahre später hat man es dann endlich bemerkt, dass dieses System irgendwie krankt.
Im Wallis (besonders FR-Teil) ist die Lage schon kritisch! Besonders in St-Luc mit 82,6% Zweitwohnungen (Schweizer Rekord)!
Aber wie will man in dieser Gemeinde die Quote auf 20% runter bringen ? Ein sofortiger Baustopp für Zweitwohnungen ist bestimmt auch keine Lösung. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es der Gemeinde gelingt genügend Leute anzulocken, die bereit sind dauerhaft in diesem Ort zu wohnen.
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Pilatus
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von Pilatus »

@ 3303: Die Initiative verlangt einen Baustop, keine Steuer (vermutlich bewusst, um auch Zweitwohnugsbesitzer an Bord zu hohlen. Davon dürfte es in der Schweiz unterdessen zehntausende geben).

http://www.zweitwohnungsinitiative.ch/i ... vtext.html
MF3330 hat geschrieben:Im Wallis (besonders FR-Teil) ist die Lage schon kritisch! Besonders in St-Luc mit 82,6% Zweitwohnungen (Schweizer Rekord)!
Wie gesagt, im Unterwallis hat man gewisse Orte komplett zugestellt.

Man schaue sich z.B. mal diese zwei Bilder - vmtl. von ca. 1950 - aus den zwei mondänsten Unterwalliser Wintersportorte an:

Montana:
http://images.imagehotel.net/u93ebp2qyg.jpg

Verbier:
http://images.imagehotel.net/ryep5h1zzt.jpg

Hab lange gesucht, in meinen eigenen Fotos habe ich aber leider keine guten Vergleichsbilder gefunden. Vielleicht hat jemand was. Ist auf jeden Fall krass was da in den letzten 50 Jahren gelaufen ist.
Ich sage ja auch nicht, dass das so hätte bleiben sollen, aber ohne Zweiwohnungen hätte man heute halb so viel verbautes Gelände, aber die gleiche touristische Wertschöpfung, da bin ich überzeugt.

Zweitwohnungen können auch nur als absolute Spekulationsobjekte rentieren. Heute kosten ja 3,5 Zimmerwohnungen schon so viel wie sonst ein Einfamilienhaus. Bei mir in der Familie wurde ein paar mal über einen Kauf nachgedacht. Mal abgesehen davon, dass man dann aber immer an den selben Ort muss, kann man mit dem Geld, das man da bindet, ein Leben lang in 5*-Hotels Ferien machen.
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von Theo »

Um eine definitive Antwortz zu geben müsste ich zuerst den Initiativtext lesen, das mache ich aber in der regel erst 2 - 3 Wochen vor der Abstimmungt.
Es gibt ja nun schon in diversen Orten Beschränkungen bezüglich der Zweitwohnungen, allerdings teilweise aus komplett unterschiedlichen Gründen. In Z kam die Beschränkung eigentlich nur deshalb weil der Gemeinderat im Frühjahr und Herbst immer die Bauzeit, also die Zeit wo die Lastwagen durch den Ort fahren können, von jeweils 4 auf 6 Wochen verlängert hat. Auch waren die Verkehrswege schlicht am Anschlag da der Ort autofrei und die Strassen dementsprechend schmal sind. Irgendwann hatten dann amer die Einwohner und Feriengäste die Schnauze voll und so kam die Beschränkung. In Z sind die Wohnungspreise deshalb so hoch, weil der Raum von dem aus man den Berg sehen kann eher beschränkt oder verkerstechnisch nicht erreichbar ist.
Wie sich die Lage in St Moritz genau darstellt weis ich nicht. Am Platz wie in Z mangelt es in der Gegend um die Seen nun bei weitem nicht, deshalb kann ich die Mondpreise von dort nicht so ganz nachvollziehen.

