Meine Freundin und ich haben uns diese Winter entschieden für zwei Wochen Winterurlaub hintereinander. Die erste Woche war schon lang geplant; es sollte mal zum hochgepriesene Dolomiti Superski gehen. Ziel: Corvara, wo wir direkt an der Costas da’l Ega und Boé Talstation gewohnt haben. Es war für uns wichtig um möglichst nah an einer Talstation zu wohnen, da wir das Auto am liebsten die erste Woche stehen lassen wollten.
Weil es schon viele Berichten gibt aus dieser Region gibt, werde ich nur versuchen ihr kurz meine Eindrücke zu geben zu den einzelne Tagen die wir dort verbracht haben, mit einige Bilder dazu.
Tag 1 - 16.01.2012 Alta Badia
Am ersten Tag wollten wir das Skigebiet Alta Badia gleich vor die Tür verunsichern. Los gings nach Kauf der Skipassen am Boé EUB. Wir haben grob das Gebiet abgeklappert bis zum Heiligkreuz, wobei wir einige Varianten und Abfahrten ausgelassen haben. In grossen Teilen vom Skigebiet wurde die ganze Tag beschneit. Nur wo es am wenigsten Schnee gab, am Pralongia, nur mit einem Kanon. Dazu hätte Pistenfahrzeugfahrer wohl in Mellau trainiert: jeder Kante am wirklich sehr leichtblaue Abfahrt war abgefräst.
Mittagpause haben wir gemacht auf die Terasse am Restaurant La Fraina, dem wir unbedingt weiterempfehlen können. Leckeres Pasta mit Wildragout.
Uns hat vor allem die lange und sehr ruhige Abfahrt am Heiligkreuz gefallen. Wir müssten uns allerdings ein bisschen gewöhnen an die Verbindingsbahnen die es überall gibt und blödsinn a la 4SB Doninz (44 Höhenmeter macht der am Übungshang in La Villa), wo man von wegen Absperrung nicht direkt zur 4 KSB Gardenazza fahren kann. Alles im allem ein schöner, ruhiger Skitag.
Endlich geht’s wieder Los. Zwar nicht viel Schnee, dafür aber reichlich Sonne.
Herrlichem Blick über die Dolomiten. Einfach traumhaft.
Am neuen 6 KSB Bamby. Hat zwei netten Abfahrten. Dass der neue Bahn keine Fussrasten hat ist (wenn nicht ständig angehalten wird so wir es einmal erlebt haben) eigentlich nicht problematisch.
Das blaue Meer.
Talabfahrt nach San Cassiano und Armentarola.
Nachmittagssonne am Sassongher.
Und das Ziel der nächste Tag.
Tag 2 - 17.01.2012 Marmolada und Sella Ronda
Morgens schaute es wieder aus nach sehr schönem Wetter. Deswegen gleich mal die Tour auf dem Marmolada unternehmen. Leider zogen schon schnell Wolken ein, die vor allem die Sicht in richtung Alpenhauptkamm trübten. Wir haben uns dann gewundert wie früh wir eigentlich oben waren (10:30 Uhr). Unterhalb der Gletscher gibt es überhaupt sehr wenig Schnee, da war die Abfahrt nicht schön zu fahren. Auch die Abfahrt vom Padon war nur teilweise die Mühe wert. Schade drum, bei mehr Schnee dann gerne nochmal. Zurück in Arabba haben wir uns entschlossen die Sella Ronda noch zu machen. Kurz was gegessen an irgendeiner Hütte in richtung Toé Talstation in Canazei (Hütte war nicht schlecht, aber auch nichts weltbewegendes). Im Val Gardena dann überhaupt keine Ausflügen mehr gemacht da meine Freundin langsam müde wurde. Nachdem wir schon um drei wieder zurück in Corvara waren, habe ich alleine noch im Bereich Boé alle Abfahrten, inklusive Vallon gefahren.
Porto Vescovo, das Funifor ist schon ein tolles Teil!