Schuld an der Misere ist aber eigentlich die Politik, hätte man die Lex Koller nicht abgeschafft ( aber man wollte ja ums verrecken europatauglicher sein als es Europa selber ist ) gäbe es mehr als die Hälfte der Probleme nicht. Im Kanton Wallis gab es per Ende 2008 übrigens 1800 Zweitwohnungen in ausländischem Besitz welche gar kein Kontingent hatten, man hatte es einfach vorausbezogen.
Ein weiteres Problem mit Wohnungen, vor allem mit ausländischen Besitzern. Man gründe schnell mal eine Firma, deren Geschaftssitz ist dann einen vermeindliche Erstwohnung im Alpenraum, nach einem Jahr wird die Firma wieder gelöscht und die Wohnung geht in Privatbesitz über und ist fortan eine Zweitwohnung.

Das Wichtigste aber ist: In den Orten mit einer Beschränkung ist das Angebot an erschwinglichen Mietwohnungen für Einheimische noch kleiner geworden, das Angebot an Eigentumswohnungen für Einheimische teilweise gar inexistent.
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von baeckerbursch »

Für mich als unbeteiligten Deutschen stellt sich schon die Frage warum alle Abstimmen sollen was im kleinen (Gemeinde) viel besser und ortsbezogener geregelt werden kann.
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Pilatus
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von Pilatus »

baeckerbursch hat geschrieben:Für mich als unbeteiligten Deutschen stellt sich schon die Frage warum alle Abstimmen sollen was im kleinen (Gemeinde) viel besser und ortsbezogener geregelt werden kann.
Naja, ist das nicht bei allem so? Es kommt halt einfach draufan, was man jetzt als "Frage nationaler Bedeutung" anschaut. Das es "jede kleine Gemeinde viel besser weiss" ist der Grund, wieso die Schweiz total zersiedelt ist (betrifft nicht nur die Alpen). Weite bereiche des Landes sind versaut. Das hat primär damit zu tun, dass jede Gemeinde für sich selbst rational entschieden hat (Arbeitsplätze, Einwohner etc.).
Wenn wir es anstreben, eines Tages in der Stadt Schweiz zu wohnen, dann ist das schon gut so, doch wenn wir noch ein paar Naturreservate wollen, dann muss sich etwas ändern. Das man hier das Augenmerk v.A. auf die Berge legt ist in einem Land wie der Schweiz eigentlich logisch. Dass sich da manch ein Bergbewohner bevormundet vorkommt mag sein. Dafür braucht es zur Annahme der Initiative auch das Ständemehr. Man braucht also nicht nur die Mehrheit der Stimmen, sondern auch die Mehrheit der Kantone muss zustimmen (sonst wären wir quasi einer Diktatur der Zürcher unterworfen ;) ). Dadurch sind auch die regionalen Unterschiede recht gut abgedeckt.

Klar ist natürlich, dass bei einer Annahme vmtl. jede Menge Wege gefunden werden, das ganze zu umgehen. Z.B. im Wallis muss dann halt ein Bergdorf mit einer grossen Talgemeinde fusionieren. Und dann gehts wieder los mit Zweitwohnungen bauen... :lach:
Wie sich die Lage in St Moritz genau darstellt weis ich nicht. Am Platz wie in Z mangelt es in der Gegend um die Seen nun bei weitem nicht, deshalb kann ich die Mondpreise von dort nicht so ganz nachvollziehen.
Naja, du kannst schon die ganze Engadiner Hochebene zubauen. Dann sind die Preise schnell im Keller. Aber wer will dann noch da hin?
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von thun »

Zunächst: Ein ganz klares Ja zur Bekämpfung der fortschreitenden Zersiedelung, und zwar nicht nur im Alpenraum.

Die erhofften Kosteneinsparungen dürften wohl weniger über die sinkenden Wohnungspreise erreicht werden, sondern darüber, dass die betroffenen Gemeinden nicht eine für die dauernd im Ort anwesende Bevölkerung viel zu überdimensionierte Infrastruktur (Straßen, Parkplätze, Kanal+Abwasser, etc.) finanzieren muss, um ein paar Spitzentage im Jahr abzudecken.
Es steht zu vermuten, dass die Preise für Wohneigentum steigen werden, wobei jedoch die Frage ist, ob das für die Einheimischen nur schlecht ist, schließlich besitzen die ja in der Regel und profitieren auch finanziell von steigenden Immobilienpreisen.

Heute in der FAZ (?) übrigens ein schöner Artikel über die Problematik in Jerusalem, wo durch den Boom für Luxuswohnungen, die sich Reiche Ausländer kaufen und praktisch nur zu den jüdischen Feiertagen nutzen, die jerusalemer Familien, Studenten, etc. aus der Altstadt vertrieben werden, da sie sich die Mieten nicht mehr leisten können.
Die ganze Problematik ist in der Tat sehr sehr schwer zu lösen.

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Fab
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von Fab »

Theo hat geschrieben: Wie sich die Lage in St Moritz genau darstellt weis ich nicht. Am Platz wie in Z mangelt es in der Gegend um die Seen nun bei weitem nicht, deshalb kann ich die Mondpreise von dort nicht so ganz nachvollziehen.
Von den Flächen um den See in Silvaplana/Surlej weiß ich, dass dort nicht gebaut werden kann.
Entweder herrscht Bauverbot, habe aber auch im Hinterkopf, dass teilweise ein "Landschaftsschutzverein" Flächen gekauft hat.
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von OliK »

Mal anders rum gefragt, was wären denn heute St.Luc, Verbier oder Monatana ohne die Zweitwohnungen? Evtl. kleine Weiler mit 3 Bauernhöfen und 50 Kühen?!
Wären es tatsächlich mehr dauerhafte Einwohner? Was sollen die denn in nem Ort wie St.Luc das ganze Jahr über machen? Ich hätte auch keinen Bock
täglich das ganze Tal nach Sitten zur Arbeit zu gurken...
Es grüsst der Oli
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von baeckerbursch »

Eben!

So eine Abstimmtung ist in meinen Augen doch ein Paradebeispiel für die negativen Auwirkungen der direkten Demokratie. So was gehört in Gemeinden / Landkreisen geregelt. Und nicht in Volksbefragungen, wo die Masse der Befragten in Städten wohnt und von den Auswirkungen solcher Entscheidungen völlig überfragt ist.

Da wäre es, in meinen Augen, viel wichtiger die städnig wachsenden Shoppingcenter & Discounterburgen vor jedem noch so kleinen Dorf nicht mehr zu genehmigen. Die stören mich, im Gegensatz zu den Zweitwohnungen, viel mehr.
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von 3303 »

Fab hat geschrieben:
Theo hat geschrieben: Wie sich die Lage in St Moritz genau darstellt weis ich nicht. Am Platz wie in Z mangelt es in der Gegend um die Seen nun bei weitem nicht, deshalb kann ich die Mondpreise von dort nicht so ganz nachvollziehen.
Von den Flächen um den See in Silvaplana/Surlej weiß ich, dass dort nicht gebaut werden kann.
Entweder herrscht Bauverbot, habe aber auch im Hinterkopf, dass teilweise ein "Landschaftsschutzverein" Flächen gekauft hat.
Die Gemeinden haben weitsichtig gehandelt und selbst einen Schutz der Seenplatte erlassen. Demzufolge hat das Oberengadin sein einmaliges Landschaftspotential erhalten, da die Flächen grundsätzlich nicht (mehr) bebaubar sind.
Wer was gekauft hat und welche Einflussfaktoren es noch gibt, weiß ich nicht.
Jedenfalls ist der Zustand dort, nämlich der, dass die Seenplatte nicht verbaut ist, für mich der Hauptgrund dorthin zu fahren.
baeckerbursch hat geschrieben:Eben!

So eine Abstimmtung ist in meinen Augen doch ein Paradebeispiel für die negativen Auwirkungen der direkten Demokratie. So was gehört in Gemeinden / Landkreisen geregelt. Und nicht in Volksbefragungen, wo die Masse der ....
Man könnte die Volksabstimmungen ja auch auf kommunaler Ebene durchführen.
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Worauf stützt ihr denn die Annahme, dass durch die Beschränkung die Imobilienpreise steigen? Ich kann da die Logik nicht ganz nachvollziehen. Und wer sagt, dass ohne die Zweitwohnungen in den Orten nichts los wäre? Die meisten Gäste übernachten doch bestimmt in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen (keine eigenen), etc. Und ich kann mir auch kaum vorstellen, dass ohne die Bautätigkeiten der Zweitwohnungen dort die Massenarbeitslosigkeit ausbricht.
Könnte mir mal bitte jemand die Hintergründe dieser Annahmen erklären?
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eMGee
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von eMGee »