Nur mal zu erklärung der verwöhnte Nordalpenfahrer
Die langen Zieher entlang die Talschlepper in Malga Ciapela. Naja, wenigstens könnte wir das duftende Wald geniessen.
Ruck zuck stehen wir oben am Marmolada.
Abfahrt am Marmolada, oben sehr gut zu fahren, unter immer wieder Steinchen oder gar Felsrippen die teilweise durchkamen. Beschneit wurde in dem Teil auch die ganze Tag.
Wieder an der Porto Vescovo, dieser mal mit diesem andere Monsteranlage, der DMC Europa.
Abfahrt zum 4 KSB Fodom in Arabba. Gut zu sehen wie wenig Schnee es auch hier hat. Für viele Skifahrer war diesem Stück schon um halb zwölf eine Herausförderung.
Wie auch die erste Steilhang (bisschen eisig) am Belvedere. Hier gab es noch einige Stellen mit “few snow” was das auch sein soll.
Am Col Rodella gab es noch “fewer snow”, wobei die Abfahrten hier alle gut waren. Scheint ein Windloch zu sein hier…
Nachmittags ziehen immer mehr Wolken rein.
Die Nachspeise für heute: Vallon und Boé-Gebiet fast für mich alleine.
Tag 3 - 18.01.2012 Val Gardena und dicker Knie
Wieder war das Wetter morgens super. Ich hätte mir ausgedacht heute im Grödnertal nach zu holen was wir am Tag vorher zwar gesehen haben, aber nicht mehr machen könnten. Starten wollten wir am Ciampinoi um dann Col Raiser und Seceda zu fahren. Am Ciampinoi kämpften sich die Skifahrer entlang Kunstschneehaufen (vier Kanonen standen am Einfahrt der schwarze Abfahrt). Nach je einer Abfahrt im Schatten sind wir über Saslong runter nach St. Christina und hoch zum Col Raiser. Am Cisles-Abfahrt versabschiedete sich mein Ski von meinem Füss, was zu ein Sturz führte bei dem ich mein Knie verletzt habe. Zum Glück nichts schlimmes, aber er wurde zusehend dicker. Leider haben wir deswegen von Col Raiser direkt nach Corvara rückgekehrt. Nach eine verlängerte Mittagspause in der Sonne beim Crep de Mont-Hütte (SB, lustiger Wirt, bester Lage in der Sonne, preiswert), haben wir noch einige leichten Abfahrten in Alta Badia gemacht.
Seceda und Col Raiser am Morgen. Dort ist Sonne, dort wollen wir hin.
Nach St. Christina über die rote Saslong-Abfahrt.
Schon sind wir am Col Raiser mit Blick zur Langkofel und Skigebiet am Ciampinoi.
Und der Schnee machte “swoosh”. Zwei Minuten später ging dann mein Ski ab auf dieser Abfahrt, und hab ich kurz das Ende unseres Urlaubs befürchtet.
Nachmittags dann noch ein paar ruhigen Abfahrten in Alta Badia.
Schöner Skifahrerstau kurz unterhalb Pralongia 2. So ging’s eigentlich fast immer nachmittags.
Tag 4 - 19.01.2012 Edelweisstal und restliches Alta Badia
Da mich die Knie am nächsten morgen noch immer Sorgen machte, wollten wir ein bisschen nah “zu Hause” bleiben. Im Edelweisstal waren wir noch nicht gewesen, also gleich morgens hin. Bis etwa 10:30 Uhr war es sehr leer auf die Pisten. Nach einiger Zeit sind wir dann über nach Col Alt und haben noch eine Runde bis Heiligkreuz und zurück gemacht. Gegessen in der Sonne beim Capanna Nera, oder auch Negerhütte. Auch sehr zu empfehlen (grosse Portionen), nur die Bedienung ist etwas überfordert.
Schwarzer Abfahrt am Col Pradat. Schwarz ist hier aber relative: ist ja ein bisschen steiler, aber nicht lang und ein unendlich langer Auslauf.
Im Mittagstal auch few snow.