Subjektiv würd ich sagen, dass durch den Fall der Lex Koller die Preise drastisch gestiegen sind.
Nehme mal als Beispiel das hier schon genannte Zermatt, da ich das dort seit rund 15 Jahren etwas verfolge. Die waren früher ja stringent, wenn du da als Deutscher in ein Immobilienbüro marschiert bist, wurde man höflich aber bestimmt darauf hingewiesen -> kein Verkauf an Ausländer. Aber zu dem Zeitpunkt waren die Preise für Wohnungen noch einigermaßen human. Mittlerweile hat man sich wohl sehr auf vermögende Kundschaft eingestellt, weiß z.B. auch von Griechen die für mehrere Millionen eine Wohnung gekauft haben und die Preise sind ja völlig verdorben. Theo kann da mit Sicherheit ein Lied davon singen.
Grundsätzlich finde ich schon, dass in einigen Orten der Bauboom beschränkt werden sollte. Aber das sage ich halt als Tourist...
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3303
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von 3303 »

Seilbahnjunkie hat geschrieben:Worauf stützt ihr denn die Annahme, dass durch die Beschränkung die Imobilienpreise steigen? Ich kann da die Logik nicht ganz nachvollziehen. Und wer sagt, dass ohne die Zweitwohnungen in den Orten nichts los wäre? Die meisten Gäste übernachten doch bestimmt in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen (keine eigenen), etc. Und ich kann mir auch kaum vorstellen, dass ohne die Bautätigkeiten der Zweitwohnungen dort die Massenarbeitslosigkeit ausbricht.
Könnte mir mal bitte jemand die Hintergründe dieser Annahmen erklären?
Immobilienpreise sind neben den Baukosten hauptsächlich von der Lage abhängig.
Eine Lage wird grundsätzlich teurer, je knapper das Angebot ist. Zweitens steigert eine unverbaute Landschaft für viele Touristen die Aufenthalsqualität und erhöht somit die Nachfrage der entsprechenden Kundschaft.
Beides sorgt für höhere Quadratmeterpreise.
Klar, dass man auch nicht zuviel beschränken sollte, denn Angebot, Versorgung etc. müssen ja irgendwie funktioniern und in ausgestorbenen Regionen sind die Preise auch wieder niedriger. Aber grundsätzlich funktioniert das so.

Zu Zweitwohnungen: In den teuren Regionen wird oft Kapital in solchen immobilien angelegt, da es lukrativer und sicherer als fast alles Andere ist. Und es gibt wirklich viel Leerstand. Manchmal wird wenigstens noch viel am Wochenende genutzt, nicht selten stehen die Wohnungen aber auch zB 48 Wochen im Jahr leer. Es gibt sogar Fälle, in denen die Elektroversorger seit zB einem Jahr oder länger keinen Stromverbrauch mehr festgestellt haben. An eine Vermietung denken viele Eigentümer nicht.

In den 70er- und 80er Jahren hat man sich teils verschätzt, was diese Entwicklung angeht. Jetzt weiß man, dass teils unausgewogen Bauflächen ausgewiesen wurden und hat eine Schieflage, die schwierig in den Griff zu bekommen ist. Zusätzliche Bauflächen würden nach Meinung Vieler (und auch meiner) einen Rückgang der Qualität der Destination bedeuten. Nicht jede Ortschaft kann einfach alles verbauen, weil es eben doch Toristen wie zB mich gibt, die Verbau und Hochfrequentierung nicht wollen.

Ein Kernpunkt der Kritik an der Initiative ist offenbar, dass pauschale 20% für alle nicht zielführend sind, da die Destinationen einfach zu unterschiedlich sind.
Insofern erschiene es mir sinnvoller, dies auf Gemeindeebene zu regeln.
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Vadret
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Re: Umfrage Zweitwohnungsinitiative

Beitrag von Vadret »

Pro und Contras zur Zweitwohnungsinitiative:
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=7 ... 5ba11331e9
(Mein Stimmzettel ist heute in die Urne gelandet)
SEIT 150 JAHREN DAS EIN UND ALLES...
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