Hier ist dann die Übungspiste für Mellauer Pistenfahrzeugfahrer am Pralongia. Hellblau und jeder Kuppe freigefräst… Gibt auch bestimmt nur einige Zentimeter Schnee hier wobei das Kanon die ganze Woche arbeitslos dort stand. Gibt’s hier vielleicht ein Wasserproblem?
Vorbote für schlechtes Wetter rollen ein.
Tag 5 - 20.01.2012 Arabba und Ausflug mit der Foto-Irrer
Das schlechte Wetter kam dann schlussendlich auch am Freitag. Uns gefielen die Abfahrten zwischen Boé und Arabba sehr beim ersten Besuch. Dazu liegen die meist im Wald. Also haben wir uns auf die Weg gemacht nach Arabba. Dann weiter richtung Belvedere, wo es fürchterlich geweht hat, sodass wir nach einige Fahrten dort schon wieder die Reise nach Corvara angefangen haben. In Arabba bin ich dann noch kurz alleine hoch mit der 2SB Portados. Meine Freundin wollte zwischenzeitlich ein warmes Kakao trinken, bekam dann aber geschmolzene Schokoladezeug (erst dann hab ich mir erinnert davon schon hier mal gelesen zu haben). Letztendlich dann wieder zu Mittag zurück zur Capanna Nera. Da (endlich) getroffen mit Foto-Irrer und Seine Freundin. Nach einer Drink haben sich die Frauen ins Tal verabschiedet und sind Foto-Irrer und ich gemeinsam noch einige Abfharten am Cherz, Pralongia und Boé gefahren. War sehr nett!
Alt vs. Neu. Der 2SB Portados braucht soviel Zeit nach oben wie driemal der Funifor. Dafür bekommt man dan die Lattenabdrück im Arsch als Andenken
Es wehte auch noch ein bisschen, teilweise eisige Pisten aber dafür zwischendurch immer wieder Pulver.
Nachmittags lockerte es ein wenig auf.
Und nix mehr los…
Tag 6 - 21.01.2012 Edelweisstal und Val Gardena
Der letzte Tag in Corvara war schon angesagt. Etwa 10-20 cm Neuschnee und das Wetter war wieder besser als vorhergesagt. Die ganze Tag über gab’s eine komische Wolke am Langkofel. Erstmals ging’s wieder im Edelweisstal, dann Dantercepies. Wir haben dann alles im Schatten der komische Wolke gefahren von Monte Seura bis zum Sasso Levante. Zurück nach Corvara mit drei wiederholungsfahrten am Dantercepies, dessen Abfahrten mir am besten gefielen.
Das Edelweisstal und vorzeigen der Wetterbesserung
Jetzt ist wieder Winter!
Der arme Sessellift Val Setus, die nur beschimpft wird…
Wolken über Wolkenstein.
Im Schatten vom Langkofel.
Pendelbahn auf der Piz Sella.
Monte Seura mit Wolke von rechts.
Seiser Alm mit Schlern; da gings einen Tag später hin.
Was die zehn, zwanzig Zentimeter Schnee schon ausmachen!
So leer wie hier war’s aber nur selten. Vor allem im Grödnertal und direkt am Sella Ronda war es über die ganze Woche manchmal recht voll.
So das war’s aus Corvara. Später kommen dan noch Berichten vom Seiser Alm, Schöneben, Nauders und Haider Alm, wo wir die zweite Wochen waren.
Uns werden die Dolomiten (und Corvara) wahrscheinlich bald wiedersehen. Die Bergen, das Essen, das weitläufige Skigebiet, das schöne Unterkunft das wir hatten, alles sehr überzeugend. Nur die Mythischen Proportionen die hier im Forum manchmal an die Pistenpflege zubeteilt werden kann ich irgendwie nicht ganz nachvollziehen. Ja, die ist meist überdurchschnittlich, aber Abzügen gab’s am Pralongia und in Malga Ciapela. Macht aber auch nichts, die Gesamteindrück ist ein sehr positives.
